Kleine Erdnuss

30.12.2007 um 13:20 Uhr

Nachtrag...

Allerdings macht so eine Papprolle als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum keinen besonders prachtvollen Eindruck.

"Und? Was hat dir das Christkind gebracht?"

"Eine Papprolle."

Mh. Da müssen wir uns nichts vormachen. Das is' zugegebenermaßen 'n bisschen dürftig.

Die Kunst ist vielleicht Olles in Dolles zu integrieren.

Wir arbeiten dran. Rapunzel braucht schließlich noch einen Garten...

 

30.12.2007 um 13:12 Uhr

10 wunderbare Dinge...

Im Übrigen: Wer braucht schon durchdachtes Plastikspielzeug? Diese langen Papprollen, vom Geschenkpapier (wir haben drei) sind exzellente Zeitvertreiber. Zehn wunderbare Dinge, die man mit einer Geschenkpapierpapprolle machen kann:

1. Sich gegenseitig anpusten und sich fürchterlich kaputt lachen

2. Schwertkämpfe austragen

3. Fernrohr spielen

4. Als Gehstock verwenden und alte Frau spielen und sich fürchterlich kaputt lachen

5. Unanständige Pupsgeräusche verstärken und sich fürchterlich kaputt lachen

6. In Scheibchen schneiden und als Tintenfischringe servieren

7. Weihnachtslieder grölen

8. Trompeter in einer Band spielen

9. sie als Ausguck für eine Piratenhöhle verwenden

10. Höhepunkt: bunt anmalen und den Rapunzelturm nachbauen (sich nachher fürchterlich kaputt lachen)

 

Tzzzz. Kein Mensch braucht Playmobil. Reine Suggestion des Herstellers...

 

 

29.12.2007 um 21:50 Uhr

Spielbeweglich...

Dieses Playmobil macht mich nervös. Alle Verwandten haben Playmobil geschenkt. Autos mit Rückzugsmotoren und Delphinarien und Pirateninseln, einen Flugplatz und dann noch diese kleine Babyrobbe mit noch kleinerer Nuckelmilchflasche. An all diesen Männchen, Häuschen, Schiffchen, Hängerchen, Kränchen sind kleine Knöpfchen, Fädchen, Schläuchlein, Kabelchen, Röllchen, Kürbelchen, Rädchen, Säckchen, Federchen, Schräubchen, Griffchen und Hebelchen befestigt. Vom Zubehör ganz zu schweigen. Das fängt bei dieser Milchflasche, äh diesem Milchfläschchen wollte ich sagen, an und hört bei den Talern, äh Goldstückchen, aus der Schatztruhe auf. Das ist alles so winzig. So unterdenteppichrollwinzig, so lassrumliegenundvergissesdannwinzig, so aberwitzig detailgenau, so unglaublich fies durchdacht, so neurotisch kleinlich, so penibel, so beklemmend präzise, so ungeheuer farbenfroh und so, ich weiß nicht, ob das jetzt irgendwer versteht, so bedrückend ... glatt. Jawohl. Glatt.

Und jetzt sag mir doch einfach mal einer, wie man das in Schuss hält? Das kleine rote Bürstchen zum Beispiel. Gehört das in den verdammten Streichelzoo, in das Delphinario, in das Krokodilbecken oder in den Mülleimer? Muss ich jetzt jeden Tag auf Knien rumrutschen und fingernagelgroße Kleinteile in Frühstücksbeutel mit unterschiedlichen Aufschriften einsortieren? Regale für die Großteile haben wir schon aufgebaut. Von Selbstbestimmung kann ohnehin nicht mehr die Rede sein. Buntes Plastik regiert mein Denken. Und das mir mit einer nur langsam schwindenden Kontrollneurose.

Herrje. Die Erdnuss findet es großartig. Das Zeug ist überall. Wir schlafen sogar drauf. Ich glaube an eine Verschwörung. Ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken.

Wo verflucht nochmal ist diese beschissene Nuckelflasche?

Wo denn bloß?

Sie kann überall sein.

Wirklich und wahrhaftig überall!

Und die Erdnuss wird sie vermissen.

Und morgen nach ihr fragen.

Wann hab ich sie zuletzt gesehen?

Und vor allem wo?

Und wer soll denn da den Überblick behalten?

Mh?

Noch bin ich furchtlos.

Aber wie gesagt: Das Zeug macht mich nervös...

 

27.12.2007 um 00:33 Uhr

Kein Pardon...

"Jetzt darf ich einen Witz erzählen." Aufgeregtes Luftholen, schmatzen, schnalzen, nochmal Luft holen. "Also, der geht so: Fischers Fritz fischt, nein, äh, quatsch, Moment, also, Fischers Fritz kommt zu einem Kios, nee,..." Kopfschütteln, Händchen schlagen gegen die Stirn "Fritz geht zu einem Arzt, und sagt Ärztin, Ärztin, äh, A-harzt, A-harzt, also ich glaube, ich brauch eine Brille, Oh, das ist ja schlimm, da müssen Sie aufpassen, da brauchen Sie einen Porzellanteller." Großes Gelächter. Es ist linguistisch erwiesen, dass der Witzeerzähler meistens zuerst lacht, pragmatischerweise, um das Ende des Witzes zu markieren. Ich lache mit. Auch das ist psycholinguistisch unauffällig. Man lacht halt, wenn ein Witz zu Ende ist. Man dachte also nicht weiter an was Böses, als die Erdnuss erneut ansetzte: "Nee, jetzt weiß ich, wie der geht, also der Fritzchen, also Fischers Fri-hitz, weißt du, der kam zum Arzt und dann sagt er, Herr Doktor, Herr Doktor, ich glaub ich brauch eine Brille, äh und dann, äh, Jaa-ha, das kriegen wir hin, da brauchen Sie einen Schweinebraten." Großes Gelächter. Ich lache kurz mit, lächel fragend: "Schweinebraten?" "Ja, das, äh, weißt du, Schweinebraten", ihre Händchen gehen erklärend vom Körper weg, "hat doch mit den Augen nichts zu tun. Das ist doch voll lustig, da hat der Arzt was Falsches gesagt." "Ok." Gelächter. Wieder zehn Minuten Pause. "AAAAAH!" Ich zucke zusammen. "JETZT HAB ICHS! Kommt Fritz zum Arzt, sagt er, Herr Doktor, Herr Doktor, also, ich glaube, ich brauch eine Brille, sagt die, ja kein Problem, dann nehmen Sie doch Zuckerschnecken!"

Gelächter.

Und heute abend: "ich glaub, jetzt weiß ich es wirklich. Kommt Fritzchen zum Arzt, ich glaub, ich brauch eine Brille, dann der Arzt, äh, also, da brauchen Sie einfach nur, äh, also Autoreifen, hihihi, lustig, oder? Aber ich kann ihn noch anders, kommt Fritz zum Arzt, ... Herr Doktor ... Brille ... Problem ... Blumentopf ... hihi ... oder also ... Fritz ...Arzt ... Augen ... Wollknäuel... Legoeisenbahn... tzzzzzzzzzzzzzzz

 

25.12.2007 um 23:21 Uhr

Weihnachtszaubereien...

Zauber entwickelt sich nicht auf Kommando. Das wäre für Weihnachten zwar eine durch und durch praktische Angelegenheit, aber Zauber ist eine Angelegenheit des Zufalls. Wenn es der Zufall will, passt alles zusammen, aber das ist eher unwahrscheinlich.

Was will ich sagen? Der weihnachtliche Zauber ist nicht planbar, vor allem nicht bei weihnachtlichen Laien, wie die Erdnusseltern es sind. Obwohl ich uns loben muss. Alle Geschenke waren wundervoll verpackt und der Weihnachtsbaum sah ganz großartig aus, so vierzig cm kleiner und mit dem glitzernden Stern auf der Spitze. Aber die Erdnuss, die hatte nicht so recht Bock.

Weihnachsbaumschmücken (ich hatte es mir wundervoll ausgemalt) war irgendwie nicht so nach ihrem Geschmack:

"Kannst du das nicht alleine machen?"

"Ich dachte, es macht Spaß, wenn wir die Kugeln zusammen aufhängen?"

Die Erdnuss räkelt sich im Sessel.

"Kuuugeln, Kaaaageln, Kiiiigeln. Hahaha. Popo-Kuuugeln. Hihihi."

"Ähm. Machst du jetzt mit? Du kannst auch das Lametta aufhängen.

"Haha! Lamotta, Lamussma, Lapopo! Pupsetta! Hihihihi!"

Habt ihr das Prinzip verstanden? Jooah, und so ging das weiter, unterbrochen von vereinzelten Fragen nach Fernsehen. Oje.

Dann (wir hatten Wunderkerzen in ihrem Zimmer angezündet) ertönte tatsächlich das Glöckchen - und das war auch ganz schön, aber dann dauerte es ca. 35 Sekunden, und alle Päckchen waren ausgepackt. Und dann bekam ich beinahe einen Herzklabaster, weil die Fernbedienung von der Lok nicht zu funktionieren schien.

Eine Stunde später bauten wir einen Lego-Tunnel und die Lok fuhr doch noch irgendwie, nachdem wir zusätzlich Batterien aus unseren Zahnbürsten rausgepfriemelt haben.

Und der Zauber begann ganz leise. Der - wie ich finde - klassische Erdnuss-Zauber. Erst baute sie ein Flugzeug, das ganz und gar seltsam aussah. SIe suchte wie wild Steinchen, auf denen etwas draufstand, weil "das Flugzeug dringend Werbung braucht". Sie hat eine Art Bommel hinten am Heck befestigt. Sie wollte ein Laser-Schwert vorne anbringen, was beinahe in Tränen endete, aber wir haben es hinbekommen.

Und als ich ebenso selbstvergessen ein Flugzeug baute und ein Extra-Teil nach dem anderen verbaute, damit das Ding möglichs ähnlich cool wie ihres wird, da wurde sie plötzlich böse:

"Jetzt hör aber auf mit Cola machen."

"Hä?"

"Du sollst aufhören. Das wird Cola. Das will ich nicht."

"Kannst du das vielleicht nochmal sagen? Ich glaub, ich versteh dich nicht."

"Hoooooah! Jetzt muss ich alles nochmal sagen! HÖR AUF DAMIT, DEN COLA ZU MACHEN!"

"Ähm. Was?" Es heißt doch 'die Cola', oder?

"Cola machen!!! DAS SOLLST DU NICHT!" Ihre Stimme ist kurz vorm Überschnappen.

"Aber ich mach doch keine Cola..." Ich bin sowas von ratlos.

Sie stutzt. Schaut mich an. Und fängt dann an zu kichern. So richtig aus dem Bauch heraus. Und dann japst sie zwischen vereinzelten Gicklern hervor: "Coooler! Ich meinte Cooler" Hahahaha! "Und du," Kicher "hast Cola verstanden!" Hahaha. "Dein Flieger soll doch nicht cooler sein als meiner." Haha, gickel, kicher, hihihi.

Ab da war das Eis gebrochen. Vielleicht ist dieser ganze friedliche und bedächtige und liebevolle und dankbare Zauber, mit dem man an Weihnachten rechnet, gar nicht der Kern.

Mal wieder sind es die kleinen Dinge, dieser herzerwärmende Lachanfall zum Beispiel, die so einen Abend zu etwas besonderem machen.

Und es war ein besonders gelungenes Opening für den heutigen Weihnachtstag, als die Erdnuss sich heute morgen, als wir noch schliefen, unter den Weihnachtsbaum quetschte und von dort aus rief: "Mama! Papa! Ihr habt ein Weihnachtsgeschenk noch nicht ausgepackt!"

Schön. Einfach schön. Keineswegs perfekt. Viele Tränen, viele Motzereien, viel Sand im Getriebe, auch heute, aber wir hatten es warm. Sogar draußen...

 

 

24.12.2007 um 21:55 Uhr

Vollendung

Einer der schönsten Momente war heute mittag, als ich der Erdnuss Kinderzimmer fürs Chrsitkind fein gemacht habe. Ich räumte, saugte, wischte, legte Kleider zusammen. Es lugte ein Plastik-Beutel unter ihrem Kleiderschrank hervor. Ich schaute hinein, dachte an Altkleider. Ich zog etwas heraus, das aussah wie eine besonders kitschige Holzweihnachtsdeko, etwa einen halben Meter groß und als Nikolaus angemalt und mit Haken zum Aufhängen und dann sah ich das Schild daran, das mit 'Fröhliche Weihnachten. Eure Erdnuss." Und dann sah ich, dass sie handbemalt war, die Holzweihnachtsdekoration, ein ausgefranster Mund, ein schiefer Gürtel, zwei schwarze Kleckse die Augen und alles so süß und toll gemacht und ich konnts kaum glauben, dass es unser Weihnachtsgeschenk aus dem Kindergarten sein soll. Noch weniger konnte ich glauben, dass sie es geschafft hat, es geschlagene vier Tage unter ihrem Schrank liegen zu lassen. Als Überraschung für Mama und Papa. Angekündigt hatte sie es, ungefähr täglich drei bis gefühlte vierzig Mal hörte ich den Satz: "Ich hab auch noch was zu Weihnachten für Mama und Papa. Die sind ja schon groß. Die kriegen nix vom Christkind. Da muss ich helfen. Ich hab was für Euch, aber ich sags nicht." So oder so ähnlich.

Und da liegt es nun, das bombastische Weihnachtsgeschenk unter ihrem Kleiderschrank. Sie hat es vor lauter Spielen vergessen...

Und das macht es herrlich rund...

 

24.12.2007 um 10:59 Uhr

Immunität...

"Wieso 2,80 m? WIESO?"

"Ich wollte eben einen großen Weihnachtsbaum."

"Aha. Und da ist es dir mal so eben egal, wie hoch unsere Decke ist?"

"Nee, aber ist doch kein Problem, da sägen wir einfach die Spitze ab."

'Die Spitze absägen', auf so eine Idee können nur Männer kommen.

"Wir sägen NICHT die Spitze ab! Ohne Spitze isses kein richtiger Weihnachtsbaum."

"..."

"Und jetzt?"

"Ja, was 'und jetzt?'"

"Sollen wir ihn schief in die Wohnung stellen?"

"..."

 "Halloooo?"

"Wir können ihn doch kürzen, Mann." 

"Aber warum? Man hätte doch gleich einen kaufen können, der passt..."

"Ich wollte aber den. Ich versteh nicht, wo dein Problem liegt."

"Mein Problem? Unser Problem! Er passt eben nicht. Er PASST nicht."

"Ach komm... Die paar Zentimeter."

"40. Vierzig. VIERZIG Zentimeter. Nicht ein paar."

Der Ehemann springt auf und läuft mit der Heckenschere nach draußen. Ich beruhige mich. Er ist schön der Weihnachtsbaum. Vielleicht was groß, aber er ist grade gewachsen und schone buschige Zweige hat er. Jetzt nicht weich werden. Die Spitze bleibt dran.

Der Ehemann kommt wieder herein. Die Erdnuss sitzt auf dem Wohnzimmerboden.

"Papa? Mama? Ihr habt zwei Probleme."

"Aha?"

"Ja-ha. der Papa will einen großen Weihnachtsbaum. Und die Mama will eine Spitze. Dann muss eben die Spitze dran bleiben und der Weihnachtsbaum kürzer werden."

"Ja."

"Dann muss man doch nicht schimpfen."

"Nee."

"Papa, machst du den Weihnachtsbaum kürzer?"

"Ja."

"Dann ist doch alles wieder gut, oder?"

"Ich glaub auch."

Kinder an die Macht. 

Frohe Weihnachten und Frieden. Ganz viel Frieden! 

 

16.12.2007 um 21:12 Uhr

ambiguitäten

die erdnuss liegt auf dem bauch und malt. ihre freundin lisa hockt daneben und tut desgleichen.

lisa: "kuck mal, was die erdnuss macht."

lisas mama: "ja, die erdnuss arbeitet auf dem bauch."

erdnuss (springt auf, entblößt ihr pralles bäuchlein): "nein. auf dem bauch arbeiten geht so."

die farben haben wir eben abgewaschen...

 

16.12.2007 um 00:22 Uhr

Ernst

Samstag, 21.25, das nunmehr fünfte Rufen aus dem Kinderzimmer.

 

"Maaaammaaah. Ich kann nicht schlafen...."

 

"So mein Schatz, jetzt die Augen zu und Ruhe im Karton."

"Mama?"

"Ja?"

"Ich hab Durst."

"Ja, dafür steht das Wasserglas neben deinem Bett."

"Gibst du mir das?"

*seufz "Ja."

*gulp *glucks * sprotz

"Aaaah. Das war gut."

"Ok, jetzt aber schlafen! Gute Na-"

"Mama?"

"Was denn noch?"

"Ich glaub nicht, dass ich schlafen kann." *kicher

"Erdnuss? Es wird jetzt geschlafen."

"Mama?"

"Nix 'Mama' jetzt mehr!" (Innerlich grins ich, ich grins so sehr, ich könnt platzen vor Grinsen.)

"Der liebe Gott, der ist auch lustig, oder?"

"Ja. Der kann auch lustig sein. Ich geh jetzt. Gute Nacht!"

"Mama?"

"Oh Mann, du machst mich echt alle, was?"

"Du bist eine Zahnpastatube." *Kicher

"Gute Nacht." *tür zu

"Mamaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!" *kicher *gacker *raschel *tapp-tapp-tapp *tür auf *kopf rausstreck

Ernst bleiben, jetzt ja ernst bleiben.

"Mama, komm mal zu mir runter."

"Nein. Ab ins Bett jetzt."

"Aber ich möcht auf deine Backen drücken!"

"Du gehst jetzt in dein Bett!"

"Haha, wenn ich auf deine Backen drück-"

"Duuuuuuh - "

(ich schnapp sie mir unter den Arm)

"gehst - "

(Ich leg sie auf dem Bett ab)

"jetzt"

(Bettdecke drüber)

"ins Bett und"

(fetter Schmatzer)

"schläfst!"

"Ich mein nur, wenn ich deine Backen drück", sie drückt meine Backen zusammen, "dann kommt vorne", hahahaha, "Zahnpasta raus!!!" Hahahahaha, hihihihi, kicher, sprotz, verschluck, hust, kicher

"Erdnuss!!!! Du schläfst jetzt", mein strengster Tonfall, wirklich gefühltermaßen mein strengster. "Ich mein es AB-SO-LUT ernst!"

Die Erdnuss holt Luft. Schaut mich an. Prüfend. Schüttelt energisch den Kopf.

"Nein Mama." Lachend, sie sagt es lachend. "Tust du eben nicht."

Es ist ja schon schlimm genug, dass sie dieses untrügliche Gefühl für uns haben, aber müssen sie es uns auch noch auf die Nase binden?

 

 

09.12.2007 um 12:08 Uhr

Rosa, rosa, rosa...

Die Erdnuss ist ein Mädchen. Wie sie selber sagt, 'kein richtiges', sie findet vieles, was Mädchen tun 'langweilig' oder 'doof', andererseits lassen die Jungs jetzt langsam nicht mehr mitspielen und schubsen und so, das ist auch 'doof'. Konflikte über Konflikte - ich glaub, das war bei mir in meiner Kindheit ähnlich.

Gestern haben wir uns im Rstaurant getroffen, einige Mamas und ihre Töchter - die Töchter der anderen waren schon sieben oder acht und schon 'große Schulmädchen', die Erdnuss fand das 'doof'.

Wir kamen dort an - ALLES ROSA. Schwarzlocke im rosa Glitzerglockenröckchen mit rosa Glitzershirt, Goldhaar in rosa Kniehosen und hellblau-rosa geringeltem Pullover, Rotschopf im rosa Blümchenkleid.

Die Erdnuss - rappelkurze Haare (ihr Wunsch), schwarzes T-Shirt (ihr Wunsch), Jeans (ihr Wunsch)...

Nach und nach kam Kontakt zustande - am Ende liefen die Vier kichernd durchs Restaurant und hatten einen Riesenspaß. Zum Schluss: Der endgültige Ritter-, äh, Prinzessinnenschlag - die Erdnuss sollte sich in das Freundschaftsbuch von Schwarzlocke eintragen.

Toll. Ich übernehm das - erste Schreibversuche hin - erste Schreibversuche her. Adresse, Alter, gewicht und so kann ich noch einfach so, aber dann geht es los: Lieblingsessen? Rotschopf und Goldhaar rennen zwischen mir und der Erdnuss hin und her - Befragten, geben eifrig weiter: Lieblingsessen: Wurst, die Erdnuss hat Wurst gesagt, aha, Lieblingssänger? Rotschopf, Schwarzlocke und Goldhaar rennen rüber. "Was ist dein Lieblingssänger, sag doch sag doch?" Die Erdnuss: Elvis. "'Elsi' hat sie gesagt", gibt mir Goldhaar beflissen weiter. Ich schmunzel, schreibe Elvis. Lieblingsfarbe? Die Erdnuss (natürlich...): "Schwarz." Lieblingstier? "Pferd" Toll, damit kann sie richtig punkten. 'Was du nicht magst?' Oje, der Erdnuss fällt nichts ein. Die Mädchen schwatzen auf sie ein: "Sag 'Jungs', sag doch 'Jungs', das haben alle gesagt." Die Erdnuss schaut mich von weitem zweifelnd an. Ich zucke die Schultern, sie lächelt, zuckt zurück, nickt dann den Mädels pflichtschuldig zu: "Ok, Jungs." 'Was du mal werden willst?' Das war kein Problem: "Astronautin" Fragendes Stirnrunzeln bei der Rosa-Fraktion. Und jetzt: Drei Wünsche an eine gute Fee? Die Erdnuss überlegt: "Mh... Ein eigener Tannenbaum." Goldhaar gibt weiter: "Tannenbaum, sie hat Tannenbaum gesagt." "Und was noch?" Schwarzlocke und Rotschopf beugen sich vor. "Dass das CHristkind ohne Wunschzettel Geschenke bringt, die toll sind." Na, das ist mal ein Wunsch... Ich schreibe, pflichtbewusst, verrutsche in der Zeile. "Und der dritte?" "Ähm. Dass der Teufel lieb ist, das wünsch ich mir..."

Wie schön. Das ist so ähnlich wie 'Weltfrieden'...