Anleitung zum Entlieben

22.09.2005 um 01:50 Uhr

Hope is back

von: Lapared

Ich habe nochmal nachgedacht... Da draußen wird Herbst, die Blätter fallen, nicht mehr lang, dann ist Winter.

Ich bleibe bei Lapared, solange wie das Bett am Ende des Flurs frei ist. Es ist nämlich ein sehr schönes, warmes Bett.

Hochachtungsvoll
Hope

(Curd? Curd... ja, ich kannte mal einen Curd. Aber das ist lange vorbei, wen interessieren diese alten Geschichten...)

22.09.2005 um 00:18 Uhr

Der weitere Tag

von: Lapared

Mein Existenzproblem und ich sind dann erstmal ins Freibad gegangen. In der Ruhe liegt die Kraft. Und ruhig ist es dort zur Zeit. Das Freibad ist nämlich geschlossen.

Das war schon irgendwie komisch. Dort zu liegen, wo noch vor zwei Wochen das Badeleben tobte... und jetzt: absolute Stille. Das Wasser stand noch im Becken. Auf dem Grund modern erste Blätter. Auf der Oberfläche treiben frisch gefallene, die noch genug Sauerstoff in den Adern haben, um zu schwimmen. Ich fühlte mich wie in einem dieser Sciencefiction-Filme, am Tag nach der finalen Katastrophe, die Menschheit existiert nicht mehr, nur noch ein paar vereinzelte Überlebende, die auf den Spuren ihrer Erinnerungen durch verwaiste Bibliotheken, Shoppingmalls und Freizeitparks streifen.

Das war kein übler Sommer, dachte ich. Ich bin oft hier gewesen, ich bin braun geworden, bin es jetzt noch, keine schlechte Saison. Und immerhin, am Ende gehört das ganze Bad noch einmal mir. Auch wenn man nicht mehr darin schwimmen kann.

Als ich später nach Hause kam, war eine Mail von 119 da: „Enjoy the sun, lucky girl... Zu blöd, dass ich Dir nicht den Rücken eincremen kann.“ – Schätzchen, so stark ist die Sonne nun auch nicht mehr.

21.09.2005 um 09:25 Uhr

Wiedergeburt

von: Lapared

Es gibt etwas, dass ich noch mehr fürchte, als die Wiedergeburt als Politesse: die Wiedergeburt als Wecker. Ist da irgendwo eine Kreatur auf diesem Planeten, die noch mehr gehasst wird? Dieses schneidend intensive Gefühl der Verachtung, dass allein ich jeden Morgen für den Wecker empfinde... Vielleicht ist Piepen auch einfach nicht die richtige Ansprache für mich. Ich muss mir da was überlegen.

Im Ernst, das muss ich wirklich. Ich muss was tun. Jetzt, wo sich der Emotionalstaub der letzten Tage gelegt und der Hoffnungsnebel Partnerschaft endgültig gelichtet hat, sehe ich es plötzlich riesengroß vor mir stehen. Mein Existenzproblem. Hallo Existenzproblem! Ich lag da, der Wecker piepte und mir war plötzlich klar: Ich bin allein, ich lebe... und ich bin pleite. Ich muss aufstehen, mir einen Job suchen und für mich sorgen. Ich ganz allein.
Ich nahm den Wecker und sah ihn an. „Na gut, Arschloch“, sagt ich zu ihm, „Danke für´s Aufwecken.“ Ich drückte ihn aus und stellte ihn zurück, „du widerlichste kleine Kreatur des Universums!“

20.09.2005 um 23:32 Uhr

Hope is gone

von: Lapared

Sehr geehrte Leser.

Ich glaube, es ist an der Zeit, mich von Ihnen zu verabschieden. Ich sehe den Dingen gerne in die Augen. Curd Rock hat mich zurückgewiesen. Zwar durfte ich ihn noch einmal besuchen, aber ich habe zu viele Intelligenzknubbel, um mir etwas vor zu machen: Es ging ihm dabei nur um sein Feuerwehrauto. Mit der ausfahrbaren Drehleiter. Er möchte so gern, dass es bewundert wird, von wem ist ihm dabei gar nicht wichtig. Armer Curd, irgendwann wird er feststellen, dass Feuerwehrauto-Bewunderung nicht wärmt. Blödmann.

Adieu,
Hope

20.09.2005 um 21:33 Uhr

Freunde

von: Lapared

Gott hat Spässchen. Gott hat selten so gelacht, wette ich.

In der Tat hat es aus der Distanz etwas Komisches. Da gibt unser Allmächtiger der nervtötenden kleinen Zweiflerin endlich, womit sie ihn ihr Leben lang versucht, aus der Reserve zu kitzeln: eine Herz ergreifende Liebeserklärung von einem hübschen blonden Mann mit Charakter und Meerblick im Gegenzug für ihren ergebenen Glauben, jedoch – kleines göttliches Muskelspiel – er gibt es ihr just in dem Moment, als sie gerade kein Herz hat. Weil sie das einem anderen hübschen blonden Mann überlassen hat, der damit Kick-Tipp spielt und „I won´t ever love you“ pfeift. (Unnötig zu erwähnen: seit seiner sonntagnachmittäglichen Spaziergangs-Erstürmung keine Nachricht von 119...)

Aber was soll man machen. Osgood, alias Tulpenmann, alias Dick ist wieder weg. Und natürlich will er, dass wir Freunde bleiben. „Aber das waren wir doch nie“, wollte ich sagen, „im Grunde waren wir gar nichts - außer beide ein bisschen verzweifelt.“ Aber ich hab es mir verkniffen und gelächelt: „Auf jeden Fall, Dick. Wir bleiben Freunde.“

20.09.2005 um 18:35 Uhr

Vorsicht Steimschlag!

von: Lapared

Sie wollte ncht mit meien Feuerwehrauto spielen. Ich bin derhalb sehr traurig. ich glaube, mein Feuzrwherauto ist zu klein. Ich glaube, Hope spielt nurr mit gro0ße Feuerwehrautos. Ich muss L. sgaen, dass sie mir ein gr0ßes Feurwehrauto kaufen musss. Kleime Feurerwehrautos sindd doof. Außerdem idz das alte ja sopwieso kaputttt. Da ist ein Stein druagf gefallen. Einpfach so.

20.09.2005 um 00:33 Uhr

... And some not so

von: Lapared

Hier ein Auszug aus dem Originaldrehbuch von "SOME LIKE IT HOT". Natürlich ist dieses wunderbare Drehbuch nicht von mir sondern von Billy Wilder und I.A.L. Diamond. Aber wenn es von mir wäre, würde ich die letzte Szene (Szene 95, s.u.) fraglos Dick widmen. Weil er genauso unerschütterlich liebt wie Osgood - sprich, Milliardär Osgood Fielding III, verkörpert von Joe E. Brown, der sich in den Kopf gesetzt hat, ausgerechnet Jack Lemmon, alias Jerry, alias Hotelband-Musikerin Daphne, zu seiner Angetrauten zu machen.
Aber bei aller Aufgeschlossenheit... manche Dinge hauen nun mal einfach nicht hin.

(...)

95. EXT. MOTORBOAT - NIGHT.

(...)

OSGOOD
I called Mama - she was so happy she
cried - she wants you to have her
wedding gown - it's white lace.

JERRY
(steeling himself)
Osgood - I can't get married in your
mother's dress. She and I - we' not
built the same way.

OSGOOD
We can have it altered.

JERRY
(firmly)
Oh, no you don't! Look, Osgood - I'm
going to level with you. We can't get
married at all.

OSGOOD
Why not?

JERRY
Well, to begin with, I'm not
a natural blonde.

OSGOOD
(tolerantly)
It doesn't matter.

JERRY
And I smoke. I smoke all the time.

OSGOOD
I don't care.

JERRY
And I have a terrible past. For three
years now, I've been living with a
saxophone player.

OSGOOD
I forgive you.

JERRY
(with growing desperation)
And I can never have children.

OSGOOD
We'll adopt some.

JERRY
But you don't understand!
(he rips off his wig;
in a male voice)
I'm a MAN!

OSGOOD
(oblivious)
Well - nobody's perfect.

Jerry looks at Osgood, who is grinning from ear to ear, claps his hand to his forehead. How is he going to get himself out of this?

But that's another story - and we're not quite sure the public is ready for it.

FADE OUT

THE END

19.09.2005 um 17:34 Uhr

BesUch!

von: Lapared

Hm... ich habs einfashc mal so in denr Raum gestellt, mal gucken, was sie dazsu saggt.. .

19.09.2005 um 13:33 Uhr

Was tun?

von: Lapared

Ich bin heute Morgen allein aufgewacht. Nicht etwa, dass man im Überschwange der Wiedervereinigung seine Bedürfnisse verraten hätte. Keiner von uns, beide nicht. 119s Bedürfnis ist es, in seinem eigenen Bett zu schlafen, allein. Und mein Bedürfnis ist es, 119 Bedürfnisse zu respektieren. Diesmal wirklich. Diesmal will ich nicht wieder in meine alten Landnahme-Strategien verfallen, mit denen ich mich Stückchen für Stückchen in seine Welt kämpfe bis mir das Blut aus der Nase rinnt, weiter, weiter ins aus meiner Sicht gelobte Land, das er selbst schmucklos „Alltag“ nennt und im Gegenzug behauptet, seine eigentliche Welt sei sein Kopf, und den halte ich prima besetzt. Hm. Kann ja jeder sagen...

Aber, mal sehen. Blöde lächelnd tapse ich also in die Küche, koche mir einen Kaffee und denke, welch gesegneter Mensch ich im Grunde bin, dass ich morgens nicht reden muss... als mein Blick auf mein Handy fällt. „In 5 Stunden bin ich bei Dir“ - Gott, der Holländer! Den hatte ich völlig vergessen. Es war zehn nach 12 Uhr, und die SMS war bereists vier Stunden alt. Was antworten? „Es ist mir was dazwischen gekommen“ würde die Sache zwar treffen, erschien mir aber etwas lapidar. „Bin kurzfristig gebucht, habe leider keiner Zeit“ - elegant aber zu gelogen. „Ich will Dich nicht sehen, kehr sofort wieder um“ – wahr aber nach vier Stunden Fahrt und angesichts der Benzinpreise schon ziemlich grob. Ich antworte also gar nicht. Lasse ihn und „die Sache“ einfach auf mich zurollen. Wenn es schellt, und das müsste es eigentlich jeden Moment, weiß ich noch nicht, was ich tun werde. Fuck...

19.09.2005 um 02:54 Uhr

Ayatthaya-Epoche... beendet

von: Lapared

Hach.

Der Preis für die erstürmbarste Unerstürmbare dürfte mir sicher sein.

18.09.2005 um 12:11 Uhr

Ayatthaya... fast ohne Zwang

von: Lapared

Das Interessante ist... Obwohl ich mich selbst durchaus als Freundin des Geschlechtsverkehrs bezeichnen würde, muss ich mir selbst beim Ayatthaya nicht den geringsten Zwang antun. Oder doch, ich muss mich zwingen, ihm seinen Wunsch nach Sex nicht zu erfüllen (ich würde für mein Leben gerne alle seine Wünsche erfüllen). Aber sonst...

Ich selbst begehre ihn gar nicht. Gestern jedenfalls nicht. Gestern hab ich ihn so sehr geliebt, dass irgendwie gar kein Platz mehr war für Begehren (und der – nachdem entrosint - gar nicht so üble Apfelkuchen mit Sahne musste schließlich auch noch wohin).

Aber soweit ich das überschaue, gehöre ich sowieso eher zu denen, die den besten (im Sinne von schärfsten, nicht zwangsläufig von schönsten) Sex mit „Leuten“ haben, die sie selbst nicht lieben. Na, aber das ist noch mal ein anderes Thema...

18.09.2005 um 08:57 Uhr

Ayutthaya oder... Zeit der Blüte

von: Lapared

Also... vorab die Fakten:

Wir hatten jeder ein Stück Apfeltorte mit Sahne.
Wir hatten jeder einen Herpes.
Wir hatten keinen Sex.


Bemerkenswert bezüglich der Apfeltorte (abgesehen davon, dass ich es bei einer Konditorei logistisch unverzeihlich schlampig finde, wenn an einem Samstagnachmittag um 16.30, zur besten Kuchenzeit der Woche, die Käsetorte aus ist - aber es war eben nicht „meine“ Konditorei, meine Konditorei befand sich in diesem Falle zu nah an meinem Bett)… also, bemerkenswert bezüglich der Apfeltorte: Es handelte sich um eine stark streuselgedeckte Apfeltorte, und sie war entgegen den Beteuerungen der Bedienung DOCH mit Rosinen versehen, und 119 hat sie alle, alle für mich rausgesucht. Trotz der vielen Streusel hat er keine einzige Rosine übersehen.

Bemerkenswert bezüglich des Herpes: Unsere kleine höfliche Konversation bezüglich des Herpes.

Er: Du hast Herpes an der Oberlippe.
Ich: Du hat Herpes an der Unterlippe.
Er: Siehst Du, wie hübsch wir uns ergänzen.
Ich: Aber beide links.
Er: Sodass Dein Herpes meinen Herpes selbst bei starkem Knutschen nicht erdrückt.
Ich: Das ist sehr romantisch.
Er: Und kein bisschen eklig.
Ich: Ich hatte wirklich Angst, Du ekelst Dich vor mir.
Er: Ich habe Angst, aber ich würde mich niemals ekeln vor Dir.
(an diesem Punkt kam der Apfelkuchen und unsere Aufmerksamkeit wandte sich der Rosinensuche zu)

Bemerkenswert bezüglich des nicht gehabten Sex: Nun, dazu muss ich etwas weiter ausholen. Und ein paar Jahre zurückgehen in der Geschichte Thailands. Und zwar mache ich es jetzt so wie der gute alte Prinz U Thong.

Prinz U Thong rief sich im Jahr 1350 zum König Ramthibodi I aus und, was einigermaßen originell war, er wählte Ayutthaya als Hauptstadt seines Reiches.
Ayutthaya war vorher eine Grenzstadt der Khmer, genannt nach Ayodhya, das ist Sanskriet für Unerstürmbar. Prinz U Thong, wie gesagt, war ein Fuchs, und er machte Ayutthaya, die Unerstürmbare, zum Herzen seines Reichs. Tja. Die Ayutthaya-Periode wurde zu einer Zeit von nie da gewesener Blüte, von Glanz und von Einfluss.

Und das wird meine Ayutthaya-Periode auch. Sicher wird sie nicht ganz so lange dauern wie die der sagenumwobenen Stadt Ayatthaya im Königreich Siam (Ayatthaya fiel immerhin erst nach 400 Jahren, so lange habe ich nicht vor, mit 119 zu warten). Aber ein klein bisschen bleibe auch ich noch dabei und genieße die Blüte. Schließlich, so oft wie heute beim Apfelkuchen hat er in zwei Jahren nicht meine Hand genommen. Und ich weiß, darüber mache ich mir nichts, nichts, nichts vor... nach der Erstürmung wird das alles wieder zerfallen.

17.09.2005 um 16:04 Uhr

Body-Talk

von: Lapared

Also gut. Ich habe neue Schuhe. Ich habe neue „reflections“ (früher „Strähnchen“ und 10 Euro günstiger). Und sogar einige funkelnd schöne, blitzblanke, unbenutzte Vorab-Absolution (thanks a lot, ganz ernsthaft :-)). Dann kann ich ja gleich los. Zum Sündigen. Nein, nein, so nicht - wir treffen uns in der Konditorei.

Zwei frisch rasierte Beine habe ich zwar auch, aber... mein Körper will keinen Sex (ich hab auch gesagt: was bist Du bitte für ein durchgeknallter KÖRPER, Wollen ist Geistes-Sache, DU hast gefällig schwach zu sein!). Es ist so ein abgedroschener Comedy-Gag, dass das eigentlich in Wahrheit nicht mehr passieren darf, aber doch ... ich bin heute tatsächlich mit einem Herpes an der Lippe aufgewacht. Kann ein Körper deutlicher werden?

In dem Zusammenhang (auch wenn er selbst ihn nicht kennt...) reizende Geste vom Holländer: „I send you my kisser“, simst er. „Danke, ich warte lieber, bis es verheilt ist und erledige das gegebenenfalls allein“ simse ich nicht zurück, natürlich nicht, denn das wäre gemein. Schließlich hat er sich nur verschrieben - nehme ich an (obwohl, so ein personal kisser, wenn man selbst überlastet ist oder nicht kann...) Na. Ich geh jetzt mal besser. Ich komme zu spät in die Konditorei.

17.09.2005 um 08:55 Uhr

Gehirn hilft nicht

von: Lapared

Mein Intelligenzknubbel, Sitz von mehr Gehirnmasse als in manch einem Regierungsparlament, diente in der vergangenen Nacht als Ersatzbefriedigung für ein wattegefülltes Flies-Füßchen in Cornichon-Dimension.

Es ist so demütigend.

Ich LIEBE es!!!

16.09.2005 um 22:35 Uhr

Sihe tuts schon wieder

von: Lapared

... morgen ziehge ich aus!!!

16.09.2005 um 22:31 Uhr

Zuerst die schlechte

von: Lapared

Jetzt stecke ich in einem ziemlichen Dilemma. Ich werde ihn morgen treffen. Ich habe mich mit ihm verabredet. Mit 119, jawohl mit 119. Aber kann ich das hier schreiben?

Es würde Kommentare geben (jetzt, wo ich schreibe, dass ich damit rechne, sicher nicht - deshalb schreibe ich es ja - aber sonst wären sie vielleicht gekommen:) kluge Kommentare, richtige Kommentare, die mir mehr oder weniger deutlich, mehr oder weniger freundlich raten, das besser nicht zu tun. Ungeduldige oder verärgerte Kommentare vielleicht auch, die mich auffordern, mir für meine Wiederholungen ein anderes Forum zu suchen. Zurückhaltende Kommentare günstigstenfalls, die einfach nur fragen, was ich mir um alles in der Welt davon verspreche. Oder zynische Kommentare, die mir von Herzen viel Spaß wünschen - bei meiner nächsten Depression.

Ehrlich gesagt, diese Kommentare möchte ich eigentlich gar nicht. Die brauche ich auch nicht. Die gibt´s schon. Seit Stunden, seit ich der Verabredung zugestimmt habe, sind sie alle längst in meinem Kopf. Egal wie scharf oder einfühlsam formuliert schweben sie wie Wattebäuschchen durch meine Gedanken und bekommen keinen Kontakt, berühren nicht, rufen keine Empfindungen hervor, können sich zu keiner Schlussfolgerung, keinem Vorsatz, keinem Entschluss verbinden.

Also, was soll ich tun? Es verheimlichen? Lügen, später vielleicht schreiben, ich hätte ihn zufällig gesehen? (Schon wieder? Das glaubt mir doch kein Mensch...) Auch auf die Gefahr zu nerven oder zu langweilen: Ich werde es wieder tun, ich werde wieder mal zur Stelle sein, wenn er pfeift. Und jetzt die gute Nachricht: Niemand ist gezwungen, es zu lesen.

Tut mir leid.

16.09.2005 um 13:13 Uhr

Erinnerungen an den onanierenden Doktor

von: Lapared

Gestern Abend war ich meiner Ex-Agentur. Zur Verabschiedung eines Ex-Kollegen. Und habe erfahren, dass mein Ex-Chef (GOTT vom 19.07.) gestern Morgen gekündigt worden ist. Der klügste, kreativste Kopf des Universums. Der größte, gütigstes Herz der scheiß verwichsten Werbewelt. Ich hab so viel Spaß mit ihm gehabt.

Der rote Fleck auf seiner Stirn, wenn er manchmal eine Stunde lang regungslos mit dem Kopf auf Tischplatte gelegen und gegrübelt hatte. Seine hysterischen Lachanfälle um vier Uhr Morgens vor der Kundenpräsentation. Beim letzten, an den ich mich erinnere, ging es um Pudding. Mit Vanillesoße. Viel Vanillesoße. Und in der Verzweiflung der späten Stunden hatte Knölle so was vom Stapel gelassen wie: Vanillesoße bis der Arzt kommt. Und er, GOTT vom 19.07., klügster, kreativster Kopf des Universums, dreht plötzlich ab. Markiert um vier Uhr morgens einen onanierenden, puddinglöffenden Doktor. Und bepisst sich vor Lachen, bepisst sich, kriegt sich minutenlang nicht mehr ein... Wir hatten so viel Spaß.

Und natürlich sind es wieder die glatten, die straighten, die durchschnittlichen, stets und überall angepassten Karriereärsche, die ihn abgesägt haben. Im Dienste der Effizienz. Effizienz, na klar. Stundenlanges Grübeln ist nicht effizient. Stumm mit dem Genialen ringen ist nicht effizient. Hysterische, nicht enden wollende Lachanfälle sind nicht effizient. Aber im Grunde war es so, dass ihn einer der Aufsteiger, einer, dem er konsequent die geforderten Unterwerfungsgesten verweigert hat, dass der ihn schlicht weg haben wollte. Was für dämliche Wichser.

Das ärgert mich so. Das ärgert mich maßlos. Und was mich darüber hinaus noch ein klein bisschen nervös macht: Er war natürlich „mein Mann in der Agentur“, meine Niemals-gar-nicht-mehr-gebucht-Garantie. Und seine Abfindung wird so scheiß hoch sein, dass er sich zur Ruhe setzen kann. Nicht mehr anschaffen gehen muss. Kein Mann sein muss in einer anderen Agentur. Sie verstehen...

P.S. Aber ich verpreche, heute Nacht trinke ich einen Beruhigungstee und lasse Curds Paddelchen fein in Ruhe...

16.09.2005 um 11:50 Uhr

Fußregflexzoenen massage

von: Lapared

Immner wemm sie nervöps ist, spielt sie am meime kleimne Füße. So ging das hetue die ganze Nahct. Warum speilt sie ncith an ihre eigen e Füße? Ich halte das ncit mehr aus. Ich bin bix udn fertig! Wenn sie das weiter macht ziehe ich auss. Fußregflexzoenen massage, ha! Der eiunzigen Reflex vom meine kleime Füße ist Weglaugen! Gamz weit weg!

Ich will zum Hope!!!

15.09.2005 um 23:29 Uhr

Also gut. Montag.

von: Lapared

15.09.2005 um 11:32 Uhr

Notwehr

von: Lapared

„Und ich? Richte mich auf den nächsten Besuch des Holländers ein.“ Sehr schön. So kann man das auch sagen.

Oder so: Der Herbst ist da. In der Küche bullert die Heizung. Im Flur über dem Stuhl hängt ein Bikini, sein Schwarz von der Sonne verblichen, und man kann sich kaum vorstellen, dass man ihn vor nicht ganz einer Woche noch getragen hat. Jetzt futtert man warmes Brot mit gesalzener Butter, süße Mandeln, tiefschwarze Schokolade mit Erdbeeren und Pfeffer... nimmt eine Decke, schlurft mit schwerem Bauch auf dicken Strümpfen in eine gut geschützte, vertrauenswürdige Ecke und kugelt sich dort leise schnarchend ein. So klingt es eigentlich auch ganz nett, oder?

Aber die Wahrheit ist die: Ich fresse. Ich fresse mich aus der Affäre. Das ist nichts Neues, das ist meine gute alte, hundertfach bewährte Strategie mich Situationen, die mir nicht geheuer sind, quasi gewissenlos zu entziehen. Charmant lächelnd (mit einem gedachten „That´s beyond my control“ wie in Vollendung von John Malkovich in „Dangerous Liaisons“ vorgetragen, als er Michelle Pfeiffer abserviert), unverrückbar aber mit einem kleinen, traurigen Hauch von Bedauern, streiche ich mir dann über mein bis zum Platzen gefülltes, von Nahrungszufuhr diesen Ausmaßes total überraschtes, überfordert glucksendes Bäuchlein... und sage gnadenlos alles ab, was angesagt war. So auch den Besuch des Holländers. Er wird sich noch ein paar Tage gedulden müssen. Und 119, auch Dich kann ich auf diese Weise leider leider nicht erhören.

Die ganze Wahrheit ist das wohl auch noch nicht. Die ganze Wahrheit ist ein kleines bisschen weniger witzig. Zumal ich gleich Stunden auf dem Stepper rackern werde, um Bäuchlein, nachdem es seine Funktion brav erfüllt und mich vorerst aus allen Affären gezogen hat, schleunigst wieder los zu werden. Ich kann Bäuchlein nämlich nicht ausstehen. Ich könnte schreien, wenn ich es sehe.

Ach ja, und bei Curd will es auch nicht richtig heilen: Bei seinem etwas zu ausgelassenen Morgenyoga ist seine Naht wieder aufgeplatzt. Er wird sich mit seinen Spielverabredungen wohl ebenfalls noch ein wenig gedulden müssen.