Anleitung zum Entlieben

01.12.2005 um 22:11 Uhr

Voice-Over

von: Lapared

Ein bisschen kommt mir das vor, wie in diesem Film. Diese geile Weihnachtsschnulze, wo sie (schön) ihr wunderschönes, popolanges Haar abschneidet und dem Perückenmacher verkauft, um ihm zu Weihnachten neue Saiten für seine Geige schenken zu können. Und er (Geiger) seinen einzigen Besitz, nämlich seine Geige verkauft, um ihr Kämme für ihr langes Haar schenken zu können. Und am Ende sitzen sie da mit Geschenken, die zwar ohne praktischen Nutzen aber natürlich phantastische Liebesbeweise sind.Der Unterschied ist nur... Nee, ich muss anders anfangen.

Also, wie ich früher schon mal erzählt habe. Für Dick bin ich bereit, meine Heimat zu verlassen, meine Sprache - die ich liebe und von der ich im Übrigen lebe - gegen einen Halskatarrh zu tauschen, und in ein Land zu ziehen, in dem ich mit Glück einen Putzjob kriege und gehasst werde, sobald ich den Mund aufmache. Und das alles, um mich von einem Mann abhängig zu machen, den ich seit circa fünf Minuten kenne. Für ihn würde ich es tun: Ich ließe mir mein popolanges Haar abschneiden.

Und was macht Dick? Gestern kommt er plötzlich an und sagt, er will nach Hamburg ziehen. Für mich ist er bereit, seine Heimat zu verlassen, eine Muttersprache, die zwar ein Halskatarrh, aber sein Halskatarrh ist, gegen eine Fremdsprache zu tauschen, in ein Land zu gehen, in dem er weder Freunde, Beziehungen, noch Kunden hat, und wo jeder an Rudi Carell denkt, sobald er den Mund aufmacht. Und das alles, um bei einer Frau zu sein, die er seit ca. fünf Minuten kennt. Für mich würde er es tun: seinen einzigen Besitz, seine Geige verkaufen.

Ja, sind wir nicht süß?

Der Unterschied ist nur... (ich komme wieder auf den Film zurück)… vielleicht ist es in unserem Falle gar kein ganz so großes Opfer. Vielleicht bin ich die langen Zotteln ja schon lange leid und im Grunde super scharf auf einen Kurzhaarschnitt. Wahrscheinlich hätte ich es sowieso bald gemacht, alles abgeschnitten, aber wenn man es obendrein als große Liebesgeste verkaufen kann, warum nicht?

Und Dick... Vielleicht geht es ihm ja genauso. Vielleicht hat er die Nase schlichtweg voll vom Gefiedel. Vielleicht will auch er schon geraume Zeit „ganz von vorn anfangen“, und durch mich hat er endlich den plausibeln Grund, der bisher nicht vorlag und den seine Logikabteilung mehrfach angemahnt hat.

Tja, so gesehen... so gesehen sind wir vielleicht doch gar nicht so süß, was? So gesehen sind wir vielleicht eher ein bisschen verzweifelt. Aber egal. Stellen wir uns das Ganze einfach als Film vor, hübsch von außen und ohne mein bescheuertes Voice-Over, das die ganze Sache kaputt analysiert.

Als Film wären wir bezaubernd.

01.12.2005 um 10:40 Uhr

Dick statt Pfanni

von: Lapared

Als ich um drei Uhr nachts nach Hause kam, war D. noch da. Das war… eine Überraschung. Habe ich erwähnt, wie sehr ich Überraschungen liebe? Vielleicht in dem Kapitel über meine gelassene Art, leise pfeifend und stets offen für alles durchs Leben zu schlendern? (Gibt´s nicht? Dazu plane ich ein großes Sonderheft!) Jedenfalls... In meiner Freuzentrale war schon wieder mal alles dunkel. Morgens um drei ist da sowieso meist keiner. Aber was soll ich sagen... Irgendwie hat er es dann doch wieder geschafft, da noch jemanden rauszuklingeln.

Ein Wunder, ein echtes Wunder.

(Vor allem wenn man bedenkt, dass Plan A eigentlich der war, mich in meiner kleinen warmen Küche mit 12 Pfanniknödeln und zwei Kilo Röstzwiebeln an den Rand der Bewusstlosigkeit zu futtern, um schließlich im Morgengrauen vorm Shoppingkanal auf der Couch zu versumpfen...)

01.12.2005 um 01:15 Uhr

Noch eine

von: Lapared

Jeder kennt diese Geschichten von Menschen, die über Nacht ergrauen. Aber niemand glaubt sie. Dabei sind sie 100 %ig wahr. Die Menschen waren alle Mitarbeiter dieser Agentur.

Schon wieder Eins und noch kein Ende in Sicht. Nach dieser Nacht wird es eine Spontan-Ergrauungsgeschichte mehr geben. Und die könnt Ihr glauben, ganz bestimmt.

Die spinnen doch.