jung und desillusioniert - reloaded

21.05.2011 um 22:55 Uhr

Bumsfidel ins neue Geschäftsjahr: Mitarbeitergesundheit bei der ERGO

Die Ergo-Versicherungsgruppe kümmert sich um die geistige und körperliche Gesundheit ihrer Mitarbeiter und verzichtet nun darauf, diese in strapaziöse Urlaube zu entlassen. Stattdessen stellt sie ihnen zwanzig bemalte Betreuerinnen zur Seite, die die Gestressten sehr viel effektiver regenerieren können. Die internen Seminare werden überraschend gut angenommen:

Ein "Mordspaß" muss das gewesen sein, so betitelt es auch das HMI-Mitabeiter-Magazin. Und warum sollte man den besten Bullen im Stall nicht ermöglichen, sich mal nach Herzenslust die Hörner abzustoßen, damit die am nächsten Montag wieder mit Schmackes Mutti knutschen und braven Deutschen Stempel auf ihre Policen pfeffern können? Hohe Tiere brauchen Ausritt. Selbstverständlich muss bei Vergnügungen dieser Art selbst unter den Verantwortlichsten der Verantwortlichen darauf geachtet werden, dass niemand sich die Birne am Schampusglas stößt oder gar im Schampuspool - selig, aber doch final - ertrinkt. Gut also, dass die Ergo-Gruppe ca. zwanzig verständnisvolle Damen engagiert hatte, die sich um das ein oder andere Wehwehchen unserer Alphamännchen kümmerten. Mit erleuchtenden Farbcodes am Handgelenk, die jedem Familienvater verrieten, wo er sich wie zuhause fühlen durfte, und wo er nur gelegentliche Erfrischungen zu erwarten hatte. Für- und vorsorglich, wie wir es von Versicherungen kennen! Äußerst sozial auch, dass alle Betreuerinnen statt störende Kleidung tragen zu müssen, in jugendliche Bodypaintings in den Firmenfarben gehüllt wurden, um sie vor Überhitzung zu schützen.

Die Kolumnistin fragt: Warum sollten nur internationale Führungsgrößen wie Dominique Strauss-Kahn oder der bumsfidele Silvio Berlusconi sich auf ihren Dienstreisen mit gelegentlichen Entspannungsseminaren vor Burnout schützen können? Gut, dass es noch Unternehmen gibt, die hier auch den "kleinen Mann" - buchstäblich - nicht zu kurz kommen lassen.

20.05.2011 um 17:06 Uhr

Ein weiteres Opfer der Stadtpolitik

Wie nicht wenige vor ihr, muss nun auch Tante Maria das Feld räumen und ihr Kaffeegeschirr beim Pförtner des Krematoriums "Elysium" abgeben.
Die Rede ist vom Club "Maria am Ostbahnhof" der morgen Abend zum letzten Mal bespielt wird und danach endgültig seine Türen schließt. Das heißt: am Sonntag danach. Oder Montag. Oder... Man wird sehen.

Menschen mit Geschmack wollen nicht mehr in die Maria gehen und so ist es auch eigentlich gar nicht schade, dass der große Flachbau an der Spree nun noch flacher gemacht werden soll. Der entheimatete Proll wird sich ein neues Tanzstübchen suchen und die Menschen mit Geschmack, wie gesagt, an anderer Stelle belästigen.

Trotzdem rufe ich dazu auf, sich an die "guten"Zeiten zu erinnern. Als man hier noch tolle Konzerte besuchen oder einfach nur dem nächtlichen Regen entkommen konnte, um dann zu merken, dass es sich lohnt, doch noch einen Jägermeister länger zu bleiben.

Sagen Sie nun darum mit mir der Maria am Ostbahnhof


PS: Man sieht sich immer zweimal im Leben. In Berlin manchmal auch öfter. Teilweise machen Clubs auch gar nicht zu, ob wohl sie schon seit drei Jahren weg sein sollten. So ist das!

16.05.2011 um 21:20 Uhr

Traumreise ins ehemals mitteleuropäische Aserbaidschan

[Auf vielfachen Wunsch, dem ich mich einfach beugen MUSS, kopiere ich Ihnen nun weiterhin meine Kolumnen in das blogigo-Fenster. Viel Spaß damit.]

Ich reise ja to-tal gerne. Am liebsten in super exotische Länder. In deren Kultur ich mich ordentlich daneben benehmen kann und deren Sprache ich nicht spreche. Manch einer würde ja jeden Einheimischen argwöhnisch mustern, wenn der ihn freundlich um ein paar Scheine einer wertlosen Währung bäte, ich hingegen dächte nur: "Was für eine erotische Satzmelodie". Reisen in den hinterasiatischen Raum beispielsweise werden ja auch empfohlen, um mal wieder so richtig herzhaft auf den Pott zu gehen. Immerhin ein exotischer Pott!  Schon seit einer halben Ewigkeit hege ich außerdem den dringenden Wunsch, einmal aus Jux und Dollerei auf einem, sagen wir, venezolanischen Flughafen mit einem Kilo barrenartig in Aluminiumfolie verpacktem Backpulver die Sicherheitskontrollen zu passieren, danach dramatisch die ortsansässige Polizei mit einer großzügigen Summe auszustatten und den Rest des Urlaubs vorzugeben, ich merke nicht, dass mir ein zwanzigköpfiger, bis an die Goldzähne bewaffneter Brüderclan auf den Fersen ist. Ein Mords-Spaß wär das!

Doch mein absoluter Favorit in Sachen Traumziele ist momentan Aserbaidschan. Herrlich, dieses Land! Und dass sie auch Mucke machen können, bewiesen uns die Aserbaidschanen, wenn sie so heißen, am Wochenende beim ESC 2011, auf den Sie und ich uns selbstredend schon ein halbes Jahr lang wie blöde gefreut haben! Ich dachte ja zuerst, dass da der Sänger von Keane mit Nicole Scherzinger zusammen ein Duett schmettert. Die guten heißen aber Ell & Nikki, wobei mir bis heute nicht ganz klar ist, wer da wer sein soll. Anlass genug jedenfalls, einmal Google Maps anzuschmeißen und nachzukieken, wo sich dieses ominöse, angeblich europäische Land denn so befindet. Was kaum jemand weiß: Das schöne Aserbaidschan wurde 1979 ans kaspische Meer umgesiedelt. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich das sympathische Land direkt halblinks neben der Schweiz. Daher nun auch, in Gedenken an die alten mitteleuropäischen Wurzeln, die Teilnahme am Eurovision Song Contest, den die stolzen Neuasiaten locker für sich entscheiden konnten. Herzlichen Glückwunsch dazu! Die Kolumnistin verspricht, ihren nächsten Urlaub in Baku zu verbringen und damit den Aserbaidschanösen Hauptstadttourismus ordentlich um einhundert Prozent anzukurbeln (von 0 Besuchern pro Jahr auf einen). Und schließlich kann es da auch nicht anders zugehen als in ... Berlin, Lichtenberg.

12.05.2011 um 23:38 Uhr

UMZUG

von: Kuhmilchrockt   Kategorie: In eigener Sache

Verehrte Laufkundschaft, Auklauber meines geistig Erbrochenen: Sie finden mich für dahin nun endgültig hier:

 

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