Synapsensalat

22.07.2008 um 18:31 Uhr

Grönemeyer ist Goethe ist Heine ist Jelinek?!

von: Kiddolu

Der Subtitel meiner Überschrift müsste lauten: Das Sommerloch der Tageszeitungen!
Zuerst sehe ich heute an der Supermarktkasse die die Schlagzeile der Bild, die die Wörter "Sex-Papst Oswalt Kolle" und "Sterbehilfe" beinhaltet. Es passiert also so wenig, dass der Aufklärungs-Opa Kolle herhalten muss? Als wäre das nicht schon bitter genug (nagut, von der Bild erwartet man eigentlich auch keinen Anspruch), nein, die Online-Ausgabe der B.Z. setzt noch einen drauf mit dem wahrlich tiefgründig und fundiert recherchierten Artikel über Grönemeyers Pop-Poetentum !
Die Literaturprofessorin, die das wissenschaftliche Maß aller Artikel-Dinge ist, kam zu der bahnbrechenden und völlig innovativen Erkenntis, dass Herbert Grönemeyer einen "völlig eigenen Stil" hat und zudem "ein Klassiker" sei, wobei dieses ach-so-witzige Wortspiel an die literarischen Klassiker Goethe und Heine erinnern soll. Wie kommt diese Frau nun darauf? Ganz einfach, indem sie Zeilen aus den Liedern Grönemeyers an die 'große' Literatur anlehnt. Wenn Grönemeyer in "Flugzeuge im Bauch" singt: Mir graut vor dir, ist dies selbstverständlich ein musikalisches Zitat des Fauts'schen Gretchens (Heinrich! Mir graut's vor dir). Grönemeyer zitiert nicht nur, er kopiert sogar ganze Klischee- und Floskelspiele! Als Beispiel wird im Artikel ein Zitat aus einem Jelinek-Drama gewählt, was dann mit "Männer" verglichen wird. Grandios!

Jetzt mal im Ernst: So etwas passt in ein Linguistik-Grundstudiumsseminar zum Thema "Textsorte: Lied", aber doch nicht in eine Tageszeitung, denn es interessiert niemanden, ausgenommen den Linguisten und diese Professorin. Davon mal abgesehen: So etwas nennt sich Journalismus? Ich würde eher sagen, es nennt sich Journalismus im Sommerloch.
Man könnte mit Sicherheit noch etliche Belege für das journalistische Sommerloch finden - die B.Z. war gerade nur das Opfer, weil ich vorhin zufällig und zum ersten Mal auf deren Homepage gegangen bin und mir das sofort ins Auge sprang. Diese Homepage sollte man sich übrigens mal ansehen, das lohnt sich, wirklich!
Ich möchte zwar, dass der Sommer wettertechnisch lange anhält (bzw. endlich mal startet), dennoch wünsche ich mir wieder spannendere Nachrichten als die, dass Grönemeyer wie Elfriede Jelinek textet.

 

P.S.: Was erwarte ich eigentlich vom Springer Verlag?

17.07.2008 um 21:44 Uhr

Zehfraktur

von: Kiddolu

Am Dienstag 'stieß' ich gegen meinen Massivholz-Bettrahmen in der elterlichen Schlafstätte bei dem simplen Versuch, um die Kurve zur Zimmertür zu gehen. Dabei rammte mein rechter kleiner Zeh so sehr an das Holz, dass ich vor Schmerz nicht mal schreien konnte. Cool, so ein Erstarrungsschmerz! Nach dem Schmerz dachte ich: Jo, geprellt, verstaucht, irgendsowas eben. Ich bin dann auch noch Rad gefahren und rumgelaufen...tat aber immer noch verdammt weh, dieser unnütze Zeh. Abends habe ich diesen meiner Schwester (=Arzthelferin) gezeigt, die lachend meinte:"Guck doch mal, der ist gebrochen, höhö!" Ich fand und finde das tatsächlich auch sehr amüsant, auch wenn das kleine, verküppelte, blau-rot geschwollene Ding beim Gehen schmerzt. Das Röntgen habe ich mir gespart, denn einen Gips gibt's für Zehen sowieso nicht und ich kaufe meiner Schwester einfach mal ihre Differentialdiagnose ab.
Aktueller Stand der Dinge: Krüppi, der kleine Krüppelzeh, wird täglich liebevoll getapt und das Gehen wird täglich besser. Meinen Köln-Ausflug heute hat er auch überlebt, obwohl er jetzt wieder etwas mehr nervt.
Fazit: Witzig! Wirklich! Und ich bin heilfroh, dass durch meine Tolpatschigkeit nur der Zeh, nicht etwa der ganze Fuß gebrochen wurde. Fröhlich

08.07.2008 um 23:31 Uhr

Oregano und Gnocchi

von: Kiddolu

Nein, liebe Leser, das Folgende wird kein irre-leckeres, super-innovatives Rezept aus dem Maggi Fix Kochstudio. Das Ganze wird vielmehr unter dem Thema Betonungs- und Sprecherziehung laufen.

"Oregano (Origanum vulgare, Syn.: Origanum creticum Loureiro, O. normale D.Don, O. vulgare var. formosanum Hayata; span. orégano, ital. origano, griech. oríganon), auch Wilder Majoran oder Echter Dost bzw. Gemeiner Dost, ist eine Gewürz- und Heilpflanze in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae)."
So lautet die allgemeine, oberflächliche Erklärung für Oregano, die der googlefaule Autor irgendwo abgeschrieben hat. Darum geht's aber auch nicht wirklich. Fröhlich Eigentlich möchte ich nur klarstellen, dass Oregano auf dem Vokal der zweiten Silbe betont wird, nicht auf dem der dritten, wie es allerdings viele betonen. Und diese Falsch-Betonung löst bei mir das Gefühl aus, als wollten sich meine Zehennägel langsam von unten bis hoch zum Kopf aufrollen! Also, mal ganz anschaulich:

OregAno = falsch!
OrEgano = richtig!

Soviel zur Betonungserziehung, jetzt die Aussprache von fremdländischen Küchengerichten namens Gnocchi (= spezielle Teigwaren aus Kartoffeln oder anderen Zutaten).

Gnodschi heißen die Dinger einfach nicht! Man spricht es Njokki aus.

Letztlich noch zu der allseits beliebten Worcestershiresauce (manchmal auch nur Worcestersauce).

Woatschestersheiersoße (Woatschestersoße) gibt's nicht. Gesprochen heißt der lange Titel einfach Wuusterschersoße (Wuustersoße).

Übrigens gilt für alle britischen Orte, in denen ein "es" (s. Leicestershire, Gloucesterhire etc.) im Namen vorkommt, dass dieses niemals ausgesprochen wird. Warum das so ist, weiß ich nicht. (Anglisten mit Kenntnis darüber bitte melden!) Seltsam, sowas, aber, so sind sie, die Briten.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

P.S.: Mir war öde, daher dieser thematisch absurde Blogeintrag.