schlaf
irgendwann vor vier jahren betrachtete ich die erdnuss, während sie schlief. ich tat dies weder zum ersten noch zum letzten mal. ich habe es tausende von malen, nahezu jede nacht gemacht. immer und immer wieder schaue ich mir dieses kleine wunder an. nur damals schrieb ich eine ode an meine kleine anderthalb jährige tochter, die ich nie jemanden zeigte, weil es mir albern und 'nicht gut genug' erschien.
heute sag ich, scheiß doch drauf, denn heute war ein besonderer tag, und ich habe sie mir ganz genau angesehen, während sie schlief, und danach habe ich das gedicht nochmal gelesen, und es ist egal, ob es gut ist, es hat mich heute wieder berührt und das wird es vermutlich bis in alle tage.
schlaf
der kopf
ruht
wirr weich blond
verwirbelt
versunken tief in
daunenflaum
pausbacken
glühen
schlaferrötet
münden
zart
in sanft geschlossenen
lippen
flügelspitzen
erzittern
traumverloren
leise
bebt
grenzenlos sacht
argloser
hauch
fäuste
erblühen
fünfblättrig
tasten
ins leere
nach sternen
nach mir
nach uns
nach dem leben

du hast dir damals gedanken gemacht. also wirklich.
schön haste das geschrieben! richtig schön!
liebe grüße