L'amour perdu

30.04.2017 um 15:42 Uhr

Für mich - Autopost - Für mich

von: Ditchen

Gestern Morgen, so gegen 01.30 Uhr, ich ging aus der Kneipe zu meinem Auto, das vor der Bank parkte. Ich wollte einsteigen, da seh ich von innen, dass ein weißes Papier auf der Windschutzscheibe liegt, eingeklemmt hinter dem Scheibenwischer. Ich dachte, Scheisse, ein Knöllchen, weil ich vor der Bank parke! Es war nicht so. Vieles ist nicht so wie es zu sein scheint. Ich drehte das Blatt um (später stellte sich heraus, dass es ein weißer länglicher Briefumschlag (ohne Fenster) ist) und las „Hallo MEIN NAME“. Autopost. Autopost für mich. Ich habe mir schon immer Autopost gewünscht, seitdem ich Autopost für M. (was gefühlte 10000 Jahre her ist) erfunden habe. Heute weiß ich nicht, ob ich die Zeilen noch las, bevor ich losfuhr. Ich glaube nicht, denn ich fragte mich auf der Autofahrt nachhause (neuerdings ein kurzer Weg wegen Umzug und somit vieeel zu nah an dir dran!!), wer mir geschrieben hat. Und ehrlich gesagt, ja, ich dachte an dich, auch wenn das natürlich unmöglich erscheint, dass du noch an mich denkst. Nach all der Zeit, die zwischen dir und mir vergangen ist. Also schloss ich dich aus und schob es auf deinen Onkel, der halt auch in der Kneipe war. Der versuchte, mit mir zu reden, dem ich aber bewusst aus dem Weg ging um eben nicht mit ihm reden zu müssen. Als er bezahlte dann doch Gerede. Ob es mir jetzt besser ginge mit ich weiß schon was du meinst. Ja, antwortete ich, es war zwar die Verarsche meines Lebens, aber es ist ok. Es ist gerade wirklich ok. Ah, und er ist nicht mehr mit seiner Frau zusammen, also dein Onkel und seine Frau. Ok, also dein Onkel hätte mir auch schreiben können. Schließlich zog ich auch den Sohn meines Kneipenchefs in Betracht, als Verarsche eben, aber das kann ich auch ausschließen, so helle ist er dann doch nicht und wir haben keinen Streit und er weiß wie weh mir das alles mit dir tat. Beide kann ich ausschließen, denn zuhause sah ich (und das ist das wichtigste Indiz), dass die Autopost mit deinem Kosenamen unterschrieben war, den ICH dir damals gab (und der viel zu kurz galt).

Autopost für mich. Autopost von dir. Puh. Ich weinte hinterher. Verstehe ehrlich gesagt nicht den Sinn deiner Zeilen. Ich sei ein wunderbarer Mensch, den du nie verdient hättest. Ja. Wieso schreibst du dann überhaupt???? Es täte dir leid, mir so viel Leid zugefügt zu haben. Ja. Wieso schreibst du dann???? Denn natürlich weinte ich dann. Durcheinander bin ich immer noch. Denken tue ich seither auch ausschließlich an dich.

Nächste Frage betrifft die Aufbewahrung meiner Autopost. (Autopost für MICH – ich kann es immer noch kaum fassen!!) Ich kann sie natürlich nicht wegschmeißen. Es ist das einzige Zeugnis einer vergangenen Verbundenheit. Die Autopost beweist mir, dass es dich tatsächlich mal in meinem Leben gab (nachdem ich schon seit Monaten alles digitale (Nachrichten, Fotos, Videos, Handynummer von dir gelöscht habe)).

Was soll ich sagen? Vielleicht die Wahrheit. Es ehrt mich, dass ich Autopost bekommen habe. Dass es jemanden gibt, der auf diese Idee für mich kam. Es berührt mich, dass dein Auto irgendwann zwischen Freitag (17.30 Uhr) und Samstag (01.30 Uhr) neben meinem parkte, du einen Umschlag zufällig (?) dabei hattest, ihn schnell beschriebst, ausstiegst, und Autopost unter den Scheibenwischer meines Autos klemmtest. Es berührt mich, dass du an mich gedacht hast (wenigstens einmal). Nicht zuletzt berühren mich auch deine Worte, auch wenn ich vielleicht wieder auf dich reinfalle, indem ich ihnen Glaube schenke. Aber diesmal ist es nicht schlimm, denn es wird sich nichts dadurch ändern. Es ehrt mich, du vergangene Liebe, dass du dich an den Kosenamen erinnerst, den ich dir gab. Es ehrt mich, meine einzige italienische Liebe, dass du mit diesem Kosenamen unterschriebst (er macht dich zum einzigen möglichen Verfasser meiner Autopost).

Autopost für mich! Ich habe mir immer gewünscht, dass ein Mann auf die Idee kommt, mich auf diese Weise zu überraschen. Aber keine Autopost könnte mich mehr ehren als eine von dir. Ich danke dir dafür. Und das meine ich ernst.

Es macht mich unglaublich traurig, dass es dich nicht mehr für mich gibt.

 

 

29.03.2017 um 15:41 Uhr

Wer bin ich?

von: Ditchen

Was ich für dich war, vielleicht ist es nicht wichtig. Ich weiß, wer ich bin. Ich kenne meine Schwächen und manchmal auch meine Stärken. Ich weiß, was ich vom Leben will und kenne den Grund, warum ich arbeiten gehe und Geld verdiene. Und wahrscheinlich würde dieser Grund mit dir an meiner Seite niemals Wirklichkeit werden können. Also ist es gut so wie es ist? Ja, gerade denke ich aus vollem Herzen: Ja, es ist gut so. Es ist voller Sinn, dass ihr wieder vereint seid. Es ist richtig, dass ich keinen Platz in deinem Leben hatte. Weil ich zu „groß“ bin. Ich will nicht eingebildet klingen. Auch ich bin niveaulos, aber eben nur, wenn ich das will. Niveauvoll niveaulos. Und ihr seid eben nur das letzte Adjektiv.

Versteh mich nicht falsch, ich habe dich geliebt. Ich wollte dich. Ich wollte mich an deiner Seite wissen. Nur eines stimmt vielleicht nicht ganz. Ich liebte das an dir, was du zu sein vorgabst. Was ja halt nur gelogen war. Wahrscheinlich. Also liebte ich dich gar nicht. Dein wahres Ich habe ich nie kennengelernt. Fluch oder Segen? Eher Segen, aber dazu später.

Heute las ich einen Roman, in dem ein drogensüchtiges Mädchen (um die 15 Jahre) zwischen den Hochs ihrer Trips und den Tiefen der Realität pendelt. Wenn du drogensüchtig warst, wenn du so ähnlich empfunden und erlebt hast wie sie, dann ziehe ich den Hut vor dir. Leider trage ich keine Hüte. Und wenn du drogensüchtig warst so wie sie, dann bist du es immer noch und hast gerade nur die Stärke, den Drogen zu widerstehen. Wenn es auch so bei dir ist, dann wirst auch du rückfällig werden. Du wirst deine Freundin also wieder verlassen, weil du nicht anders kannst, du wirst deine eigene kleine Familie verlieren. Vielleicht immer und immer wieder. So wie es halt schon mal war. Wenn es so ist wie bei dem Mädchen im Roman, dann ist es ein Segen, dass ich dich nicht bekam. Ich musste dich nur einmal verlieren. Andere Menschen, die, die dir wirklich nahe stehen, werden dich immer wieder verlieren. Einmal dich verlieren reicht für mein ganzes Leben.

Also kann ich nun in den Spiegel sehen und zu meinem Spiegelbild sagen: „So sehen Sieger aus!“

Niveauvoll niveaulos ist es, dein Unglück, deine Krankheit, dein Leben, so sarkastisch darzustellen. Aber ich kann es. Weil ich ich bin und somit gewonnen habe. Ich habe vielleicht dich verloren, aber ich habe gewonnen, dich nur einmal verlieren zu müssen.

 

09.03.2017 um 15:40 Uhr

Aus deinem Leben

von: Ditchen

Ein Wochentag in deinem Leben. Sorry, in eurem Leben. 12 Uhr. Der Flummiton ertönt. Im schönsten und gleichzeitig schlimmsten Dorf greift sie zu ihrem Handy und lächelt. Eine Nachricht von dir. Hey Schatz, habe Mittagspause. Denke an dich. Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Ich liebe alles mit und an dir.

Drei Stunden später. Du parkst vor ihrer Wohnung, die nun auch deine Wohnung ist. Du begrüßt sie, nimmst euren Sohn auf den Arm und knuddelst ihn kurz, ihre Tochter sitzt am Tisch und macht Hausaufgaben. Dann gehst du ins Badezimmer, ziehst deine Arbeitssachen aus und duschst dir den Arbeitstag vom Körper.

Als du frisch und fertig bist, ist bereits der Tisch gedeckt und deine Freundin und ihre Tochter kommen aus der Küche mit den Kochtöpfen,…

Die Kinder sind bereits im Bett und ihr lasst den Tag auf dem Sofa ausklingen. Du liegst hinten, sie vor dir, hast einen Arm unter ihrem Nacken ausgestreckt, die andere Hand ruht auf ihrem Bauch und streichelt ihn sanft. Der Fernseher läuft, euer Hund liegt auf dem Teppich vor dem Sofa, vor euch,…

 

Und manchmal, manchmal siehst du (vielleicht) mein Auto dort stehen. Neben eurer Wohnung. Sagst du dann was zu ihr? Was denkst du dann? Oder siehst du nicht mein Auto? Erinnerst du dich nicht mehr daran, an das Kennzeichen, an mich? Wo bin ich hin in deinem Leben? Bin ich noch in einer kleinen Ecke deines Kopfes? Ist es Wut, Trauer, Bedauern, Lustigmachen oder Gleichgültigkeit?

Ich, die angeblich so viel von dir wusste wie kaum ein anderer Mensch (deine Freundin weiß natürlich mehr über dich). Ich, die du mal kurzzeitig eines Tages heiraten wolltest (jedenfalls laut Whatsapp). Ich, mit und an der du mal kurzzeitig alles liebtest (laut Whatsapp). Und du, der deiner (Ex-) Freundin nie mehr trauen kann, weil sie dich betrogen hat (auch laut Whatsapp). Du, der auf Natürlichkeit steht (mit Ausnahme deiner Freundin). So verliebt, dass du die gefärbten Haare (mal blau, mal rot,…), die ganzen Tätowierungen usw. nicht wahrnimmst? Deine (Ex-) Freundin, die nur dein Geld wollte. Die, die mit ihrem Handy beschäftigt ist anstatt mit ihren Kindern. Deine (Ex-) Freundin, der du am liebsten euren Sohn wegnehmen wolltest. Deine (Ex-) Freundin, die vor Gericht (?) bewirkte, dass du dich ihrem Haus nicht nähern darfst.

Ach ja? War das so?

Was aber war und das ohne Fragezeichen:

Ich, die dir glaubte. Ich, die dich treudoof noch um 23 Uhr abholte und oberdumm ab und an 45 Minuten in der Kälte auf dich wartete. Ich, die sich in dich verliebte. Ich, der es egal war (auch treudoof), dass du keinen Führerschein hast, drogensüchtig bist, einen Sohn hast. Ich, die schrecklich viel Mitgefühl mit dir hatte. Ich, die davon träumte (treudoof hoch achtzig), die erste Nacht in ihrer ersten eigenen Wohnung mit dir zu verbringen. Ich, die dich einfach wollte. Ich, die dich liebt(e).

Wofür das alles? Die Kilos, die ich durch dich verloren habe, sind längst wieder drauf.

Wofür war es gut?

War es für dich gut? Sorry, das reicht nicht. So selbstlos bin ich nicht. Wofür war das tausendmal innerlich sterben gut? Was habe ich aus der Geschichte mit dir gewonnen?

02.02.2017 um 15:38 Uhr

Lügen hoch zehn

von: Ditchen

Ich verstehe Menschen nicht. Ich verstehe nicht, wie sie ihre Wörter einsetzen. Gezielt einsetzen, um andere zu belügen, zu beleidigen, zu erniedrigen. Wörter gezielt einsetzen, um zu verletzen.

Gestern parkte mein Auto neben deinem. In der Straße, in der ich mittwochs Nachhilfe gebe. In der Straße, in der sie wohnt. Wo auch dein Sohn wohnt. Und du, du wohnst auch dort. Nicht mehr bei deinen Eltern. Bei ihr. Wieder bei ihr. Vielleicht hast du auch nie woanders gewohnt. Bist du zuhause angekommen?

Ich sitze am Tisch und der Junge erzählt mir, dass ein Mädchen aus seiner Klasse auf dem Nachhauseweg eine Glasflasche geschmissen hat. Aufgebracht war er darüber. Ich sagte, dass war wirklich sehr unvernünftig. Ihre Tochter. Die du mit aufziehst. Seine Mutter erzählte, die haben auch einen Hund, einen Boxer, manchmal geht das Mädchen mit ihm bis zum Waldrand und dann macht er dahin und niemand räumt es weg. Abends um 10 kam sie letzte Woche die Straße runter, da war der Freund der Mutter des Mädchens mit dem Hund draußen, ließ ihn über die Straße gehen und da machte er auch hin und niemand räumte es weg.

Pling. Pling. Ich saß am Tisch und wusste es. Eins und eins zusammenzählen ist manchmal nicht schwierig. Ich wusste es sofort. Du bist zurückgekehrt. Aber vielleicht bist du nie weg gewesen.

Du bist ihr Freund.

Ich brauchte Gewissheit. Heute Morgen, bevor ich zur Autobahn fuhr, ich schlief im schlimmsten Ort Deutschlands, fuhr ich noch mal in die Straße. Ich hatte Gewissheit. Dein Auto stand nicht mehr an gleicher Stelle wie nachmittags, aber immer noch vor dem Haus, in dem sie wohnt. In dem ihr wohnt. Du, sie, ihre Tochter, euer Sohn, euer Hund.

Ich wünschte, ich könnte weinen. Den ganzen Tag über habe ich Schwere in mir, die mich lähmt. Die mich denken lässt, ich kann nicht mehr stehen, wenn ich stehe. Die mich denken lässt, ich kann nicht mehr sitzen, wenn ich sitze. Ich kann nicht mehr unter Menschen, aber Alleinsein bringt auch nichts. Nichts würde etwas bringen. Vielleicht weinen, aber das kann ich gerade nicht. Im Grunde ist es so lächerlich, dass es mich so runterzieht. Aber es zieht mich runter. Ich fühle mich so schwach. Vielleicht wegen dieser Machtlosigkeit.

Ich denke, ich kann mir vorstellen, wie du sie küsst. Aber ich habe keine Bilder in mir, wenn ich daran denke. Ich sehe dich nicht neben ihr im Bett einschlafen, auch davon habe ich kein Bild in mir. Du so klein und schmal und erzähltest damals (gefühlt in einem anderen Leben), sie wäre dicker als ich und größer als du. Ja, du sagtest, du fändest es toll, dass wir gleichgroß wären. Ich habe keine Bilder von dir und ihr in mir, aber ich sehe dich und mich aus der Haustür meiner Eltern gehen, morgens früh, drinnen sagtest du, ich sei so schön und du möchtest mit mir zusammen sein, auf dem Weg zum Auto sagtest du, dass du es gut findest, dass ich nicht größer sei als du.

Alles gelogen. Alles.

Heute weiß ich, dass noch viel mehr gelogen war als ich ahnen konnte.

Ich habe dich geliebt, GF, ich habe dich so sehr geliebt, ich habe dich so sehr gewollt, ich wollte so sehr deine Freundin sein und einen Platz in deinem Leben haben.

Warum das nie passiert ist, weiß ich jetzt.

Und ich wünschte, ich wüsste es nicht. Ich wünschte, es gäbe nichts, was ich wissen können müsste.

26.01.2017 um 21:37 Uhr

Wünsch dir was

von: Ditchen

Ich wünsche dir was. Ich wünsche dir… nichts. Ich kann dir nichts wünschen, weil ich nicht möchte, dass dir etwas Gutes widerfährt. Ich möchte nicht, dass du glücklich bist, nicht, dass du Liebe erfährst, nicht, dass du ein gutes Leben hast. Ich wünsche dir, dass du immer noch nicht weg bist von den Drogen. Dass du dir immer noch selbst das Leben verbaust, dass dein Leben leer, eintönig und einsam ist. Und ich wünsche dir, dass das so bleibt. So lange wenigstens, bis mein Herz nicht mehr leer ist. Du sollst unter dir selbst so lange leiden wie ich noch darunter leide, dass ich dir je begegnet bin.

Ich wünsche dir also doch etwas.

Und diese Wünsche, ja, ich kenne mich, zeugen davon, dass es für mich noch immer nicht überwunden ist. Wie auch? Wie, um Gottes Willen, soll ich dich überwinden? Wie soll ich dich abhaken, dich vergessen ohne dir verzeihen zu können?

Ich wünsche mir, dass es aufhört. Dass du gehst. Geh aus meinem Kopf, geh aus meinen Gedanken, aus meinem Erinnerungsvermögen! Verschwinde aus mir wie du aus meinem Leben verschwunden bist!

In meinem Kopf Bilder von dir, von dir und mir. Immer wieder. Du nachts auf dem Weg nachhause und ich fange dich ab; deine Lippen berühren das letzte Mal für immer meine in deinem Hausflur; du und ich in meinem Autochen – frühmorgens, spätabends; du auf meinem Sofa; dein Kopf auf meinem Elefanten; dein „Das- Universum- dehnt- sich- aus“- Anzug; … So viel, so vieles...zu viel. Deine Worte in meinen Öhrchen, alle geglaubt, alle gelogen.

So viele Wunden… welcher Mensch soll sie je für mich heilen, wenn ich es bis heute nicht alleine geschafft habe?

Ich möchte, dass du gehst, ich möchte, dass dein Geist meinen Körper verlässt.

Und dennoch.. Ich möchte dich sehen, ich möchte sehen, dass du echt bist. Dass wenigstens deine körperliche Gestalt echt war. Ich mich wenigstens nicht darin getäuscht habe, dass es dich gibt.