Anleitung zum Entlieben

24.07.2005 um 20:45 Uhr

Kein Astronaut

von: Lapared

Wenn Du den Mann Deiner Träume finden würdest, und alles wäre wunderbar, die Sache hätte nur einen Haken: Ihr beide könntet Euch nur einmal im Monat sehen – würdest Du trotzdem mit ihm zusammenbleiben?
Wenn meine Freundin - oder sagen wir besser ich selbst, denn ich habe keine Freundinnen, ich bin keine Freundinnen-Frau - also wenn ich selbst mir die Frage VOR 119 gestellt hätte: Ich hätte ganz entschieden „ja“ gesagt. Gebrüllt. Die große Liebe... sogar jeden Monat... und ansonsten: allein und ungestört sein… nicht reden… nicht klug, nicht schön, nicht gut gelaunt sein müssen… gemütlich in meiner auf 40 Grad geheizten Wohnung wimperntuschelos die Tage im Pyjama verpuschern – was will man mehr?
Und dann treffe ich genau diesen Mann, meine große Liebe, und der liebe Gott - durch irgendwas, vermutlich ein Stück Käsetorte, in Gönnerlaune - hat sogar noch ein bisschen was drauf gelegt, ich darf ihn nicht nur monatlich sondern nahezu einmal die Woche sehen... und dann ist es mir auch nicht Recht. Dann mache ich mit ihm Schluss und sage: Hase, fick Dich, es ist mir alles zu wenig.

Der Sache ist wohl die, dass ich bei dem hypothetischen Mann meiner Träume, den ich nur einmal im Monat sehen könnte, automatisch davon ausgegangen bin, dass es ganz natürliche Gründe geben würde, durch die er gehindert wäre, mich öfter zu sehen, zum Beispiel, dass er Astronaut sein und in einer Raumstation im Weltall leben würde oder so, aber dass er im Prinzip fürchterlich gerne viel öfter mit mir zusammen wäre, was bemerkenswert schizophren ist, weil ICH, wie gesagt, mir ja durchaus vorstellen könnte, zufrieden zu sein mit einmal im Monat. Aber eben nur dann, wenn ER gebührend darunter leiden, schwermütig schwerelos am Guckloch schweben und mit tränenfeuchtem Blick zu mir hinabwinken würde da draußen im Weltall.

119 winkte nicht. 119 litt nicht. 119 ist kein Astronaut. Er wohnt nicht im Weltall sondern in Wellerbeck* mit der S 3 keine 10 Minuten von hier. Nichts hinderte ihn. 119 wollte mich einfach nicht öfter sehen. Tja, und das macht die ganze Sache eben erheblich komplizierter...

Aber warum noch darüber nachdenken. Ich habe resigniert und bin deprimiert. Schließlich bin ich in Phase II. Und nur der Umstand, dass ich mich wegen der drohenden monetären der akuten motivationalen Verelendung entgegenzustemmen ohnehin ab morgen gezwungen sein werde (ist das ein Sätzchen!? Irgendwas stimmt damit nicht...) – was mich nebenbei bemerkt so verängstigt, dass sich, pardon, mein Stuhl verflüssigt – also nur weil ich sonst bald pleite wäre, überwinde ich meine depressive Lethargie und schreibe wieder. Aber ich bin und bleibe in Phase II. Depression, jawohl.

*Name geändert

24.07.2005 um 17:34 Uhr

Ist mir wirklich unangenehm

von: Lapared







Ich bin eben in Phase II.

24.07.2005 um 17:23 Uhr

Sorry

von: Lapared