Träume, Blasen und Zufriedenheit
Der letzte Rest Seifenblasenflüssigkeit raubte mir den letzten Nerv. Schaumig klebte das Zeug in diesem Plastikring, die Blasen zerplatzten noch bevor sie ihn verließen, ungeduldig rührte ich am Boden des Bechers rum und blies und blies. Jedes dritte Mal schafften es ein bis zwei Seifenblasen in die Freiheit und die Erdnuss jauchzte vor Glückseligkeit und rannte ihnen hinterher.
Aber sie wurden weniger und weniger. Ich zog den Ring immer schneller aus dem Becher, fluchte kindgerecht vor mich hin ("Och MANN!", "Menno!" "MIST!"), bis die Erdnuss mir sanft den Ring entzog.
"Mama?"
"Ja."
"Du musst das anders machen!"
"Aha?"
"Ja-ha! Die Kunst ist, nicht unzufrieden zu sein!"
Oha. Das musste ich erstmal sacken lassen. Die Kunst ist, nicht unzufrieden zu sein. Viel Zeit blieb allerdings nicht. Sanft blies die Erdnuss durch den Ring. Drei große und eine kleine Seifenblase schwebten durch den Garten. Zufrieden und versonnen schaute die Erdnuss ihnen hinterher.
"Und jetzt du wieder, ok?"
Ein wenig fühlte ich mich unter Druck gesetzt. So ähnlich wie mit dem Satz: Sei doch mal spontan. Der Widerspruch liegt in sich. Langsam tauche ich den Ring in die Flüssigkeit, kippe den Becher ein wenig, schüttel nicht, rühre nicht, der Weg ist das Ziel, ich blase mit weichem Atem durch den Ring und...
BUMMS. Zerplatzt.
"Siehst du? Jetzt ganz ruhig bleiben. Nicht ärgern, dann..."
"Dann klappt es auch?"
"Nein!" Erstaunt sieht die Erdnuss mich an. "Dann bleibt es die ganze Zeit schön..."
Im Frühling hat sie immer die besten Ideen, wie ich finde.
(Und von dem Krankenhaus für Babyschnecken erzähle ich ein andermal...)

Weißt Du, ich habe den Eindruck, das alles hat sie von Dir gelernt, in Dir gefunden, bei Dir abgeschrieben. Doch Du selbst übersiehst häufig, was da alles in Dir steckt und es wert ist, kopiert zu werden. ;)
Oha... Das trifft. Sie verstehen, Fräulein Sunny? ;-))
??
ja, vielleicht, wiedergefunden, irgendwie in der rumpelkammer gelandet und dort vergessen... und dann packt eine kleine pummelige kinderhand in den krimskrams und zieht es jauchzend heraus.
ja, doch, irgendwie isses ein spiegel.
und frau windkraft: ja. ich verstehe. die ewig zweifelnden... wir werden ruhiger im alter, verlassen sie sich drauf.
(nur: dann sind wir auch alt. pfff...)