jung und desillusioniert - reloaded

18.02.2011 um 22:14 Uhr

Kikeriki, die neue Radiohead ist hie!

Nach langem Gegacker ist es nun endlich soweit: Thom Yorke hat ein neues Ei gelegt. Eine Eigenart von Radiohead-Fans ist ja, dass sie, sobald das Erscheinungsdatum eines neuen Tonträgers ihrer Helden näher rückt, liebevoll alle Kalender, die ihnen unterkommen, mit Kreuzchen schmücken, den heimischen Putz mit Strichmännchen verunstalten und ihren gesamten Jahresurlaub auf einmal nehmen, um rechtzeitig ganz bei ihrem Küken sein zu können. Genervte Freunde, die ihre Kalender nachkaufen müssen, Vermieter, die die Kündigung schwenken und Arbeitgeber, die das dann schon erfolgreich getan haben, spielen keine Rolle mehr. Doch der Radiohead-Fan ist glücklich, denn er ist nun wieder für ein paar Wochen Hahn im Korb ein paar neuer, furchtbar durchdachter Tracks. (Und dann beginnt's von vorn, ja ja.)

Doch genug der Hühnerwitze! Radiohead haben also ihr neues Album "The King of Limbs" veröffentlicht. Als verantwortungsvolle Blogmutter und professionelle Senf-dazu-Geberin möchte auch ich Ihnen meinen ersten Eindruck natürlich nicht vorenthalten. Und Sie dachten schon, Sie kommen drum herum!
Wie das immer mit neuen Platten von alteingesessenen und viel gemochten Kapellen so ist, verursacht das erste Hören nicht gerade Erleuchtung. Ich denke, das ist gut so. Denn springt man bei ohrfremder Musik sofort an die Decke, läuft man Gefahr, sich erstens den Kopf zu stoßen und zweitens, das neue Ding kurzerhand, wie ich es nenne, totzuhören. Und das ist schließlich, wie wir alle wissen, des Zuhörers ärgster Feind. Und ja, auch diese Platte ist wie immer anspruchsvoll und wird wohl eine Weile brauchen, bis sie den Hühnerstall verlassen und mit den anderen im Sand unserer Herzen scharren darf (ok, der musste noch sein).

Nach "In Rainbows" tut sich ein Nachfolger zugegebenermaßen auch schwer, da es sich hierbei quasi um das goldene Ei handelte (und der). Die neue Platte ist, wie vorherzusehen war, mit leicht elektronischem Kling-Klang unterlegt, was für meinen Geschmack ein bisschen mehr hätte übertrieben werden können. Dafür hätte ich gern ein bisschen weniger Weinerlichkeit, ein bisschen schnellere Beats und ein oder zwei Tracks obendrauf. Da das "Do-it-yourself-Radiohead-Album" zum Glück aber bisher nicht erfunden wurde, müssen Sie und ich dann doch mit dem vorhandenen Material "arbeiten". Und wenn mich mein kolumnistisches Gefühl nicht täuscht, dann werden wir es lieben. Wie immer.

Damit Sie sich selbst ein Bild machen können (da fällt mir auf: sich ein Bild von Musik machen, ist ja auch irgendwie dämlich), streicheln Sie den Link unter diesem Text oder 
unterstützen Sie den Geflügelhof finanziell. Zicke-Zacke - na Sie wissen schon.


Radiohead - Lotus Flower

15.02.2011 um 15:01 Uhr

Spring Break Now!

Musik: siehe Link

Ich erkläre hiermit den Frühling für eröffnet. Sie mögen mich voreilig nennen, aber wer hat gesagt, dass absterbende Gliedmaßen und die miese Laune von ebenfalls ganz schön abgestorben aussehenden DienstleisterInnen kein Grund für kawummige Musik sind? Zelebrieren Sie mit mir die guten Seiten des Februars: Steinharte Hundehaufen (ätsch!) und dass er nur28 Tage hat. Meine Playlist für kalte Tage und warme Gedanken:

01Crystal Fighters - Xtatic Truth: "Wir machen Dance-Musik mit baskischen Elementen", sagen sie über ihre Musik.Von mir aus hätten die auch auf Kochtöpfe eindreschen können: Für mich klingts nach Bollywood, aber in gut. Eine Band, deren Platten tatsächlich noch innovativ sind und trotzdem keine Banalität. Unbedingt noch mehr hören!
02Totally Enormous Extinct Dinosaurus -Garden:Keine Angst, es muss niemand gleich wieder weinerlich werden, weil er die Band nicht kennt. Es erging mir ähnlich. Die Kolumnistin hat ebenfalls Unfehlbarkeitsausfälle, aber stolpert von Zeit zu Zeit über Schätze und stößt sich den musikalischen Zeh an Diamanten. Augen schließen und den Orgeltupfern lauschen (Ja, da sind sie wieder. Überhaupt glaube ich, sind die 10er Jahre DASJahrzehnt für Orgeln und Panflöten).
03Mark Ronson and the Business Intl- BangBang Bang: Regelmäßige Leser meiner Kolumne werden schon mitbekommen haben, dass Hip Hop eher, sagenn wir, nicht so "mein Ding" ist. Hänge daher auch eher selten mit labberigen Hosen in besprühten Hauseingängen rum und auch mein Verhältnis zu gesprochenen Textpassagen war bisher eher mäßig ekstatisch. Alles egal! Lassen Sie uns gemeinsam diesen  Track lieben! Er verdient unsere Liebe! Jetzt! Ja!
04Fan Death - Veronica's Veil (Erol Alkan's Extended Rework): So ein bisschen böser Bass musste dann doch sein.Dann wird's erstmal langweilig, aber wenn die Vocals erklingen , möchte man mit dem/der Nächststehenden Liebe machen.
05Guards - Trophy Queen: Träumen muss man ja auch dürfen. Zum Beispiel davon, dass man wieder auf Wiesen sitzen kann, ohne sich Hämorrhoiden oder nasse Unterhosen zu holen.
06The Aikiu - Just can't sleep (MightyMouse RMX): Ich möchte bei den derzeitigen Zuständen da draußen ja manchmal gar nicht mehraufwachen. Und dann landete dieses schöne, wuppige,Achtziger-Klavier-Beat-Stückchen in meiner Playlist und schon zuckt das Tanzbein! Leck mich, Februar!

Sollten Sie nun auch Lust bekommen haben, ein bisschen den Winterspeck wegzuzappeln, finden Sie die Mucke zum Blog wieimmer hier. Wer dann noch unkonstruktive Kritik verlauten lassen will, kann das in der Eckkneipe seines Vertrauens tun oder wird des Blogs verwiesen. So.
Es grüßt naserümpfend,

die Kolumnistin