Anleitung zum Entlieben

18.09.2005 um 12:11 Uhr

Ayatthaya... fast ohne Zwang

von: Lapared

Das Interessante ist... Obwohl ich mich selbst durchaus als Freundin des Geschlechtsverkehrs bezeichnen würde, muss ich mir selbst beim Ayatthaya nicht den geringsten Zwang antun. Oder doch, ich muss mich zwingen, ihm seinen Wunsch nach Sex nicht zu erfüllen (ich würde für mein Leben gerne alle seine Wünsche erfüllen). Aber sonst...

Ich selbst begehre ihn gar nicht. Gestern jedenfalls nicht. Gestern hab ich ihn so sehr geliebt, dass irgendwie gar kein Platz mehr war für Begehren (und der – nachdem entrosint - gar nicht so üble Apfelkuchen mit Sahne musste schließlich auch noch wohin).

Aber soweit ich das überschaue, gehöre ich sowieso eher zu denen, die den besten (im Sinne von schärfsten, nicht zwangsläufig von schönsten) Sex mit „Leuten“ haben, die sie selbst nicht lieben. Na, aber das ist noch mal ein anderes Thema...

18.09.2005 um 08:57 Uhr

Ayutthaya oder... Zeit der Blüte

von: Lapared

Also... vorab die Fakten:

Wir hatten jeder ein Stück Apfeltorte mit Sahne.
Wir hatten jeder einen Herpes.
Wir hatten keinen Sex.


Bemerkenswert bezüglich der Apfeltorte (abgesehen davon, dass ich es bei einer Konditorei logistisch unverzeihlich schlampig finde, wenn an einem Samstagnachmittag um 16.30, zur besten Kuchenzeit der Woche, die Käsetorte aus ist - aber es war eben nicht „meine“ Konditorei, meine Konditorei befand sich in diesem Falle zu nah an meinem Bett)… also, bemerkenswert bezüglich der Apfeltorte: Es handelte sich um eine stark streuselgedeckte Apfeltorte, und sie war entgegen den Beteuerungen der Bedienung DOCH mit Rosinen versehen, und 119 hat sie alle, alle für mich rausgesucht. Trotz der vielen Streusel hat er keine einzige Rosine übersehen.

Bemerkenswert bezüglich des Herpes: Unsere kleine höfliche Konversation bezüglich des Herpes.

Er: Du hast Herpes an der Oberlippe.
Ich: Du hat Herpes an der Unterlippe.
Er: Siehst Du, wie hübsch wir uns ergänzen.
Ich: Aber beide links.
Er: Sodass Dein Herpes meinen Herpes selbst bei starkem Knutschen nicht erdrückt.
Ich: Das ist sehr romantisch.
Er: Und kein bisschen eklig.
Ich: Ich hatte wirklich Angst, Du ekelst Dich vor mir.
Er: Ich habe Angst, aber ich würde mich niemals ekeln vor Dir.
(an diesem Punkt kam der Apfelkuchen und unsere Aufmerksamkeit wandte sich der Rosinensuche zu)

Bemerkenswert bezüglich des nicht gehabten Sex: Nun, dazu muss ich etwas weiter ausholen. Und ein paar Jahre zurückgehen in der Geschichte Thailands. Und zwar mache ich es jetzt so wie der gute alte Prinz U Thong.

Prinz U Thong rief sich im Jahr 1350 zum König Ramthibodi I aus und, was einigermaßen originell war, er wählte Ayutthaya als Hauptstadt seines Reiches.
Ayutthaya war vorher eine Grenzstadt der Khmer, genannt nach Ayodhya, das ist Sanskriet für Unerstürmbar. Prinz U Thong, wie gesagt, war ein Fuchs, und er machte Ayutthaya, die Unerstürmbare, zum Herzen seines Reichs. Tja. Die Ayutthaya-Periode wurde zu einer Zeit von nie da gewesener Blüte, von Glanz und von Einfluss.

Und das wird meine Ayutthaya-Periode auch. Sicher wird sie nicht ganz so lange dauern wie die der sagenumwobenen Stadt Ayatthaya im Königreich Siam (Ayatthaya fiel immerhin erst nach 400 Jahren, so lange habe ich nicht vor, mit 119 zu warten). Aber ein klein bisschen bleibe auch ich noch dabei und genieße die Blüte. Schließlich, so oft wie heute beim Apfelkuchen hat er in zwei Jahren nicht meine Hand genommen. Und ich weiß, darüber mache ich mir nichts, nichts, nichts vor... nach der Erstürmung wird das alles wieder zerfallen.