jung und desillusioniert - reloaded

17.06.2012 um 12:48 Uhr

Officetunes

(Auch wenn es nicht so aussieht, die Videos laden. Dauert nur lange. Anm. d. Kol.) 

Manchmal muss einfach Wochenende!

Ich sitze hier auf der Arbeit (Sie hätten nicht gedacht, dass ich in diese Gesellschaft noch etwas anderes zugebe als meinen Senf?) und gehe meiner wahren Berufung nach. Das heißt genauer gesagt, ich tue für einen Moment so, als sei dies um mich herum hier nicht ein langweiliges Bundesinstitut sondern das Headquarter des NME o.ä...

Das dumme am Musikhören am Arbeitsplatz ist ja, dass man damit entweder seine Kollegen in den Selbstmord treibt, oder aber - wie ich - von den nach außen hin super schallgedämpften Markenkopfhörern nen Satz warme Ohren verpasst bekommt. Gerade jetzt im Sommer eine unangenehme Sache; andererseits beugt es enorm der Verschwendung von Arbeitskraft durch Spontansuizid vor.
Um dennoch im Büro einen kühlen Kopf zu bewahren, sollte auf passende sommerliche Durchpustung der Gehörgänge nicht verzichtet werden. Tanzen wir ins Wochenende mit Hot Chip!

Zuerst macht es den Eindruck, als würde einen das neue Hot Chip Album genau da abholen, wo einen das alte hat sitzenlassen: nämlich im Niemandsland zwischen Hit und Lückenbüßer, der für dahin ein Markenzeichen der Band bleiben wird, ohne dass jedoch auch nur ein Song dabei seine Liebenswürdigkeit einbüßen müsste. 

Was man vorab im Netz hören durfte, machte Geschmack auf ein großes technoides Feuerwerk, was kam, war dann allerdings doch - und ich sage bewusst nicht "nur" - eine typische Scheibe Hot Chip. Um Ihnen das begreiflicher zu machen, versuchte sich die Kolumnistin kurz mal im seriösen Musikhören und machte hinter jedem Track Sternchen, wie seriöse Musikhörer dies bekanntlich tun. Drei Sterne konnten erreicht werden, je mehr Sterne, desto mehr bleibt das Liedchen im Ohr stecken.

Motion Sickness ***
How Do You Do *
Don't Deny Your Heart *
Ends Of The Earth **
Let Me Be Him ***
Always Been Your Love ***
Look At Where We Are **
These Chains ***
Night And Day ***
Flutes ***(*)
Now there is nothing *

So viel also zum Einblick in den jungunddesillusioniert'schen Schaffensprozess. Ich lasse mir gerne vorwerfen, dass ich mit Sternen allgemein etwas inflationär umgehe, vorallem wenn es sich um von mir geliebte Kapellen handelt. Und spätestens beim nochmaligen Hören des obertollen "Flutes" habe ich mich dann auch geärgert, dass es nur drei Punkte gab und war gleich mit mir selber böse. Oder?


HOT CHIP "Flutes" von domino

Übrigens hört man es ab und zu ganz schön berlinern auf der Platte. Rein beatmäßig, natürlich. Vor allem "These Chains" hat sich wohl die Trompeter der Kalkbrenners ausgebort. Hoffentlich schlägt mich keiner für diese Aussage.

Gut, was? Mit diesem Post habe ich es nun also wieder einmal geschafft, Ihre und meine Zeit totzuschlagen, alle unnötigen Informationen in Ihren Schreibtischgehirnen zu löschen, und damit Wichtigerem Platz gemacht. Wie z.B. der Erkenntnis, dass wir jetzt alle ganz schnell nach Hause gehen sollten. Und obwohl mir die Arbeit bei meinem imaginären Musikmagazin solchen Spaß macht, habe auch ich mir mein Wochenende mehr als verdient. Nicht, dass wir am Ende noch Tag und Nacht arbeiten! Und falls doch: Nie ohne Musik.


HOT CHIP "Night & Day" von domino

(Auch wenn es nicht so aussieht, die Videos laden. Dauert nur lange. Anm. d. Kol.)

15.06.2012 um 16:18 Uhr

What the Fuck?

von: Kuhmilchrockt   Kategorie: In eigener Sache

Hat einer von Ihnen eventuell einen Schimmer, warum mein Blog so dumm aus der Wäsche guckt?

Eigentlich wollte ich Ihnen an dieser Stelle meine neueste Kolumne zu Gemüte führen. Da das aber wohl grade gar nicht geht und Videos etc. nicht angezeigt werden, hier der Link: http://www.jungunddesillusioniert.blogspot.com

Hoffentlich geht das bald wieder hier :(

02.06.2012 um 11:32 Uhr

Die geschwollene Stirnader der Anti-Toleranz

Vehrehrte LeserInnen! Soeben ist mir beim Rumömmeln auf der Couch mein Fuß eingeschlafen. Nun fragen Sie sich berechtigterweise, wer um halb elf Uhr morgens schon auf der Couch Rumömmeln tut, und ob da eventuell mein Grammatikzentrum von betroffen sein könnte, das ja bekanntlich im Fuße sitzt. Ich ömmele hier so, um mir Gedanken über Toleranz zu machen. Und dem Grammatikzentrum drohte ich damit, in Zukunft nur noch Plateau-Sneakers zu tragen, und schon war es wieder brav und verrichtet nun seinen Dienst wieder ganz hervorragend.

Ach so, Toleranz. Die kann nerven. Nicht, dass ich die im Allgemeinen schlecht finden würde. Im Gegenteil: Ich bin wirklich ganz doll PRO!! Pro Minderheiten, pro Tiere, pro Wetter und überhaupt. Es gibt ja auch Dinge, da darf man gar nicht pro sein: Ungern gesehen sind zum Beispiel das höchstens retro-schicke pro Atomkraft oder pro Fleischessen. Was mich aber wirklich stört, und mich stört, jaja! so einiges, sind Menschen, die gegenüber ALLEM und JEDEM einfach furchtbar tolerant sind. Die einfach nichts auf die Birke oder aus der Plattenbauwohnung bringen kann (ich habe diese schönen deutschen Redewendungen hier aus plötzlich anflutenden patriotischen Gefühlen heraus mal ein bisschen mehr mit Heimatbezug belegt). Sie wissen schon. Erasmus-Studenten. Der "Wir sind eine große Familie"-Käse. Leute, die in der Bahn mit Wildfremden philosophische Grundsatzdebatten anfangen, dabei aber immer total nett bleiben. Die versuchen, mir Kulturlosigkeit als "geistige Freiheit" zu verkaufen. Die  dafür sind, dass jeder Mensch sich die Haare so lang wachsen und verfilzen lassen darf, wie er will, nein, er stellt ja kein wandelndes Hygienerisiko dar! Und, ganz besonders schlimm: Diese, die auf die Frage "was hörst'n du so?" mit "eigentlich alles" antworten. No Go. Out. Raus. Ich muss weg. Ade!

Liebe Erasmus-Studenten! Man muss nicht alles gut finden! Insbesondere auch nicht, um hier nochmal die musikalische Kurve zu kriegen, das neue Gossip-Album "A Joyful Noise". Ganz und gar nicht erfreulich ist dieser Krach, den uns die dicke Tanzlehrerin aus dem Westen und ihre Kumpels da auf die Plattenteller gleiten lassen. Ich würde zwar auch nicht so weit gehen, das Album eine "Frechheit" zu nennen. Es wird sich ja sicher jemand ganz besonders tolerantes finden, dem das wieder richtig gut gefällt. Discopop und weichgespülte Wavemucke ist unter den Tolerantis ja sowieso schon immer total angesagt gewesen. Genauso wie Techno. Heavy Metal. Volksmusik!!! Sie sehen, worauf ich hinaus will.
Hören Sie sich vielleicht einfach mal die letzten und das neue Album zum Vergleich an: Auf der einen Seite "Auf's Maul". Auf der anderen: "Noch einen alkoholfreien Sekt, vielleicht?". Am Arsch!

Für viele von Ihnen, und allein das enttarnt Sie bereits als Angehörige der Obertoleranten, "meckere" ich einfach nur. Dabei tu ich nur eines: Ich sage die verdammte Wahrheit.

Mein Fuß ist übrigens wieder aufgewacht.