*~*Aus meinem Leben möcht ich erzählen*~*

31.05.2006 um 14:36 Uhr

Ein Tag

Ich leb den Tag!
Ich öffne die Augen
Und fang' ihn von vorne an.
Einen Tag,
ganz in dem Glauben,
dass er alles bedeuten kann.

Manchen hab ich verschenkt
Manchen hab ich verdrängt
Viele Tage ließen mir zu wenig Zeit
Mancher hat mich geliebt
Ein and'rer hat mich betrübt
Manchmal war der Tag eine Ewigkeit...

(Laith Al-Deen)

31.05.2006 um 14:26 Uhr

Frieden

"Unsere Gefühle einfach zu empfinden und nicht zu bewerten, ist die einfachste Form des Heilens. Die meisten Probleme, Muster, Krankheiten und Mangelzustände sind die Folge von mitgeschleppten, unabgeschlossenen Konflikten und von Emotionen aus der Vergangenheit.

Wenn wir bereit sind, all unsere Gefühle zuzulassen, auch die
schmerzhaften und unangenehmen, dann bringen wir problematische Angelegenheiten zum Abschluß und ersetzen sie durch Frieden."

-- Chuck Spezzano

31.05.2006 um 14:20 Uhr

Entdeckungen

 

Eigentliches entdecken
in der Vielfalt

Eindeutiges
im Undeutlichen

Befreiendes
in der Anbindung

Gewichtiges
im Leichten

Sich selbst entdecken
im Gegenüber...

(Annemarie Schnitt)

31.05.2006 um 12:48 Uhr

Erkenntnis

Ich dachte, ich hab eine gute Freundin.

Wir haben uns vor einem Jahr kennen gelernt, seither sehen wir uns mehr oder weniger häufig, haben aber regen eMail Kontakt und telefonieren viel.

Als es mir jetzt so schlecht ging, hab ich an 6 Menschen einen "Notruf" geschickt, 5 waren da, sie nicht.

Sie hat mir in der Früh gestern geschrieben, dass sie nur noch schnell ihren Sohn fertig machen muss, weil er zur Schule muss, dann meldet sie sich sofort wieder. Gemeldet hat sie sich bis jetzt nicht wieder, obwohl sie online war.

Ich bin froh, dass ich die 5 anderen hatte, sie haben mich aufgefangen und haben sich quasi die Arbeit geteilt. Per eMail, per Telefon, per persönlichem Gespräch. Dafür bin ich so unendlich dankbar, denn ich denke, ohne diese 5 hätte ich es nicht so schnell und gut geschafft.

Keiner hat gesagt "Kopf hoch" oder "So ein Scheißkerl", denn das habe ich nicht gebraucht. Sie haben alle die richtigen Worte für mich gefunden um mich durch diese tiefe Tal zu tragen, haben mich getröstet und ermuntert. Ich denke, dass ich mich glücklich schätzen kann, so viele Menschen zu haben, auf die ich in tiefster Not bauen kann.

Mein Freund meinte vorgestern Nacht zu mir, dass er Angst hätte, dass ich mir weh tu (Ritzen). Da wurde mir schlagartig bewusst, wie fertig ich bin und dass ich das nicht will.
Mir wurde aber auch bewusst, wie gut er mich kennt, denn ich hatte keinen Ton zu ihm gesagt deswegen. Aber ich hab mit mir innerlich gekämpft, damit ich nicht zur Rasierklinge greife.
Ich wusste nicht wohin mit meinem Schmerz, der so stark war. Aber ich hab einen Ausweg gefunden, jemanden, der mich da wieder raus holen kann - MICH! Und meine Freunde, die jederzeit für mich da waren. Dazu gehört auch mein "Freund", den ich jede Nacht geweckt habe und der mich getröstet hat, bis ich wieder ruhiger wurde.

 

31.05.2006 um 08:04 Uhr

Besser

Es geht mir besser. Gestern früh hatte ich noch einmal eine derbe Krise, seither ist es gut. Genau das, was Samson geschrieben hat, waren auch meine Gedanken.

Was mein "Freund" jetzt treibt, muss mir egal sein und ist es mir im Moment auch.

Wir hatten uns vor ein paar Wochen schon darauf geinigt, dass er sich ein Zimmer sucht, was er auch prompt gefunden hat und dort am Freitag/Samstag einzieht. 

Ansonsten habe ich ihn jetzt wohl los gelassen, aber ich kann niemandem erklären, welche Hölle ich durchlebt habe. Ich hatte selbst in meinem schlimmsten Depri Zeiten nicht solche Schmerzen. Ich habe aufgehört zu essen, konnte erst gestern wieder 2 Gabeln warmes Essen zu mir nehmen. Heute früh hab ich schon eine Scheibe Brot geschafft   

Ich habe gestern Abend einer Freundin geschrieben, dass mir jetzt wieder bewusst wurde, wie stark ich bin und mir das einen Schub nach vorne gegeben hat.

Ich weiß, dass ich das alles schaffe und wenn es mir dreckig geht - na und, dann geht es mir eben 2 Tage dreckig und dann geht es wieder weiter. In den Tagen, in denen es mir gtu geht, will ich versuchen, so viel Kraft wie irgend möglich zu sammeln, damit ich davon zehren kann.

Beim Psychologen bin ich angemeldet Samson. Heut Mittag bekomm ich meinen Ersttermin mitgeteilt. 

Gestern fiel mir auf, dass ich uns trotz allem immer als Einheit gesehen habe. Wir waren ein Fleisch wie man so schön sagt. Und nun musste ich dieses Fleisch trennen, das waren meine großen Schmerzen. Ich hab geschrien, so weh hat es getan, es war wirklich die Hölle und ich bin froh, dass ich es hinter mir habe.

Trotzdem glaube ich nicht, dass es Mitleid ist Samson. Wir können immer noch sehr klar reden und uns unsere Gedanken schildern. Auf der einen Seite ist das für mich ein Zeichen, dass wir eine emotionale Distanz aufgebaut haben, sonst ginge das nicht so klar. Vielleicht brauchen wir aber die Distanz, um wieder zueinander finden zu können...

Ich gehe auch von mir aus nur noch selten auf ihn zu, er hängt die halbe Nacht an mir und sucht meine körperliche Nähe. Ich hab damit auch kein Problem, weil ich nicht glaube, dass er schon Sex mit dieser anderen Frau hatte.

Ob ich ihm verzeihen kann, was er mir angetan hat, wie er mich im Stich gelassen hat, dass weiß ich jetzt noch nicht, darüber denke ich auch zur Zeit überhaupt nicht nach. Das wird die Zeit zeigen.

Aber ich rechne es ihm sehr hoch an, dass er gleich zu Anfang zu mir gekommen ist. Es wäre für mich noch schlimmer gewesen, wenn er es hätte laufen lassen und nach 3 Monaten Affäre gekommen wäre um zu beichten.

Für mich ist das ein enormer Vertrauensbeweis, auch wenn ich gerade gesundheitlich so angeschlagen bin.

 

 

Liebes Giftchen

nein, es ist nicht die Angst alleine zu sein, ich liebe diesen Mann. Im Moment blockiere ich zwar meine Gefühle, aber er ist mein Mann, den ich behalten will.

Ich kann auf eigenen Beinen stehen, bin finaziell unabhängig. In dieser schweren Krise hab ich gemerkt, dass hier sehr viele Menschen für mich da sind und mich halten, wenn ich falle. Es ist keine Abhängigkeit, es ist Liebe.
Wir müssen beide dringend einen Weg finden, wieder miteinander reden zu können, diesen Weg haben wir verlassen, weil wir zu viele Probleme mit den Kindern/Beruf/Familie hatten. Das hier alles im einzelnen aufzuschreiben, wäre zu viel, aber uns ist ganz klar, wo unsere Probleme liegen, wir wissen nur nicht, wie wir sie in den Griff bekommen sollen.

Glaub mir, er ist sehr verzweifelt und leidet. Ich sehe seine Augen, wenn wir reden... Er wollte mir nie so weh tun, wie er es jetzt getan hat, aber er ist auch nur ein Mensch.

Versteh mich nicht falsch, ich will sein Handeln nicht verteidigen, ich will es nur erklären, zumindest so, wie ich es wahrnehme.

Ob ich ihm verzeihen kann, weiß ich nicht, aber das hab ich oben schon geschrieben.

30.05.2006 um 07:57 Uhr

Ohne Worte

Nimm bitte diesen Schmerz weg von mir,
ich weiß nicht, wie ich es ertragen soll....

29.05.2006 um 09:26 Uhr

Schmerz


 

Schmerz, du ungebetener Gast,
wie oft holst du mich aus tiefstem Schlaf,
um mir zu zeigen, daß du wieder da bist.
Am Tage verfolgst du mich auf Schritt und Tritt,
machst so manches Vorhaben zunichte.
Rücksichtslos zeigst du mir
stetig meine Grenzen.
Manchmal betäube ich dich,
was du mir später doppelt heimzahlst.
Wenn ich stumm werde,
weil du jede Freude,
jedes Lächeln in mir ersticktst,
wenn ich mich schließlich
in mich verkrieche,
können nur noch meine
stillen Tränen ausdrücken,
was ich fühle.

 
(Annegret Kronenberg)

29.05.2006 um 09:16 Uhr

Und es geht noch schlimmer...

...mein Freund hat mir gestern früh gesagt, dass er vor 2-3 Wochen jemanden kennen gelernt hat und sich für sie interessiert.

Wum....

Ich hatte gestern das Gefühl, mich im freien Fall zu befinden und hab mir gewünscht, dass das Loch endlich zu Ende ist.  Auch wenn ich froh bin, dass er zu mir kommt, bevor da etwas tiefes entstanden ist, ich weiß nicht, ob ich ihn jetzt doch verliere. Oder hab ich ihn schon verloren? Er sagt Nein, mein Gefühl sagt mir Nein. Aber diese Frau ist alleinstehend, hat alle Zeit der Welt, keine großen Sorgen am Hals und kann ihre Zeit natürlich voll für meinen Freund einsetzen, des sich die letzten Monate permanent von mir vernachlässigt gefühlt hat.

Ich bin völlig kraftlos, darum hab ich jetzt alle meine Freunde um Hilfe gebeten. Ich kann jetzt nicht mehr stark sein und brauche Hilfe.

Ich werde heute bei der psychologischen Nothilfe anrufen, bevor ich dazu nicht mehr in der Lage bin.

Mein Krebs ist absolut heilbar, ich bin bei den besten Ärzten die Berlin zu bieten hat.

Wie viel kann ein Mensch ertragen?

26.05.2006 um 21:30 Uhr

Leere

Leere

Sahst Du sie, die Königin der Finsternis,
Gehüllt in ihr Gewand, gewebt aus schwärzester Nacht?
Erblicktest Du sie, die Königin aller Dunkelheit,
Thronend über allen schattenhaften Wesen?

Sie erschien Dir in allen Einzelheiten,
Und doch, doch hatte sie kein Gesicht.
Nur zwei tödlich spitze Perlen streifte Dein Blick.

-Das letzte Bild vor Deinem Aug'-

Dein Leib erstarrt vor Angst,
Denn Du weißt um Dein Schicksal,
Du fühlst Dein Leben entrinnen.
Ausgesaugt............leblos!

Ja, Du sahst sie in all ihrer Schönheit.
Und doch, doch hatte sie kein Gesicht,
Denn Du trägst es von nun an in Dir,
Dort, wo Dein Herz einst schlug.

(gefunden im www, by Inmortua)

26.05.2006 um 21:23 Uhr

Warum?

"Kommen sie bitte mit Frau Krümelchen."

Ewig langer Flur, smal talk.

"Setzen sie sich doch bitte.
Sie wissen ja, der Schnellschnitt war negativ, nun muss ich ihnen aber die bedauerliche Mitteilung machen ..."

bedauerliche Mitteilung ... was redet der da?

"... dass im eingesanden Gewebe ein Karzinom gefunden wurde..."

Alles rauscht ... es wird schwarz ... Ich? ... Nie! ... NEEEEIN! ... Nicht ich, nicht ich ... du hast die falsche Akte ...

"Frau Krümelchen, wir haben Spezialisten, die werden sie heilen!"

Mich muss keiner heilen ... ich bin gesund!

Nicke alles mechanisch ab ... Meine Kinder, was ist mit meinen Kindern? ... Inzwischen halte ich den Befund vom Labor in der Hand ... lese den Namen ... Frau Krümelchen, geb. am ....... das bin ich! ...

ICH? WARUM?

Ich will das nicht!

Aber es ist Realität, ich habe Krebs und bin krank. 

Es geht hier um mich und ich kann alles nur von außen beobachten ... mit Abstand ... um mich zu schützen!?

Das erste Mal seit langer Zeit spüre ich wieder reale Todesangst und kämpfe um mein Leben.

 

 

10.05.2006 um 20:12 Uhr

der Knall

war ganz schön laut am Sonntag Abend. Denn ich hab meinem Liebsten mal alles ganz schonungslos, völlig psychologisch unklug gesagt, was mir so auf dem Herzen liegt. ich hab dabei keine Rücksicht auf seine Gefühle genommen, dementsprechend geknickt war er auch.

Und soll ich euch was sagen; es hat mir gutgetan und ich hatte kein schlechtes Gewissen weil ich gegen sämtliche Kommunikationsregeln verstoßen hab 

Mal sehen was draus wird....

02.05.2006 um 12:30 Uhr

Der liebe Samson...

... hat mich mal wieder nachdenklich gemacht  

Ich hab das ja nun schon öfter mal geschrieben, dass ich nicht weiß, ob dieses Auf und Ab normal ist. Ich höre es immer wieder von anderen, die haben das auch so, aber ist es normal? Normal im Sinne von einer funktionierenden Beziehung.

Oder ist das eine kränkelnde Beziehung die vor dem Aus steht und sich von Streit zu Streit rettet?

Ich glaube, unser größtest Beziehungsproblem besteht darin - eigentlich sind es ja 2 - er hat keine pädagogische Ader/ist völlig unsensibel (fast egozentrisch) für Belange anderer und er lässt sich immer wieder gehen, evt. weil er sich meiner zu sicher ist. 

Wenn ich dann mit ihm rede - oft erst nachdem mir wochenlang der Kamm geschwollen ist - dann ändert er sein Verhalten häufig sofort. Ich hab aber auch schon zu ihm gesagt, dass ich nicht ständig an ihm rumnörgeln möchte und er sich die Dinge, die mir wichtig sind, einfach mal merken soll   

Lebe ich ein Helfersyndrom an ihm aus?

Hach ja, mal wieder Fragen über Fragen

01.05.2006 um 19:35 Uhr

Nabend allerseits

Da bin ich mal wieder.

Wollte melden, dass alles im grünen Bereich ist. Wir raufen uns zusammen und auch wieder voneinander weg. Auf und ab, hin und her. Aber die meiste Zeit sind wir glücklich.

Ich hab das Wochenende über mit ner tollen Lady vom LKA gearbeitet, sie hat mir geholfen (unbewusst) mich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren.
Was sie mir aus ihrer tagtäglichen Arbeit erzählt hat, lässt mich nachdenklich und irgendwie auch dankbar werden, denn meinen Kinder geht es gut. Wir sind alle relativ gesund und munter. Haben unsere Jobs, die Kinder könne in die Schule gehen.

Dass das nicht für alle Kinder so selbstverständlich ist, wurde mir bei unseren Gesprächen bewusst. Das sind Dinge, die man gerne verdrängt....