Anleitung zum Entlieben

21.08.2005 um 21:52 Uhr

Hasta pronto! (Auf bald!)

von: Lapared

Der Holländer hat angerufen. Aus Dänemark. Und gefragt, ob ich mit nach Venedig komme. Ich habe gesagt, dass ich jetzt erst mal nach Barcelona muss. Hach, ich fühle mich herrlich international.

Curd ist sehr aufgeregt. Bisher kennt er Strand nur von Bildern. Und er besteht darauf, einen Bikini mit zu nehmen.



Ich bringe es nicht fertig, ihm zu sagen, dass man als Curd keinen Bikini braucht. Und davon mal abgesehen, dass wir ganz sicher keine Zeit zum Bikinitragen haben werden.

Hoffentlich habe ich wenigstens die Möglichkeit für einen Eintrag dann und wann. Ich melde mich a poco de llegar (gleich nach der Ankunft), próximanente (schleunigst).

Hihi, schweineinternational...

21.08.2005 um 13:15 Uhr

Angebot von Don Tom

von: Lapared

Heute Morgen erwachte ich ohne den bluttriefenden Kopf meines Lieblingspferdes im Bett. Ich weiß, wann man ein Angebot nicht ablehnen kann.

Gestern Nachmittag hatte mich ein alter Weggefährte aus lange vergangenen Agenturtagen konsultiert. Tom. Sein Werberstern hatte ihn inzwischen ins sonnige Barcelona geführt und ich saß gerade eingeklemmt zwischen zwei schmutzig schäumenden Riesenpuscheln einer Auto-Waschanlage, wunderte mich, dass mein Handy Empfang hat und entwickelte die interessante Theorie, dass für Handys dasselbe gilt wie für Hunde, nämlich, dass sie und ihre Besitzer sich mit den Jahren ähnlicher werden, weshalb mein Handy zwar ein sensibler Empfänger ist aber ein Voll-Autist als Sender, als – sind Sie noch bei mir? – als mein erstaunlich empfängliches Handy mittlerweile zum zweiten Mal klingelte und ich in einem Anflug seelenverwandter Verbundenheit mit dem kleinen Gerät entgegen all meiner Prinzipien zärtlich seine winzige grüne Empfangstaste drückte. Tom.

Tom lud mich ein, eine Woche für ihn zu arbeiten. Im sonnigen Barcelona. In seiner Agentur 10 Minuten vom weißen Sand des dazugehörigen gepflegten Privatstrandes. Für Geld. Viel Geld (selbst für jemanden wie mich, der es sich leisten kann, Mitglied eines Fitnessclub zu sein, den er seit dem Mordanschlag des dicken Mädchens nicht mehr besucht).

Ich habe nicht die geringste Lust. Arbeiten ist nichts für mich. Und was bitte soll ich in Barcelona? Außerdem halte ich weiße Sandstrände für weit überschätzt, ich persönlich liege – wegen des Schnitzeleffekts nach dem Baden und Eincremen aber natürlich auch tiefenpsychologisch persönlichkeitsbedingt - lieber auf Steinen als auf Sand.

Aber wie gesagt. Ich erkenne ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. Und packe also gleich meine Koffer.