Mein Gott: Herbert Grönemeyer!
Heute vor ganz genau einer Woche war es soweit: Ich besuchte mein erstes Riesenkonzert und das war das Herbert Grönemeyers. Ich glaube, auf dieses Konzert habe ich insgeheim mein ganzes Leben gewartet; zumindest seit 1998, nachdem ich mir die "Bleibt alles anders"-CD gekauft hatte und mein Gröni-Repertoire stetig erweitert habe.
Letzten Donnerstag fuhr ich also mit meiner Mutter (es war ihr Weihnachtsgeschenk, diese Eintrittskarte) gen Köln und war dort erstmal wieder mies gelaunt, weil wir zugunsten meiner Mutter einen Sitzplatz hatten. 'Sitzplatz', dachte ich, 'da kommt niemals richtig Stimmung auf und man sieht auch nicht so gut'. Nachdem es nach unserer Ankunft noch ca. fünf Mal geregnet hatte und wir jedes Mal dank der Überdachung trocken blieben, hatte der Sitzplatz doch wieder sein Gutes. Und das mit der schlechten Stimmung da auf der Empore habe ich selbst ausgeräumt (ich stand einfach immer, auch wenn mein Hintermann das sicher doof fand).
Es wurde 20.30 Uhr. Es wurde ein Flügel auf das Rondell des zusätzlich 30 Meter langen Bühnenstegs gestellt. Es wurde kribbelig- ich wurde kribbelig. Und plötzlich saß er vorne am Flügel und begann mit "Leb in meiner Welt", was mich so sehr freute, dass ich Tränen in den Augen hatte! In diesem Moment war ich wirklich einfach nur glücklich, so abgedroschen und kitschig das nun auch klingen mag. Direkt danach "Kopf hoch, tanzen", was schön elektronisch ist und danach mein "12"-Lieblingslied "Ich versteh", so dass ich wieder gerührt war. Danach hat er uns ein "Stück vom Himmel" geschenkt und ab ging's, tief in den Westen nach "Bochum". Ab dann stand auch das ganze Stadion, so dass ich mir nicht mehr wieder die blöde Sichtversperrerin vorkam. Ich glaube, dass sogar direkt danach "Halt mich" gespielt wurde und bei diesem Lied, mit dem ich persönliche Erinnerungen verbinde, kotzt es mich schon ewig an, dass zu früh geklatscht wird. Leute, da kommt immer noch ein Instrumental! Auch dieses Mal war's so, dass zu früh geklatscht wurde, ich mich zu Muttern beugte und motzte: "Argh, IMMER! Maaann, hier wird zu früh geklatscht!". Nachdem das Lied wirklich vorbei war und nochmals geklatscht wurde sagte Grönemeyer Folgendes: "Das Lied ist clever konzipiert: Da wird Raum für zweimal Klatschen gegeben. Das hab ich extra so gemacht, damit mein Ego gepusht wird!" Ironie, Sarkasmus- meine Humorwelt- herrlich! Das war der Moment, indem ich mir absolut sicher war, dass ich seine Kinder austragen will (
).
Danach kamen jede Menge toller Lieder, die ich gerade nicht mehr alle beisammen bekomme, bis schließlich eines meiner absoluten Lieblinge gespielt wurde: "Bleibt alles anders". Das war so großartig! Ich habe am Schluss des Liedes so laut "Leb den Transit" gebrüllt, wie ich bis zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben noch nie gebrüllt hatte. Bis "Was soll das" kam! Darein habe ich all mein Stimmvolumen investiert, wirklich all mein. Aber das sowas von laut mitzubrüllen mit 45.000 anderen Menschen wirkt sehr befreiend. Stimmungstechnisch war das Lied fast das Beste- fast! Nur "Mensch" konnte das noch toppen. Man hat ihn nicht mehr singen hören und der Refrain des Liedes wurde vom Publikum minutenlang nach dem Lied noch gesungen! Wahnsinn war das! Mir gehen langsam die Superlative aus, aber ein Lied ist noch dabei, bei dem die Stimmung genauso kochend war, und das war "Zeit, dass sich was dreht". Ich finde das wirkliche Fifa-WM Lied 2006 (das der Sportis fand ich schon immer scheiße, weil nervig) wurde maßlos unterschätzt. Aber zum Glück nicht im Kölner Stadion! Ich hatte den kompletten Freitag zwei gesungene Worte als Ohrwurm: Was dreeeheeeeeeet! Das Lied wurde dann in der zweiten Zugabe u.a. gespielt (wobei er es mit dem Satz an die Fans "Jetzt seid mal still, ich muss mich konzentrieren" begann, höhö), und in der dritten Zugabe schließlich und endlich hatten alle einen "Schatten im Blick"
. Es gibt einfach so Lieder, die muss Grönemeyer seit 20 Jahren spielen und die wird er auch sein Leben lang noch spielen müssen. Dazu gehören "Männer", "Bochum", "Alkohol", "Was soll das" und "Flugzeuge im Bauch". Natürlich wurden auch alle davon gespielt nebst dem Klassiker "Bloß geliebt", der aber das Ende einläutete. Was anderes kann das Lied auch nicht- ich finde es auch blöd, aber es war genau richtig, um die gröhlende Masse runter zu bringen. Denn eine vierte Zugabe gab es nicht.
Ich fasse zusammen: Drei Stunden, 27 Lieder, 3 Zugaben, 45.000 Besucher, eine Wahnsinns-Stimmung und -Atmosphäre!
Ich selbst kann mich nicht entscheiden, was ich wirklich am allertollsten fand, aber meine Highlights waren wie schon gesagt "Bleibt alles anders" uuuuuuund mein "Mensch"-Albums Lieblingslied und sowieso eines meiner Top 10 All-Grönihits Lieder "Zum Meer". Dabei sah die Bühne unfassbar stimmungsvoll aus, d.h. sie war so eisblau gehalten genau wie das gesamte restliche Stadionslicht und ich weiß, dass ich mich zu Mutter beugte und wirklich sagte "Mein Gott, das ist so schön". Erschreckend, dass ich sowas sagen kann! Aber das Lied ist's auch einfach! In "Zum Meer" kommen auch die Streicher so gut zum Zuge, was ich ja ohnehin liebe. Ach, einfach grandios...Das letzte Highlight, dass ich hier nenne, ist, dass in der ersten Zugabe "Selbstmitleid" gegeben wurde. Das Lied gehört auch zu meinen insgeheimen Lieblingsstücken, aber es ist kurz und unbekannt. Umso erfreuter war ich, dass gerade solch ein Lied gespielt wird! Gröni hat der Masse dann extra den Refrain beigebracht, bevor er begonnen hat. Die Masse- die Dilettanten!
Blöd fand/finde ich nur ein paar Lieder wie z.B. "Du bist die", aber das macht ja nicht wirklich was aus.
Alles in allem wiederhole ich mich an dieser Stelle gerne und sage, dass es einmalig, fantastisch, grandios, wahnsinnig schön und über die Maßen herrlich war! Herbert, dich liebe ich wirklich und D A N K E!!!
Zum Abschluss nur ein Bildchen vom Hamburgkonzert (von Kölle habe ich leider keines gefunden), damit ich wenigstens die Bühne visualisieren kann, wenn schon sonst nichts!
