Kleine Erdnuss

20.09.2009 um 19:37 Uhr

Vergleiche hinken...

Es hat so schrecklich lang gedauert, bis wir uns aufraffen konnten heute. Geplant war eine Fahrradtour. Nur ich und die Erdnuss. Die Trödelei schien kein Ende zu nehmen. DIe Erdnuss lümmelte auf dem Sofa , ich wischte lustlos in der Küche rum, packte mal hier und da ein Teil fürs Picknick ein und die Zeit zog scih in die Länge. Keiner von uns wollte so richtig los. Warum verzögert man nur schöne Dinge? Aus Angst vor Enttäuschung? Weil es Kraft kostet zu starten? Aus mangelndem Vertrauen? Mangelnde Energie? Isch weeses nit, irgendwann sprach ich ein Machtwort, stemmte mich gegen den inneren Schweinehund und gegen den der Erdnuss und irgendwann riss sie diese waberige Hülle aus Faul- und Unentschlossenheit. Schon auf der kleinen Straße vor unserem Haus streichelte uns der kühle Wind, die Sonne ließ den blauen Himmel strahlen, die Bäume rauschten in unseren Ohren und wir grinsten uns fröhlich an. "Macht Spaß, nä, Mama?" "Ja!" strahl ich zurück. Und wir treten in die Pedalen, immerzu gradeaus, genießen den Fahrtwind, Schatten, Sonnenflecken, Kastanien auf dem Boden, glitzerndes Wasser neben uns, und wir fahren vorbei an den vertrauten Plätzen, wo wir sonst Rast machen, in unbekannte Gefilde, an schicken Restaurants vorbei, die ich allesamt noch nicht kannte, Wiesen, Hügel, bunte Schirme, irgendwann wird der Weg schmaler, die Büsche dichter, die Bäume höher, die Gegend wilder und plötzlich öffnet sich das Dickicht und wir sehen ihn, bestaunen den Riesensandstrand, der sich vor unseren Augen breit macht.

Er ist wirklich riesig. Flach geht es ins Wasser. Tausende von Muscheln liegen herum. Einige Weiden sorgen für Schattenplätze und ich kann unser Glück kaum fassen.

"Oooooh" entfährt es mir. "Das ist wie im Paradies."

Die Erdnuss seufzt. "Das IST das Paradies."

"Ja. Das stimmt."

Wir rennen ausgelassen durch den Sand zum Wasser. Weich umspült es unsere Füße, die Sonne glitzert auf den Wellen, ein Krebs wird angespült und wir retten ihn, indem wir ihn wieder zurück ins Wasser bringen. Dann Picknick, dann Sandburg, dann Klettern auf den Felsen. "Wie im Urlaub." stelle ich fest, als wir wieder zurück zum Wasser laufen. "Wir haben Urlaub!" lächelt die Erdnuss. "Stimmt. Es fühlt sich an, als wären wir am Strand." Jetzt schaut mich die Erdnuss fassungslos an. "Mama!" Ihre Stimme klingt entrüstet. "Das IST ein Strand."

Wie Recht sie hatte. Und wie bescheuert, dass wir Großen immerzu Schubladen brauchen, um festzumachen, wo wir gerade stehen...

Wir hatten Urlaub heute, wir waren am Strand. Wir waren im Paradies.

Einfach mal eben so.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenNachtwolf schreibt am 20.09.2009 um 20:22 Uhr:Das ist das wunderbare an kleinen Kinderaugen. Denn sie sehen noch das wofür wir schon blind geworden sind. Sie sehen alles gelassener. Mag es ihre jugendliche Naivität sein. Doch damit können sie sich an den noch so kleinen Dingen erfreuen. Doch wenn wir es schaffen all dies in ihnen zu bewahren, dann können sie uns selbst mit nur einem Blick so viel zurückgeben. Denn was gibt es schöneres als in ein strahlendes Gesicht eines Kindes zu schauen. Dieses offenherzige Strahlen. Es kann uns im inneren so tief berühren, um uns selbst wieder die Augen zu öffnen. Für all das was wir nicht mehr sehen können. Es fühlen können. Sie sind es die uns manchmal einfach wieder Kind sein lassen. Um mit ihrer Naivität all das was wir in Kategorien einordnen, vergessen lassen. Uns zeigen was es heisst zu leben. In jedem Moment ein wenig Freude finden.

    Der innere Schweinehund, der ist es meist. Ich denke nicht das man Angst davor hat enttäuscht zu werden. Es ist wohl eher der Alltag der uns die Woche über schwer in Anspruch nimmt. Und wir so an dem kurzen Wochenende diese Schwere einhauchte. Diese die uns nicht hochkommen lässt. Weil wir der Meinung sind das uns ein Tag auf der Couch rumlungernd wieder die Kraft für die kommende Woche gibt. Das ist ein Fehler im Denken. Denn auf ihr, der Couch würden wir nie so einen schönen Nachmittag erleben. ;)

    Auch wenn es manchmal schwer ist sich aufzuraffen um mit einer kleinen Erdnuss den Tag im freien zu verbringen, so sind sie sehr wichtig. Denn wie du selber schreibst kann einer als einfache Radtour geplanter Nachmittag, ein zauberhafter werden. Es freut mich das ihr so einen schönen Tag hattet. Es klingt alles so friedlich, entspannt, gelassen. So wie ein Nachmittag sein sollte.

    Das schöne daran, alles bis dahin gehende. Das Wuseln in der Küche, eine kleine Erdnuss die auch nicht so recht wollte, diese "ach ich hab überhaupt keinen Bock" Gedanken sind vergessen. Ihr habt einen wunderschönen Nachmittag erlebt. Und mit diesem Gefühl kann man völlig entspannt den Sonntag ausklingen lassen. Und dieser sorgt für weitere Gesprächsstoffe. Gedanken die ein kleiner Mensch hat zum austuaschen. Sagen kann "ich war mit meiner Mama gestern im Urlaub. Wir haben einen Krebs gerettet." Kurz sind die Momente in denen wir dies mit den Kindern erleben können. Denn sie werden wachsen. So ist es wichtig jeden einzelnen mit ihnen zu geniessen. Sehr schön. ;)
  2. zitierensunnysightup schreibt am 20.09.2009 um 20:30 Uhr:hey nachtwolf, ich machs mal kurz und lächel dir einfach zu...

    :-))
  3. zitierenNachtwolf schreibt am 20.09.2009 um 20:40 Uhr:Du kannst es ruhig auch länger machen. Erzählen wie du dich fühlst. Was dir selbst dieser Nachmittag gegeben hat. Eine einfache Frage die ich habe: "wie fühlst du dich?" Denn wie die kleine Erdnuss sich fühlt, dass kann ich mir vorstellen. Denn sie wird mit einem völligem seeligen Gefühl schlafen. Doch was hast du aus diesem Tag für dich mitgenommen?
  4. zitierenrabbitbrain schreibt am 20.09.2009 um 20:48 Uhr:Schööööööööön- was Neues...das Warten hat ein Ende... grins!! Ich glaube, dass ich süchtig bin... süchtig nach Erdnussgeschichten!!

    Liebe Grüße
  5. zitierensunnysightup schreibt am 20.09.2009 um 20:50 Uhr:Was ich mitnehme? Das ist dieses immer wieder frappierende Gefühl für das Jetzt, den Moment.

    Dass das Leben immer wieder so etwas für uns bereit hält, und iwr einfach nur zugreifen dürfen...

    Komisch, dass mich das jedes Mal wieder überrascht...

    Aber auch schön.
  6. zitierensunnysightup schreibt am 20.09.2009 um 20:54 Uhr:hey, @rabbitbrain: DAS ist ja süß! Freu mich, dich hier zu sehen. Es werden immer neue Geschichten kommen, so viel ist sicher,,,
  7. zitierenNachtwolf schreibt am 20.09.2009 um 21:05 Uhr:nicht wir zugreifen dürfen.... es müssen. Das sollte die Erkenntnis sein. ;) Doch ich hab dich schon verstanden. :-)
  8. zitierenSeren_a schreibt am 20.09.2009 um 21:18 Uhr:Die Erdnuss is die Beste. Isso. Die weiß einfach, was Sache ist...
  9. zitierenNachtwolf schreibt am 20.09.2009 um 21:32 Uhr:So kann man es auch formulieren. Klingt ein wenig danach als würdest du das zurückstellen was es dir bringt.
    Doch das ist deine Entscheidung. Ich habe verstanden und werde mich so verabschieden.

    dir wünsch ich noch einen angenehmen Abend.
  10. zitierenSeren_a schreibt am 20.09.2009 um 21:42 Uhr:Hey Nachtwolf... wen meinst Du denn jetzt damit?
  11. zitierensunnysightup schreibt am 21.09.2009 um 17:34 Uhr:Äh, jetzt komm ich auch durcheinander, kann es sein, dass du serenas kommentar für meinen gehalten hast, nachtwolf?

    jedenfalls habe ich mit absicht 'dürfen' geschrieben. ich wehre mich in letzter zeit erfolgreich gegen imperative und 'sollen'und 'müssen' - auch das kann schon wieder in druck ausarten - man 'darf' nämlich solche augenblicke auch verpassen, sie sind eben genau dann da, wenn es passt, genau dann, wenn wir sie ergreifen 'dürfen'...
  12. zitierensunnysightup schreibt am 21.09.2009 um 17:44 Uhr:ach und serena: diese klarheit, die bekomm ich da gleich mitgeliefert. man muss nur hinsehen...

    liebe grüße an dich!
  13. zitierenNachtwolf schreibt am 21.09.2009 um 18:00 Uhr:Hey easy Leute. Der Fehler lag echt bei mir. Tschuldigt. Hatte seren_a`s Eintrag echt für deinen gehalten, sunny. Und da ich blind wie ein Maulwurf bin, du somit nicht auf meine Frage geantwortet hast, " wie es dir geht, sunny" so meinte ich mit meinem Satz nur das ich nicht weiter danach fragen werde. Tschuldigt für das Missvertändnis. Ich sollte wirklich besser lesen und mich mehr zurück halten. Mein Fehler. ;)

    Wünsch euch noch einen sonnigen Nachmittag.

    Liebe Grüsse an euch.
    Wolf
  14. zitierenSeren_a schreibt am 21.09.2009 um 19:16 Uhr:Ich bin immer noch verwirrt, weiß dann auch nicht, wie ich das verstehen soll, auf meinen Kommentar bezogen... Jedenfalls stelle ich hier gar nichts zurück, ganz im Gegenteil. Ich glaube, Sunny versteht meinen Kommentar ganz gut, ist ja nicht grade der erste... :)
  15. zitierenrabbitbrain schreibt am 22.09.2009 um 00:05 Uhr:Ähm... um was gehts hier eigentlich- muss man das kapieren?? Die kleine Erdnuss würde doch über sowas nur kopfschüttelnd schmunzeln...
  16. zitierensunnysightup schreibt am 22.09.2009 um 07:57 Uhr:love and peace....

    ich habs jetzt verstanden, bin aber zu müde zu erklären...

    ganz liebe grüße an euch...
  17. zitierenSeren_a schreibt am 22.09.2009 um 09:56 Uhr:Ich glaub ich habs jetzt auch verstanden... :)... und dass Mr. Rabbitbrain wohl recht hat... ;)

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