Anleitung zum Entlieben

18.12.2005 um 22:26 Uhr

Babsi

von: Lapared

In der Agentur läuft es gerade wirklich nicht so besonders. Leser der ersten Stunde erinnnern sich vielleicht noch: Ich habe da vor einiger Zeit mal einen Job verkackt. Also nicht nur geglaubt, ich hätte ihn verkackt, was ich – seitdem! - auch oft tue, sondern wirklich hundertprozentig in beiderseitigem Einvernehmen verkackt. Es war nur ein kleiner Job, ein einziger Tag, jeder kann mal einen schlechten Tag haben, und ich habe mich entschuldigt. Berechnet habe ich natürlich auch nichts. Aber der CD, nennen wir ihn Björn, Chef-Texter Björn… er hasst mich seitdem. So sehr, dass ich mich manchmal frage, ob er das nicht schon vorher getan hat, und ob Björn nicht vielleicht in Wirklichkeit Babsi ist, deren Barbie ich im zweiten Schuljahr die Haare geschnitten habe, und die in den letzten 30 Jahren abgesehen von einem Penis nichts mehr erträumt hat, als diese Tat zu rächen. Ja, ich denke, so ist es. Babsi damals konnte auch nicht schreiben.

Aber die Werbewelt ist wie gesagt ist klein und die Fluktuation groß, und nun hat das Schicksal mir Babsi ein zweites Mal vor die Nase gespült.

Ich wusste ja, dass Babsi jetzt in meiner alten Agentur ist, aber normalerweise hätten wir keine Berührungspunkte gehabt. Doch dann wurden plötzlich wie man so sagt die „Etats umgeschichtet“ und „die Ressourcen neu verteilt“. Und saß ich eben noch in einer warmen Wanne des Wohlwollens, mit netten CDs, die selbst dann noch das Geniale in meinen Headlines gesucht hätten, wenn ich ihnen ausversehen meine Einkaufsliste vorgelegt hätte... bin ich nun also unter der kalt lächelnden Fuchtel von furios Babsi.

Kurzum, es läuft echt supa.

18.12.2005 um 16:47 Uhr

Curd muss ran

von: Lapared

Schon wieder ein Sonntag, den Curd Rock alleine verbringt. Und ich in der Agentur. Nächsten Sonntag machen wir es umgekehrt. Dämlicher als ich zur Zeit kann er sich gar nicht anstellen...

18.12.2005 um 00:29 Uhr

Gaza

von: Lapared

Ach... und um noch was von meiner eigenen grandiosen kleinen Tragödie zu berichten...

Heute trieb der Strudel der vorweihnachtlichen Geschenkesuche mich bis auf 150 Meter vor seine Haustür. Es gibt da einen kleinen Laden, und der ist nun mal der einzige, in dem es mein Parfum gibt. Dort wollte ich für D. eine Duftkerze kaufen, die wie mein Parfum riecht, und die es eben auch nur dort gibt. Damit er meinen Geruch um sich haben kann, wenn ich nicht da bin. Ich fand das eine verflucht romantische Idee und den Ausflug in den Gazastreifen wert.

Weniger romantisch war vielleicht, dass ich plötzlich schrecklich heulen musste und es nicht zu dem Laden geschafft habe...

Ein übermäßig ausgeprägter Hang zur Sentimentalität. Ein Erbfehler väterlicherseits. Meine Schwester hat ihn auch.