jung und desillusioniert - reloaded

23.10.2015 um 14:51 Uhr

Be Laub, my friend

Vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen – Der Herbst ist da und nicht nur deutsche Bäume werden immer brauner. Allerorten fürchtet und sorgt und bürgert es nur so vor der kalten Jahreszeit, die für Viele leider längst nicht mehr nur mit dem ungemütlicher werdenden Wetter begonnen hat. Ich rufe zum gemeinschaftlichen Zurückdenken an die eigene Schulzeit auf – Im Geschichtsunterricht wurden uns die immer gleichen Bilder gezeigt und auf Klassenfahrten haben wir die immer gleichen Ziele besucht. Zurück blieb die Frage, warum wir, aufgeklärte junge Menschen, uns noch immer mit der Vergangenheit der anderen martern sollten. Der Herbst ist ein schleichender Prozess und er hält Einzug in die Köpfe vieler dummer Menschen, die damals in der Schule lieber Taschenbillard spielten als bei ZDF-Dokus, die uns von zugegebenermaßen faulen Lehrkräften gezeigt wurden, aufmerksam zu sein. Wir müssen davon ausgehen, dass es von diesen wirklich dummen Menschen noch viel mehr gäbe, wenn aus dem Lehrplan das Kollektivmartern gestrichen würde. Anders ist der heimischen Braunfäule wohl nicht vorzubeugen. Offenheit, Bescheidenheit, Großzügigkeit, Teilen und Verständnis, Vielfalt und Freigeist sind Dinge, die leider nicht jede/r während des Erwachsenwerdens kennenlernen durfte. Auch nicht (und das aus lauter Glück), was es heißt, wegzulaufen, nichts mehr zu besitzen und die liebsten Menschen zu verlieren. Es gab einmal eine Zeit, da war der Herbst bunt. Wir müssen alle wieder zu bunten Blättern werden, durch die Welt flattern und dumme Menschen unter unserer bunten Last vergraben (Härtefälle werden zum Akkord-Kastanienmännleinbasteln in kleinen Gruppen weggesperrt), kalte Gedanken im Keim ersticken und fremdem Laub mit Oktobersonne begegnen.