jung und desillusioniert - reloaded

28.11.2006 um 21:32 Uhr

The Modern Way

Musik: Murky Moon - all so'n Zeugs

Es ist soweit: Mein Computer hat eine SEELE! Seien Sie sich, meine verehrten Interessenten, darüber im Glasklaren, dass Sie jetzt und genau jetzt die allerersten sind, die meinen geschätzten Blog über DSL veröffentlicht zu Augen bekommen.

Sie kratzen sich den Damenbart. Das hat nichts mit Musik zu tun, denken Sie sich, wollen eben nach der Fernbedienung tasten und endlich wieder Ihren Inga-Lindström-Film einschalten, den Ihr Ehegatte weggedrückt hatte, als er sich im Drehen auf diese drauflegte, schnarchend.

Doch Obacht! Ich sage Ihnen: Es geht sehr wohl um Musik. Auch ich kenne den alten Grundsatz: Musikkolumnistinnen erzählen niemals aus ihrem Privatleben! Aber nun zwingt mich meine nach Läuterung strebende Natur schlicht und einfach dazu. Sehen Sie es positiv: Sie erfahren ja keine schlüpfrigen Details über meine Zahnpflege oder Verdauung.

Es ist nur so, dass ich einer kleinen, noch in den Kinderallwetterstiefeln steckenden Band einfach mal schuldig bin, ihnen medienwerbatorisch unter die Arme zu greifen und sie in die Fußstapfen ihrer großen Vorbilder zu heben, wer immer das sein mag. Was das nun mit meinem DSL- Anschluss zu tun hat? Meine erste Amtshandlung im neuen Leben (Ja wirklich wie in einem dieser Hollywoodschinken wo Engel wieder zu Menschen werden fühle ich mich) bestand darin, sofort auf die Seite obengenannter Band zu hüpfen (setzen Sie dazu einfach den Bandnamen mit Bindestrich in der bewährten Verfahrensweise zwischen ein www. und ein .de) und mir die dort veröffentlichen Medien in die Ohren zu schnupfen. Nie wieder durch Dritte gebrannte CDs (für die ich natürlich trotzdem dankbar war, das an dieser Stelle)! This is the modern way.

Auch kann ich nun endlich mein Repertoire an Klassiker-Songs gekonnt vervollständigen. All die schönen kleinen Dinger, die es nie wert waren, dass man sich ein ganzes Album kauft, die mir aber auch kein guter Freund brannte, weil sie einfach ZU standard sind, die aber trotzdem in jeder Indiedisse die wände rauf und runter kraxeln.

Natürlich habe ich auch schon früher fleißig Musik gedowngeloadet. Jedoch konnte ich in der Zeit des Downloads mal eben zwei Wochen die Malediven besuchen.

25.11.2006 um 23:57 Uhr

Ein Text über die Gewinner einer großen deutschen Casting-Show, in dem außerdem noch zwei Bekleidungsketten eine wichtige Rolle spielen. Und Zahnersatz.

Frühlingsgefühle trampeln dreist an dem "Stop! Nur Zutritt für Herbstdepressionen"- Schild auf der Tür zu unserem Herzen vorbei. Die Kolumnistin wundert das gar nicht: Gefühlte 43°C im Schatten sorgen für mächtig Gewirbel. Sowohl in der eigenen Existenz als auch im Musikgeschäft.

Wie anders ist es zu erklären, dass die neue hippe R'n'B-H'n'M-Einheitsklamottenband, die da "Monrose" (oder so) heißt, sich der Weltöffentlichkeit an den geknitterten Rockzipfel schmeißt und sich erstmal partout niemand so recht dafür interessieren will? Ganz klar: Wir sind zu sehr damit beschäftigt, auf Weihnachtsmärkten halbindischen Yogitee zu kaufen, die Bude mit Kerzen zuzuqualmen und anschließend aufgrund dieser Hustenanfälle zu unterdrücken.

Es ist doch wirklich zu Schade. Da haben sich Senna und ihre Schwestern so doll angestrengt, ihre Freudenschreie noch zwei Wochen länger unterdrückt, damit die Presse keinen Wind davon kriegt, dass die Talentköniginnen der Show schon seit Wochen feststehen, zweiundfünfzig Liter Tränen in Tetrapacks hinterlassen, und wen kümmert das? Höchstens noch die Mütter der Obengenannten, die froh sind, Hartz IV endlich sausen lassen zu können und mal über den eigenen Kopftuchrand hinwegzuschauen.

In dezentes Apfelbeige gekleidet präsentiert die sogenannte "Band" ihre Zähne der Öffentlichkeit wie auf dem internationalen Kongress für Dentalheilkunde in Bad Segeberg. Eine Träne des falschen Stolzes verdrückend greift sich Papa Detlef an die Brust und haucht aus: "Fast wie Kinder machen".

Wir wollen ihn in diesem persönlichen und sicherlich seltenen Moment der eigenen Überzeugung allein lassen und wenden uns wieder unseren eigenen, herbstlichen Gedanken zu. Zum Beispiel ist zu erwägen, unter welchen Konditionen ich demnächst meine Wetten um die Beständnisdauer der Gruppe abschließen werde, oder um es herbstlich zu formulieren: wie lange die Mädels wohl brauchen werden, bis ihnen einfällt dass das Leben vielfältigere Ziele für sie bereithält, als auf Pressekonferenzen möglichst viel Haut zu zeigen oder mit ihren Songtextern in die Kiste zu hüpfen, und, jetzt kommts, wie Blätter welk von den Zweigen auf den glitschigen Asphalt segeln.

Lassen Sie mich an dieser Stelle mit Ihnen hoffen, dass die Zusammenkunft der trällernden Orsay-Auslagen wenigstens einen fruchtbaren Erfolg verzeichnen lassen wird: Es gibt viele alte Menschen, die sich über so schöne Gebisse freuen würden. Es ist Weihnachtszeit.

19.11.2006 um 10:44 Uhr

Die Irren und Wirren (m)eines egozentrischen Daseins

Mein Gästebuch hat sich nun schon nach einigen Tagen seines Lebens als Freifrohlockungszone für jedermann etabliert. Darum will ich mir an dieser Stelle das Salzwasser aus den Augen drainagieren und zur Tagesordnung übergehen.

Der Monat ist ja nun schon recht weit fortgeschritten und ist mit Blogeinträgen nicht wirklich reichlich gesegnet worden. Auf der Rangliste der beliebtesten Musik-Blogs muss ich wohl nun auf den Plätzen achtzig bis zweitausendeinhundertneunundzwanzig nachschauen. Zusammenhängenderweise könnte diese Tatsache mit dem Faktum in Relation stehen, dass sich die Kolumnistin von der traditionellen Blas- und Gitarrenmusik ab- und den schnöden Ereignissen eines ereignislosen Alltagslebens zugewandt hat.

Mag sein, dass jenes Schreckgespenst (der Alltag) mir nur wenig Zeit lässt, mich mit dem namentlichen Thema zu beschäftigen. Lieber wühle ich Seitenweise im neuesten Werk von Anselm Grün über Kommasetzung und wundere mich haarekämmend, dass solch jugendgefährdende Schriften nicht dem Index anheim fallen.

Auch steht der Musikexpress noch immer von meiner Person ungekauft im Schreibwarenladen meines Vertrauens herum. Aber das macht gar nichts. Im Laufe nun folgender Woche werde ich die Winterstiefel schnüren, den Geldbeutel zwischen die Zähne klemmen und mir den Musikexpress für meine endogene Festplatte, CD-Rohlinge (solltes es besser heißen: CD-Rüpel?) für den Brenner und zwei Tonnen DVDs für das dafür vorgesehene Laufwerk kaufen. Schließlich muss ich nun all die neuen Features, die der Weltöffentlichkeit bereits seit dem Paläozoikum bekannt sind, sich aber unhöflicherweise an mir vorbeigeschlichen haben, ausprobieren und mich hinterher richtig dolle drüber freuen wie Oli P. nach bestandener Schlittschuhprüfung.

Was nun? Ich gleite gekonnt in die Abmoderation über: "Möchtest du noch jemanden grüßen?", frage ich mein Spiegelbild und drücke ihm das Mikro ins Gesicht. Ich sage: Ich grüße Leser Nummer 3, dem ich noch immer eine Entscheidung schuldig bin. Die Entscheidung, ob ich und diverse andere Musikliebhaber einem Konzert der Phantomrocker Babyshambles beiwohnen. Große Lust krault mir den Nacken, den guten Pete, der sich hartnäckig dagegen wehrt, wie andere berühmte Kollegen nun möglichst gleich das Zeitliche zu segnen, einmal in lebensecht dahinsiechen zu sehen. Doch leider wollen mir die von der Betty-Mitsubishi-Klinik keinen Besuchstermin einräumen. Dass er zum Konzert selbst erscheinen wird, ist natürlich vollkommen unrealistisch.

 

14.11.2006 um 14:50 Uhr

In eigener Sache 2

von: Kuhmilchrockt   Kategorie: In eigener Sache

Desweiteren kann ich mit stolz geschwellter Brust nun sagen: Die magische Grenze von unglaublichen 60 Weblogeinträgen wurde soeben überwunden. In Zahlen übersteigt das den Wortschatz eines durchschnittlichen deutschen Schulabsolventen um das Fünffache.

14.11.2006 um 14:26 Uhr

In eigener Sache

von: Kuhmilchrockt   Kategorie: In eigener Sache

Ich darf hocherfreut und mit dem Yes-Törtchen in der Hand wedelnd verkünden: Nun funktioniert auch endlich die Gästebuchfunktion FÜR Gäste. Leider hat mich bis vor Kurzem keiner meiner 2 Leser darauf aufmerksam gemacht, dass Gästebucheinträge Gästen nicht möglich sind. Sie bemerken das Paradoxon? Ja wie könnte man auch bloß auf die Idee kommen, ein Gästebuch für Gäste freizuschalten. Das wäre ja so wie... wenn öffentliche Toiletten auch wirklich zum der-Natur-folgeleisten gedacht wären, also sagen wir, schlichtweg unvorstellbar. Sollte dieser Fauxpas Sie jetzt weinerlich stimmen, dann fragen Sie sich mal ernsthaftig: Hätten Sie von den Autoren einer Webseite solchen Schwachsinn erwartet? Ja dann also. Oh Gott, jetzt werd ich angezeigt.

14.11.2006 um 14:23 Uhr

Schon wieder Juliette: Diesmal aber bitte politisch korrekt!

Klausuren vorzubereiten macht mir wirklich immer wieder großen Spaß. Zum Beispiel verschafft mir das endlich einmal die nötige Zeit und Ruhe, die sich meterhoch unter die Decke stapelnden  Datenscheiben meines besten Freundes Flo durchzuhören. Diesmal mit dabei: Langgewünschte und im Kalender mit Erscheinungsdatum vereddingte Schmankerl wie Four On The Floor von Juliette y los lickos. Die Gute hat es wieder nicht lassen können: Von Sozialarbeitern im Stich gelassen und ihrer letzten 10 Kilo Crack verlustig gegangen, schreit sich die Juliette (Name der ostdeutschen Pornoindustrie entlehnt) erstmal ordentlich den Ärger über die Welt von der Künstlerseele. Und versucht gleichzeitig schnittig ein bisschen Partystimmung in die Köpfe ihres Auditoriums zu kriegen.

Das brachte mich dazu, den Bandnamen und die Rolle der singenden Actrice im Vordergrund zu überdenken. Wie klingt denn das, wenn man sich selbst nicht mit einbezieht, obwohl man seit hundert Jahren mit der selben Band um den Globus tourt? Ich sage Ihnen auf politische Manier, wie mir das klingt: Wie "Angela und die Bundesregierung" oder "Die USA und die Welt" oder auch "die Linken und die Opposition".

Da sich unsere ostdeutsche Pornowuchtbrumme wahrscheinlich eher wenig um die Politik schert, außer natürlich, dass sie wie alle zu Stimmrecht gekommenen Musiker die immer gleiche Leier über Bush und den Irakkrieg und Verschwörungstheorien über die Zähne von Condi Rice die Musikmagazine rauf- und runterzunörgeln meint, müssen wir an dieser Stelle die Wattestäbchen rausholen und appellieren:

Liebe Licks! Überredet doch eure Chefin mal ganz nett (und haltet ihr dabei ein blank geputztes, rotbäckiges Äpfelchen unter die Nase, damit sie euch nicht wieder mit Verweisen überhäuft wie letztes Mal), den Bandnamen auf demokratische Art und Weise zu ändern. Vorgeschlagenes Argument: Der rezente Stil schmeichelt den Diktatoren dieser Welt, ist quasi eine Liebeserklärung an zentralasiatische oder karibische Lokalgrößen. Und wenn der nächste Präsident der Vereinigten Staaten die Erde kauft, kann man nix mehr machen, da ist dann das Kind schon in den Brunnen gefallen und hat sich übel den Kopf an den Wackersteinen geschrammt.

Weil wir, Sie und ich, verehrte Interessenten, nicht wollen, dass derartiges Gedankengut die Welt wie das Zuckermäntelchen bekannte Schokolinsen überzieht, lehnen wir diese Musik ab. Und hören sie nur heimlich, weil sie uns doch so gut gefällt und die Gehirnwände zum vibrieren bringt. Sodann beginnen wir, unsere Haushaltsgeräte zu unterdrücken und der elterlichen Opposition den Garaus zu machen. Wir engagieren gut geschulte Partisanenkrieger, statten sie mit unseren eigenen Emblemen auf Jacke und Mütze aus und ordnen an, in unserem Auftrag Razzien in Schulleitungen und Universitätssekretariaten durchzuführen und diese anschließend gewaltsam zu räumen.

12.11.2006 um 23:55 Uhr

Extra langer Weblog-Beitrag über die Annäherungsschwierigkeiten einer Kolumnistin mit ihrem zukünftigen DSL-Anschluss

Hilfe! Ich werde massiv unter Druck gesestzt! Man hat mir auf uncharmante Weise vor Augen geführt, was mit meinen eineinhalb Besuchern passieren wird, wenn ich mich weiterhin geschlagene fünf Jahre lang zähneklappernd vor der Tastatur rumdrücke, imaginäre Fliegen fange und mich dann doch lieber für einen Waldspaziergang mit Dackel entscheide. Ich sage bewusst "man", da ich dem Subjekt des Ausspruchs an dieser Stelle nicht die Klamotten vom Körper reißen möchte. Sagen wir einfach, es handelt sich um einen schon öfter erwähnten, guten Freund.

Seit kurzem schmückt ein neuer PC meine triste Kolumnisten-Bude. Erhaben nimmt er Zwölfmeterdreißig neben meinem Schreibtisch ein, weil ich noch nicht dazu gekommen bin, ihn in das dafür vorgesehene Fach in Selbigen einzuräumen, wie man dies ordnungsgemäß tun sollte, um plötzlichen Klaustrophobierückfällen vorzubeugen. Aus gutem Grund: Es fehlt ihm noch der Internet-Zugang, und mir somit die Möglichkeit, meinen geschätzten Interessenten die Rübe mit Wertschätzungsklauseln zu buttern.

Fröhliches Hin-und-Her-Stecken von Kabeln und Unter-Tischen-und-Heizungsrohren-rumkriechen sind daher nun Inhalt meiner -ich würde glatt nochmal "trist" sagen, aber das wiederholt sich dann so blöde- meiner Tage auf Erden. Denn ins Netz kann ich ja nur noch mit dem ollen PC.

Kürzlich informierte auch ich mich mit tief ins Gesicht gezogener Sonnenbrille und Kopftuch im Flüsterton und absolut anonym über einen dieser neumodischen DSL-Anschlüsse. Poah, da kommen Kosten auf mich zu. Man könnte fast ein Liedchen nach der "Backe, backe, Kuchen"-Melodie dazu komponisieren: Dazu werden schlicht Milch, Eier, Zucker, Butter usw. durch monatliche Grundgebühr, Flatratekosten, Hardware-Bereitstellung, Anschlusspreis, Versandkosten ersetzt. Jetzt höre ich schon wieder die rosagesichtigen Nerds hinterm Ofen scharren: Ja, aber! Trotzdem: Ich bleibe beim mir vertrauten Anbieter, der mich schon in meiner Zeit als Internet-Säugling ernährte.

Bei mir heißt es wohl nun: Nicht ohne Papas Geldbeutel. Und jeder, der auf die dumme Idee kommt, diesen Blog zu lesen, lacht sich nun leise ins Hemd und fragt sich verwundert, wie man eigentlich so ein Problem daraus machen kann. Und ich weine mich in den Schlaf oder heule den Mond an: Wie, oh Mond, haben die andern das bloß hinbekommen? Übrigens eignet sich diese Frage auch besonders gut zum an-wichtigen-Dingen-des-Lebens-herumphilosophieren.

05.11.2006 um 22:45 Uhr

Sommer ade, Reifenwechsel tut weh

Liebe Freunde, es ist soweit. Der Winter ist da und streichelt uns mit eisgekühlter Hand die feuchtigkeitsgecremte Wange: Machen wir also schleunigst das beste draus. Unverzichtbar in diesem Jahr: Kieselsteine sammeln, Bauernregeln auswendig lernen und über die eigenen Fettpölsterchen mal ganz scharf und angestrengt nachdenken; es dann aber auch fix wieder sein lassen.

Musikalisch wird der Winter wenige Neuheiten hinterm Ofen hervorlocken, daher freuen wir uns schon jetzt behände auf das nächste Album irgendeiner abgerockten irischen Indieband.

Falls Sie falscherweise jetzt auf die Idee kommen sollten, eine andere Alternative, nämlich das posthume Weiterstricken von Oma Herthas Schlechtwetterschal, ernsthaftig in Betracht zu ziehen, atmen Sie noch einmal tief in die Bauchmuskeln und entdecken Sie Ihr neues Ich. Dieses Ich wacht eines Nachts vor Kälte zitternd unter der Diddl-Decke auf und merkt, dass die Winterreifen schon längst an ihrem Platz hätten sein müssen.

Die Kolumnistin kommt richtigerweise ins Grübeln! Soll sie wirklich die empfindsamen Naturen der Autoreparateure in Verlegung bringen, in dem sie ihnen brühwarm erzählt, dass diesen Winter Kieselsteinsammeln, Bauernregeln und Fettpölsterchen hoch im Kurs stehen? Und ganz nebenbei zufällig und wie von Geisterhand erwähnen, dass sie ja eigentlich neue Winterreifen braucht? Natürlich ohne dass die Autoreparateure es merken?

Verehrte Interessenten, vielleicht ist das ein Problem neurotischer Kolumnistinnen. Aber falls auch Sie Freunde von Freunden von Geschwistern von Tanten väterlicherseits derer Cousinen aus erster Ehe haben, denen es die Schamesröte ins Gesicht treibt, bei ihrer Werkstatt vorstellig zu werden, lassen Sie diese bitte über den Verband der deutschen neurotischen Kolumnistinnen mit mir in Kontakt treten.

04.11.2006 um 01:25 Uhr

Hau-Ruck

Alle Jahre wieder ist es so weit: Das Musikfernsehen verleiht schnieke Trophäen an besonders talentierte Künstler. Da ist dieses Jahr in der Jury wohl etwas verkehrt gelaufen, als über den besten deutschen Act abgestimmt worden ist. Die Kolumnistin wundert sich, was denn in Manitus Namen mit den Preisrichtern los war. Hat Rihanna in der Mtv-Redaktion ihr Strumpfband verloren, sodass niemand bemerkt hat, wie der Neuköllner Hauptschüler Yassin B. Silbermond aus dem Umschlag entfernte und Bushido hineinschob?

Wie gesagt, Trophäen für besonders talentierte Künstler. Aufmerksamen Lesern wird aufgefallen sein, dass Obengenannter jeder dieser Bezeichnungen spottet. Besonders? Niente. Talentiert? Fehlanzeige. Künstler??!! Fragen Sie mich lieber später noch einmal, diverse Einrichtungsgegenstände haben hier schon genug gelitten.

Es geht ein Ruck durch den deutschsprachigen Raum. Was möchte uns der junge Mann da im Fernsehen sagen? Fäkalsprache für alle? Frauenverachtung verfassungsrechtlich schützen? Solarium unter 18? Verehrte Interessenten! Bevor sie jetzt angeekelt die toleranten Augen zudrücken und in Anbetracht Ihrer nächsten bevorstehenden Schutzgeldrate lieber ganz fest an Formel 1, Tütensuppen oder andere gutbürgerliche Verirrtheiten denken, möchte ich Sie dringlichst darauf hinweisen: Dies ist ein durchaus ernstzunehmendes Thema! Nicht umsonst wird es die Dönerbuden rauf und runter diskutiert.