"Defibrilliert sie!!"
Danke an Cristina Yang für einen großartigen Serienmoment! Nur dank ihr (bzw. dank Sandra Oh) schaue ich diese mir teilweise zu schnulzige Dramaserie noch an. Und die junge Dame hat mich gestern wirklich gerührt mit ihrem Imperativ "Defibrilliert sie!" Wer der gestrige Episode Grey's Anatomy(s) gesehen hat, weiß sicherlich, was ich meine...
Einen Defibrillator hätte ich auch manchmal gerne, aber nicht um Menschen zum Leben zu erwecken. Gestern fuhr ich mal wieder Bus in meiner (Lieblings)Buslinie, über die ich übrigens irgendwann einmal ein Buch gedenke zu verfassen. Wegen meines sperrigen Koffers entschied ich mich für den Stehplatz. Und obwohl im Bus noch die Hälfte aller Sitzplätze frei waren, entschieden sich eine Menge anderer Menschen auch pro Stehplatz, warum auch immer. Jedenfalls stand vor mir ein Klischee-Geisteswissenschaftsstudent (ich würde auf Philosophie tippen), der mit Plastiktüten vollgepackt und vor Fett triefenden langen, zotteligen Haaren vor sich bzw. mich hinmüffelte. Gut, da war mir schon übel. Dann stieg noch Oma Besoffski ein, die sich mitsamt ihrer Alkhoholfahne direkt vor mich stelle, so dass sie ihren alten, stinkenden Körper an meinen rieb. Körper aneinander reiben hat oftmals eine sexuelle Konnotation, aber in diesem Fall erregte das bei mir höchstens eine starke Aversion! Eine Aversion gegen fremde Menschen, die mich berühren! Mir ist das sowas von unangenehm, aber ich mich in diesem Fall so schlecht wehren. Leider konnte ich der Oma ihren Stehplatz nicht verbieten. Meine Abneigung steigert sich dann immer in eine kleine Wut, und in solchen Momenten wünsche ich mir den "Fass mich nicht an"-Defibrillator!
