Gastroskopie - Ein (halber) Erfahrungsbericht
Letzte Woche wurde also mein Magen gespiegelt. Doch ich musste erstmal auf meinen Arzt warten, der 20 Minuten zu spät kam. Er betrat also irgendwann die Station, guckte seine Patienten an und sagte süffisant "Guuuten Morgäään". Er ist so ein George Clooney-Verschnitt, d.h. sein 'Guten Morgen' klingt eigentlich wie ein "Hey, meine lieben Leute, ich weiß zwar, dass ich total zu spät bin, aber ihr seid mir eh nicht böse, weil ich der Geilste bin *zwinker*". Und es stimmt, ich war ihm auch nicht böse, nachdem er seinen 'Checker-Blick' aufgesetzt hatte.
Nun denn, ich war im OP-ähnlichen Raum und dann ging es um die Frage: Schlafspritze oder nicht. Als ich das lange Endoskop sah, waren all meine Zweifel beseitigt und ich entschied mich für die Spritze. Das ging dann auch recht zackig:
Arzt: Wollen Sie schlafen?
Ich: Joa...
Arzt: Mund auf [steckt das schnullerartige Nicht-Auf-Die-Zunge-Beißen-Ding in meinen Mund]- Gute Nacht!
Angeblich wurde ich in den folgenden zehn Minuten untersucht, aber das weiß ich nicht. Meine Erinnerung setzt wieder ein, als ich meine Mutter rufen ließ. Mutter kommt, fragt, wie es war und ich sagte allen Ernstes: "So genial habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr geschlafen! War eine super-Untersuchung, echt! Würd ich jeder Zeit wieder machen lassen!" Ich war also völlig auf der Sedierungsdroge namens Propofol- und der Trip war echt genial! Völlig glücklich ließ ich nach dem Arzt rufen, der mir erzählte, dass wir uns bereits unterhalten hatten. Laut seiner Aussage habe ich ihm auch vernünftig geantwortet und ihm vom bevorstehenden Referat erzählt: peinlich. Meiner Ansicht nach hatte ich vom Referat geträumt, aber hallo, das war wohl kein Traum. Ich erinnere mich an nichts, wie immer nach Narkosen oder Ähnlichem. Immerhin sagte er, dass mir mein Gesabbel nicht peinlich sein muss, denn er habe schon ganz andere Sachen erzählt bekommen. Jedenfalls habe ich nichts, außer Stress! Was ich dagegen tun kann, wird er mir bald erzählen, oder jemand anderes.
Schließlich wurde ich heim gefahren, völlig beschwingt, fröhlich und teilweise gaga, aber das war ein supertolles Gefühl. Ernüchternd wurde es, als die Wirkung der Spritze nachließ. Plötzlich war ich mufflig. Was habe ich gelernt? Wesentlich heftiger als mein kleines Hochgefühl wird sich ein Drogentrip anfühlen. Und ich habe gelernt, dass Propofol rockt!
Fazit: Magenspiegelungen (mit Spritze) sind gar nicht böse, sondern empfehlenswert.
