Anleitung zum Entlieben

30.09.2005 um 22:11 Uhr

Eksistentzielle Sorgen

von: Lapared

Sorgen,, Sorgen,nihcts als Sorgen...

L. ist kramk. Im ihren Kopf kloppft es shcom wieder. Und dabei muss sie mrogen arbeiten. Wenn es so kloppft vermasselt sie das doch wieder. Danm bucht sie bald keimer mehr. Und wer besahlt dann meine Halz und meine Taille? .. .. .

30.09.2005 um 15:02 Uhr

Taillle

von: Lapared

.. . hmmm.. .. . . wenn ich eimnal da bin,, könnte mein Schönheizschirurg mri eigentlich auch gleich ein bisschme Taille machen . .. .

30.09.2005 um 11:41 Uhr

Glück ist...

von: Lapared

Heute Morgen bin ich der glücklichste Mensch der Welt. 119 hat mir gesagt, dass er mich aus tiefstem Herzen liebt, wir werden in dem Haus am Meer wohnen, dass Dicki uns zur Hochzeit schenkt („I bought it for you, it´s yours anyway, Pippi!"), und das Kind groß ziehen, dass 119 unter seinem Herzen trägt („Liebes, ich mach das, ich will Dir die Schmerzen einer Geburt ersparen!“) Tja. Das Schicksal belohnt die Guten.

Hinzu kommt: Das Klopfen ist weg. Nichts tut weh.

Manchmal denke ich, jeder sollte Migräne haben. Sie ist wundervoll, wie ein bekehrter 119 mit Baby und Meerblick. Sie kann einen so unendlich glücklich machen. Jedes Mal, wenn Sie wieder verschwindet.

30.09.2005 um 01:33 Uhr

Schrmezprofillaxe

von: Lapared

L.´s Kopfshchmerzen beunruhigemn mich. Ich machme mir große Sorgem. Ich farge mich, was passiert, wenn ich mal Kopfschmerzne habe. Der Kopdfschmerz wüsste bestimmt nihct, wo mein Kopf aufhört und mein Körper anfängt, das weiß nämlich keimer, und woher sollte der Kopfshmerz dann wissen, wo er selber aufhörem muss, und dann würde er einfach weitergehen, und mir würde nahezu alles weh tum! ICH WILL EIMEN HALS! Reim profillaktisch. Morgen gehe ich zu meinme plastischem Chirurgen, der soll mir einen machen.


(Probehals mit Paketbamd)

Ich hab shcon mal ausprobiert. Hope sagt, man msuss das unter funktioemalen Aspekten sehen - und sie fämde mich trotzdem schöm.

29.09.2005 um 17:15 Uhr

Wochenende

von: Lapared

Hatte ich erwähnt, dass 119 gestern Abend noch anrief?

Er: „Wieder da?“
Ich: „Ist das mein Festanschluss?“
Er: „Und was machst Du außer übellaunig sein?“
Ich: „Verdaue eine Sachertorte.“
Er: „Das ist schwer, hm?“
Ich: „Fast unmöglich.“
Er: „...“
Ich: „Sehen wir uns am Wochenende?“
Er: „Am Wochenende… sehr, sehr gern.“
Ich: „...“
Er (leise): „Schlaf schön.“
Ich: „...“
Er (ganz leise): "Es gibt doch genug Kinder auf der Welt.“
Ich: „Also.“
Er: „Also.“

29.09.2005 um 15:02 Uhr

Von wegen Kirmis

von: Lapared

Ich war in einer Galerie! Und in einer Lederhose!

Da ich Curd Rock seinen Speicherplatz nicht wegnehmen möchte, habe ich L. gebeten, die Bilder bei flickr.com zu speichern. So richtig hat L. das nicht hingekriegt. Ihre Intelligenzerbse ist heute zusätzlich durch eine Migräne beeinträchtigt, sie ist überhaupt nicht ansprechbar. Bedauerlicherweise kann ich mit meinen Intelligenzknubbeln deshalb nicht aushelfen.

Aber wenn Sie da gaaaanz unten auf lapared blogigo klicken, können Sie mich sehen, wenn Sie möchten.

Mit freundlichen Grüßen
HOPE

P.S. In den ernsten, dunklen Mann hatte ich mich ein bisschen verliebt. Aber irgendwie fühle ich mich emotional nicht frei, ich denke, das hat mit Curd Rock zu tun. Vielleicht, wenn der dunkle Mann drei Augen gehabt hätte...


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29.09.2005 um 12:36 Uhr

Guten Morgen, Sonnenschein

von: Lapared

Wie jeden Morgen. Ich wache auf und schlage in stummer Empörung meinen Wecker.

Nur ein paar winzige Details sind heute anders. Mein Wecker piept nicht sondern klopft, sein kleiner Zeiger steht in einem Viertel – dem unteren rechten - von dem ich nicht wusste, dass er dort überhaupt verkehrt (ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, ihn dort je gesehen zu haben), und genau genommen klopft er auch gar nicht. Wenn man genau hinhört, ist er ganz still, er zeigt einfach nur die Zeit. Es ist zwanzig nach Fünf, und das Klopfen kommt von irgendwo Links hinter meinem rechten Auge. Ich entschuldige mich bei meinem Wecker, drehe mich wieder auf die Seite und tue so, als hätte ich nichts bemerkt.

Ich zwinge mich, liegen zu bleiben, ich stelle mich schlafend, ich weiß, die Migräne lauert auf mich. Ich weiß, sie wird mich anspringen wie ein deprivierter kretarianischer Strandköter einen Touristen-Unterschenkel in der Nachsaison, kaum dass ich den Fuß aus dem Bett setze, um Pinkeln zu gehen. Aber... da kann sie lange warten. Eher riskiere ich eine abnorme Blasendehnung, eher mache ich pfeifend ins Bett.

Tatsächlich schlafe ich noch einmal ein. Als ich das nächste Mal aufwache, ist es wirklich der Wecker, piep, piep. Begleitet von meinem Auge, klopf, klopf. Die beiden sind nicht schlecht. Okay, denke ich, und mit dem schönen alten Evergreen von Nana Mouskouri stimme ich mit ein: Guten Morgen, Guten Morgen, Guten Morgen, Sonnenschein... Ich weiß, diesen Tag kann ich vergessen.

29.09.2005 um 01:24 Uhr

Vom wgem Dia-Abemd. ..

von: Lapared

Meime Mädels simd wieder da. Wärhend ich zuhaume durch ferne Galaxiem geshcleudert wurde, waren die zwie in Bayern auf der Kirmis. Das fanden sie auffregend. Süß.

Hope wollte sogart eimen Dia-Abend machnem. Zun Lgück ist der Foto-Speicher alle. Hope,sage ich, für jedesn neueBild vom DIR, müsste eim alte s Star-Foto von MIR gelöscht werden (jedemfalls, so lange L. das mit dem externen Pseichem ncht hinkriegt)... Hope,liebe Hope, gamz ehrlich, willst Du das?

Natürlich wollte sie das NICHT. Also... kein Diabend. Ich wieß eben, wie mam mit Frauen redne muss.


28.09.2005 um 18:09 Uhr

Dick & zufrieden?

von: Lapared

Got the cake. Was soll ich sagen... Gewicht verlieren ist ein Traum. Aber fett werden... auf diese Art auch.

28.09.2005 um 16:24 Uhr

Pippilein, have you got the Sachertorte?

von: Lapared

Eben klingelte übrigens das Telefon. „Dick“ stand auf dem Display. Sehr gut, dachte ich, halt Dich gut fest, kleiner Holländer, beim letzten Mal konnte ich Dir nicht im zum Begreifen offensichtlich erforderlichen, brutalen Maße weh tun, aber jetzt, jetzt! Jetzt habe ich nämlich Migräne, und glaub mir, mit so einem Hämmern im Schädel wird selbst ein Lamm zum Tier.

Wir haben uns dann zwei Stunden nett unterhalten.

Aber mal unter uns... „Hallo Pippi (er nennt mich Pippi, weil er hofft, meine Witzigkeit, die im konkreten Fall des Einzelwitzes stets unbemerkt an ihm vorbei geht, wenigstens abstrakt und quasi global gebührend zu würdigen)… Pippilein, have you got the Sachertorte? I´m in Vienna, went to Hotel Sacher and asked for the geiler Schokoladenkuchen. Have you got it?“ Wer könnte nach so einer Eröffnung überzeugend richtig echt endgültig definitiv Schluss machen?

28.09.2005 um 13:32 Uhr

Reiseprotokoll

von: Lapared

Als ich gestern Nacht nach Hause kam, habe ich mir einen sehr großen CARLOS eingeschenkt und versucht, Dick anzurufen. Um endlich „reinen Tisch“ zu machen. Aber er ging nicht dran. Einen CARLOS kann man nicht in den Ausguss schütten...
Wegen einer gewissen Unpässlichkeit würde ich mich deshalb für den Moment lieber darauf beschränken, das „Reiseprotokoll“ einzustellen, das in den letzten drei Tagen entstanden ist.

3 Tage München – Reiseprotokoll

Ich habe mir so überlegt... es ist nicht auszuschließen, dass es in München Internet gibt. Die Bayern, die alten Tausendsassa, da kann man nie wissen. Für alle Fälle beginne ich eine Art Reiseprotokoll. Und stelle es ins Netz, sobald ich in München angekommen bin. Also...

Ich sitze im Zug nach München. In einem vollen Zug nach München. Ich hasse es. Warum müssen Menschen ständig reisen? Warum können Sie nicht einfach mit dem Hintern daheim bleiben? Der schnellste Weg zum Weltfrieden wäre meiner Meinung nach: zu Hause zu bleiben. Alle Mann. Vielleicht sollte ich erwähnen: Es ist Sonntag. Und es ist 8.03 Uhr.

Ich habe eine Entschuldigung. Ich muss mir das Baby meiner besten Freundin ansehen, bevor es auf die Uni kommt - das ist man seiner besten Freundin schuldig. Aber welche Entschuldigung hat beispielsweise der Mann neben mir, der es im Übrigen fertig bringt, gleichzeitig zu schlafen und durch die halbgeschlossenen Lieder auf meinem Bildschirm zu äugen und mitzulesen, als ginge ihn das hier irgendwas an (jetzt dreht er sich weg...), wo bitte muss dieser neugierige Otter an einem Sonntagmorgen so dringend hin? Ich hasse es. Es ist 9.12 Uhr.

Es ist 10.11 Uhr und ich hasse es unendlich. Ich sitze im „Großraum/Raucher“ (ich, als frischer, durch die emotionalen Turbulenzen der letzten Tage höchst labiler Nichtraucher). Ich fahre rückwärts. Der Schlafsimulant ist weg, dafür bin ich jetzt eingekesselt von hysterischen Splitterwesen einer vom Reservierungssystem der Deutschen Bahn zersprengten Reisegruppe alter Damen, die verzweifelt versuchen, über Distanzen von bis zu fünf Sitzreihen im lebenswichtigen ständigen Austausch von Reiseproviant (natürlich Eierbroten!) und Befindlichkeitsberichten über Schlaf/Verdauung/Allgemeinbefinden zu bleiben. Mir wird schlecht. Kein guter Zeitpunkt, Reflektionen über mein wieder aufgenommenes Beziehungsleben anzustellen. Und doch kann ich eigentlich an nichts Anderes denken. Denken? Nein denken kann man das nicht nennen, es ist eher ein kognitives Surren, oder, wenn sich Unruhe dazu mischt, ein Gedankenflirren. Irgendwie so was.

Im Vergleich zu diesem Flirren war der Traum der letzten, durch das Reisevorhaben übrigens skandalös verkürzten Nacht geradezu sortiert.
Ich stehe in einer riesigen Halle, eine Art Flugzeug-Hangar, als plötzlich am Ende der Halle ein Tor aufgeht und gelbes Sonnenlicht einflutet, aus dem im nächsten Moment der Schatten eines Riesen auf mich fällt. Ich höre seine Schritte hallend näher kommen, ich versuche, mich hinter irgendetwas zu verstecken, aber plötzlich merke ich, ich verliere mein Gewicht (was unter allen anderen Umständen wirklich ein Traum wäre), ich werde so leicht, ich kann die Füße nicht auf dem Boden behalten, ich steige auf und schwebe bestens sichtbar wie ein Brauerei-Ballon in der Halle, höher, noch höher… und ich denke, wetten, das geht in die Hose, garantiert, ich kann gar nicht fliegen, und wer immer dafür verantwortlich ist, dass ich es doch tue, wird seinen Fehler gleich bemerken und umgehend korrigieren, dann falle ich auf die Fresse, die Chancen, dass ich das überlebe, werden mit jedem Höhenmeter geringer, und davon mal abgesehen, was soll das scheiss Gepiepe???

Tja, das war also mein Traum. Bis zum Piepen des Weckers. Die Deutung liegt natürlich auf der Hand: Der Schwebezustand beschreibt meine Verliebtheit, der Gewichtsverlust die Selbstaufgabe, die diese Beziehung erfahrungsgemäß mit sich bringt, und die Angst abzustürzen die Angst abzustürzen. Eine Möglichkeit. Aber ganz ehrlich - ein bisschen zu naheliegend, diese Deutung, ein wenig zu banal, was? Ich meine... Meine Träume sind, wie der Geist, dem sie entspringen, komplex... verschlüsselt... mehrdimensional - kein Kreuzworträtsel im Apothekenjournal!
Deshalb bin ich auf eine zweite, angemessen vielschichtigere Deutung gekommen. Ich sage nur: Enzymlefax. Der Traum bedeutet, ich brauche Enzymlefax. Es gibt nichts Wirksameres gegen Blähungen. Begebe Dich nie auf längere Reisen in gekrümmter Sitzhaltung ohne Enzymlefax, wollte der Traum mir sagen.

Ich vermisse die alten Damen. Jetzt sind es trinkende Männer. Hätte ich es doch gemacht wie Curd. Der weise, alte Curd. Der sitzt jetzt komfortabel in einer blitzblanken, aprilfrisch duftenden, großen Waschtrommel. Und ich umgeben von Suffköppen in einer verrauchten Sardinenbüchse. Aber... 13.40 Uhr, nur noch eineinhalb Stunden, dann bin ich da.

23.30 Uhr. Es ist großartig. Der Mensch sollte viel öfter verreisen. In andere Welten, andere Lebensweisen eintauchen. Den eigenen Nabel links liegen lassen und gucken, wie sich andere so schlagen. Die beste Freundin zum Beispiel, die man als Halb-Autist seit zweieinhalb Jahren nicht mehr besucht hat, und deren fast erwachsenes bereits mit Zähnen ausgestattetes Kind man nicht mal kennt. Ein sensationelles Kind. Ein Mädchen. Wunderschön. Wir haben auf der Terrasse gesessen, Kuchen gegessen, dem Kind zugesehen... und Curd in seiner Trommel bedauert, der niemals die Bekanntschaft eines so charmanten kleinen Wesens machend wird. Selber Schuld, Curd.

Ach so, mit dem Internet... das klappt nicht. Na ja. Dafür sind die Bayern – wenn ich richtig informiert bin – gute Fußballer.

Montag 12.30 Uhr. Wenn Menschen sich entscheiden müssten: entweder geliebt werden ohne zu lieben oder lieben, ohne geliebt werden – was würden sie wohl vorziehen? Die Mehrheit, denke ich, würde sich wohl lieber lieben lassen. Ein Grund, warum meine beste Freundin meine beste Freundin ist, ist der, dass sie wie ich zur Minderheit gehört. Als ich sie vor einigen Jahren kennen gelernt habe, war sie gerade – wie man so sagt – „unglücklich“ in einen Mann verliebt. Heute ist sie – wie man so sagt – „glücklich“ verheiratet. Übrigens mit demselben Mann. Geht doch.

Montag 23.30 Uhr. Meine Freundin hat den Eindruck, dass es mir gut geht. Ich habe ihr von 119 erzählt. Die ganze Chose. Und auch die Affäre Dick. Die Fast-Affäre Dick. „Liebe ist nun mal keine Prämie für außergewöhnliche Liebenswürdigkeit. Wenig vom richtigen Mann kann mehr sein als Viel vom falschen“, sagt meine Freundin, und etwas leiser: „Aber auch wenn wenig mehr ist, kann es trotzdem ZU wenig sein!“ – „Es geht mir auch gut“, beteuere ich. Und habe den Eindruck, es ist die Wahrheit.

Dienstag 00.12 Uhr. Wie jede Nacht um diese Zeit: die „FRIENDLY Good-Night-Kiss“-SMS von meinem neuen „FREUND“ Dick. Ich habe plötzlich das ungute Gefühl, dass das nicht in Ordnung ist. Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass ich ihm gegenüber möglicherweise nicht unmissverständlich klar war. Ich fürchte, da muss ich noch mal ran. Ich kann nicht schlafen. So etwas fällt mir unendlich schwer. I so hate to hurt you, Dick. Ich bin doch so ein guter, weichherziger Mensch. Außerdem... what if Enzymlefax works, if die Aufwinde abflauen und ich vom Himmel stürze... wer wird mir zur Hilfe fliegen, wenn nicht Du, mein unsterblich verliebter Holländer.

Grüß Gott, Curd Rock,
und herzliche Grüße aus München. Mir gefällt es hier sehr gut, als Ausdruck meiner Wertschätzung für die bayerische Kultur (auch wenn gewisse bei uns gepflegte Traditionen wie z.B. das Internet nicht dazu gehören), trage ich heute Morgen sogar eine Lederhose. Danach gehe ich in die Ausstellung von L.s Freundin und dann vielleicht noch auf die „Wiesn“ (wenn L.s Migräne es zulässt). Das verdanke ich Alles Dir, lieber Curd Rock, denn wenn Du der Welt nicht die Waschtrommel vorziehen würdest, hätte ich Deinen Platz in der Reisetasche nicht übernehmen können und mein Horizont bliebe so beschränkt wie Deiner. Darf ich Dich zu einem Dia-Abend einladen, wenn ich wieder zuhause bin?

HOPE

P.S. L. sagt, mit den Fotos ist Schluss. Ihre 10 M Byte Speicherplatz bei blogigo sind voll, und mehr als 10 M Byte bekommt sie nicht, sagt sie. (Manchmal wünschte ich, ich könnte ihr wenigstens einen meiner Intelligenzknubbel abgeben, dann bekäme sie es vielleicht hin, die Bilder extern zu speichern). Jedenfalls… Es wird wohl nichts aus unserem Diaabend. Schade, ich sehe sehr gut aus in meiner dunkelgrünen, weichen Hirschlederhose.


Dienstag 14.30 Uhr. Am Samstag, bevor ich gefahren bin, hatten 119 und ich nach einem herrlich trägen Nachmittag im mild durch die offenen Fenster fallenden Sonnenlicht in allem Frieden von einander Abschied genommen.

Er: Wie lange bleibst Du?
Ich: Weiß noch nicht.
Er: Ruf an, wenn Du wieder da bist.
Ich: …
Er: Hörste?!
Ich: Mal sehen.
Er: Mal sehen?
Ich: Hase. (Pause) Es ist doch so. (Pause) Ich gehe auf die 40. (Pause) Nach drei Tagen mit einem blond gelockten Kleinkind werden meine Hormone explodieren, meine Uhr wird ticken wie ein Zeitzünder in einem Edgar-Wallace Film und der alte Groll hat einen leichten Schlaf, wie Du weißt. Er wird aufwachen von dem Ticken und wieder anfangen zu brodeln: darüber, dass Du mich nicht liebst und keine blond gelockten Kleinkinder von mir willst. Ich denke, dann ist kein guter Zeitpunkt, Dich anzurufen, was meinst Du?
Er: Ich stimme Dir wie immer zu. Aber dann melde Dich, sobald es nicht mehr brodelt, ja?
Ich: Klar. Sofort nach meiner Mehrlingsgeburt infolge künstlicher Befruchtung kurz vor meinem 45sten.
Er: Für die Rückbildungsgymnastik solltest Du Dir schon noch Zeit nehmen. So lange kann ich dann auch noch warten.
Ich: Keine Sorge. Ich entbinde in der Plastischen, ich werde den Kaiserschnitt gleich mit einer Bauchdeckenstraffung verbinden.
Er: Schön, dann sehen wir uns nach Deiner Mehrlingsgeburt?!
Ich: Spätestens. Oder nächstes Wochenende.
Er: In 7 Tagen oder 7 Jahren, alles klar.


Meine Freundin hat wirklich die bezauberndste Tochter der Welt, aber… kein Ticken, kein Brodeln, kein Grollen. Ich denke, mein liebster 119, wir sehen uns tendenziell eher am Wochenende.


Guten Tag, Curd Rock,
Deine Bevorzugung eines beschränkten Horizonts zeugt von einer Weitsicht, die mir persönlich erst allmählich zuteil wird. Du bist sehr weise, Curd Rock. Ich habe Dir ein Lebkuchenherz gekauft.
Jemand hat meine Intelligenzknubbel mit einem bayrischen Nationalgericht verglichen und sich erkundigt, wo mein Senf wäre. L. sagt, er habe damit zum Ausdruck bringen wollen, dass er mein Äußeres appetitlich findet, aber ich habe mir das erwähnte Nationalgericht angesehen. Wissend, dass Schönheit subjektiv unterschiedlich empfunden wird, möchte ich doch zumindest Eines feststellen: Zwischen meinen Intelligenzknubbel und bayrischen Weißwürsten besteht ästhetisch eindeutig keinerlei Verwandtschaft.
Ich möchte jetzt gerne wieder nach Hause.

H.


Ich auch.

L.

27.09.2005 um 09:00 Uhr

Warum ich so gut zu Vögeln bin

von: Lapared

aus "Mir passiert echt nur Scheiße" von der gerade verreisten Lapared

Sonntagmorgens krochen meine Schwester und ich immer zu unseren Eltern ins Bett. Ich selbst verspürte zwar nie den Wunsch dazu, aber meine Schwester, die, wenn sich die alltäglichen Rituale der Versorgung sonntags verzögerten, schnell Hunger bekam, kroch vor und ich solidarisch hinterher. Meine Mutter, anderer Pflichten enthoben, verschwand danach in der Tat sehr bald in die Küche, und es gab Frühstück.

Während meine Schwester im Bett meiner Eltern gewöhnlich wild herumtobte, lag ich reglos da wie eine Mumie. Den Grund sahen meine Eltern in meinem milden, zur Vernunft neigenden Wesen, aber die Wahrheit war, ich wusste bescheid. Ich hatte sie gesehen, die schlimme Sache, die Papa da zwischen den Beinen hatte (er war Nachthemdträger). Mein Pietätgefühl verbot mir, ihn darauf anzusprechen. Drankommen wollte ich aber auf gar keinen Fall.

Eines Sonntags verhielt ich mich aus irgendeinem Grund nicht so still - ich glaube, meine Schwester und ich spielten Daktari, sie den schielenden Löwen Clarence und ich Schimpansendame Judy. Um wenigstens Judy ruhig zu kriegen, lenkte mein Vater meine Aufmerksamkeit auf ein Haar, das ich verloren hatte. Er nahm es, hielt es hoch und sagte mit leiser Stimme: „Guck, ein Haar von Dir, wie lang es ist! Bestimmt war es sehr lange bei Dir, Monate, vielleicht sogar Jahre… Was ihr alles gemeinsam erlebt habt!… Dieses Haar war mit Dir in Italien, zusammen habt ihr schwimmen gelernt… Es hat Dich an deinem ersten Schultag begleitete… Es hat mit Dir gelacht und geweint… Und nun hast Du es verloren und hättest das beinah nicht mal gemerkt.“ Ich lag ganz still, lauschte Papas Worten und fühlte mich plötzlich hundeelend.

Von dem Zeitpunkt an bewahrte ich alle verlorenen Haare auf. Der Länge nach geordnet legte ich sie in ein mit dunkelblauem Samt ausgeschlagenes Kästchen, das meine Mutter nicht mehr brauchte, seit sie Zuchtperlen großbürgerlich fand. Meine Welt war fast wieder heil. Eines Tages jedoch fiel Mama mein Kästchen beim Saubermachen herunter, und wenig später verschwanden meine Haare in ihrem neuen, weinroten Rowenta-Staubsauger. Ich brüllte wie am Spieß. Stunden, Tage, ich ließ mich nicht beruhigen. Meine Eltern versuchten es mit allen Mitteln der modernen Pädagogik, schließlich mit klassischem Arschversohlen. Nichts half.

Ein Kinder-Psychologe wurde konsultiert. Er machte ein sehr besorgtes Gesicht. Nach eingehender Überlegung vermutete er ein sexuelles Motiv, das er dringend im Rahmen einer analytischen Therapie zu bearbeiten empfahl. Von sexuellen Motiven hielten meine Eltern dann doch nicht so viel. Ich bekam einen Friseurtermin. Mit einem Kurzhaarschnitt, meinte Papas Parteigenosse Wilfried, der immerhin Arzt war (Zahnarzt), wäre die emotionale Bindung, die ich zu dem einzelnen Haar aufbauen könnte, nicht so stark. Meine emotionalen Bindungen wurden auf 1 Zentimeter verkürzt. Und um nicht so oft zum Friseur zu müssen, bestellte Mutti die kleine blaue Haarschneidemaschine von Neckermann.

Trotzdem sammelte ich heimlich weiter meine Haare. Bis Oma mir eines Tages erzählte, dass es für verlorene Haare gar nicht schön sei, aufbewahrt zu werden. Und dass ich ihnen ihre Treue besser danken würde, indem ich sie frei ließe, denn dann würde der Wind sie auf eine große abenteuerliche Reise mitnehmen und sie würden eine Menge erleben. Vögel würden meine Haare vielleicht in Baumkronen finden und Nester damit bauen. Kleine Küken würden es darin schön warm haben.

Nice try, Omili. Am nächsten windigen Tag ging ich mit meiner Haarsammlung auf den Balkon - aber ich brachte ich es trotzdem nicht übers Herz. Genau genommen schaffe ich es bis heute nicht, ein Haar, das mein Leben eine Zeit begleitet hat, einfach dem Wind zu überlassen, sollen die scheiß Vögel doch ihre Nester bauen, womit sie wollen. Zum Ausgleich stelle ich ihnen im Winter ein selbst gebasteltes Futterhäuschen auf, Original-Nachbau des Schulhauses in Hitchcocks „Vögel“, sehr hübsch. Meine Nachbarn halten mich für einen wahren Vogelfreund.

26.09.2005 um 09:00 Uhr

Barbara Schamholz oder wie ich versuchte, RIN zu werden

von: Lapared

wie versprochen aus "Mir passiert echt nur Scheiße" von der gerade verreisten Lapared.

Ich bin in der Zeit aufgewachsen, als Frauen ihre BHs wegwarfen und sich vornahmen, ihre Töchter zum Tragen von Verantwortung zu erziehen. Nicht anders als Jungen und quasi geschlechtsneutral. Sogar in Paderborn. Meine Schwester (8) und ich (7) spielten deshalb mit Fischer-Technik statt Barbie-Puppen. Wir hatten dieselben Haarschnitte wie unsere Cousins Frank (9) und Kläuschen (6). Und wir waren bereits in der zweiten bzw. vierten Legislaturperipode hintereinander Klassensprecherinnen, denn Verantwortung konnte man nicht früh genug übernehmen. Wenn wir nachhause kamen und waren nicht wieder gewählt, gab´s keinen Nachtisch.

Karneval stand vor der Tür. Das Jahr davor war ich als geschlechtsneutraler Fliegenpilz gegangen und das Jahr davor als Käfer. Dieses Mal schwebte mir etwas anderes vor. Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile mit der Thematik, genau genommen seit meine Klassenkameradin Barbara Schamholz beim letzten Karneval als Indianerin gegangen war. IndianeRIN. Mit langen schwarzen Zöpfen und mit rotem Lippenstift.

Meine Eltern hatten nichts gegen Indianerin. Und so begab ich mich am Karnevalstag zunächst in die Hände meines Vaters, der Künstler hatte werden wollen, bevor der Krieg ihn für die Vorzüge regelmäßiger Nahrung sensibilisierte. Nun war er Beamter und in unserer Familie unter anderem zuständig war für das Anmalen von Ostereiern und das Schminken zu Karneval. Mein Vater trug seinen Blaumann und hatte viele Töpfe vor sich stehen. Ich hatte kein gutes Gefühl.

Aber ich beruhigte mich gleich wieder, als ich die wunderschöne schwarze LANGHAAR-Perücke sah, die meine Eltern besorgt hatten. Und sobald Papa fertig mit Schminken war überließ ich mich den geübten Händen meiner Mutter, die in unserer Familie unter anderem fürs Kochen der Ostereiern und fürs Nähen der Kostüme zu Karneval zuständig war. Und auch fürs Frisieren, Emanzipation hin, Emanzipation her. Dann endlich durfte ich vor den Spiegel treten.

Vor mir stand der Geist der Avantgarde. Eine Mischung aus Grunge, Yamamoto-Chic und Jedi-Ritter, nur erkannte ich das damals natürlich nicht. Was ich sah, war ein umgedrehter Kartoffelsack mit den Fliegenpilzpunkten vom letzten und den Käferpunkten vom vorletzten Jahr. Dazu die zu einem Filznest auftoupierte Langhaarperücke. Und ein knallrotes Gesicht mit blau-gelben Streifen, in dem die ersehnten roten Lippen irgendwie nicht mehr dieselbe Wirkung hatten wie damals bei Barbara Schamholz. Leider. Etwas überrascht war ich auch, als meine Mutter mir zum Finish einen Flachmann in die Hand drückte.

Aber natürlich erklärten mir meine Eltern die Hintergründe meiner Kostümierung dann sehr genau. Und so hörte ich gerade noch rechtzeitig wieder auf zu heulen, bevor Papas Kunstwerk ganz verlief. Und später, auf der Party, umgeben von Zigeuner-, Zauber- und gewöhnlichen IndianeRINNEN, gab ich dann nicht ohne Stolz weiter, was an mir das Besondere war. „Ich bin eine moderne Indianerin und werde ausgerottet!“ erklärte ich. „Die Amerikaner haben mein Land geklaut und geben mir Schnaps, damit ich meine Wurzeln verliere.“ Dann nahm ich einen Schluck aus meinem Flachmann (mit Zitronensprudel).

Das wurde eine ganz tolle Faschingsparty. Barbara Schamholz war in jenem Jahr übrigens ChineSIN und trug wieder Lippenstift. Einen Moment lang spielte ich mit der Absicht, im nächsten Jahr auch ChineSIN zu werden. Aber dann schwante mir, dass die Amerikaner zu den Chinesen möglicherweise auch scheiße waren, und beschloss, in Zukunft lieber wieder als geschlechtsloser Pilz zu gehen. Tä-täää.

25.09.2005 um 19:17 Uhr

SIEMENS 13

von: Lapared

Ich gebne es zu. Das ist gar nicth die Washcmaschine. Das ist meim Raumschiff "SIEMENS 13". Ich weiß nicht, ob ich es je erwähmt habe, aber - ich kommne von weit, weit weg . .. . .... .. . . . . .



.. . . Umd jetzt werde ich nachhause schleuderisieren, nachhause schleuderisieren, nachhause schleuderisieren!!!!!!!!

25.09.2005 um 11:32 Uhr

Schöme Grüeß

von: Lapared

„Bitte!“ hafb ich zu L. gesagt, „Bitte! Dann washc mich doch! Keim Ploblem! Leiber lass ich mich von der große, weiße Mashcime shcleudern als von so eimen kleimen, anal fabetischen Hosenscheißer!“ Und dann bin ich mit erhobemen Hauptes SELBLST in die Trommel gekrabbelt und bin nichgt wieder rausgekommne. Die gamze Nacht nicht. Da hat die L. aber egstaunt.


(schöme Grüße aus dei große weiße Mashcime sendet Curd Rock)

Jetzt sitz t L. übrigmes im Zug nach Münchme. Sie muss lermen auch mal ohne mich zuercht zukommem.

24.09.2005 um 22:43 Uhr

Curd Stinker

von: Lapared

Ich weiß nicht, ob ich in den nächsten Tagen dazu komme, Einträge zu machen. Wie gesagt, wir verreisen. Zumindest ich. Curd will nicht mit, weil meine Freundin ein Kind hat, und Curd mag keine Kinder. Er sagt, er könne es nicht leiden, wenn man ihn wie ein Spielzeug behandelt, er sagt, er bleibe lieber zuhause. Als er merkte, dass ich davon gar nicht begeistert war, hat er dann noch was gesagt. Er sah mich an und fügte hinzu: „Spielzeug sein ist doof und tut weh, ich dachte, DU würdest das verstehen.“ Mir wurde ganz anders. „Curd“, habe ich geantwortet, „Curd, es ist okay, wenn Du nicht mit willst, aber tu das nie wieder! Keine Treffer unter die Gürtellinie, verstanden?! Außerdem war 119 heute sehr nett, es war ein wunderbarer Nachmittag, warm und mild wie mit dem Po-losen Opa im Bad, UND: wir sind vom Zehner gesprungen, er zweimal, ich einmal. So.“ – „Und jetzt? Muss er noch irgendwo anders Fliesen reparieren?“ hat Curd mit Unschuldsmiene gefragt.
In dem Moment fiel mir der leicht muffige Geruch an ihm auf. Ich glaube, dass er nach seinem unfreiwilligen Bad im abgestandenen Freibadwasser dringend mal gewaschen werden muss.

Na, aber noch mal zu den Einträgen. Sonntag machen wir mal frei, was? Aber für Montag und Dienstag stelle ich heute schon zwei kleine Texte ein, quasi aus der Konserve. Aus meiner heiter-charmanten Sammlung „Mir passiert echt nur Scheiße“ nämlich. Kleiner Service des Hauses ;-)

Und ab Mittwoch dann wieder „live“.

24.09.2005 um 00:34 Uhr

Vive la Résistence

von: Lapared

Curd hat es ja schon erzählt. Es war noch einmal ein herrlicher Tag. Aber jetzt ist die Freibadsaison beendet, heute Nacht ziehen Wolken auf, morgen beginnt der Herbst.

Somit schaukel ich 119 auch nicht ans Meer. Vielleicht gehen wir in die Sauna. Oder halten uns auf andere Art und Weise warm. Mal sehen, es ist noch nichts geplant. Nur, dass ich am Sonntag ohne ihn für ein paar Tage nach München fahre. Um meine Freundin zu besuchen. Das will ich schon lange, aber momentan ist ein guter Zeitpunkt für autonome Unternehmungslust.

Ayatthaya wurde zwar im Spaziergang genommen... Aber zumindest innerhalb der Mauern behaupten sich Nester des Widerstands.

23.09.2005 um 23:49 Uhr

Curd Rock auf den Spuren von Mark Spitz

von: Lapared

Heute Morgem hat L. gesatg, jetzt sei nun abr wirklich Schluss. Sie shat gesagt,heute wäre echtz der letzte Freibadtag. Und da hab ich all eminem Mut zusmmanegenommen und gefragt ob ich mit darf.(ich hab shcon ganz oft gefragt, aber sie hat immer gesagzt, das ginge nicht, im Freibad würde ich ihr die Chancem bei anderen Männern versauen, denn mit mir würde es doch niemand aufnehmen. Das hab ich natürlich eingeshem.)

Heute lag der falll aber ja völlig anders. „Jetzt sind da doch keine andemren Männer mehr“ hab ich gesagt, „außer gamz alten ohne Popo!“- „Stimmt hat sie gesagt!“... und so war ich heute zum ersten Mal im meime Lebem im Freibad.

Es war fam-tas-tsich!


(irgngendwie musste ich amZuhause deknen. ..)

Eimnaml hat mich der Wind sofar ins Bekcen geputset, und was selbst ich nicht wuusste: ICH KANN SCWIMMNE! Und wie! Nur die Richtugn konnte ich nicht bestimmen, desgalb musste L. auch reinspringen und mich wieder rausholen. Hach, wir hatten sp einem Spass!


(Nach dme Schwimmen...)

Danach haben wir uns in die Sonne gelegt und sich ganz schnell wieder getrocknet.


(3 Stunden so... udn shcon war ich wieder ganz trockne!!!)

Später habe ich noch mal in Ruhne über alles nachgedacht.... und ich habs mri überlkegt. Ich will doch keinem Strand- ich nhem lieber das Freibad.


(Meim friebad, mein Feurwhrauto - fehlt nur noch meim Hope...)

22.09.2005 um 22:49 Uhr

Und noch ein Mann im Bad

von: Lapared

Ich war wieder in meinem ausgestorbenden Freibad (uber den Zaun setzte ich heute übrigens elegant wie ein Reh, das klappte gestern längst nicht so gut...). Aber heute war ich nicht allein. Ein alter Mann in einem verblichenen Blaumann tauchte plötzlich auf. Etwas weiter, auf der kleinen Empore neben dem Sprungturm, gab es augenscheinlich für ihn zu tun. Eine der dunkelroten Steinfliesen war gesprungen und brauchte Halt in einem neuen Zementbett. Das sah ein alter Steinfliesenhase wie er sofort, trotzdem inspizierte er gewissenhaft jedes Detail des Schadens. Erst dann errichtete er mit bedächtiger Routine seinen kleinen Baustellenbereich.

Mit schlurfenden Schritten, langsam aber stetig wie ein Perpetuum Mobile, das einmal in Gang gesetzt, ganz von selbst weiterläuft und fortwährend Arbeit verrichtet, schleppte er Eimer, Spachtel und Säcke heran. Nur einmal hielt er kurz inne, streckte den Rücken, legte die Hand über die Augen und sah blinzelnd hinauf zum Sprungturm. Irgendwann war er vielleicht auch einmal von einem solchen Turm gesprungen, hatte irgendwo die Mädchen beeindruckt, die unten saßen und zusahen, vor allem die eine, soweit es ihn betraf ganz Besondere, hatte es zumindest versucht.

Eine ganze Weile bemerkte der Mann mich nicht und ich erwog, unauffällig hinter die verriegelte Eisbude zu robben, damit das so bliebe. Immerhin, an dem Gürtel, der seine schlackernde Hose über dem nicht mehr vorhandenen Gesäß zusammenhielt (Arschschwund, ein interessanterweise rein männliches Altersphänomen – weibliche Hintern hängen aber bleiben)... an seinem Gürtel also baumelte in einer Schützhülle mit Sichtfenster ein knochengroßes Handy. Immerhin, und ich war unbefugt. Aber irgendwas sagte mir, dass dieser alte Kauz mich nicht verraten würde. Irgendwie schien er mir wie jemand, der die Menschen in Ruhe lässt, solange sie ihn in Ruhe lassen. Als er mich schließlich bemerkte, schenkte ich ihm trotzdem vorsichtshalber ein Lächeln - quasi als Schweigegeld - und er verstand, verzog nicht eine Miene, sah nirgendwo eine Frau im Bikini. Wahrscheinlich hätte ich ihm das Lächeln auch so geschenkt.

Fast zwei Stunden war der Meister damit beschäftigt, die eine gesprungene Fliese zu reparieren. Dann schlurfte er mit seinen Eimern wieder davon. Ich dachte, das wars, endlich hab ich mein Bad wieder für mich allein, und döste träge in den letzten rotgelben Sonnenstrahlen. Da hörte ich plötzlich Geräusche von der Empore: Er wieder.

Er hatte vier Holzständer aufgestellt, rot-weißes Band gespannt und die Baustelle großräumig abgesperrt. Nur für den Fall, dass es doch noch Badegäste gab. Als er diesmal abschlurfte, war sein Werk offenbar beendet. Zufrieden griente er in sich hinein und winkte kurz in mein Richtung - natürlich ohne rüber zu sehen.

DAS ist es, was 119 sich wünscht, musste ich plötzlich denken. Genau so wünscht er sich unsere Beziehung: wortloses Einvernehmen... eine milde, warme Miniwelt ganz für uns allein, in der jeder seinen Dingen nachgeht... das stille Wissen um die Kostbarkeit, denn bald kommt der Winter... und die größte Verbundenheit immer dann, wenn man auseinander geht.

Naja, und so ein Kribbeln, wie wenn man vom Zehner springt - das natürlich noch dazu, dann und wann...

P.S. Als ich heute nach Hause kam wieder eine Mail (natürlich, denn auf seine gestrige hatte ich nicht reagiert): „Schaukelst Du mich Samstag bei Sonne in Deinem Auto an die See, please?“ – Aber ja, ja, ja, von Herzen gern, mein Schatz. Nur... vor morgen Abend kann ich Dir das leider noch nicht sagen.

22.09.2005 um 02:12 Uhr

Neu udn größer

von: Lapared

Hmm... ich bim nihct sicher, aber.. . ein bisschme größer scheimt es mri schon...meim neues kleimes Feurerwehrato, oder?