Vergleiche hinken...
Es hat so schrecklich lang gedauert, bis wir uns aufraffen konnten heute. Geplant war eine Fahrradtour. Nur ich und die Erdnuss. Die Trödelei schien kein Ende zu nehmen. DIe Erdnuss lümmelte auf dem Sofa , ich wischte lustlos in der Küche rum, packte mal hier und da ein Teil fürs Picknick ein und die Zeit zog scih in die Länge. Keiner von uns wollte so richtig los. Warum verzögert man nur schöne Dinge? Aus Angst vor Enttäuschung? Weil es Kraft kostet zu starten? Aus mangelndem Vertrauen? Mangelnde Energie? Isch weeses nit, irgendwann sprach ich ein Machtwort, stemmte mich gegen den inneren Schweinehund und gegen den der Erdnuss und irgendwann riss sie diese waberige Hülle aus Faul- und Unentschlossenheit. Schon auf der kleinen Straße vor unserem Haus streichelte uns der kühle Wind, die Sonne ließ den blauen Himmel strahlen, die Bäume rauschten in unseren Ohren und wir grinsten uns fröhlich an. "Macht Spaß, nä, Mama?" "Ja!" strahl ich zurück. Und wir treten in die Pedalen, immerzu gradeaus, genießen den Fahrtwind, Schatten, Sonnenflecken, Kastanien auf dem Boden, glitzerndes Wasser neben uns, und wir fahren vorbei an den vertrauten Plätzen, wo wir sonst Rast machen, in unbekannte Gefilde, an schicken Restaurants vorbei, die ich allesamt noch nicht kannte, Wiesen, Hügel, bunte Schirme, irgendwann wird der Weg schmaler, die Büsche dichter, die Bäume höher, die Gegend wilder und plötzlich öffnet sich das Dickicht und wir sehen ihn, bestaunen den Riesensandstrand, der sich vor unseren Augen breit macht.
Er ist wirklich riesig. Flach geht es ins Wasser. Tausende von Muscheln liegen herum. Einige Weiden sorgen für Schattenplätze und ich kann unser Glück kaum fassen.
"Oooooh" entfährt es mir. "Das ist wie im Paradies."
Die Erdnuss seufzt. "Das IST das Paradies."
"Ja. Das stimmt."
Wir rennen ausgelassen durch den Sand zum Wasser. Weich umspült es unsere Füße, die Sonne glitzert auf den Wellen, ein Krebs wird angespült und wir retten ihn, indem wir ihn wieder zurück ins Wasser bringen. Dann Picknick, dann Sandburg, dann Klettern auf den Felsen. "Wie im Urlaub." stelle ich fest, als wir wieder zurück zum Wasser laufen. "Wir haben Urlaub!" lächelt die Erdnuss. "Stimmt. Es fühlt sich an, als wären wir am Strand." Jetzt schaut mich die Erdnuss fassungslos an. "Mama!" Ihre Stimme klingt entrüstet. "Das IST ein Strand."
Wie Recht sie hatte. Und wie bescheuert, dass wir Großen immerzu Schubladen brauchen, um festzumachen, wo wir gerade stehen...
Wir hatten Urlaub heute, wir waren am Strand. Wir waren im Paradies.
Einfach mal eben so.

Der innere Schweinehund, der ist es meist. Ich denke nicht das man Angst davor hat enttäuscht zu werden. Es ist wohl eher der Alltag der uns die Woche über schwer in Anspruch nimmt. Und wir so an dem kurzen Wochenende diese Schwere einhauchte. Diese die uns nicht hochkommen lässt. Weil wir der Meinung sind das uns ein Tag auf der Couch rumlungernd wieder die Kraft für die kommende Woche gibt. Das ist ein Fehler im Denken. Denn auf ihr, der Couch würden wir nie so einen schönen Nachmittag erleben. ;)
Auch wenn es manchmal schwer ist sich aufzuraffen um mit einer kleinen Erdnuss den Tag im freien zu verbringen, so sind sie sehr wichtig. Denn wie du selber schreibst kann einer als einfache Radtour geplanter Nachmittag, ein zauberhafter werden. Es freut mich das ihr so einen schönen Tag hattet. Es klingt alles so friedlich, entspannt, gelassen. So wie ein Nachmittag sein sollte.
Das schöne daran, alles bis dahin gehende. Das Wuseln in der Küche, eine kleine Erdnuss die auch nicht so recht wollte, diese "ach ich hab überhaupt keinen Bock" Gedanken sind vergessen. Ihr habt einen wunderschönen Nachmittag erlebt. Und mit diesem Gefühl kann man völlig entspannt den Sonntag ausklingen lassen. Und dieser sorgt für weitere Gesprächsstoffe. Gedanken die ein kleiner Mensch hat zum austuaschen. Sagen kann "ich war mit meiner Mama gestern im Urlaub. Wir haben einen Krebs gerettet." Kurz sind die Momente in denen wir dies mit den Kindern erleben können. Denn sie werden wachsen. So ist es wichtig jeden einzelnen mit ihnen zu geniessen. Sehr schön. ;)
:-))
Liebe Grüße
Dass das Leben immer wieder so etwas für uns bereit hält, und iwr einfach nur zugreifen dürfen...
Komisch, dass mich das jedes Mal wieder überrascht...
Aber auch schön.
Doch das ist deine Entscheidung. Ich habe verstanden und werde mich so verabschieden.
dir wünsch ich noch einen angenehmen Abend.
jedenfalls habe ich mit absicht 'dürfen' geschrieben. ich wehre mich in letzter zeit erfolgreich gegen imperative und 'sollen'und 'müssen' - auch das kann schon wieder in druck ausarten - man 'darf' nämlich solche augenblicke auch verpassen, sie sind eben genau dann da, wenn es passt, genau dann, wenn wir sie ergreifen 'dürfen'...
liebe grüße an dich!
Wünsch euch noch einen sonnigen Nachmittag.
Liebe Grüsse an euch.
Wolf
ich habs jetzt verstanden, bin aber zu müde zu erklären...
ganz liebe grüße an euch...