Und der Elefantenpopo
Und hier noch der Rest, von hinten isser auch schön, der Elefant.
Seufz...
Und hier noch der Rest, von hinten isser auch schön, der Elefant.
Seufz...
Das ist Herr Niebel.
Und wisst Ihr, WAS Herr Niebel ist?
Ich lache immer noch und mir tun die Bauchmuskeln weh, also mache ich es kurz.
Herr Niebel ist ein Bauchnabelfussel.
Vergrößert.
Deshalb heißt er Niebel, wie Nabel, nur mit langem ie.
Er kommt aus Papas Bauchnabel, und ist dann an der frischen Luft größer geworden.
(Und wie soll man da ernsthaft schimpfen, wenn das Kind mitten in der Nacht rauskommt und solche Gedanken verkündet.)
Herr Niebel, der vergrößerte Bauchnabelfussel.
HIhihihihihiihihihi!!!
"Du gehst jetzt aber..."
Grmpf.
"...sofort wieder..."
Gnaaaaaaahihihihihihihihihi.
"...ins Bett."
Ich wurde nicht ernst genommen, deshalb haben wir Herrn Niebel zusammen fotografiert.
Jetzt schläft sie wieder...
Herr Niebel...
Kicher.
Der letzte Rest Seifenblasenflüssigkeit raubte mir den letzten Nerv. Schaumig klebte das Zeug in diesem Plastikring, die Blasen zerplatzten noch bevor sie ihn verließen, ungeduldig rührte ich am Boden des Bechers rum und blies und blies. Jedes dritte Mal schafften es ein bis zwei Seifenblasen in die Freiheit und die Erdnuss jauchzte vor Glückseligkeit und rannte ihnen hinterher.
Aber sie wurden weniger und weniger. Ich zog den Ring immer schneller aus dem Becher, fluchte kindgerecht vor mich hin ("Och MANN!", "Menno!" "MIST!"), bis die Erdnuss mir sanft den Ring entzog.
"Mama?"
"Ja."
"Du musst das anders machen!"
"Aha?"
"Ja-ha! Die Kunst ist, nicht unzufrieden zu sein!"
Oha. Das musste ich erstmal sacken lassen. Die Kunst ist, nicht unzufrieden zu sein. Viel Zeit blieb allerdings nicht. Sanft blies die Erdnuss durch den Ring. Drei große und eine kleine Seifenblase schwebten durch den Garten. Zufrieden und versonnen schaute die Erdnuss ihnen hinterher.
"Und jetzt du wieder, ok?"
 Ein wenig fühlte ich mich unter Druck gesetzt. So ähnlich wie mit dem Satz: Sei doch mal spontan. Der Widerspruch liegt in sich. Langsam tauche ich den Ring in die Flüssigkeit, kippe den Becher ein wenig, schüttel nicht, rühre nicht, der Weg ist das Ziel, ich blase mit weichem Atem durch den Ring und...
BUMMS. Zerplatzt.
"Siehst du? Jetzt ganz ruhig bleiben. Nicht ärgern, dann..."
"Dann klappt es auch?"
"Nein!" Erstaunt sieht die Erdnuss mich an. "Dann bleibt es die ganze Zeit schön..."
 Im Frühling hat sie immer die besten Ideen, wie ich finde.
(Und von dem Krankenhaus für Babyschnecken erzähle ich ein andermal...)
...Kristina?
Auf Leserwunsch (meine Güte, ich habe Leserwünsche, ich werd bekloppt, demnächst schaut hier ein Verleger rein, dann hab ich ausgesorgt, Bestseller, die Frauen werden mir zu Füßen liegen, äh, ich schweife ab), auf Leserwunsch also die Fortsetzung der Kristinageschichte:
Diverse Male sind wir uns über den Weg gelaufen. Immer lächelnd, immer einen flotten Spruch auf den Lippen, sie zum Anbeten souverän und natürlich, ich knallrot und aufgeregt, wie es nunmal ist, wenn man verknallt ist.Â
Als ich neulich Tulpen übrig hatte (ich hatte sie WIRKLICH übrig), hab ich sie mitgebracht bei der Erdnussabholerei.Â
"Oh, sind die für mich? Ich liebe Tulpen!" Strahlend steht sie vor mir, Lachfältchen können ja so sexy sein...
"Äh, die, äh, also, ich hab, die sind, mh, also" (Mh? Kann ich unsouverän sein? MH? Kann ich gut, eine meiner leichtesten Übungen.) "Für Euch!" bring ich heraus, und: "Übrig, Sonderangebot, ganz billig, wir hatten 50 davon, äh, also zu viele, nicht genug Vasen, äh." (Na? Heißer Flirt, nä?)
Während ich rumstotter, schaut die Erdnuss mit Kathrina Bambi an. Bambi und ein weibliches Reh schweben durch rosa Nebel. "Die sind verliebt!" verkündet die Erdnuss. "Ja," sag ich, "die sind im siebten Himmel." (Hä? Im siebten Himmel?) Die Erdnuss und Kathrina schauen mich zweifelnd an. "Also, äh, die, für die hängt der Himmel voller Geigen." "Geigen? Was für Geigen." Die Erdnuss schaut mich an, als hätte ich den Verstand verloren. "Also Wolken, rosa Wolken" stammel ich verzweifelt. "Mama?" "Äh, ja?" "Meinst du vielleicht Wolke sieben?"Â
Erleichtert atme ich auf. "Hihi, genau, Wolke sieben."
Kristina grinst und stellt die Tulpen in die Vase. "Fünfzig Tulpen? Wo kriegt man die so günstig?" "Blumenmarkt, Friedrich-Otto-Straße, 7 Euro 95." (Am besten gar nicht mehr versuchen, in ganzen Sätzen zu sprechen, das geht nach hinten los)
"Erdnuss? Kommst du jetzt?"Â
"Nö."Â
"Wir müssen aber."
"Ihr könnt ruhig noch bleiben." Und wieder lächelt sie. "Willst du vielleicht einen Milchkaffee?"
Milchkaffee, ich liebe Milchkaffee!
"Auf keinen Fall!" Was rede ich? "Äh, danke, aber wir müssen wirklich los. Wir haben noch einen Termin."
"Was für einen Termin?" Die Erdnuss schaut mich neugierig an. Natürlich haben wir keinen Termin. "Äh, das ist eine Überraschung..." Ich kicher albern.
"Tja wir müssen..."
(Läuft gut, ne? Läuft richtig gut.)
"Ja, dann, frohe Feiertage."
"Ja, euch auch," angestrengt krame ich in meinem Gehirn nach einer unverfänglichen Abschiedsfloskel. "das Wetter soll ja schön werden..." (Erfolgreicher kann man kaum kramen, oder?)
"Hey!" Kristina strahlt schon wieder. "Wir sehen uns ja nächsten Samstag."
"Ja?" Ich grinse dümmlich.
"Der Schwimmkurs!"Â
Oh-oh. Kathrina und die Erdnuss machen einen Schwimmkurs.
"ohja, der Schwimmkurs, ja dann bis dann."
"Tschü-hüs"
"Tschü-hüs."
Himmelarschundzwirn, der Schwimmkurs. Ein neuer Bikini muss her. Was sportliches. Oder doch verspielt? Frühlingsbunt oder dezent? Kariert oder gestreift? Bauchwegbadeanzug? Besser Poweg. Fußnägel, hoffentlich denk ich an meine Fußnägel. Bikinizone, Achselhaare, Sonnenbank, wasserfeste Schminke, oh Gottogott
"Mama?"
"Ja?"
"ich habe einen Pickel!"
"Einen Pickel?"
"Ja-ha. Guck mal hier." Fachmännisch schiebt sie ihren Pony nach oben. Und siehe da: Nicht ein Pickel, nicht zwei, nein gleich fünf, wässrig gefüllt, klassisch!Â
"Erdnuss, weißt du, was das ist?"
"Nö!"
"Windpocken."
"Echt?"
"Ja."
"Is das schlimm??"
"Nö!"
"Papaaaaaaaaaaaaa?"
"Ja?"
"Weißt du, was ich habe?"
"Nö!"
"Ich habe Kindergarten!"
"Was?"
Es ist einer dieser Momente, wo alle schweigen, sich anschauen, dieser Moment der Irritation kurz vorm Losprusten. Die Erdnuss versteht, was sie gesagt hat. Ich verstehe, was sie gesagt hat. Der Papa versteht, was sie gesagt hat. Und dann kichern wir wie auf Kommando los.
"Den Kindergarten!!!" HAHAHAHA! Prust, sprotz, griemel!!!
"Dann kann ich nicht in die Windpocken gehen!!!" HAHAHAHIHIHIHI, schnaub, schnorchel, kicher.
"Du hast Kindergarten, das ist eine sehr seltene Krankheit, nä?"
"Ja, genau!" Hahaha.
Wir freuen uns. Ein Riesenspaß. So ist auch die blöde Entdeckung einer Kinderkrankheit mit gewisser Leichtigkeit zu ertragen. Heute gegen Abend sieht sie schon aus wie ein Streuselkuchen. Schwach ist sie und müde und Fieber hat sie und überhaupt: ICH HASSE ES, WENN SIE KRANK IST. Meine Welt ist dann nicht in Ordnung. Falsch. Es ist einfach falsch. Hoffentlich wird mein mütterliches Weltbild bald wieder zurechtgerückt.
Wünscht ihr wenig Pusteln, die kann sie wirklich nicht gebrauchen!