Anleitung zum Entlieben

17.12.2005 um 23:16 Uhr

Quak-Quak

von: Lapared

Als man Frederic Bochebon mal gefragt hat, ob er die Menschen liebt oder hasst, soll er gesagt haben:

Die Seele ist wie ein Froschtümpel. Er sieht harmlos aus, aber es wimmelt darin von kleinen Wesen, die sich gegenseitig umbringen. Wäre es nicht so, würde er trübe und begänne zu stinken.

Für meine Seele stimmt das... Wenn man genau hinguckt, geht es drunter und drüber. Ein Gewimmel von Wünschen und Begierden, die sich bekämpfen um zu überleben. Aber am Ende hält sich doch alles die Waage. Am Ende ist es ein funktionierendes kleines System mit viel Quak-Quak aber ohne Gestank.

Also, wenn ich zum Beispiel einen langen Arbeitstag stilvoll mit drei Tüten Kettie Chips beschließe (der Mercedes unter der den Chips, ich empfehle Chilli) um einfach mal 5000 Kalorien Abstand zwischen mich und die Welt zu bringen…und dann am nächsten Morgen um fünf Uhr aufstehe, um vor der Arbeit noch eben drei Stunden zu steppen, weil ich zwar den Mercedes aber keine fette Kiste will… wenn ich dann beim Steppen so Filme sehe wie zum Beispiel vorgestern „The Woodsman“ (mit Kevin Bacon und Kydra Sedgwick) oder gestern... „Haus aus Sand und Nebel“ (mit Ben Kingsley und Jennifer Connelly)… na dann stimmt´s doch alles in allem wieder! Kann mir irgendwer folgen?

Ich meine, diese großartigen Filme hätte ich sonst vermutlich nie gesehen (außer beim Steppen schaue ich doch kaum Filme) und das erscheint mir, jetzt wo ich sie kenne, eigentlich unvorstellbar, denn die muss, muss, muss man sehen...

„Haus aus Sand und Nebel“ zum Beispiel. Das ist eine grandiöse Tragödie, die Menschen darin sind alle so… menschlich, niemand ist böse, sie machen alle nur kleine Fehler, eine Reihe von kleinen, dummen, menschlichen Fehlern, angefangen mit Jenniffer Connelly in der Rolle einer Frau, die mit ihren Süchten kämpft und die, nachdem ihr Mann sie verlassen hat, einfach ein paar Wochen ihre Post nicht aufmacht… ein dummer Fehler, klar, ich selbst würde das natürlich niemals tun… aber wenn man sich anschaut, was dann, infolge dieses kleinen Fehlers, passiert! Wie zunächst die ganz normalen, ganz verständlichen Begehren verschiedener Menschen aufeinandertreffen, Menschen, die dann auch wieder eine Reihe von kleinen Fehler machen, Fehler, die dann am Ende zur großen Katastrophe führen. Obwohl eigentlich alles bis zum Schluss jeden Moment immer noch hätte gut werden können... (wirklich, man weiß nie, an keinem Zeitpunkt, wie es ausgeht - über welchen Film kann man so was schon sagen?!) es ist einfach... herzzerreißend.

Und dieses unvergessliche Filmerlebnis verdanke ich eben meiner auf den ersten Blick etwas unglücklich erscheinenden Paarung von Verfressenheit und Speckröllchen-Intoleranz.

Nachdem ich dann ein Zeit lang begeistert war, und mich glücklich und bereichert fühlte durch so einen Film, fällt mir dann in der Regel irgendwann ein, dass ich selbst ja eigentlich auch mal an einer Filmschule war. Und genau solche Filme machen wollte, solche Filme. Aber dass mein einziger kommerzieller Erfolg als Drehbuchautorin bisher der ist, dass das Finanzamt meine Videotheksquittungen anerkennt. Obwohl ich eine Zeit lang sehr, sehr hart dafür gearbeitet habe, aber was soll man machen, mit fehlt dieses Gewinner-Gen, und dann dieses andere Problem, die „Flummis statt Ellbogen“... na, jedenfalls sind meine hehren Filmambitionen irgendwann auf der Deponie gelandet, draußen vor der Stadt, der Deponie der weggeworfenen Träume, schluck, und während mir das so klar wird, fällt mein Blick auf eine Chipstüte im Küchenregal...

Tja, so funktionieren Tümpel. Wie die meisten sich selbst erhaltende System sind es Kreisläufe. Das muss so sein. Es ist gut so, Quak-Quak...

P.S. Keine Ahnung, wer Frederic Bochebon ist?
Ich auch nicht. Schätze, es gibt gar keinen Frederic Bochebon. Aber von ihm klang diese Tümpeltheorie irgendwie besser als von mir. Höm.

16.12.2005 um 23:17 Uhr

Omma

von: Lapared

Weihnachten, Zeit des Besinnens, Zeit des Rückblicks... manche wurden geboren. andere starben. Zum Beispiel mein Opa, genau auf Heiligabend. Zuviel Kartoffelsalat.

Doch das ist schon lange, lange her und eigentlich erinnere ich mich gar nicht mehr daran. Aber natürlich sprachen wir jedes Jahr davon. „Wir können Weihnachten nicht Ski fahren“, sagte mein Mutter, „einer muss bei Omma bleiben, Oppa ist doch Heiligabend gestorben!“ Ach ja. „Dann nehmen wir Deine Mutter eben mit“, sagte mein Vater, alter Pistenjäger. - „Spinnst Du, ich will mich auch mal erholen!“ - Weihnachten, Fest der Liebe, Fest der Familie.

Heute bin ich Omma. Ich glaube, meine Eltern würden Weihnachten immer noch gerne in die Berge fahren, aber heute heißt es: „Wir können Weihnachten nicht Ski fahren, dann sitzt unsere L. allein, die hat doch niemanden!“

Niemand, das war in der letzten Jahren 119 und wird dieses Jahr Dick sein. Mir ist es Recht so. Weihnachten fahre ich nun mal zu meinen Eltern. Das einzige Mal im Jahr. Und lieber die alte Jungfer geben, als mit ansehen, wie meine Lebenspartner unter der Folter lauwarmen Gänsebratens und falscher Freundlichkeit fahrlässig eingestehen, dass sie arme Schlucker sind, die auf mein Erbe spekulieren.

Und ich werde am darauffolgenden Werktag enterbt.

Außerdem... irgendwie mag ich es, „Omma“ zu sein und ihnen die Bergtour zu versauen. Kennt einer den Film „Tante Danielle“ von Ètienne Chatiliez? Großartig. Gucken! Mein absolutes Rollenmodell.

16.12.2005 um 13:24 Uhr

Havvy Bhirtzday, Curd Rock!

von: Lapared

Hheute haeb ich Geburtstach. Ich werde 1!

Vor 1 Jahr hat mihc 119 gekuaft. Er hat mich mit nach Hause genommen, auf einem vom den rotem Sessel vorm Fermseher gesetzt umd wir haben erstmal eim Bier zusammen getrumken. Ich bim ein paar Tage gellieben. Aber Lchem erzähle ich davom nichts. Sie ist dam defimiert, weil sie nie lbleiben durfte. Im zwei Jahrme war sie alles zusmmen höchstms 24 Stumden im seim Wohnugm. Tja, auch Lchem sieht ebem eimfach nicht so gtu aus wie ich. Schom gar nicht auf Rot.

Also feier ich meimen 1 Geburtstag gamz alleim. Ohme Kerzchem. Ohme Kuchem. Ohme Luftballom. Aber vielleicht kommen ja wemigstem eim paar vom die Mäucechem zum Spielme vorbei, ich habe mir mal L. Fellmüzte geliehem, so mögem sie mich betimmt, ... .

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15.12.2005 um 23:52 Uhr

Das erste Mal

von: Lapared

Das erste Mal ist immer eine heikle Sache. Es kann mitunter ganz dumm laufen. Man hat noch den Fahrradhelm auf, blättert in einem Single-Ratgeber und ER hat im Tragetuch einen Säugling vorm Bauch. Den, den er mit dir nicht wollte. Ich spreche vom ersten Mal, wenn man den Ex wieder sieht.

In der Phantasie war das natürlich alles ganz anders. Da kam man gerade blond gesträhnt und frisch gebleecht von Jil Sander. Mit Brad Pitt im Schlepp, der auf Angelina geschiffen hat, und einem ergebenst die Tüten trägt.

Nein, nein, ich hatte keine Begegnung mit 119. Was ich damit nur sagen will... Irgendwie möchte man für den Ex, insbesondere den, der einen nicht wollte, wohl immer strahlend schön und glücklich aussehen. Der kleine Triumph des Verlierers. Sieh her, wie blendend es mir geht ohne Dich. Und welch Superschnitte Du verschmäht hast, Dummkopf.

Vielleicht fällt es mir deshalb auch so schwer zuzugeben, wie schwierig es für mich ist mit D.. Wirklich schwierig. Wie erdrückt ich mich oft fühle. Wie genervt von einfach zu vielen Ich liebe Dichs und For evers und House babies dog-Erwartungen. Könnte ja sein, dass 119 immer noch liest. Wir steh ich denn dann da? Mit Fahrradhelm! Und Hosenklammern!

Andererseits. Was soll´s. Dann eben kein Triumph. Nur die leise Hoffnung, dass es diesmal die Mühe lohnt. Und die feste Überzeugung, dass D. die Anstrengung wert ist.

14.12.2005 um 22:55 Uhr

Deformationstraining

von: Lapared

Heute Abend bin ich wirklich schlachkaputt. Den ganzen Tag Kopfweh. Kein Wunder, gestern war ich bei meiner Schmerztherapeutin und hab dick rumposaunt, dass ich die Akupunktur eigentlich nicht mehr brauche. Wie blöd von mir. BLÖD! Als wüsste ich nicht, dass da oben einer sitzt, der für mein Leben gern Döppen spielt. Kaum ist das Köpfchen mal oben, zack, drückt er einen wieder runter. Ham wir gelacht.

Am liebsten würde ich es machen wie Curd. Ein heißes Bad, ein bisschen abhängen, und dann schlafen. Aber ich fürchte, ich passe nichts ins Waschbecken. Stattdessen werde ich mit der Dezember-Vogue ins Bett gehen und noch mal in dem Artikel über Fußdeformationstraining nachlesen (oder war der in der Elle?). Sowas gibt´s: Fußschulungen für Frauen wie mich, die sogenannter Sneakergeneration, bei denen unsereins schnell und effektiv die versäumten Sehnenverkümmerungen und Mittelfußknochendeformationen aufholt, die für die Pomps- und Riemchensandalengenerationen vor uns noch ganz natürlich waren und für den Tragekomfort von High Heels nunmal unerlässlich sind.

Aber mit Dicks Vorlieben hat das jetzt nichts zu tun. Quatsch.

14.12.2005 um 10:05 Uhr

Sogrt Euch ncht um mich, Miilliomen

von: Lapared

Milliomen Memschen da draußem fragem sich, wie es demn keliemen armen Curd Rock mach den großem Eklat geht. Das kamm ich verstehem.

Ich war psycvhisch sehr verstört natrülich umd habe deshalb zur Emtspannumg erstmal eim Bad genommen.

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Danach habe ich damm eim bisschem auf der Heizumg abgehamgen. Sie hat eimem Regler, hab ich herausgefumden, damit kamm man die Tenperatur gemau so eimstellem, dass es schöm nollig ist. Nicht zu kalt umd nicht zu warn. Gemau richtig..

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Umd danach bim ich damm schlafm gegamgem umd hab e über meim Wunschzettel für Weihmachtem nachzgedacht. Ich weiß jetzt, als erstes wümsche ich mir eime polnische Schneeraupemfabrik. Als zweites eime Robbe. Umd als Drittes eimen Teewagen. L. liebt Curd Rock, ich demke, das wird sich allem regelm.

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13.12.2005 um 23:50 Uhr

Umter ums

von: Lapared

Tzzssss.... ja das wamr er , j ja das war er, ja das warn er,, iefersüchtig auf Curd Rock! Weil L. für Curd Rock umd seim Blof nämkcz Zeit hat umd für ihm nicht. Aber das ist auch keim Wumder, weil Curd Rock hübshcer ist! Demk dohc mal nach!

13.12.2005 um 22:48 Uhr

Erfrieren, ersticken oder platzen

von: Lapared

„Einen Tod musste sterben“, sagt meine Schwester, auch noch im Büro... und schickt nach einer kleinen Pause noch ein etwas zerknautsches „vielleicht“ hinterher. „Was isst Du?“ frage ich? (Um diese Uhrzeit habe ich immer ein übersteigertes Interesse an Nahrungsmitteln.) „Was wohl?“ sagt sie. „Spekulatius aus der Schublade Deiner Sekretärin“, tippe ich. „Spritzgebäck.“ Zurück zum Tod, den ich vielleicht in dieser oder jener Form sterben muss. „Was würdest Du nehmen“, frage ich, „erfrieren oder ersticken?" - „Platzen!“ mümmelt sie zerknirscht. „Weißt Du,“ sage ich, „ich hätte so gerne jemanden, bei dem es genau richtig ist, nicht zu kalt und nicht zu stickig, einfach schön mollig eben.“ – „Deshalb...“ sagt sie, „deshalb ist es entscheidend, dass er einen Regler hat!“. Ähhh...? „Hast gerade ganz schön viel um die Ohren, was... mit der neuen Wohnung, und dem neuen Badezimmer, und diesem ganzen Handwerkerscheiss?!“ sage ich. (Sie zieht doch grad um!) „Im Ernst!“ beharrt sie, „wichtig ist nicht nur, was von ihm kommt, sondern ob Du es entsprechend Deinen Bedürfnissen hoch- oder runterregeln kannst.“ – „Oh Gott“, sage ich, „Puff... weg ist er, mein letzter männlicher Leser, kannst Du das nicht etwas… respektvoller sagen?“ – „Musst es ja nicht schreiben!“ murrt sie, „und wenn, schreib´s halt so, dass es nett klingt, ist doch Dein Beruf!“ Hm. „Außerdem...“, redet sie sich in Fahrt, „außerdem habe ich Recht! Das Fatale an 119 war ja nicht, dass er etwas kühler und zurückhaltender war in seiner Art. Sondern dass DU ihn durch nichts bewegen konntest, ein bisschen mehr aufzudrehen, verstehste?! Und jetzt musst Du eben gucken, ob Du diesen Dick dazu bringen kannst, dass er ein bisschen runterdreht. Merke: Entscheidend ist, ob er einen Regler hat!“ – „Verstehe. Klingt widerlich. Das kann ich echt nicht schreiben“ – „Okay, dann sag ich´s so: Entscheidend ist, ob Dich jemand liebt! Dann hat er automatisch einen Regler. Kannste das schreiben?“ – „Ja, ich denke, so geht´s vielleicht.“

Fünf Minuten später klingelt es. Meine Schwester noch mal: „Und er war wirklich eifersüchtig auf CURD?“ – „Man, sei still“, sag ich, „das bleibt unter uns!“

13.12.2005 um 17:20 Uhr

Achtung! Sie befinden sich im „Es gibt keine Zufälle“-Sperrgebiet

von: Lapared

Um es gleich vorweg zu sagen: Der Satz „Es gibt keine Zufälle!“ ist in diesem Blog verboten. Ich weiß, in bestimmten Kreisen ist er sehr beliebt, mit einem winzigen weisen Lächeln und viel Empathie vorgetragen kann er in der Tat sexy tiefsinnig wirken, aber bitte, wir sind doch keine Zwölf mehr.

Wie kam ich jetzt darauf... egal. Anderes Thema.

Zufällig habe ich heute mein Handy vergessen. Zufällig bin ich heute für D. nicht erreichbar.

13.12.2005 um 00:02 Uhr

Tatol Asburd

von: Lapared

Ich tuem wirklic was ich kam,... ich gebe mir solchem Mühe, allem richtig zu machemAber wie mams macht, ist es verkrht.

Vorhim gehtm das Telfeom. Ich also shcmell him gelaufem... „Gutem Tag, hier bpricht Curd Rock!“ DICK. „Gutem Tag, Curd Rcok,“ sagt er „ wo ist demm Deim L.?“ Da wusste ich nicht, was ich sagem soll, weil ich doch nicht wusste, wo L. grad ich, umd da hab ich eimfach mal was amderes gesagt, eimen gamz schömen Satz, dem ich immer schom mal sagem wollte, ich hab gesagt: „Ich musss Schluss machem, meim Flieger wartet“ höm, toller Satz, nicht? Aber D. famd ihn irgemdwie nicht gut, glaub ich, „so, wo wollt ihr demm hinfliegem?“ hat er gefragt. Und da ist mir noch eim amderer toller Satz eimgefallem, dem ich kemme und dem ich schom lange lamge mal im meim klein Mumd nehmen wollte: „Wir simd alle nur Besucher!“.Umd damm habe ich noch gesagt „Ich dmake der Acadeny!“... umd dann hat es irgmedwie plötzlich Klick gemacht.

Ja, ja ich weiß, das glaubt mir jetzt wieder keimer, aber es stimmt! Zumimdest stimmt, dass D: gerade aus eim völlig absurrdem Gru.md gamz eifersüchtig ist umd eine große Szeme gemacht hat, umd jetzt ist L.sehr traurig umd wer ist wieder mal schuld? eim armes wattefgeülltes Stück Flies made im China, armes Curd Rock.

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(Der große Curd Rock, gebrochem...)

12.12.2005 um 12:04 Uhr

Die weiteren Aussichten

von: Lapared

Was habe ich nur gemacht? Jetzt muss Prinzesschen Ackergaul also möglicherweise ganze dreieinhalb Monate tagtäglich ran. Mal abgesehen von dem einen oder anderen gesegneten Wochenende vielleicht.

Was sich gestern Abend bei der Kalkulation der Weihnachtsgeschenke noch ganz prima anfühlte, bereitet mir heute, an diesem sonnigen Montagmorgen, größtes Unbehagen. Ich schaue aus dem Fenster und denke, was für ein schöner Tag, wie geschaffen geradezu, um mal wieder mit Curd Rock nach dem dunklen, alten Wasser zu sehen. Bestimmt liegt jetzt schon eine dünne Eisschicht darauf, und die Sonne spiegelt sich ganz hübsch darin, und Curd könnte vielleicht ein bisschen darauf schlundern und auf der Kleintierrettungsbrücke in seinem flotten Karo-Mäntelchen posieren...

Ich habe das in letzter Zeit nicht so verfolgt... scheint eigentlich auch an Wochenenden manchmal die Sonne?

11.12.2005 um 23:07 Uhr

Kling Kässchen Klingelingeling

von: Lapared

Ach, was ich noch gar nicht erzählt habe... der Job geht bis Februar. Option auf März. Sehr gut. Ich liebe diese Agentur. Die beste Agentur von allen. Und mein zweites Zuhause, wie gesagt.

11.12.2005 um 18:04 Uhr

Der perfekte Sonntag

von: Lapared

Man nehme:

- scheiß Wetter, am besten schön kalt
- ein schlichtes kleines Schlafzimmer mit einem schönen großen Bett
- keine Heizung, Fenster auf Kipp
- drei bis vier Daunendecken, 2 Kissen
- einfache weiße Baumwollwäsche (nein, Eierschale ist nicht weiß), und: die Wäsche sollte frisch gewaschen sein (Weichspüler: Lenor Aprilfrisch)

Man tue:

- nichts

Klingt kompliziert? Meine bezaubernde Assistentin Curd Rock führt es gleich mal vor:

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Höm,höm.hömm...

10.12.2005 um 21:08 Uhr

Endlich eine von den vielen

von: Lapared

Siehste...

Kaum lässt man mich nämlich mal einen Tag allein einfach so rumpuschern... schon habe ich wieder eine Wahnsinnssehnsucht nach ihm und wünschte, wir wären zusammen. Geht doch.

Ich bin eben doch keine sechs mehr. Ich bin hervorragend sozialisiert und völlig normal. Ich bin - wie es neulich in einem Kommentar stand "eine von den vielen, die mit sich alleine nicht klar kommen"... na, das will ich doch hoffen.

Im Ernst. Es gefällt mir, dass D. mir so fehlt. Es ist irgendwie neu und sieht mir nicht ähnlich. Traditionell war ich in puncto persönlicher Anwesenheit von Partnern stets sehr genügsam, "vorbei kommen?" - ein ordentliches telefonisches "Ich liebe Dich" hätte es für mich oftmals genauso getan...

Aber es gefällt mir.

10.12.2005 um 13:51 Uhr

Torter! (Maskulinum von Torte)

von: Lapared

Warum stellt da Leben immer dann Torten ins Fenster, wenn man beschlossen hat, den geilen Scheiß sein zu lassen. Und sich stattdessen „lecker und gesund“ zu ernähren?

Für Langzeitleser: Der nette Mann aus dem Bad – der Nackenhaaraufrichter, nicht der Popolose – hat sich gemeldet.

Ja, ja... ich hör sie schon die Einwände. Es gibt niemanden, der Torten ins Fenster stellt, don´t try to blame others, Torten sind ein Wahrnehmungphänomen, DU stellst sie dahin, DU guckst Sie an, DU bist Deutschland (ach nee, das war das andere Thema, über das ich mich gelegentlich noch mal aufregen muss, gestern entdeck´ ich die Sülze auch noch auf meiner Brötchentüte!), also zurück zu den Torten, DU bist es, die sie wahrnimmt, (und jetzt kommt´s, die Verbalschleife, die ich besonders liebe...) wenn Du D. wirklich lieben würdest (herrlich!), wenn Du D. wirklich lieben würdest, würdest Du gar nicht hinsehen ins Fenster, Du würdest völlig in Gedanken, wo Du für D. noch frischen Broccoli herkriegst, einfach dran vorbei laufen. (Käse!) Und überhaupt… (Achtung, noch so eine naivpsychologische Rhetorikblüte) bei 119 wäre Dir das nicht passiert, bei ihm hättest Du die Torten mit dem Arsch nicht angeguckt, mit dem Arsch nicht...

Bedaure. DOCH. Und ob. Und wie ich das hätte. Denn bei ihm und dem Übermaß an Liebe und Aufmerksamkeit, mit dem er mich überschüttet hat, hätte ich vermutlich keinen Grund gesehen, mir was zu verbieten.

Das ist bei D. anders. Jetzt habe ich was zu verlieren. Und deshalb werde ich, anders als ich es früher getan hätte, weggucken und weitergehen. Ganz einfach. So leicht geht Tennis.

P.S. Und überhaupt sind an der ganzen Sache sowieso nur meine Eltern Schuld. DIE haben immer gesagt: Kind, vögel einen Arzt. Naja, nicht ganz so, eigentlich haben sie gesagt, heirate einen Arzt. Aber fest steht, die Wurzeln der erotischen Anziehung, die dieser nette Mann und – wir erinnern uns – tüchtige Chirurg aus dem Bad heute so unwiderstehlich auf mich ausübt, liegen eindeutig in meiner Kindheit. Und man weiß ja, wie schwer es ist, frühkindlichen Prägungen zu entkommen...

Eindeutig, SIE sind schuld. Fantastisch.

09.12.2005 um 22:36 Uhr

Normal

von: Lapared

Ich kann gar nicht sagen, wie ich mich auf´s Wochenende freue.

Ich werde allein sein, und das fühlt sich an, als wenn man nach einem 14 Stunden Tag mit Blähungen in einer 28er-Jeans am Abend endlich den Knopf aufmacht. Ich weiß nicht, was ich dagegen machen soll. Seit ich mit sechs Jahren daheim ausziehen wollte, weil mir die Zusammenrottung von vier Menschen (darunter zwei vollkommen ausgewachsenen) auf den kaum 200 Quadratmetern eines Einfamilienhauses unkomfortabel und äußerst beengend vorkam, habe ich mich nicht einen Schritt weiterentwickelt. Allein sein fühlt sich für mich immer noch an wie meine natürliche Form.

Normal ist das nicht...

09.12.2005 um 00:07 Uhr

Final Shooting

von: Lapared

Ein alter Freund sagte neulich, dass er es für sehr wahrscheinlich halte, dass es spezielle Entsorgungsinstitutionen für Werber oberhalb der 40 gibt. Muss es, muss es, antwortete ich ihm. Wo sonst sollen die alle geblieben sein? Generationen von Werbern, und nur drei oder vier Prozent schaffen es vor der Ausmusterung in die Chefsessel! Natürlich gibt es diese Entsorgungsinstituionen! Keine Frage.

Mein Freund meint, sie werden in einem Steinbruch auf einer Party mit dem Motto „The final shooting“ bei Fackelschein stilvollen erschossen. Mir selber gefällt die Vorstellung besser, dass es irgendwo ein Werbersanatorium gibt, wo sie in Rollstühlen auf sonnenbeschienenen Balkonen sitzen und mit ihren Canneslöwen prahlen, während vollbusige blonde Schwestern wie aus Diesel-Anzeigen summend ihre Katheter wechseln.

Aber egal wie nun genau... Fest steht: Werber werden nicht alt. Ich denke, ich werde da keine Ausnahme sein. Für ein zwei Jahre kann ich mir vielleicht noch ein freche Mütze aufsetzen und so tun als ob. Aber langfristig muss was anderes her.

Kinder kriegen? Ach nee, das macht D. ja.

08.12.2005 um 23:02 Uhr

Zuhause ist es am schönsten

von: Lapared

... und ziehen...

Im Gästebuch hat mich jemand "Prinzesschen" genannt. "Prinzesschen", höm, das ist super, das gefällt mir. Viel besser als "Ackergaul". Das einzige Wort das MIR momentan zu mir einfällt.

Irgendwie habe ich auch das Gefühl, mein Arsch wächst. Auch das noch.

08.12.2005 um 22:04 Uhr

Zweites?

von: Lapared

... und ziehen …

08.12.2005 um 20:02 Uhr

Apropos zweites Zuhause

von: Lapared

Der Spaziergang wird sich etwas ziehen...