jung und desillusioniert - reloaded

22.05.2015 um 23:02 Uhr

11 Jahre Hot Chip entlocken mir ein kleines OH!

Mir kommt es langsam so vor, als würde ich jedes mal nach einer langen Schreibpause etwas über Hot Chip zu sagen haben. Und liege es nur daran, dass die fünf Briten einfach in schöner, ja auch zuverlässiger Regelmäßigkeit Alben veröffentlichen; Alben, die immer ein bisschen zu cheesy sind, ein bisschen zu übertrieben tanzig als ernst genommen zu werden, zu ironisch um als sensibel durchzugehen. Dabei ist es ganz einfach: Auf diese Band muss man sich einfach einlassen, sie fordert nicht weniger von Ihnen als den One-Life-Stand. Scherz beiseite. Die Pitchfork nannte die neue Hot Chip Scheibe „Why make sense“ die viert-beste der Karriere der Elektroschlagerpunker, ohne zu erwähnen, was die anderen drei Platten sind (und was bei sechs Platten auch eher ein Schlag ins Gesicht ist). Ich würde, „Made in the Dark“ auf der eins verorten (kann man nicht viel gegen sagen) dann, die schon erwähnte One Life Stand und The Warning – ach. Ich könnte mich nicht entscheiden. Schon Album Nummer sechs kreuzt die Lande und ist endlich wieder mal eine Ansage nach „In Our Heads“ (die nichts desto trotz ihre schönen Momente hatte). 
Und, liebe Leserinnen, es kann nicht nur daran liegen, dass ich mir einen Aperol-Spritz zu viel ins Gesicht gegossen oder Hüllen- und Hemmungen vor kurzem fallen lassen habe. Das Songwriting derer ist einfach großartig. Natürlich kommen sie um die üblichen Schmuse-Saubermach-Musik nicht herum. Dafür kann das Album mit mindestens 5 Hits aufwarten, von denen 3 meine Geheimtipps sind und noch nicht vorab veröffentlicht worden sind: Da ist natürlich der krachende Opener „Hurrache Lights“ und das unumgängliche „I need you now“, was sie vielleicht schon vom Indiegelumpesender ihres Vertrauens her kennen. Viel gutiger und unscheinbarer daherkommen aber: „Started Right“ – mein absoluter Favorit des Albums, sowie „Cry for you“ (leider ohne Video) und „Easy To Get“. Ich lasse ihnen Kostproben angedeihen! 







 

Und so sitze ich nun hier an einem Freitag Abend, während meine besten Freunde und meine bessere Hälfte sich auf Schussfahrt richtung Süden befinden und ich auf die nächste – hoffentlich nicht bestreikte – Bahn zu meiner eigenen Famile warte ,vorm Rechner, schreibe Ihnen ein paar Zeilen und binge-dingse die Hot Chip Diskografie. Oh-oh. Es gab so viele gute Momente. Denken Sie doch nur an „I feel better“. „Touch too much“! „One Pure Thought“ - OH!
Fest steht: Im Gegensatz zu anderen Musikern produzieren diese Herrschaften nur einen Bruchteil ihres Schaffens Käse.