Anleitung zum Entlieben

04.09.2005 um 13:17 Uhr

Und was die Spielware angeht

von: Lapared

... die tut sich auch nicht leichter.


04.09.2005 um 12:42 Uhr

Nur noch mal gucken

von: Lapared

Übrigens. Vom so genannten moralischen Standpunkt aus: Nein, ich fühle mich NICHT schlecht. Ich habe kein schlechtes Gewissen, den netten Holländer in ein Bett steigen zu lassen, dass zwar gewaschen aber quasi noch warm ist. Komfortabler als sein Schlafsack ist es alle mal. Und noch was. Das macht man so. Wenn ein Neuer anklopft, muss man sich unbedingt den Alten noch mal angucken. Ein letztes Mal, um sicher zu gehen, dass das Bild, das man von ihm hat, richtig ist. Manchmal führt das dazu, dass man dem Neuen nicht aufmacht. Dass man im Flur steht, das Klopfen hört, aber man schafft die zwei Meter zur Tür nicht.

Na, man wird sehen. Neun Stunden bleiben mir noch. Es klopft erst gegen zehn. Bis dahin muss die Bude aufgeräumt sein, zumindest der Flur. Damit ich aufmachen kann.

04.09.2005 um 11:13 Uhr

Die Sonne schon wieder

von: Lapared

Scheint nach Katastrophen eigentlich immer die scheiß Sonne?

Katastrophe, hu-hu... welch großes Wort für einen kleine ausgelutschte unglückliche Liebe. Für eine ganz normale Nacht, nach der man sich trennt, weil alles gesagt ist, zum zweihundertsten Mal, und weil das bisschen körperliche Anziehung, dass sich angestaut hatte, weil man davor schließlich auch schon getrennt war, mehr als verbraucht ist...

Man spült die Gläser, man zieht das Bett ab, stellt die Waschmaschine an. Zum Abschwellen der Lider setzt man die blaue Augenmaske aus dem Gefrierfach auf, ein bisschen schief, damit man darunter herschielen kann und beim Absaugen der Couch die teilweise schon ergrauten kurzen Haare erwischt, die IHM ein bisschen zu viel und zu leicht ausgehen, an einer Stelle ist er schon ganz kahl, aber wie alle Männer, weiß er das ganz gut zu kaschieren. Der Staubsauger dröhnt und man erinnert sich an frühere Trennungen, bei denen die Haare noch nicht grau waren und bei denen man sie noch mit der Hand abgelesen, einzeln beweint und verwahrt hat. Man drückt noch ein Tränchen unter der blauen Kühlmaske ab, eins für alle, rein aus Sentimenalität, weil das Leben so ist. Und man macht weiter. Die Maschine ist durch. Man hängt das Bettzeug auf und denkt, wie gut, dass heute die Sonne scheint. In zwei drei Stunden wird das alles getrocknet sein. Schließlich kommt heute Abend ein Anderer.

Wenn der Andere ins Bett steigt, wird er wahrscheinlich sein Gesicht ins Kissen drücken und mit Rudi-Carell Charme sagen: "Du hast das Bett gewaschen, das riecht schön." (Er ist einer von denen, die so was bemerken.) Und ich werde lächelnd antworten: “Aprilfrisch. Von Lenor.“