Anleitung zum Entlieben

17.12.2005 um 23:42 Uhr

Damke Millilömen

von: Lapared

Milliömen Menshcme habem Curd Rock gersterm zum seim Gebutsztag gratruliert. Dashat mich seht gefreutz umd ich möchte mich bei alle vier bedamkem DAMKE

17.12.2005 um 23:16 Uhr

Quak-Quak

von: Lapared

Als man Frederic Bochebon mal gefragt hat, ob er die Menschen liebt oder hasst, soll er gesagt haben:

Die Seele ist wie ein Froschtümpel. Er sieht harmlos aus, aber es wimmelt darin von kleinen Wesen, die sich gegenseitig umbringen. Wäre es nicht so, würde er trübe und begänne zu stinken.

Für meine Seele stimmt das... Wenn man genau hinguckt, geht es drunter und drüber. Ein Gewimmel von Wünschen und Begierden, die sich bekämpfen um zu überleben. Aber am Ende hält sich doch alles die Waage. Am Ende ist es ein funktionierendes kleines System mit viel Quak-Quak aber ohne Gestank.

Also, wenn ich zum Beispiel einen langen Arbeitstag stilvoll mit drei Tüten Kettie Chips beschließe (der Mercedes unter der den Chips, ich empfehle Chilli) um einfach mal 5000 Kalorien Abstand zwischen mich und die Welt zu bringen…und dann am nächsten Morgen um fünf Uhr aufstehe, um vor der Arbeit noch eben drei Stunden zu steppen, weil ich zwar den Mercedes aber keine fette Kiste will… wenn ich dann beim Steppen so Filme sehe wie zum Beispiel vorgestern „The Woodsman“ (mit Kevin Bacon und Kydra Sedgwick) oder gestern... „Haus aus Sand und Nebel“ (mit Ben Kingsley und Jennifer Connelly)… na dann stimmt´s doch alles in allem wieder! Kann mir irgendwer folgen?

Ich meine, diese großartigen Filme hätte ich sonst vermutlich nie gesehen (außer beim Steppen schaue ich doch kaum Filme) und das erscheint mir, jetzt wo ich sie kenne, eigentlich unvorstellbar, denn die muss, muss, muss man sehen...

„Haus aus Sand und Nebel“ zum Beispiel. Das ist eine grandiöse Tragödie, die Menschen darin sind alle so… menschlich, niemand ist böse, sie machen alle nur kleine Fehler, eine Reihe von kleinen, dummen, menschlichen Fehlern, angefangen mit Jenniffer Connelly in der Rolle einer Frau, die mit ihren Süchten kämpft und die, nachdem ihr Mann sie verlassen hat, einfach ein paar Wochen ihre Post nicht aufmacht… ein dummer Fehler, klar, ich selbst würde das natürlich niemals tun… aber wenn man sich anschaut, was dann, infolge dieses kleinen Fehlers, passiert! Wie zunächst die ganz normalen, ganz verständlichen Begehren verschiedener Menschen aufeinandertreffen, Menschen, die dann auch wieder eine Reihe von kleinen Fehler machen, Fehler, die dann am Ende zur großen Katastrophe führen. Obwohl eigentlich alles bis zum Schluss jeden Moment immer noch hätte gut werden können... (wirklich, man weiß nie, an keinem Zeitpunkt, wie es ausgeht - über welchen Film kann man so was schon sagen?!) es ist einfach... herzzerreißend.

Und dieses unvergessliche Filmerlebnis verdanke ich eben meiner auf den ersten Blick etwas unglücklich erscheinenden Paarung von Verfressenheit und Speckröllchen-Intoleranz.

Nachdem ich dann ein Zeit lang begeistert war, und mich glücklich und bereichert fühlte durch so einen Film, fällt mir dann in der Regel irgendwann ein, dass ich selbst ja eigentlich auch mal an einer Filmschule war. Und genau solche Filme machen wollte, solche Filme. Aber dass mein einziger kommerzieller Erfolg als Drehbuchautorin bisher der ist, dass das Finanzamt meine Videotheksquittungen anerkennt. Obwohl ich eine Zeit lang sehr, sehr hart dafür gearbeitet habe, aber was soll man machen, mit fehlt dieses Gewinner-Gen, und dann dieses andere Problem, die „Flummis statt Ellbogen“... na, jedenfalls sind meine hehren Filmambitionen irgendwann auf der Deponie gelandet, draußen vor der Stadt, der Deponie der weggeworfenen Träume, schluck, und während mir das so klar wird, fällt mein Blick auf eine Chipstüte im Küchenregal...

Tja, so funktionieren Tümpel. Wie die meisten sich selbst erhaltende System sind es Kreisläufe. Das muss so sein. Es ist gut so, Quak-Quak...

P.S. Keine Ahnung, wer Frederic Bochebon ist?
Ich auch nicht. Schätze, es gibt gar keinen Frederic Bochebon. Aber von ihm klang diese Tümpeltheorie irgendwie besser als von mir. Höm.