Anleitung zum Entlieben

15.08.2005 um 22:27 Uhr

Mein rechter Fuß II oder: Bett schlägt Wurst

von: Lapared

Das mit dem Arsch und dem Anlauf vorhin... ein bisschen war das geprahlt. Ein bisschen habe ich das nur geschrieben, weil es gut klang. Aber wirklich nur ein bisschen.

Die ganze Wahrheit ist, dass dieses gedankliche „in den Arsch treten und Rumdrehen“ keine Behandlung ist, die ich exklusiv für 119 reserviert habe. Ich lasse sie gern jedem zuteil werden, der es wagt, meine morgendlichen Kreise zu stören. Und obwohl ich mich zurzeit ja von einem gedachten Infarkt erhole, habe ich den Eindruck, dass dieses ausgedehnte Maß an Bettruhe nicht ganz normal ist.

Man spricht von "seniler Bettflucht" und meint damit, dass alte Menschen, weil ihre Zukunftsperspektiven eher dunkel sind, den Tag nicht verpennen wollen. Ich bin Erfinder der "präsenilen Bettsucht", womit das Phänomen beschrieben ist, dass mittelalte Menschen das Gegenteil wollen - erstaunlicherweise aus demselben Grund. (Bitte. Keine Spitzfindigkeiten jetzt, wonach das Dunkel im ersten Falle tendentiell Fakt und im zweiten Furcht ist...)

Die Diadochenkämpfe scheinen also auch entschieden.

15.08.2005 um 13:45 Uhr

Mein rechter Fuß

von: Lapared

Heute morgen bin ich seit langen zum ersten Mal wieder im einstelligen Bereich erwacht. Ohne Wecker. Ohne Blasendruck. Einfach so. Vor zehn.

Genau genommen war es erst sieben. Ich lag da, dachte nach und stellte fest, dass mein rechter Fuß den Takt zu einem Lied klopfte, ohne dass ich es im Kopf hatte. Offensichtlich war er schon eine ganze Weile wach. Offensichtlich hat er seinen eigenen Kopf.
Auf dem Wecker stand, dass der 15te ist, und mir fiel ein, dass 119 heute seinen großen Tag hat. Heute, am 15. August, beginnt er wieder in Festanstellung zu arbeiten. Ich weiß das so genau, weil er diesen Termin gehasst hat. Weil es eine dieser Superagenturen ist, die ihn vereinnahmen wird, und weil er dafür genauso wenig geschaffen ist wie ich, und weil dennoch, genau wie bei mir, irgend so ein kranker Ehrgeiz in ihm lauert, der ihn zwingt, mitzumachen, wenn sie sich schon herablassen, ihn mitmachen lassen.

Dieser Tag heute hat 119 seit Monaten nervös gemacht. Ich lag da, dachte daran und bemühte mich, der romantischen Vorstellung zu widerstehen, dass mein rechter Fuß ihm noch immer so sehr verbunden ist, dass er im gleichen Takt mit ihm erwacht. In Gedanken ging ich deshalb ein Stück zurück... und trat ihm mit selbigem mit Anlauf in den Arsch.

Danach habe ich mich umgedreht und in den zweistelligen Bereich geschlafen. Ohne Wecker. Ohne Blasendruck. Einfach so. Bis elf.

15.08.2005 um 01:09 Uhr

Breaking News

von: Lapared

Momentan finden große innere Umwälzungen statt. Nachdem die Zigaretten völlig überraschend abgetreten sind, toben nun die Diadochenkämpfe um die Nachfolge. Und obwohl die Wetten eindeutig für Alkohol stehen, mischt plötzlich ein Außenseiter das Feld neu auf: Fleischwurst. Jawohl, die Fleischwurst. 119s Fleischwurst. Eine kleine Sensation. Innerhalb weniger Tage mutierte die Lapared vom Geschmacksvegetarier zum Wurstjunkie. Denkbar ist auch, dass sich Wurst und Alk die Suchthoheit eine Zeit lang teilen. Entscheidend wird letztendlich einmal mehr sein, was weniger fett macht. Weit abgeschlagen übrigens: die Käsetorte. Ihre Ära ist vorbei. Auch die der Schlagsahne. Nach einem Infarkt, vor allem, wenn er im Kopf stattgefunden hat, wird Cholesterin plötzlich eine relevante Größe.