Synapsensalat

12.10.2008 um 18:39 Uhr

Neulich am Ku'damm

von: Kiddolu

Ich befand mich neulich in der wabernde Shopping-Masse ohne klar definiertes Ziel, außer vielleicht gemütlich über den Ku'damm zu flanieren, wie der Rest der namen- und gesichtslosen Menschenschar. Plötzlich sah ich vor mir an einen der alle zehn Meter auf dem Gehweg stehenden Bäume (, die womöglich den Kurfürstendamm wie eine Allee aussehen lassen sollen) angelehnten Mann, der offensichtlich in einen Hundescheißhaufen getrampelt ist. Baum und Tretminenopfer befanden sich parallel zu irgendeinem Designer-High Fashion-total überteuert-Geschäft und das sich ergebende Gesamtbild könnte nicht metaphorischer für Berlin sein! Reich ist direkt neben arm angesiedelt, oder bildlicher: Wohlhabend und Würstchen vereint.
Was die Grenze zwischen Arm und Reich betrifft finde ich, dass Berlin eine Stadt der Extreme ist. Hier bekommt Hartz IV mannigfaltige Gesichter, genauso wie die oberen Zehntausend. Aber, so ist das nunmal in Großstädten. Meine Heimat ist eher geprägt durch eine gesunde Mittelschicht, die ich hier beispielsweise noch nicht direkt ausmachen konnte. Gut, das mag daran liegen, dass ich jetzt jeden Morgen Richtung Neukölln fahre und dort schließlich umsteige. Meine Güte, dort am Bahnhof sehen die Menschen übrigens aus wie aus dem Prime-Time-Programm von RTL II! Um mich nicht falsch zu verstehen: Ich habe keine Neukölln-Aversion, aber mein Mitleid für diese sozialschwachen Menschen hält sich auch in Grenzen, allerdings in weit gezogenen.
Ich hoffe nur, dass ich niemals in die Tretmine der 'sozialen Schwäche trete!

12.10.2008 um 18:25 Uhr

Aktuelles zu Reich-Ranicki

von: Kiddolu

Dass ich den Grand Segnieur der Literaturkritik verehre, ist dem Stammleser nicht unbekannt. Dass sich Marcel Reich-Ranicki bald aufgrund seines fabulösen Auftritts beim Fernsehpreis nun auch TV-Kritiker nennen darf, ist noch grandioser. Herrlich, er ist im TV in hoffentlich alter gehobener Motz-Manier zurück! Ich freu mich!

09.10.2008 um 17:29 Uhr

Berliner Eindrücke

von: Kiddolu

Tja, was soll ich zu der Stadt sagen, die jeder mindestens vom Hörensagen kennt und deren Sehenswürdigkeiten auch keine besondere Neuigkeit darstellen? Nicht viel.
Empfangen wurde ich letzte Woche von Regen und Sturm, der sich auch bis Donnerstag hielt. Dann ging das Sightseeing-Programm los. Bisher wurde alles mal begafft; die Museen fallen in die jeweiligen trüben, kalten Wochenenden.

Viel "spannender" ist sowieso meine neue Wohnung! Zwischengemietet von einem Paar, das sicherlich seit der zehnten Schulklasse zusammen ist. Meine Güte, hier steht bzw. stand überall Dekokram: kleine Schalen gefüllt mit Duftblättertrockenkitsch beispielsweise. Wirklich grandios finde ich allerdings die große Uhr, die auf der Toilette hängt. Man stelle sich eine große Wanduhr vor - so eine, die normalerweise in Küchen hängt -, wobei auf dieser ein Foto vom besagten Vermieterpärchen das Ziffernblatt ziert. Ich finde, dass das 'Scheißhaus' der absolut perfekte Ort für solch kreative, niedliche Uhren ist! Jedenfalls halte ich eine solche Eigenmotiv-Uhr mal als behinderte Geschenkidee im Kopf - nicht!

Die Waschmaschine! Die hiesige Waschmaschine quält mich ganz aktuell, weil sie sich weigert abzupumpen! Ein Modell anno dazumal, das schon undicht ist. Ich hoffe, dass das nervige Ding das halbe Jahr durchhält, ansonsten??? Immerhin habe ich den Vermiertern letzte Woche bereits mitgeteilt, dass die Waschmaschine undicht ist und darauf kam natürlich der zu erwartende, geschockte Ausspruch: "WAS? Das hat die ja bei uns noch nie getan, komisch..." Ja klar.
*Brandaktueller Zwischenstand: Sie rührt sich gar nicht mehr*

Und sonst? Am Montag geht's mit der Arbeit los. Heute war ich mal zum ersten Kennenlernen da und ich weiß noch nicht, ob das gut oder schlecht wird. Das kleine, sehr überschauliche Team scheint nett zu sein. Vier Frauen und - selbstverständlich - ein Chef. Der Chef, der optisch immer noch in seinen Mitzwanzigern hängt, hat auf mich auch direkt wie der typische Chef gewirkt: Hört sich selbst am liebsten reden und scheint trotzdem etwas verpeilt zu sein. Aber durchaus sympathisch. Ich bin gespannt! Es gibt wenigstens ein bisschen Geld, juhu.

So, jetzt muss ich mich noch mal um das Blödteil namens Quälmaschine kümmern.