Synapsensalat

29.11.2007 um 16:25 Uhr

Gastroskopie - Ein (halber) Erfahrungsbericht

von: Kiddolu

Letzte Woche wurde also mein Magen gespiegelt. Doch ich musste erstmal auf meinen Arzt warten, der 20 Minuten zu spät kam. Er betrat also irgendwann die Station, guckte seine Patienten an und sagte süffisant "Guuuten Morgäään". Er ist so ein George Clooney-Verschnitt, d.h. sein 'Guten Morgen' klingt eigentlich wie ein "Hey, meine lieben Leute, ich weiß zwar, dass ich total zu spät bin, aber ihr seid mir eh nicht böse, weil ich der Geilste bin *zwinker*". Und es stimmt, ich war ihm auch nicht böse, nachdem er seinen 'Checker-Blick' aufgesetzt hatte.
Nun denn, ich war im OP-ähnlichen Raum und dann ging es um die Frage: Schlafspritze oder nicht. Als ich das lange Endoskop sah, waren all meine Zweifel beseitigt und ich entschied mich für die Spritze. Das ging dann auch recht zackig:
Arzt: Wollen Sie schlafen?
Ich: Joa...
Arzt: Mund auf [steckt das schnullerartige Nicht-Auf-Die-Zunge-Beißen-Ding in meinen Mund]- Gute Nacht!

Angeblich wurde ich in den folgenden zehn Minuten untersucht, aber das weiß ich nicht. Meine Erinnerung setzt wieder ein, als ich meine Mutter rufen ließ. Mutter kommt, fragt, wie es war und ich sagte allen Ernstes: "So genial habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr geschlafen! War eine super-Untersuchung, echt! Würd ich jeder Zeit wieder machen lassen!" Ich war also völlig auf der Sedierungsdroge namens Propofol- und der Trip war echt genial! Völlig glücklich ließ ich nach dem Arzt rufen, der mir erzählte, dass wir uns bereits unterhalten hatten. Laut seiner Aussage habe ich ihm auch vernünftig geantwortet und ihm vom bevorstehenden Referat erzählt: peinlich. Meiner Ansicht nach hatte ich vom Referat geträumt, aber hallo, das war wohl kein Traum. Ich erinnere mich an nichts, wie immer nach Narkosen oder Ähnlichem. Immerhin sagte er, dass mir mein Gesabbel nicht peinlich sein muss, denn er habe schon ganz andere Sachen erzählt bekommen. Jedenfalls habe ich nichts, außer Stress! Was ich dagegen tun kann, wird er mir bald erzählen, oder jemand anderes.
Schließlich wurde ich heim gefahren, völlig beschwingt, fröhlich und teilweise gaga, aber das war ein supertolles Gefühl. Ernüchternd wurde es, als die Wirkung der Spritze nachließ. Plötzlich war ich mufflig. Was habe ich gelernt? Wesentlich heftiger als mein kleines Hochgefühl wird sich ein Drogentrip anfühlen. Und ich habe gelernt, dass Propofol rockt!

Fazit: Magenspiegelungen (mit Spritze) sind gar nicht böse, sondern empfehlenswert. Fröhlich

21.11.2007 um 20:59 Uhr

Endoskopiiiiiiiiiiiiiiiiiiie - Und es wird still um mich

von: Kiddolu

Ja, bei der Überschrift handelt es sich um eine kleine Umwandlung des gar abscheulichen Liedes von Silbermond. Nun kann sich der gewiefte Leser denken, welches Lied ich meine.
Außerdem sollte ersichtlich sein, dass ich mich in den kommenden Tagen einer Endoskopie unterziehen muss. Genauer: Einer Magenspiegelung. Warum? Weil mir seit ewigen Zeiten aus heiterem Himmel (andauernd) übel wird. Mein Internist vermutet, dass das Stress bedingt sei und ich eine chronische Magenschleimhautentzündung habe (woraus Magengeschwüre entstehen). Hm. Stress. Nee, sowas habe ich nicht. Fröhlich Jedenfalls bin ich gespannt, wie die Untersuchung wird und vor allem, wie ich auf das Spritzchen Dormicum reagieren werde. Laut Harald Schmidt sei das Mittel super. Sowieso rät er zur öfteren Magen- und Darmspiegelung, weil das so sinnvoll und gut sei. Na dann...
Etwas aufgeregt bin ich auch, was vor allem daran liegt, dass die Untersuchung im Krankenhaus durchgeführt wird, gegen welches ich eine Aversion, wenn nicht gar eine Phobie habe. Krankenhaus = Schmerz = Leid = Tod. Und nein, Heilung passt nicht in meine persönliche Krankenhausassoziationskette!
So, ich werde demnächst berichten, wie es war!

 

Hier noch eine (erneute) Botschaft an die Damen und Herren von Blogigo: Mein Webcounter ist immer noch tot. War/ist er etwa im Krankenhaus?

16.11.2007 um 20:39 Uhr

Rettich, Porree und Lauch

von: Kiddolu

Soeben im Wohnzimmer meiner Eltern lief die Soap meiner Kindheit und frühen Jugend, GZSZ. Ja, ich habe das durchaus mal geschaut, sogar mit der ganzen Familie zusammen. So hatte sich das allwerkabendliche Soap-Schauen zum schweigsamen Familienritual entwickelt, das Gott sei Dank irgendwann ent-ritualisiert wurde, zumindest für mich. (Meine Eltern schauen GZSZ witzigerweise immer noch!)
Jedenfalls bietet sich diese vorgegaukelte Realitäts*entschuldigung*scheiße durchaus für wissenschaftliche Arbeiten in den Fächern Soziologie, Pädagogik, Philosophie und Medienwissenschaften an, aus vielen Gründen (Wie vollzieht sich Erziehung? Wie konstituiert sich das soziale Umfeld? Wie wird der Alltag gemeistert? Welche Art von Wirklichkeit wird vermittelt? Wieso funktioniert das Konzept der Daily Soap seit Jahrzehnten? etc. etc.). Wissenschaftlich möchte ich TV-Dünnpfiff nun allerdings nicht beleuchten, eher (exemplarisch) faktisch:
- Wenn Soap-Protagonisten ein tolles Abendessen zaubern, ist dieses Gericht immer Spaghetti mit Tomatensoße.
- Wenn Soap-Darsteller (insbesonders die coolen, hippen, jungen Protagonisten) frühstücken, steht immer frisch-gepresster Saft auf dem Tisch, ebenso etliche Brötchen und Croissants, so, als könnten 20 Personen von diesem Mahl genährt werden.
- Wenn ein Darsteller mal "keine Bleibe" hat, kommt sofort um die Ecke ein anderer Darsteller, der "zufällig" noch Platz hat.
- Wenn ein Protagonist einen anderen, arbeitenden Darsteller wegen einer Unternehmung wie Shopping u.ä. nach Begleitung fragt, sagt der Arbeitende immer "Kein Problem, ich nehm mir frei und arbeite das von zu Hause nach"!
- Wenn ein Soap-Darsteller einkaufen war, guckt immer entweder eine Lauchstange, ein Porree oder ein Rettich aus seinem super-hippen Bastkörbchen raus.

Nun die alles entscheidende Frage: Wofür wird Porre, Rettich oder Lauch benötigt, wenn ohnehin nur gefrühstückt wird oder Spaghettis mit Tomatensoße gekocht werden?
 

Ja, Daily-Soaps zeichnen die alltägliche Wirklichkeit detailgetreu nach! 

14.11.2007 um 20:54 Uhr

Michels Mama wird 100!

von: Kiddolu

Herzlichen Glückwunsch, liebe (tote) Astrid Lindgren, zum 100. Geburtstag! Deine Werke sind so großartig, dass ich ihnen in diesem Rahmen niemals gerecht werden könnte. Daher belasse ich es bei einem kleinen Wort:

DANKE!!! 

Jeder Lindgren-Fan hat so seine eigenen Lieblinge; bei mir sind es eindeutig Michel und Pippi. Liebe Leser, welche sind eure Lieblings-Lindgren-Protagonisten?

13.11.2007 um 22:31 Uhr

Mustard of puppets Oder: Münte, Bahn und der/das tote Blog

von: Kiddolu

Neulich im Ranz-Tanzschuppen meines Vertrauens lief ein Lied, in dem meines Erachtens nach permanent "MUSTARD" vom Sänger gebrüllt wurde. Irgendwann erkannte ich: Aaaah, ein Metallica-Lied, logisch, klingt ja auch wie 80 Prozent aller Metallica-Lieder, d.h. Intro, melodischer Gesang, Geknüppele, Gebrülle & Geknüppele, melodisches Zwischenstück, monströses Geknüppele, noch die Kombination von Gebrülle, Gesang & Geknüpple und schließlich das finale, leichter werdende Geknüppele.
Schlussendlich war mir auch bewusst, dass es sich bei jenem Lied um den phänomenalen Klassiker "Master of puppets" handelt, den ich nun nicht mehr ernst nehmen kann seit der Senf-Geschichte. Metallica ist jedenfalls untanzbar und nach ca. fünf Minuten Liedlänge auch nervig, sorry, liebe Fans!

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Franz Müntefering ist zurückgetreten, wie heute sicherlich jeder Deutsche erfahren hat. Das war Hiobsbotschaft Nummer 1 heute Morgen. Schade, dieser Rücktritt, der auch sicherlich etwas auf Kurt Beck zurückzuführen ist.

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Hiobsbotschaft Nummer 2 ist der erneute Bahnstreik! Vor drei Wochen war ich betroffen, danach die zwei Wochen bin ich jeweils mit dem Auto hierher gefahren, und was war? Nix! Kein Streik! Diese Woche bin ich mal wieder der Umwelt (und meinem Geldbeutel) zuliebe mit dem Zug gefahren und gedenke, am Donnerstag wieder gen Heimat zu reisen, und was wird sein? Ein fetter Streik bis einschließlich Samstag. Das nenne ich persönliche Ironie meines Bahnschicksals.

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Mein Blog scheint tot zu sein! Ich habe ihn/es in der letzten Zeit sehr vernachlässigt, aber ich werde nun versuchen, ihn/es langsam wiederzubeleben.

Und schon bin ich wieder bei der alten Frage: Der oder Das Blog? Maskulinum oder Neutrum? Laut Duden ist beides zulässig. Aber, was klingt schöner/eleganter? 

08.11.2007 um 15:56 Uhr

"Ilsebill salzte nach."

von: Kiddolu

Ich habe es wirklich ernsthaft versucht! Und bin heute gescheitert. Nachdem mir am Dienstag die tolle Nachricht angetragen wurde, dass Günter Grass' erster Satz seines Lieblings-Eigenwerk "Der Butt" zum "schönsten deutschen Romananfang überhaupt" gekürt wurde, hatte ich zuerst mein Abendessen wieder oberhalb der Speiseröhre gespürt und sofort darauf habe ich mir gedacht: Das kommentierst du diesmal nicht! Tja, wie man sieht, war das für die Katz', denn vorhin las ich den Spiegel Artikel und als mir bewusst wurde, wer diesen Satz auswählte, wurde mir erneut schlecht und schlussendlich konnte ich meine Klappe doch nicht halten, wie man sieht. Andererseits zeigte mir diese Jury, dass die Ehrung doch keinen so großen Wert hat, höchstens einen ideellen. [Kafkas wirklich toller Romananfang auf Platz 2, eine Unerschämtheit, denn dieser Satz ist wesentlich besser als "Ilsebill salzte nacht". Meinetwegen wäre auch der erste durchaus kultige Satz der "Blechtrommel" schöner gewesen, aber ... nun denn, ich lasse es an dieser Stelle mit den endlosen Gegenvorschlägen, die ich habe!]
Dennoch, Günter Grass hat damit noch mehr erreicht, als ich ihm je gegeben hätte. Sei es drum, er steckt schließlich auch schon im Spätherbst seines Lebens (was mein Trost ist). Also, Glückwunsch erneut, Günter!