jung und desillusioniert - reloaded

22.04.2013 um 14:30 Uhr

Echte KNSTLR dürfen das

von: Kuhmilchrockt   Kategorie: PreHype

Frühling! Au ja! Überall M-e-n-s-c-h-e-n (wer mich kennt, weiß, ich LIEBE Menschen), rasierte Beine, Fahrradhelme (OK, um jetzt hier mal eine Lanze für den Fahrradhelm zu brechen – liebe Leser, bitte biken Sie nur oben mit! Niemand hat Lust, im Kopfmatsch seines Vordermannes auszurutschen), Banjo spielende Bartträger, Beetbesamer, Bierbäuche. Ach du dickes B! Ja, auch Berlin wird mit jedem Sonnenstrahl noch ein bisschen hipper (Sie hätten nicht gedacht, dass das noch möglich ist? Bevor ich mich hier aber in einer Abhandlung über dünne Stelzen und dicke Brillen ergehe, mache ich weiter in der Tagesordnung). Bunt wie Brause ist nämlich neben dieser schicken Überleitung auch die Musik, die uns in die kürzer werdenden, aber länger durchtanzten Nächte begleitet. Die Optimisten unter Ihnen stehen im Frühjahr auf Mucke in der viel geheyt und gehot wird. Nicht so mein Ding (mit Ausnahmen). Die Kolumnistin bevorzugt Mucke mit Moustache. Sie wissen schon. Den crazy Shit. Den man in Europa nur unterm Ladentisch kriegt. Der in Bayern auf dem Index steht. Dem selbst die Hauptstadt noch nicht unters Röckchen gefasst hat. Ein klarer Fall für einen PREHYPE.


Natürlich bewerben sich täglich hunderte aufstrebende Klangtalente bei j+d darum, in diese Kategorie aufgenommen zu werden. Selbstredend muss die Kolumnistin da strenge Auswahlkriterien offenbahren. Obskure Akronyme im Bandnamen beispielsweise sind ein definitives MUST. Weil ich Ihnen dann altklug erklären darf, wie diese ausgesprochen werden. Eingruppierung der Truppe in eine möglichst randnahe Randtruppengruppe: Check. Dann noch Showgirl-Allüren, und die Sache ist geritzt. Ansonsten nehme ich natürlich auch jeden, der genug bezahlt. Ich weiß schon, das ist total post-P.C., verklagen Sie mich. 


Zu Recht fragen Sie sich an dieser Stelle: Wann lässt die Alte endlich die Katze aus dem Sack? Wenn ich endlich genug Wörter in GROSSBUCHSTABEN zusammen habe, na klar! (B und P.C. nicht mitgerechnet.) Aber dass SSION (SessionZion,Shine, Shun✓) total gut ist, haben Sie sicher auch schon gemerkt, weil Sie sich eh immer gleich auf die Videos stürzen. Verarmte Netzkultur. Niemand hat mehr Zeit für Qualitätsblogging, mich eingeschlossen.
Bleibt mehr Zeit für touchy Beats! Leicht selbstironisch angebraten, und gut durch, wie ich es mag. 

 


Gossip, Yeah Yeah Yeahs und Liars fanden den SSION auch schon so dufte, dass sie ihn gleich mit auf großangelegte Gastspielreisen durch die Welt schleiften. Bei den Amis ist er schon ein dicker Regenbogenfisch, hierzulande muss mal wieder die Kolumnistin nachhelfen, damit auch hier demnächst die Konzerthallen -na ja- angeglamourt werden:



Der Kansas-Cityanese Cody Critcheloe (ich bin mir ja fast sicher, dass DAS der Künstlername ist) schlägt mit seinem Dancepop-Schwert in eine bekannte Kerbe. Die Musik ist zu eingängig, um als verschwurbelt zu gelten, aber die Augenbrauen zu abstrakt für die Meisten. Der perfekte Mercury-Gaga-Merge. Wenn Sie sich jetzt auch nicht anders zu helfen wissen, als diesen geschminkten Humana-Dauergast supidupi zu finden, besorgen Sie sich schleunigst die Platte „Bent“, und noch besser, da niemand für Konservenmusik bezahlt, besuchen Sie SSION zu einer der unten aufgeführten Gelegenheiten. Und richten ihm Grüße aus. Von der Frau, die ihn großgemacht hat (also jetzt nicht seiner Mutter). Etwa so wird er reagieren:

SSION, hungry for more.

HOL! DIR! DIE! TICKETS!


17.06.13 Kong München

18.06.13 Club Bahnhof Ehr
  •  enfeld Köln
19.06.13 UT Connewitz Leipzig

20.06.13 Festsaal Kreuzberg Berlin

16.12.2012 um 15:17 Uhr

Ihre Hilfe zur Erhaltung des Nicht-Bloggings!

von: Kuhmilchrockt   Kategorie: PreHype

Musik: Brns

Ich sitze auf meiner Couch, stopfe Tictacs in mich hinein und hoffe, dass der Kelch der abführenden Wirkung an mir vorübergehen möge. 
An dieser Stelle würde nun normalerweise mein Aufregen über die allgemeine Apokalypsenhysterie oder Bilder meines dahinwelkenden Adventskranzes folgen. Letzteres natürlich vor allem um Mitleid zu erregen und so eventuell Spendengelder für einsame, alternde Blogmuttis... na was solls, interessiert eh keine Sau.


Was es diese Jahr bei J+D alles NICHT gab:
Einen Adventskalender, einen Jahresrückblick, Blogposts in der zweiten Jahreshälfte. (Leser.) Man könnte es auch ein NICHT-Blog nennen.


Aber wenn es auf dieser Seite nun schon weder über den Weltuntergang, noch über meinen Adventskranz noch über Durchfall etwas zu lesen gibt, so will ich Sie doch wenigstens nicht in den Heimaturlaub schicken, ohne mich um Ihr Ohrwohl zu kümmern:
Hören Sie jetzt schnell, so lange es noch hip ist, Brns (sprich: Brains), die Kapelle, die bereits - ich prophezeie - Mitte 2013 im Privat-TV trashige Unterhaltungsshows untermalen wird und mit Ihrem Album "Wounded" als alternativweihnachtliche Beschallung von Familienessen voll ins Schwarze trifft:



Noch eine erfreuliche Nachricht zum Schluss: Die Berliner S-Bahn öffnet ihr breites Transportangebot nun endlich auch Randgruppen.


19.05.2012 um 00:24 Uhr

PreHype: Electric Guest (ein langweiliger Post über eine spannende Band)

von: Kuhmilchrockt   Kategorie: PreHype

Im langweiligen TV-Programm hauen sich heute Abend Frau Doktor Theiss und eine andere drahtige Amazone, die auf den Namen Fucz hört (ja, man spricht es tatsächlich „futsch“!), gelangweilt die Fußgelenke gegen die Schläfen (die der jeweils anderen natürlich, sähe ja sonst auch doof aus). Der Nachbar läuft im Reproduzieren langweiligen Vier-Vierteltakt-Bumbums zu Höchstformen auf. Sogar die Beleuchtung, die mich davor bewahren soll, mir in meiner Bude des Nachts beim Herumstreunen die Zehen stoßen, scheint sich beim Langwellen zulangweilen. Solche Freitagabende wurden quasi geschaffen, um sich Gedanken über Musik zu machen. Und in meinem Fall: Um darüber zu schreiben.

Da auch Sie scheinbar gerade nichts besseres zu tun haben, als der Kolumnistin beim Langweilen zuzulesen, schlage ich vor, dass wir uns nun wie angekündigt der Eröffnung einer neuen Rubrik widmen! Ich stelle vor: PreHype. Nach kurzer Überlegung und dem Verwerfen der Alternativbezeichnung „Haihappen-uh-ha-ha“ und ähnlich langweiligerErgüsse meines Geistes habe ich mich für diesen Namen entschieden, da durchaus nicht alle Künstler, die in den Genuss kommen, hier von mir durch den Kakao gezogen zu werden, noch als Newcomer zu betiteln sind, wohl aber (und zum Glück) noch nicht (zumindest nicht von mir) in den Mainstream hineingelobt worden sind.

Den Anfang machen Electric Guest, die zeitweise klingen, als würden Cut Copy und Gnarls Barkley zusammen eine Waldorfschule leiten. Ohne die Vielfalt programmierbaren Klangrepertoires darf dieser Tage ja kein Musikus mehr an eine Labeltür klopfen, daher unterlegt Produzent Brian „Danger Mouse“ Burton das Stelldichein mit funkigen Beats, und fertig ist das Album „Mondo“, dem zu Unrecht von der Fachpresse das Hitpotential abgesprochen wurde. Aber hören Sie selbst und tanzen Sie Ihren Namen:




Diese Band schafft es ja fast schon wieder, dass ich diesem Freitagabend etwas Positives abgewinnen kann. Und so wird die Kolumnistin, ob sie nun schon will oder nicht, der Koje entgegenschunkeln und stellt sich gedanklich schon einmal auf den morgigen, dann hoffentlich kurzweiligen, Konzertabend ein. Ahoi aus dem Boot der Ahnungslosen. (Ich hatte das Gefühl noch eine maritime Metapher loswerden zu müssen. Just that.)