Synapsensalat

30.08.2007 um 19:41 Uhr

Erkenntnis-Fragen-Mix

von: Kiddolu

In der letzten Woche haben sich einige Erkenntnisse und auch Fragen angehäuft, die mich beschäftig(t)en, und jene zähle ich nun wahllos auf:
  • Gab es dieses Jahr einen Sommer? Ich denke nicht. Bald können wir der jüngeren Generation erzählen "Als ich in deinem Alter war, gab es in Deutschland eine Jahreszeit, die nannte sich Sommer und war wundervoll."
  • Bald können wir der jüngeren Generation ebenfalls erzählen: "Als ich in deinem Alter war, gab es Schnee in Deutschland. Früher..."
  • Garden State ist wie ich erwartet hatte ein netter, schöner Film. Ebenso wie der Soundtrack (den ich schon eineinhalb Jahre besitze, ohne dass ich den Film gesehen hatte bis neulich)
  • Walk the Line muss ich hier erstmals als einen der besten Filme der letzten füng Kinojahre beweihräuchern! Schade, dass ich das nicht schon im Januar 2006 getan habe, nachdem ich ihn im Kino sah (Grund: Damals führte ich noch keinen Blog)
  • Ich habe endlich ein Beatsteaks-Lied gefunden, dass ich wirklich mag! Nicht, dass ich die Band scheiße finden würde- deren Musik ist nur nicht ganz mein Fall. Ausgenommen die lahme Version von Cut off the top!
  • Ich bin anfällig für große Sportturniere (besonders WMs oder Olympiaden). Ich schaue mir sogar beinahe tranceartig 20 Kilometer Gehen der Herren an- ich verstehe meine Anfälligkeit für sowas wirklich nicht ganz...
  • Queer as Folk ist zurück, yeehaaa! Und ab nächstem Dienstag ist die Welt dank der neuen Dr. House-Staffel eh wieder in Ordnung. Mittwochs folgt dann noch der kategorische Rest an Serien, juuhu. Fehlen nur noch die fabelhaften Gilmore Girls.
  • ER-Staffelfinale sind immer unbefriedigend! Diesmal ist mein Lieblingsarzt nicht gestorben, nein, viel schlimmer, er hat beide Beine verloren und steigt deswegen nun aus der Serie aus. Buuh!
  • Lieber Ben Becker, mein Herz, was machst du nur? Ich wollte dich doch einmal in meinem Leben live im Theater in deiner Paraderolle als Franz Bieberkopf sehen, also, vermassel mir das nicht!
  • Ich bin in zu viele Berühmtheiten 'verliebt'. Egal aus welcher Disziplin, ob sportlich oder Schauspieler, männlich oder weiblich, schwarz oder weiß- ich 'liebe' jede zweite berühmte Person! Da ich sie selbst nicht mehr zählen kann, werde ich nun versuchen mich mit meinen Liebesbezeugungen einzuschränken!
  • Ich liebe Six Feet Under! Und seitdem ich die Tage die Collectors Staffelbox für 99€ mit Kunstrasen oben drauf gesehen habe, liebe ich die Serie nochmal so sehr!
  • Koblenz ist eine verdammt hässliche Stadt! Und diese Einkaufsstraße da ist ja noch enger als die Kölner Hohestraße! Weit entfernt von "schön"
  • Meine derzeitigen Lieblingsadejektive sind mal wieder "nett" und "schwul". Mein gesprochener (Adjektiv)Wortschatz hat sich aktuell auf diese zwei Wörtchen minimiert.
  • "Doch Nathan der Weise, der wusste bescheid, der kannte ne Oase und die war nicht sehr weit"
  • Jospeh und seine Brüder rockt bisher! Ich bin zwar erst beim dritten Buch, aber bisher ist alles grandios! Der Monster-Roman könnte es in meine Top 3 der besten Bücher schaffen!
  • Heimathausärzte reagieren beleidigt auf die Aussage, dass man noch einen Wahlheimathausarzt hat!

21.08.2007 um 23:27 Uhr

"Buddenbrooks", mal wieder

von: Kiddolu

Über die vierte Verfilmung der "Buddenbrooks" habe ich mich im Blog schon einmal geäußert und ich wette, dass ich das noch etliche Male machen werde, bis ich den Film Ende 2008 gesehen habe. Heute beschäftigt mich das Thema mal wieder, weil ich per Zufall in der Sendung "Leute heute" die Pressekonferenz in Lübeck sah.
Armin Mueller-Stahl sagte, dass das sein letzter Film werden würde, was ich nachvollziehen kann, denn er sah in der Konferenz leider alt und geschwächt aus. Wann ist er so gealtert, fragte ich mich...Ansonsten schwafelte Dr. Breloer etwas von wegen er liebe den Roman von Thomas Mann schon so lange und früher habe er sich immer mit Hanno Buddenbrook identifiziert und später/jetzt dann eher mit Christian. Schon klar, denn jeder Künstler oder irgendeiner Form von Kunst geneigter Mensch identifiziert sich mit den beiden, also war sein Gelaber nicht wirklich überraschend. Ich bespeilsweise identifiziere mich mit keiner der Romanfiguren; muss man schließlich auch nicht. Fröhlich Breloers Verfilmung soll dann wohl "Die Buddenbrooks- ein Geschäft von einiger Größe" heißen, was mich direkt wieder stört, da ich den Subtitel "Verfall einer Familie" schöner und passender finde. Aber gut, sein Subtitel scheint mir richtungsweisend zu sein, was den Film betrifft. Ich habe die Hoffnung ja noch nicht aufgegeben, dass der Film richtig, richtig gut wird. August Diehl ist im Zweifel mein hübscher Rettungsanker! Wobei Mark Waschke (= Thomas Buddenbrook) auch eine Augenweide ist, wie mir vorhin auffiel.
Nun bin ich wieder bei meinem Knackpunkt: Jessica Schwarz. Ich finde sie wirklich ernstlich großartig, aber sie ist einfach nicht Tony Buddenbrook! Das geht, seitdem ich das weiß, nicht in meinen Kopf rein, weil es schlichtweg nicht passt! Sie wäre die perfekte Gerda, aber nicht Tony. Die perfekte Tony wäre die Mühe-Tochter, Anna Maria (?). Nun habe ich Bilder von der gesamten Besetzung in Kostümen gesehen, und 1. ist mir Armin Mueller-Stahl ein zu alter Konsul, 2. finde ich Iris Berben mittelprächtig und 3. ist Jessica Schwarz immer noch keine Tony. Und das Schlimme: Sie ist immer noch nicht erblondet! Tony Buddenbrook ist wie ihre Brüder blond, womit sie ein tolles Pendant zu Gerda, die dunkelhaarige Frau, bildet. Frau Schwarz ist immerhin erhellt, aber das macht sie immer noch nicht blond! Fröhlich

Ich bin mir sicher, dass Jessica Schwarz das Ganze gut machen wird, denn das hat sie für mich bisher immer, aber verkaufen kann sie mir die Tony bisher schwerlich. Wirklich, ich hoffe eines besseren belehrt zu werden und dass der ganze Film grandios wird.
Vielleicht geht das auch einfach nicht in meinen Kopf, weil ich finde, dass Liselotte Pulver in der 50er Jahre Verfilmung einfach eine grandiose Tony Buddenbrook war und sie in allem getroffen hat. Ich weiß es nicht...

 Nadja Tiller (links) und Lilo Pulver

Nuja, das soll's erstmal von der kritischen Beäugung des Millionenprojekts sein, was auch schön kurz im Spiegel dargestellt wird. Mein Lieblingsbild von den bisherigen Dreharbeiten ist auch in diesem Artikel enthalten; es zeigt schön die Verbindung zwischen älter und neu. Fröhlich

 

20.08.2007 um 00:12 Uhr

Pans Labyrinth

von: Kiddolu

Da habe ich meinen Samstagabend damit verbracht, einen Film zu sehen, der sich zur Hälfte mit den Halluzinationen eines gestörten Mädchens befasst und zur anderen Hälfte Dinge wie Tyrannei, Krieg und Folterungen thematisiert. Diese Mischung aus Fantasy und Folterdoku machte den ganzen Film unerträglich, weil diese Mischung schlichtweg nicht passt. Mir passt sie nicht. Wer den Film mag, meinetwegen, aber aus welchem Grund wird mir wohl ewig schleierhaft bleiben. Bevor ich den Film nun detailliert zertrete und im eigenen verbalen Erbrechen ersticke, nur soviel: Wieder einmal 106 Minuten meines Lebens sinnlos verbracht!

16.08.2007 um 20:14 Uhr

SATC- The Movie!!!

von: Kiddolu

Oh mein Gott, meine stillen Gebete wurden erhört! Soeben im Zug las ich in einer Hirnlos-Zeitschrift, dass ab Mitte September die Dreharbeiten zum Sex and the City-Film beginnen! Das Projekt wurde bereits nach Serienende angedacht, aber die Damen haben sich angeblich wegen Gagendifferenzen gestritten, so dass das Projekt wegen Zickereien auf Eis gelegt wurde. Und jetzt? Jetzt wird's doch gemacht, juuhuuu! Anscheinend haben alle keinen Erfolg mehr zu verbuchen seit dem Serienfinale und wollen daher ein (finanzielles) Revival...mir auch völlig gleichgültig aus welchen Gründen die vier Damen sich nun geeinigt haben, hauptsache es wird gedreht. JUUUUUUUUHUUUUUUUUUUUUUUUUU! Das Loch, das nach dem Finale in meinem kleinen Herzchen entstanden ist (jahaaa, ich werde gerade bewusst ekelerregend pathetisch!), wird wenigstens bald für 90 Minuten wieder gefüllt. Großartig! Fröhlich
Mr. Big ist natürlich auch wieder mit von der Partie und ich denke, dass alle Fans hoffen, dass Smith das auch sein wird. Wenn nicht, auch egal, denn, hauptsache...ne?

Neue Sprüche des Sam-Kalibers wie z.B.:"Ich mache PR- Übersetzung: Ich kann blasen wie 'ne Eins!"
WOOOOOOOHOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO

14.08.2007 um 22:43 Uhr

Abgelaufene Fanta

von: Kiddolu

Das ist mein totaler Ernst, weil ich es nicht besser weiß: Kann man es riskieren, eine vor drei Monaten abgelaufene, ungeöffnete Flasche Fanta zu trinken, wenn diese keine merklichen Veränderungen zeigt? Oder riskiert man damit, sollte man es riskieren zu trinken, irgendeine Magenkrankheit etc.? Oder: No risk no fun? Was würden die aufgeweckten Leser tun? Fröhlich

13.08.2007 um 15:25 Uhr

"Can you hear the drums, Fernando?"

von: Kiddolu

Ich hasse ABBA! Diese Ex-Band, die es irgendwie auch zu einer Vorzeige-Band für Schwule geschafft hat (liegt sich an diesen Transvestiten-Bühnenoutfits bzw. den Transvestiten-Sängerinnen), besitzt ein unfassbares Ohrwurmpotenial! Das ist ein echtes Phänomen: Man hasst Abba, kennt aber dank des Radios etc. alle Lieder und man kann auch mindestens von den großen Hits den Refrain mitsingen. Dennoch mag man die Lieder nicht. Ich zumindest nicht. Ist mir zuviel Klimbim und schlechter 70ies Pop. Gedudel eben, nerviges Gedudel mit Gequäke. Die für mich grauenerregendsten Songs sind folgende: Take a chance on me, Super Trouper, The winner takes it all, Money, Money, Money, Thank you for the music und Waterloo. Bei Dancing Queen bin ich mir unschlüssig.
Dennoch, Obacht! Es gibt ein be....hämmertes Lied von Abba, das auch ich gar nicht sooo übel finde, d.h. wenn es läuft, singe ich es mit: Fernando! Dabei ist das Lied genauso ein pseudo-melodramatisches Gedudel mit viel Agneta-Annafrid-Gequäke wie alle anderen Songs. Ja, ich verstehe mich dafür selbst nicht und ja, das war ein peinliches Outing. Was den Fernando-Vogel allerdings abschießt, ist das Video! Selbst für die 70er Jahre ist das Video grottenschlecht. Aber, Abba eben. Fröhlich

09.08.2007 um 14:51 Uhr

Wieso ich South Park liebe

von: Kiddolu

Ich vergöttere South Park! Schon seitdem in Deutschland vor etlichen Jahren die erste (schäbig hergestellte, was schon Kult ist) Folge ausgestrahlt wurde. Es gibt sicher tausende von Gründen, wieso ich diese Serie mag. Alle zu nennen ist mir nur zuviel, daher nur eine kleine Auswahl: gesellschaftskritisch (ja, ihr Deppen, das ist so; die machen das nicht nur um möglichst viele Fäkalwörter rauszuhauen!), satirisch, schamlos, oftmals grenzenlos (in seltenen Fällen ging selbst mir das zu weit! Siehe die Folgen "Scott Tenorman muss sterben" oder "Die Crazy Kenny Show"), tabulos, adäquat schimpfwortreich, gnadenlos (ehrlich),...Hinzu kommen noch die wohl witzigste Walt Disney Filme-Verarsche aller Zeiten (1. im Film und 2. in der Folge mit Osama Bin Laden), die Tatsache, dass Gott ein hässliches, undefinierbares Wesen ist und ferner, dass Satan schwul ist und mit Saddam Hussein in der Hölle verkehrt. Der Film sollte überdies nochmals an dieser Stelle gesondert hervorgehoben werden, denn ich habe zuvor noch niemals im Kino so sehr gelacht wie beim Anschauen des SP Films! Das Herzstück der Serie sind die ewigen Neunjährigen Stan, Kyle, Eric (Cartman) und Kenny, die glaube ich erst nach vier Staffeln in die vierte Klasse wechseln Fröhlich und von daher kann es sein, dass sie mittlerweile auch schon zehn Jahre alt sind, aber mir ist das nicht bekannt. Diese vier Bengel sind toll ("Ich habe heute was gelernt...") und mein Liebling ist definitiv Stan! Sein Vater Randy Marsh ist darüber hinaus unfassbar witzig/bekloppt/gestört. Cartman finde ich nicht immer so witzig wie die weitläufige Zuschauermasse; ich habe es genossen, als Kyle ihm endlich mal nach sechs Staffeln eine auf's Maul gegeben hat! Dennoch gibt es niemanden, den ich nicht gänzlich unlustig finde. Oder fällt einem Leser spontan eine Figur ein, die ätzend war oder ist?
Bevor ich nun auch noch all meine persönlichen Highlightfolgen aufzähle (denn die Gründe, weswegen ich die Serie liebe, sind nun doch alle genannt und mein Vorhaben, den Eintrag kurz zu halten, ist damit gestorben), beende ich meine heutige Lobeshymne mit einem kurzen Dialog von Cartman, Kyle und Stan, den ich vor kurzem nochmals im Rahmen der "Chinpokomon"-Folge gehört habe und mich mal wieder nicht eingekriegt habe.

Also, den vier Jungs werden von Spielzeugentwicklern neue Spielzeuge vorgestellt, die die Jungs bewerten sollen. Neues Spielzeug soll auf den Markt, damit die Kinder nicht weiter auf Chinpokomon abfahren. Die Kinder sehen den Trailer des "Alabama Man", ein angeblich total cooles Spielzeug, das säuft und seine Frau verprügelt, und bewerten es anschließend wie folgt:

Cartman: Schwuuuuuuuuul!
Stan: Ja! Total voll schwul!
Kyle: Liberace-mäßig!

Über Kyle's Bewertung kriege ich mich immer noch nicht wieder ein. Und weil in South Park Sprüche rausgehauen werden, über die man auch nach Jahren nochmal herzhaft lachen kann, liebe ich South Park!

Das ist übrigens Liberace!

P.S.: Ich finde übrigens, dass man sowohl die Simpsons als auch South Park mögen kann! Diese ständige Konkurrenz zwischen Fans nervt doch. Dass der Konkurrenzkampf auch in den Serien angestachelt wird, finde ich lustig, denn es sieht immer so aus, als meinten beide Serien das nicht so ernst. Dennoch muss ich hier mal ganz klar sagen: Liebe Simpson-Fans, diese 'eure' Serie hat das Recht, gesellschaftskritische Folgen auszustrahlen, nicht alleine gepachtet! Fröhlich Also, man kann beides mögen, aber niemals gleichviel. Ich mag die Simpsons auch, aber ich liebe South Park!
Und nun noch etwas an die Menschen, die South Park immer als grottigen Fäkalhumorquatsch abstempeln: Ihr seid dieser Serie nicht würdig, denn ihr versteht sie offensichtlich nicht! Fröhlich

08.08.2007 um 20:07 Uhr

Introducing: My children

von: Kiddolu

Dass ich ein Faible für Blumen habe, ist nichts Neues. Dass ich noch in der Ausbildung zum erfolgreichen grünen Daumen stecke, auch nicht (ja, viele meiner Blumen wurden bereits durch das Zeitliche gesegnet). Dennoch besitze ich seit guten vier Wochen vier neue Blümchen, alle von derselben Sorte (Ballonblumen), die ich in einen Kasten gepflanzt habe, der eigentlich schön am Balkongelände hängen sollte. Das mit dem Hängen kriege ich noch irgendwie hin, viel wichtiger ist ohnehin, dass sie endlich bei mir auf meinem eigenen Balkon stehen. Und das machen sie seit letztem Samstag. Und sie gedeihen prächtig! Keine sieht auch nur annähernd tot oder kränklich aus, juuhuuu! Ich finde sie sehr schön und irgendwann, als sie noch in meiner Heimat gastieren, habe ich sie "meine Kinder" getauft, weil ich auch immer sehr besorgt um sie bin. Natürlich weiß ich, dass das Blumen sind und das mit den Kindern ist auch nicht ganz so ernst gemeint; es ist eher eine Parodie auf die Menschen, die ihre Haustiere wie einen Kinderersatz hüten und pflegen.
Genug geschwafelt, denn eigentlich bin ich nur froh, dass die Blumen im Vergleich zu all ihren Vorgängern noch leben.

Und so sieht das Ganze dann zusammen aus:


 

07.08.2007 um 18:04 Uhr

Tadaaaa, ich bin wieder da

von: Kiddolu

Die Überschrift ist natürlich überflüssig und zudem ist der Reim ekelhaft, also Entschuldigung!
Mein Kurzurlaub in der für mich schönsten Stadt Deutschlands war, wie der Name schon sagt, zu kurz, aber dennoch wunderbar! Meine Begleiterin war wie immer herrlich erfrischend, so dass uns nie wirklich langweilig wurde. Zum Rahmenprogramm habe ich nun keine Lust mich detailliert zu äußern, von daher erwähne ich lediglich noch den schmerzlichen Abschied. Das war nun das vierte Mal, dass ich der Stadt Adieu sagte und es wird von Mal zu Mal schwieriger, weil ich die Stadt von Besuch zu Besuch attraktiver finde und auch irgendwie das Gefühl habe, dass ich mich dort dauerhaft wohl fühlen könnte. Nun denn, nach dem Studium ziehe ich irgendwo in den Norden Deutschlands; es muss nicht unbedingt Marzipanhausen sein, aber es sollte deutlich nördlich sein. Schön war's!!
Unschön hingegen war unsere Unterkunft. Für jemanden, der nicht fremd in der Stadt ist, der keine Europa- oder Deutschlandtour macht, der nicht auf interkulturellen Austausch erpicht ist oder der einfach gerne nachts schlafen möchte ist dieses Rucksackhotel nicht empfehlenswert! Besonders hervorzuheben sei die völlig chaotische, absurde, gestörte und selbstverständlich geldgeile Besitzerin, wegen welcher wir nach einer Nacht unser Zimmer wechseln mussten und dann immer noch nicht in dem von uns vor Wochen gebuchten Zimmer übernachten konnten, weil sie schlichtweg eine Koordinations- und Planungsgrätsche ist. In der ersten Nacht schliefen wir im köstlichen und entzückenden Geruch von Frittenfett, der durch die äußere Lüftung des Restaurants konstant in unser Zimmer geblasen wurde. Frischluft? Fehlanzeige! Brechreiz? Dauerzustand! Das war wirklich eine Zumutung. Witzig ist, dass das Zimmer die "Flitterwochensuite" war- sowas wünscht man sich doch als frisch verliebtes (oder was auch immer) Paar, sich dort im penentranten Gestank von Frittenfett die gegenseitige Liebe zu beweisen! Immerhin nächtigten wir dort nur einmal, so dass der Umzug ins Vierbettzimmer durchaus etwas Positives hatte. Die kleine Ernüchterung folgte sofort, als wir die Gemeinschaftsduschen sahen. Hm. Okay. Kaufen wir eben noch Badelatschen, um uns keinen Fußpilz oder dergleichen zu fangen. Gesagt, getan, so ließ es sich dann auch irgendwie duschen. In unserem Zimmer selbst, das über der Gemeinschaftsküche lag, hörte man alles, d.h. wir wurden jede Nacht gratis von betrunkenen, feierenden und oftmals singenden Mit-Bewohnern beschallt, die es um keine Zeit geschert hat, ob jemand im 'Hotel' wirklich schlafen möchte. Das war dann auch nicht so schön, aber irgendwann siegt die Müdigkeit und man schläft trotz allen äußeren Einflüssen.
Bevor ich nun weiter über unsere Unterkunft motze, sei letztlich soviel gesagt, dass ich wieder daran erinnert wurde, wieso ich Jugendherbergen in Schulzeiten so furchtbar fand, denn das hier ist sowas: Eine Jugendherberge für den interkulturellen Austausch der 20 bis ca. 35jährigen (Studenten). Beim nächsten Besuch wird mehr angespart, so dass ich mich in einer netten Frühstückspension einquartieren kann. Und zu meiner Motz-Verteidung: Meine wesentlich schmerzfreiere und nicht so pingelige Begleiterin fand den Aufenthalt im Rucksackhotel genauso ätzend.

 

Zu wirklich guter Letzt muss ich mich noch positiv über Hape Kerkelings Bestseller "Ich bin dann mal weg" äußern! Anfangs dachte ich ja noch: Hm, Pilgern interessiert dich nicht wirklich. Sofort wird dem Leser/Hörer bewusst, dass das Pilgern nur das Firmament für seine höchst interessante, aufschlussreiche, berührende, witzige und spritzig und sehr sympathisch erzählte Geschichte ist! Absolut lesenswert und nicht verwunderlich, dass es seit einem Jahr die Bestsellerlisten anführt! Gut, dass ich es mir auch noch zu Gemüte geführt habe, wenn auch etwas spät, aber besser als nie. Tolles Buch.