Synapsensalat

25.02.2007 um 17:32 Uhr

Ich bin dann (auch) mal weg!

von: Kiddolu

Morgen früh um 9 Uhr reite ich los gen Norden, ins schöne Lübeck! Mein Pferd ist auch wieder startklar, zum Glück, und ich selbst bin es auch, zumindest so gut wie. Der letzte Rest wird Morgen früh fix eingepackt.
Natürlich könnte alles schön und wundervoll sein, hätte sich meine Erkältung nicht gestern zum erneuten Quälen zurückgemeldet. Ich glaube mittlerweile, dass sie niemals wirklich weg war in den letzten Wochen, denn der Husten war mein konstanter Begleiter und jetzt ist die Triefnase auch wieder da. Wer weiß, vielleicht heilt mich die kühle Nordluft ja sofort. Wo ich schonmal bei kühl bin: Herrje, hier ist man schon die muckeligen 10° Mindesttemperatur gewöhnt und was ist da oben? Widerliche Kälte! Handschuhe sind jedenfalls eingepackt und dürften dort diesen Winter zum ersten Mal zum Einsatz kommen.
Langsam macht sich auch etwas Nervösität breit, allerdings ist's keine negative, denn ich bin einfach nur gespannt, was mich erwartet und ich freue mich immer noch riesig! Ich werde es sehen, erfahren, hören, riechen,...

Ich weiß noch nicht, ob ich dort einen regelmäßigen Internetzugang habe, daher kann es sein, dass ich in den nächsten Wochen hier nur selten zum Schreiben kommen werde.
Euch Lesern eine tolle Zeit, frohe Ostern und alles andere auch! Bis bald! Fröhlich

23.02.2007 um 19:50 Uhr

King Kong und die Karre...

von: Kiddolu

Gestern sah ich zum ersten Mal "King Kong", also die Neuverfilmung von 2005 (?) vom Herrn der Ringe-Regisseur Peter Jackson. Die Einflüsse des Ringeherrns waren kaum merkbar Fröhlich- ich sage nur soviel, dass das Eingeborenendorf irgendwie Minas Tirith ähnelte, sowie die Eingeborenen selbst mich vage an Orks erinnerten. An sich war der Film nicht das, was ich erwartete. Was ich erwartete ich denn? Einen gemütlichen Film mit einem überdimensionalen Affen und einer Blondine. Was bekam ich? Eineinhalb Stunden Geblubberhandlung, bis ich den Affen überhaupt mal sah und ab dann eine Menge Action mit einer noch größeren Menge an widerlichen Viechern. Ich fühlte mich bei Velozeraptoren, vor denen ich sowieso eine panische Angst habe, leicht veräppelt (natürlich weiß ich, dass mich diese Dinos niemals bedrohen können, aber in vielen Träumen haben mich die Teile schon im Rudel gejagt, was ziemlich angsteinflößend war. Danke hiermit an die Jurassic Parc-Filme!), aber bei weiteren Sauriern und seltsamen, widerlichen Kakerlakenviechern fragte ich mich ernsthaft, was das soll und ob der Film ab 12 freigegeben war? Jedenfalls fand ich diesen Ekelteil des Films irgendwie befremdlich, aber die Handlung rund um den Affen war großartig! Ich liebe King Kong! Ich will grundsätzlich schon einen Menschenaffen haben, aber jetzt will ich einen wie King Kong zum Freund! Wie toll ist das denn bitte, wenn man überall rumgetragen wird, er einen ständig beschützt etc. Am Ende des Films war ich wirklich traurig...Fazit: Ein absolut sehenswerter Film!

Was hat King Kong mit einer Karre zu tun? Gemeint ist natürlich ein PKW, genauer: Mein PKW. Nun, wäre meine Karre wie King Kong, dann wäre es zumindest gewiss, dass ich am Montag im Norden ankäme. Aber nein, genau heute nöhlt die Karre bzw. es fehlt etwas. Super! Was also tun? Morgen früh noch zackig in die Werkstatt und hoffen, dass der Mechaniker des Vertrauens alles samstags wohl bemerkt noch repariert. Ich kann gar nicht mehr umplanen und außerdem will ich auch mit dem Auto fahren. Kotzig, dass sowas noch alles im quasi letzten Moment passieren muss!
Erfreulich ist's jedoch, dass ich jetzt alles an Zeug zusammen habe, was ich mitnehmen muss, so dass das nur noch gepackt werden muss, was dann auch Morgen passiert, wenn ich Lust habe. Schönen affigen Abend noch!

21.02.2007 um 16:45 Uhr

Der Teufel ist eine Bluse!

von: Kiddolu

Erkenntnis des Tages: Der Teufel ist kein Eichhörnchen, sondern eine Bluse! Soeben übte ich mich im Blusenbügeln und das war nicht schön. Hosen, T-Shirts, Pullover, ja selbst Bettwäsche- diese ganzen Sachen stellen beim Bügeln kein Problem für mich dar. Nicht so die handelsübliche Bluse! Ich hab die Falten einfach nicht weggebügelt, sondern sie nur noch vermehrt! Sowas macht einen leicht aggressiv. Meine Mutter beobachtete mich eine Weile, zeigte mir NOCHMAL wie es geht, aber nichts änderte sich- ich kann keine Blusen bügeln. Mutter kommentierte mein Versagen auch noch, indem sie sagte: "Vielleicht ist jemand in der WG, der gut Blusen bügeln kann", woraufhin ich lediglich erwiderte "Selbst wenn, wer bügelt schon freiwillig mehr von diesen Teufelsklamotten als er muss?". Richtig, niemand!
Tja, nun werden die Blusen während des Praktikums einmal getragen und das war's, es sei denn ich habe pro Bluse einen Nachmittag Zeit zum Bügeln.

Prinzipiell ist das Bügeln als Solches nahe daran das Staubsaugen als die persönlich beschissenste Arbeit im Haushalt von Position 1 zu verdrängen. An Position 3 der schlimmsten häuslichen Tätigkeiten befindet sich übrigens das Wäscheaufhängen!  

19.02.2007 um 16:23 Uhr

Fluch der PiratenNarren

von: Kiddolu

Gestern ging hier als "D'r Zooch". Es war wesentlich amüsanter als donnerstags und so verlebte ich einen biergesegneten Tag im Kreise meiner heimatlichen, betrunkenen Freunde. Ich selbst war zeitweise mal angetrunken; das muss so ungefähr direkt nach dem Obstler, der auf diverse ekelerregende Schnäpschen im Zug, gewesen sein. Nach dem Zooch also in die Halle zum Ausklingen/Feiern. Dort habe ich schon wieder ZU oft gesagt bekommen, dass ich mich "ja sooooo verändert" habe. Na dann...Jedenfalls unterhielt ich mich unter anderem mit meinem Großvetter: 36, liiert, Vater eines Säuglings. Während des Gesprächs wurde er von seinen Bekannten auf eine "jeile Frau" aufmerksam gemacht. Daraufhin fragte ich, ob seine Freunde nicht auch liiert seien und mein Großvetter bejahte dies. Aber, so der Vetter, es sei schließlich Karneval, die Kerle seien "heiß" und daher suchen die sich was. Komplett erstaunt merkte ich dann an, dass ich das aber nicht gut finde, weil sie vergeben seien und ein Großteil auch kleine Kinder habe. Mein Großvetter erwiderte nochmals, dass aber nunmal Karneval sei, da herrschen keine Gesetze, da darf man das. Ob ich das anders sehe, wurde ich gefragt, was ich wiederum bejahte. Und dann kam sie, die unglaublich was mich betrifft unpassende Anmerkung:"Huch, bist du aber brav". Man ist also die Spaßbremse, wenn man für die 'Treue auch an Karneval' eintritt. Närrisches Treiben ist in Karnevalstagen also in jeder Hinsicht legitimiert, soso.

Was mir donnerstags schon auffiel und ich hier leider vergessen habe, ist die Kostümauswahl des Jahres 2007. Piraten waren der Karnevalskostümrenner des Jahres. Ich habe noch nie soviele Piraten auf einem Haufen gesehen wie an diesen beiden Feier-Tagen. Und das Schlimme ist, dass alle gelinde gesagt scheiße aussahen! Von 1000 als Piraten Kostümierte sahen 990 unerträglich aus! Glitzerstoffpiraten mit billigen 'goldenen' Ohrringen, herrlich! (Übrigens war das zweitbeliebteste Kostüm Matrose/Matrosin, hier zumindest.) Diese augenkrebserregenden Kostüme lassen mich zu einem Exkurs über meine Einstellung zu Piraten um weiteren Sinne kommen:
Piratengeschichten halte ich für absolut uninteressant und schwachsinnig. Was jucken mich (zumeist) Männer, die auf hoher See ihr Leben bestreiten und unglaublich wichtige Dinge etc. erbeuten? See- und Meergeschichten halte ich auch ohne die Piraten für unspannend. Aber, es gibt diese Geschichten nunmal seit Ewigkeiten, von denen glaube ich manche sogar wahr sind, und gut ist. Mit der Existenz jener Geschichten und Affinitäten zu diesen Geschichten konnte ich bisher prima leben, bis ein geldriechenkönnender Mensch der Disney Studios vor ein paar Jahren auf die Idee kam, einen Film namens "Fluch der Karibik" drehen zu lassen. Mit diesem einen Film konnte ich auch leben, aber nein, es musste ein Dreiteiler daraus gemacht werden, der einen unglaublichen Hype hervorgerufen hat, bei dem es schon schwerer ist diesem zu entfliehen. Dass sich mir die angebliche Großartigkeit der bisher zwei Filme nicht erschließt, ist nichts Neues. Noch weniger erschließen sich mir allerdings die Menschen, die jener zweifelhaften Großartigkeit seit letzem Jahr begonnen haben zu huldigen. Mit Parties, mit Events, mit wirklich gut ausgearbeiteten Kostümen. Dem allen kann ich mich gut entziehen, indem ich schlichtweg nicht mitmache. Meine zukünftige Frau Fröhlich ist schließlich selbst eine mehr als begeisterte Fluch der Karibik-Anhängerin und macht zum Beispiel bei der Kostümsache mit. Kann sie ja auch, sie lässt mich damit auch schön in Frieden. Die Frage ist nur, wieso Menschen diese große Piratenaffinität entwickeln? Zur Beantwortung werde ich mal psychologisierend und sage, weil Piraten Gesetzlosigkeit, Unabhängigkeit und Freiheit personifizieren.
Und damit wurde die Brücke zu Karneval geschlagen: Man verkleidet sich, um eine andere Rolle anzunehmen und z.B. das auszuleben, was man gerne wäre, oder man verkleidet sich, um das was man ist zu übersteigern (O-Ton der Psychologe, den ich soeben im Radio auf SWR 1 hörte). Die Piratenkostümierten symbolisieren also aufgrund ihres Kostüms in verstärkter Weise einen der wichtigsten Grundgedanken des Karnevals: Narrenfreiheit! Denn so lassen sich Gesetzlosigkeit, Unabhängigkeit und Freiheit auch zusammenfassend benennen.
Den Jecken traue ich natürlich nicht wirklich zu, dass sie das Piratenkostüm bewusst tragen, um den Karnevalsgedanken zu unterstreichen- sie tragen es, weil es, wie ich vorhin ausdrückte, dieses Jahr in Mode ist. Und diese Mode stinkt! Aber das hat auch was Gutes, denn wenn das Kostüm dieses Jahr 'in' ist, so sehen meine piratenverseuchten Augen das nächstes Jahr nicht mehr so häufig bis gar nicht UND dieses Jahr erscheint der letzte Teil der furchtbaren Karibik-Fluch-Filmreihe im Kino, so dass die Piraten mitsamt ihren blöden Klamotten und Geschichten nach dem letztlichen Erscheinen der DVD Ende des Jahres wieder in ihrer großen Schatztruhe auf dem Meeresboden verschwinden! Fröhlich

 

 

P.S.: Wann sieht man eine Horde Menschen, die sich freiwillig vor den Augen aller anderen zum absoluten Deppen machen? Genau, wenn man das Lasso-Lied auflegt! Fröhlich

16.02.2007 um 16:18 Uhr

Op de Maat, op de Maat stohn die Buure- Weiberdonnerstagsgeschreibsel

von: Kiddolu

Das gestern war ein seltsamer Weiberdonnerstag! Die Menschen auf der hiesigen Party waren entweder 16 oder 60, dazwischen waren wir vier Studenten im zarten Alter von 23. Das heißt wir waren zu alt oder zu jung für den Rest. Doof. Bekannte Gesichter waren auch nicht viele da, denn die meisten sind wohl in Kölle geblieben. Tja, so haben wir uns weitestgehend mit uns beschäftigt.
Mein lieber Freund Zeitgeist, mit dem ich im Theater war, war zum Glück auch da und das spannendste war, dass wir uns eine halbe Stunde Gedanken darüber gemacht haben, als welcher Tarantino Charakter wir zu einer Tarantino Party gehen würden! Zeitgeist entschied sich für Vincent Vega alias John Travolta, obwohl Tim Roth es ihm auch angetan hat. Und ich? Leider bin ich weiblich, so dass Michael Madsen als Budd in Kill Bill 2 ausscheidet. Schaaaaaaade! Daher schwankte ich zwischen Mia Wallace (=Uma Thurman: Pulp Fiction), Beatrice Kiddo im Endkampf gegen Bill (=Uma: Kill Bill 2) oder Elle Driver alias Daryl Hannah (Kill Bill 1&2, wobei ich das Krankenschwesteroutfit aus Teil 1 bevorzuge). Zumindest dachte ich, dass ich schwanke, bis mir einfiel, dass es einen Charakter gibt, der so kostümiert ist, dass es unter der Maskerade nicht auffallen würde, dass ich eine Frau bin: Pai Mei! Jaaaa, ich will Pai Mei werden, weil er soooooo toll ist! Viele finden die ganze Pai Mei-Sequenz in Kill Bill 2 ermüdend, öde oder schlichtweg banane. Nicht so ich! Ich liebe es, wenn sie sich aus dem Grab freischlägt und vorher gezeigt wird, wie sie zu solch einer mächtigen Kämpferin wird. Dazu das grandiose Ennio Morricone-Lied, FANTASTISCH!
So, soviel zum spannendesten Gesprächsthema am Weiberdonnerstag. Nichtmal besoffen war ich, obwohl ich mittels Schnaps wirklich ernsthaft daran gearbeitet hat. Anscheinend war meine fettige Nahrungsgrundlage einfach zu wirksam.
Ansonsten hab es das Übliche: Kotzende Teenies, weinende Teenie-Mädels, alte besoffene Männer, die einen angraben, sich prügelnde Teenies, sich prügelnde Erwachsene, schlechte Musik wegen einer noch schlechteren Coverband, knutschende Pärchen an jeder Ecke, kein Taxi. Weil kein Taxi zu kriegen war, sind wir die zwei Kilometer nach Hause gegangen; schön, wenn es friert und man sowieso schon schmerzende Füße vom stundenlangen Rumstehen hat.
Ahja doch, eins noch: Ich darf jetzt meinen ehemaligen Deutschlehrer duzen. Der hat mich (wie ein paar andere dort) zuerst nicht erkannt! Gestern viel so oft der Satz, dass ich mich äußerlich so verändert habe! Einem selbst fällt das ja gar nicht so auf, da man sich schließlich täglich im Spiegel betrachtet Fröhlich, dennoch bin ich ja keine neue Person die ein Facelifting hinter sich hat. Jeck. Dennoch darf ich ihn jetzt duzen, aber sowas geht ja gar nicht. Er hat als ich 13 war begonnen mich zu unterrichten und er wird auch immer "Herr..." bleiben. Ich kann ihn jedenfalls nicht problemlos duzen, vielleicht liegt das ja nur an mir. Egal...das war jedenfalls der laue Weiberdonnerstag.

Nun lege ich all meine Hoffnungen auf den "Zooch" am Sonntag, d.h. dass ich dort hoffentlich volltrunken einen lustigen Tag erleben werde. 

14.02.2007 um 19:38 Uhr

Letzteres

von: Kiddolu

Letzter Tag des Semesters. Wie war dieses Semester? Aufschlussreich, würde ich sagen, vor allem was die Pädagogik betrifft. Nun denn, das neue Semester ist schon so gut wie geplant.

Letzter Tag hier. Vorerst zumindest. Mehr als zwei Monate werde ich meine Wohnung nicht wiedersehen. Das fühlt sich schon etwas seltsam an, aber keineswegs schlecht. Ich verlasse die Wohnung im Winter und hoffe im muckeligen Frühling zurück zu kommen. Sommersemester sind allein wegen des Wetters immer wesentlich angenehmer und aktivitätenreicher.
Nun denn, dass ich mehr als zwei Monate nicht hier bin, bedeutet gleichzeitig, dass die kommende Nacht die letzte Nacht ohne störende Geräusche von anderen Menschen in der Wohnung ist.

Letzter Tag ohne Karneval! Okay, die Karnevalszeitspanne ist wirklich kurz, dennoch was die Musik betrifft schmerzhaft. Morgen, am Weiberdonnerstag, werde ich mich gen Heimat begeben, um dort nochmal mit feiern zu gehen. Letztes Jahr habe ich schließlich pausiert wegen einer Klausur und einer Hausarbeit. Also, mal sehen, wie es wird und wieviele Männer im Alter meines Vaters mich anbaggern. Letzteres ist neben pöbelnden Kindern wohl das Nervigste am Karneval. Natürlich im harten Kampf gegen die Musik um Nervigkeitsfaktorplatz 1.

Das war's erstmal. 

"Wenn et Trömmelsche jeht, dann stohn mer all parat..."

Das war nun wirklich das Letzte! 

12.02.2007 um 18:49 Uhr

Was sich so alles angesammelt hat...

von: Kiddolu

...an Themen, die ich allerdings nicht niederschreiben konnte wegen eines Login-Problems. Daher nun alles verkürzt.

Der Bundesvision Song Contest
Diese Veranstaltung ist genauso ein Müll wie der 'echte' Grand Prix bzw. Neudeutsch "Eurovision Song Contest". Die Bundesländer verteilen jeweils Solidaritätspünktchen an ihr Nachbarbundesland und dennoch gewinnen die Pseudo-Schockrocker namens Oomph!. Diese Band ist dermaßen erbärmlich! Immer dieses Getue von wegen "Muahahahaha, wir sind so eeeeevil" und dabei wird konstant die Zunge rausgestreckt. Oomph! haben während der Veranstaltung öfter die Zunge rausgestreckt als Stefan Raab die Telefonnummern vorgelesen hat! Und wieso mochte niemand den freakigen Ragga-Rapper aus Rheinland-Pfalz aber alle die Quäkestimme Jan Delay? Nur, weil Herr Rheinland-Pfalz aussah wie ein...(wie sage ich das politisch korrekt?) Sozialschwächerer und keine Feuershow machte? Denn liedtechnisch waren beide Herren gleich schlecht. Verwunderlich war der letzte Platz für RLP allerdings nicht. Genauso konnte man sofort sagen, dass z.B. Melotron, die ich bis dato nichtmal kannte, niemals gewinnen würden. Wer schon einen gewissen Bekanntheitsstatus hat, gewinnt leichter. War das Konzept nicht ursprünglich mal so gedacht, dass dadurch den Nachwuchskünstlern ein Türchen geöffnet werden soll? Nun denn, Oomph! haben schließlich ganz knapp Jan Delay geschlagen, mit einem grauenhaften Lied, aber was erwartet man von Oomph! auch sonst? Lordi, ebenfalls lächerliche Pseudo-Schockrocker, haben schließlich auch beim richtigen Grand Prix gewonnen.
Achja, MIA. haben auch mitgemacht, mit dem besten Lied ihres aktuellen Albums. Und was war? Natürlich haben sie nicht gewonnen, was ich nicht schlimm finde. Anscheinend war Mieze allerdings so nervös, dass sie sich einmal versungen hat! Dem Normal-Hörer dürfte das nicht augefallen sein, weil der Text auch mit dem Zwei-Wort-Versinger noch sinnig klang, aber ich habe mich gewundert, da ich das Lied im Schlaf mitsingen kann. 

Die Biathlon Weltmeisterschaft in Antholz 
Was soll ich noch dazu sagen? Die Tränen standen mir am Samstag beim Dreifach Sieg der Damen sowas von in den Augen! Herrlich, großartig, fantastisch, ich liebe euch alle drei!
 Dreifach Sieg

Sonntags standen schließlich noch der Damenstaffellauf und der Massenstart der Herren aus. In der Nacht von Samstag auf Sonntag habe ich ohne Witz geträumt, dass die Damen Weltmeisterinnen würde und ich war im Traum live an der Strecke dabei. Nun denn, ich bin dann tatsächlich gestern Morgen um 10.30 Uhr extra für's Biathlon aufgestanden, um den Damen zuzujubeln, und was war? Mein Traum wurde wahr und wir wurden tatsächlich Weltmeisterinnen! Irgendwie wegen des Traums seltsam, aber: GROßARTIG! Nachmittags haben Herr Greis und Herr Birnbacher den biathletischen Jubeltag komplettiert und ich muss sagen: Danke an alle deutschen BiathletInnen!!! 
Natürlich besonders an Eine:

So, die letzte Uni-Woche ist heute angebrochen, yeeehaaaaaa! In zwei Wochen geht's dann ab in den Norden! 

09.02.2007 um 18:34 Uhr

Yeah, yeah...You peel my skin ;-)

von: Kiddolu

Witzig: Per Blog Lesen habe ich soeben erst erfahren, dass Anna Nicole Smith tot ist! Normalerweise würde man mit derlei Nachrichten bombardiert, aber dank des Zoo-Schauens blieb mir das bisher erspart. Ansonsten lasse ich diesen Tod unkommentiert.

Herrje, ich stand vorhin im hiesigen DrogerieMarkt Fröhlich um mir ein Gesichtspeeling auszusuchen, denn ich leide im Winter unter extrem trockener Haut mit entsprechender Schuppenbildung. Selbstverständlich sieht man das am deutlichsten im Gesicht- ist doch eine feine Sache von meiner Haut, dass es an der offensichtlichsten Stelle am ausgeprägtesten ist! Irgendein Arzt faselte mal was von einer sog. Winterneurodermitis...Egal, ich hasse es! Im Winter stelle ich immer alle Pflegeprodukte auf "extrem feuchtigsspendend und rückfettend" um, was nicht gerade günstig ist. Eine extra-Salbe habe ich auch noch, aber die wirkt diesen Winter gar nicht. Jedenfalls ist mein Gesicht fischartig von weißen Hautschüppchen übersät, so dass diese nun weg müssen- durch ein Peeling! Und da setzte die Schwierigkeit ein: Ich kann mich bei einer derart großen Auswahl von Pflegeprodukten nicht entscheiden! Da ich aufgrund eines Gutscheins kein preisliches Limit hatte, wurde die Wahl eines Peelings eine 30minütige Aktion. Nach 20 Minuten lieferten sich Nivea Visage und Neutrogena ein hartes Kopf an Kopf- Rennen und wer gewann? Neutrogena. Wieso? Ich weiß es nicht genau, aber ich vermute, dass der eine Euro Preisunterschied entscheidend waren. Mit dem Peeling in der Hand schlenderte ich zur Make-Up Abteilung, um mir ein feuchtigkeitsspendendes Make-Up auszusuchen, aber ich habe es gelassen, nachdem meine Uhr mir die Zeit verriet. Das hätte sicher noch länger gedauert.
Nun frage ich mich selbst, wieso ich mich bei Körperpflegeprodukten so schwer entscheiden kann? Bei Klamotten, Schuhen, Büchern etc. geht es schließlich immer sehr schnell. Verrückt. Ich würde ja sagen, dass ich an meine Haut nur noch Wasser lasse, aber dann löse ich mich wegen vermehrter Schuppenbildung irgendwann selbst auf. Fröhlich

Nun fix was ganz anderes: Gestern habe ich per Zufall nochmal ein Lied gehört, dass ich schon vor etlichen Jahren klasse fand und gestern nach etlichen Jahren nochmal hörte, und zwar "Miserable" von Lit. Seitdem habe ich einen penetranten Ohrwurm der folgenden Zeilen:

Yeah, yeah...You make me come
Yeah, yeah...You make me complete
Yeah, yeah...You make me completely miserable

Als wäre das nicht schon nervig genug- nein, zu allem Überfluss muss ich beim Singen, Summen, Brummen dieser Zeilen gleichzeitig immer an Pamela Andersen denken, weil das Video zum Lied die Band auf Pamelas überdimensioniertem Körper singend und musizierend zeigte. Yeah, yeah... 

07.02.2007 um 20:52 Uhr

JuRoDidaSchüMarGrö

von: Kiddolu

Zunächst einmal: Brotaufstriche namens "Julia" sollte man wirklich nicht kaufen! Schmeckt wie cremiger Pizzaquark. Allerdings habe ich gehört, dass "Romeo" wesentlich widerlicher schmecken soll.

Ansonsten tut sich derzeit alles und nichts. Die Hausarbeit ist inhaltlich soweit abgeklärt und abgesegnet, aber einen Abgabetermin gibt es nicht, von daher sehe ich es kommen, dass ich sie erst in einem Jahr schreibe. Aber ich darf meinen Professor um einen festen Termin bitten, wenn es mir helfen sollte. Wäre doch verrückt, wenn ich hinginge und sagen würde: Hey, komischer Mann, los, sagen Sie mir, wann es zu spät ist und ich durchgefallen bin! Ich finde ihn nun nach der vorigen Sprechstunde noch seltsamer als vorher. Ich kann es einfach nicht leiden, wenn jemand keine klaren Ansagen macht. Nun denn.
Witzig war es wie immer zuvor im Lessing-Seminar. Mein werter Kommilitone und ich haben in unserer Unverfrorenheit mal eben "Nathan der Weise" umbenannt. Und zwar in "Nathan der Didakt". Wieso? Weil meine Dozentin sagte, dass Nathan nunmal der Didakt schlechthin sei (innerhalb des Dramas). Nach der Umbenennung haben wir unserer Phantasie freien Lauf gelassen und einen Plan geschmiedet, wie der Film zum didaktischen Nathan auszusehen habe: Anspruchsvoll, lakonisch in der Sprache und vor allem avantgardistisch! Während der Planungen schnappten wir noch den Kommentar auf, dass Recha, Nathans Tochter, wie seine Schülerin sei. Schwupps, kreierten wir gedanklich einen zweiten Film namens "Die Schülerin". Jenen Film würden wir allerdings in die Porno-Kategorie verfrachten und zusätzlich auch dort neues Terrain beschreiten, denn es würde der erste ernsthaft anspruchsvolle Porno! Wie man sieht, bieten Lessings Werke Spielraum für allerhand abstruse Ideen und vor allem Spielraum um gedanklich nicht einem Literaturwissenschaftsseminar zu folgen! 

Auch heute herrscht in meinem Kopf ein Mangel an schicken Überleitungen: Martina Glagow, meine Lieblingsbiathletin, hat heute die Bronzemedaille gewonnen! Klar wäre Gold noch toller, aber dafür, dass sie soooo lange krank war...Bescheuert, aber ich war richtig stolz! Ich steiger mich nunmal gerne in Dinge, die ich liebe, rein. Und Biathlon liebe ich; Martina Glagow liebe ich ebenfalls. Ich will sie adoptieren, obwohl sie geringfügig älter ist als ich. Aber bei ihr habe ich das Bedürfnis sie zu tätscheln. Sie erweckt Niedlichkeitsgefühle, obwohl sie eine Top-Athletin ist, die mir wahrscheinlich mit ihren Beinen das Genick brechen könnte. Anni Friesinger könnte mit ihren Beinen sicherlich Arnold Schwarzenegger das Genick brechen, aber ich schweife ab. Fröhlich Jedenfalls ist Martina Glagow für mich das Tollste und Knuffigste, was der Wintersport zu bieten hat.

Abschließend erwähne ich noch, dass ich heute Morgen im Radio das neue Herbert Grönemeyer-Lied namens "Lied Nr. 1" gehört habe! Es war wie jedes neue Gröni-Lied: Gewöhnungsbedürftig, aber das wird bekanntlich noch. Soweit ich das beurteilen kann (denn ich stand unter der Dusche) war der Text super, ansonsten wie gesagt befremdlich. Achso: Ja, Herbert Grönemeyer liebe ich auch und ich stehe dazu! 

05.02.2007 um 17:25 Uhr

Emilia Reloaded

von: Kiddolu

Eigentlich dachte ich, dass ich mit meinem epischen Theaterbericht alles gesagt hätte, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Mein Leidensgenosse Zeitgeist hat die schlechten Erfahrungen nicht auf sich sitzen lassen und meine Theorie, dass Theatermenschen allesamt exzentrische Egomanen sind wird hiermit bestätigt! Ich wäre gerne mit zu der Diskussionsrunde gekommen, aber leider hatte ich gestern keine Zeit mich in Bonn rumzutreiben, auch wenn ich dem Herrn Regisseur nur zu gerne ans Bein gepinkelt hätte. Aber, wir sind hier nicht bei "Wünsch dir was" und außerdem sehe ich mich würdig vertreten durch Zeitgeists Anwesenheit! Fröhlich

Alles, was über die Theatererfahrung hinaus geht in meinem Leben ist derzeit nicht beschreibungswürdig. Das war einfach kein toller Wochenstart und gut ist's. Später werde ich vertrauensvoll einen Brotaufstrich der den Namen "Julia" trägt testen, womit sich jetzt schon die Frage aufdrängt, ob man Nahrungsmitteln mit weiblichen Vornamen eine Chance geben soll?

03.02.2007 um 20:20 Uhr

Porno-Emilia

von: Kiddolu

Gotthold Ephraim Lessings "Emilia Galotti" wird dieses Jahr 235 Jahre alt. Zu Ehren dieses Geburtstages habe ich zu meinem Geburtstag von einem lieben Freund eine Eintrittskarte für die Aufführung des Fräulein Galottis im Bonner Stadttheater geschenkt bekommen, und gestern haben wir uns das bürgerliche Trauerspiel in fünf Akten angesehen. Die folgende Kritik dürfte denjenigen, die das Stück nicht kennen, langweilig anmuten, was sie aber nicht ist, denn...:

Willkommen im Jahr 2007, Emilia Galotti! Kay Voges ist vermutlich jemand, der zuviele bewusstseinserweiternde D- Moment, bevor ich hier jemandes Ruf schädige, formuliere ich das besser um: Kay Voges ist offensichtlich der Übeltäter und Schwerenöter, den ich vor Beginn der Aufführung noch liebevoll Regisseur genannt habe. Es ist sein Stück- er ist der Schuldige, denn Schauspieler machen bekanntlich das, was ihnen aufgetragen wird (mit einem gewissen Selbstanteil, ja). Also, was hat Kay Voges denn genau getan, dass ich ihn als schuldig bezeichne? Dafür muss das Stück von Anfang an rekonstruiert werden und ich versuche mich kurz zu halten.
Zu Beginn gehen alle Hauptdarsteller vor die Bühne, um dem Maler Conti bei dem Lied der Sex Pistols "Who killed Bambi?" (1. banale, scheinbare subtile Symbolik) zuzuhören und mitzutanzen. Als das Lied vorbei war, redet der Prinz wie im Drama (nach Lessing!) mit diesem Maler, erhält das Abbild der Emilia, was so eine weiße Leinwand war, ca. DIN A4 groß, welches er sich orgastisch an seinen Penis drückt! Man sah tatsächlich durch die weiße Leinwand hindurch seinen sich abzeichnenden Penis! Das war der erste Moment, dass ich angeekelt dachte "Waaah" und auch einen leisen derartigen Laut von mir gab. Ich bin kein Feingeist, der mit Anzüglichkeiten etc. Probleme hat, aber das erschien mir völlig unpassend. Der Prinz an sich ist schon eine Frage des Geschmacks, wobei das natürlich mein rein subjektives Empfinden ist und daher kein notwendiges Kriterium für die Ekel-Klassifizierung darstellt. Kurz nach dieser unnötigen Abartigkeit gab's den ersten Special-Effect: Die Kulisse, vor der Prinz und Maler standen, klappte nach hinten weg und wurde zum abfallenden Bühnenboden, auf welchem permanent das Bambi stand (2. banales Symbol). Damit ich mich nun nicht in Beschreibungen zu jener Bühne, die wie eine Gummizelle aussah, verliere, zeige ich einfach mal ein offizielles Bild von der oben genannten Theaterhomepage (wovon alle folgenden Bilder entnommen sind):

Bühne

Hinten links steht Marinelli, mittig Odoardo Galotti, das Bambi..ohne weitere Worte und hier vorne der potente Prinz. Ich hoffe, es wird deutlich, dass der Bühnenboden nach hinten abfällt, was natürlich nicht "einfach so" so ist.

 

Jener Boden wurde auch von jedem einzelnen Schauspieler 'berobbt', d.h. dass jeder mindestens einmal auf dem Boden gerobbt ist, was schlichtweg gestört anmutete. Ebenfalls hat sich jeder mindestens einmal näher mit der Wand beschäftigt: Der Prinz sagte zu Beginn "Ich werde wahnsinnig" und hat dann tatsächlich einen wilden Tobsuchtsanfall an der Wand gehabt. Ich fand das peinlich, mein Sitznachbar hat sich vor Lachen kaum noch halten können. Emilia und die Gräfin Orsina zogen es hingegen vor, sich an der Wand anzüglich zu räkeln (3. banale Symbolik).
Von den Kulissen zu den Menschen. Marinelli, der Bösewicht, war immer mein Liebling im Buch und deswegen hatte er verständlicherweise bei der Verkörperung bei mir einen schweren Stand. Ich war dann tatsächlich enttäuscht, denn ich hatte mir einen agileren Agitator vorgestellt, keinen alternden Perversling, der auf der Bühne spuckt, das Bambi anjault (ich werde mich ewig fragen wieso) und in einer Szene auch schaut, als würde er gleich ejakulieren. Vom Äußerlichen erinnerte er mich an Grima Schlangezunge (Herr der Ringe) und an den Familienchef Hermann Munster aus der schwarz-weiß Fernsehserie "The Munsters". Übrigens sagte eine Schulklasse, die wir hinterher in der U-Bahn belauschten, dass Marinelli wie Professor Snape aus "Harry Potter" ausgesehen habe und ein richtig toller Teufel gewesen sei. Nun denn, fand ich nicht. Ganz schrecklich war, dass er und Gräfin Orsina sich geküsst haben, was 1. nicht stimmt und 2. keinerlei Sinn ergeben hat. Vielleicht sollte sich überhaupt mal jemand auf der Bühne küssen, so dass es dann auf Teufel komm raus diese beiden sein mussten? Das große "Wieso" bleibt auch hierbei zeitlebens bestehen. MarinelliMarinelli und das Bambi- wieso nur?

Gräfin Orsina hingegen war meine persönliche schauspielerische Glanzleistung: Die Dame hat das toll gemacht! Im Gegensatz zu Emilia, die absolut blass blieb und sich oftmals an der Schwelle zum Nervigsein bewegte. Ein riesiges Dekolltée hatte die gute (4. Symbolik) und es wurde so hingestellt, dass sie sich über die Werbung des Prinzen freute, weswegen sie auch bereitwillig mit ihm ins Bett ging! Verlust der Unschuld

 

Bambi verliert also seine Unschuld, der seltsame Prinz muss nicht mehr rasen vor Wut und Odoardo wird stinkig- Wir sind beim abolsuten Finale angekommen!

Im Drama ist es so, dass Emilia ihren Vater anbettelt, dass er sie erdolcht, weil sie nicht der Verführung durch Männer nachgeben möchte und nicht weiß, ob sie dem ewig stand halten kann. Sie möchte als Jungfrau sterben, "Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert"- so ihre wohl berühmtesten letzten Worte auf dem Sterbebett, nachdem Vati sich hat bequatschen lassen sie zu erdolchen.
Nicht so in der Bonner Aufführung. Odoardo Galotti wartet auf Emilia, sie betänzelt als Ballerina im Unterrock (5. banales Symbol!) den plötzlich gerade gewordenen Bühnenboden (6. Symbol, diesmal subtil, dennoch überflüssig), er sieht sie, er zieht seine Pistole (!) und will sie sofort erschießen. Sie schafft es, dass sie sich noch kurz unterhalten, sie zeigt ihrem tugenhaften Vater, dass sie keine Jungfrau mehr ist, indem sie ihren Rock hochhebt und sagt "Ich habe Blut" (Anm. d. Verfasserin: Herrje!), woraufhin Papa völlig ausrastet und keine Gnade mehr für seine Tochter empfindet. Dann wurde der Text von Herrn Voges so ausgelegt und zusammengetragen, als wollte Emilia ihren Vater abhalten sie zu erschießen! Sie will also leben, was natürlich eine völlige Umdeutung des Endes ist und noch falsch dazu! Odoardo Galotti ist allerdings so rasend, dass er sie mit fünf Schüssen abknallt, wobei mit Emilia auch die Rückwand der Gummizellenbühnenkulisse umkippt.Ende

Diese Schüsse waren so unfassbar laut, dass ich hinterher froh war, dass mein Herz gesund ist, sonst hätte ich mich zu der scheinbar toten Emilia gesellen dürfen. Nach den Todesschüssen erscheint nochmal der Prinz auf der Bühne, der den Vater fragt, was er getan habe, woraufhin dieser antwortet "Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert". Die Szene scheint daraufhin eingefroren zu sein, doch plötzlich steht Emilia auf und verlässt durch eine Hintertür die Bühne!

Die komplette Inszenierung war eine lange Reihe von Tiefpunkten, wobei dieses umgemodelte Ende wohl (nebst den orgastischen Gebärden der verschiedenen Menschen) der absolute Tiefpunkt war! Diese ewige Symbolik-Spielerei war ebenfalls absolut überflüssig, nervig und ich kam mir teilweise veräppelt vor, denn auch ohne ein Bambi weiß man als Leser des Dramas, dass es u.a. um die Unschuld eines jungen Mädchens geht. Die Hauptfiguren waren insgesamt bis auf Orsina auch nicht so irre, wobei ich mir beim Prinzen unschlüssig bin: Er war schon so bekloppt, dass es fast wieder gut war. Blöd auch, dass ich bei diesem "Bürgerlichen Trauerspiel" mehr gelacht habe als dass ich Mitleid empfunden habe. Es war halt affig! Neu-Inszenierungen gehen nicht immer gut, mein lieber Herr Voges.
Schön (!!!) hingegen fand ich, dass am Text nichts verändert wurde, d.h. der Lessing'sche Sprachduktus wurde beibehalten bis auf eine Ausnahme (Der Prinz fragte tatsächlich in einer Szene "Willst du mich verarschen?"). Besonders großartig fand ich, dass sich der Prinz und Appiani in einer Schatteneinstellung vor der hinteren Wand in die Augen starrten, was zwar so nicht stimmt, aber durch die schattige Lichteinstellung sah das famos aus!
Das war's auch schon an Lob! Die Aufführung werde ich niemals vergessen, so dass das auch was Gutes und Amüsantes hat. Zumal wir darüber hinterher noch ewig diskutiert haben und wahrscheinlich auch noch nicht fertig sind. Vielleicht finde ich diese Inszenierung so schlecht, dass ich sie irgendwann gut finde?

Zum Abschluss: Sollte man sich diese Aufführung ansehen? Wenn man hinterher nicht zu Tode beleidigt ist und das ganze mit einer gehörigen Portion Humor betrachten kann, dann ja!
Tänzchen gefällig, Orsina?

 

 

01.02.2007 um 20:36 Uhr

Die Uhr tickt lauter

von: Kiddolu

Jau, Herr Schmidt hat zu meiner Freude Witze über den 1. FC Bayern München gemacht.

Ich bin schon wieder restlos in Nora Tschirner verliebt.

Wir sind auf jeden Fall schonmal Vizeweltmeister und die Gewinner der ZDF Sport Gala in der Kategorie "Mannschaft des Jahres". Fröhlich

Die Zeit rennt mir davon: Heute sind es noch haargenau vier Wochen!