Anleitung zum Entlieben

31.01.2006 um 22:01 Uhr

Old school

von: Lapared

Es heißt ja immer, man soll sich klare Ziele setzen. Das ist es, was jeder „Personal Coach“ dir erzählt, egal ob er im maßgeschneiderten Sakko für 400 Euro die Stunde dein erfolgloses Luschenego analysiert, oder sich in einer Hinterhofmuckibude im Netztop Deiner Fettwanne annimmt. „Wo, Frau L., würden Sie sich denn in x, y oder z Jahren bevorzugt sehen?“ oder „Wieviel soll denn runter, Gnädigste?“, unterm Strich sagen beide dasselbe: erstmal das Ziel bestimmen.

Also, was ist das Ziel?

Ich weiß, dass ich irgendwann mit meiner Schwester in einer Schabracken-WG enden möchte. Dort werde ich mit meiner künstliche Hüfte im Fernsehsessel sitzen, sie beim Staubwischen überwachen und ihr Gebiss verstecken, wenn sie mit einem ihrer Kerle zur Ü-80-Fete gehen will. Sie wird mich mit ihren alten BeeGees-Platten quälen, beim Backen jedes Mal versehentlich Rosinen in den Käsekuchen machen und Curd Rocks Füßchen, wenn ich nicht hingucke, in der Tür einklemmen. Wir werden es so schön miteinander haben. Wir werden uns von morgens bis abends ankeifen und drangsalieren, und wenn eine von beiden schließlich erschöpft den Löffel abgibt, wird die andere ihr zwei Wochen später vor Kummer folgen. Das finale Ziel ist damit wohl ziemlich klar definiert.

Aber was mache ich mit der Zeit davor? Ganz ehrlich…ich weiß es nicht! Ich weiß nicht, was ich will. Ich weiß nur, was ich nicht will: Ich will nicht weiter in Babsis Hintern verkehren.

Heute hat sie meine perfekte kleine, exakt 520 Anschläge lange Copy „old school“ genannt. „Old school“, das Gemeinste, was ein Werber zum anderen sagen kann. Gegen „old school“ ist man machtlos. „Old school“ erkennt nämlich an, dass etwas eigentlich gut ist. Aber eben nur auf alte Weise gut. Und wenn man älter als zwölf ist, sollte man dem auf keinen Fall widersprechen. Denn sonst gerät man unweigerlich selbst in Verdacht, old zu sein, zu old, und deshalb das Oldschoolige nicht zu bemerken. Hach. „Oldschool“ hat sie gesagt. Das „Du Nichts!“ der Branche. Der Vernichtungsschlag.

Und ich… Ich – ganz Profi und deutlich älter als zwölf - hab mein kleines Meisterwerk genommen, diesen Meilenstein der Werbegeschichte, an dem ich die ganze Nacht gemacht und geschliffen hatte, und hab freundlichst lächelnd gesagt:„Kein Problem, Babsi, ich schreib ne andere“.

Ich weiß nicht, ob ich mich des Verrats schämen oder auf meine Besonnenheit stolz sein soll. Ich weiß nicht, ob meine Reaktion professionell oder feige war. Ich weiß nur eins: In Babsi Arsch wird die Zeit bis zur Schabracken-WG verdammt lang.

P.S. Schon gut, schon gut. Mir ist durchaus klar, dass Babsis Arsch überall ist. Sogar vor ihrer eigenen Nase. Das ist ja das Entmutigende...

31.01.2006 um 11:18 Uhr

Curd Rock - blickt zuruck

von: Lapared

An Wocememde fahre ich am meim Meer. Hach... ich weiß nohc , als wir ums das erste nal gesehem haben, es war so ranomtisch!

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Es war Liebe auf dem erstem Blick. Für ums alle beide. Wie dänlich ich geguckt hab!

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Aber danals war ich ja auch noch eim ganz kleim Baby.

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30.01.2006 um 19:36 Uhr

Große Pläne

von: Lapared

Gestern war ich so deprimiert... ich hätte mich um ein Haar schwängern lassen. Das brächte mal ein bisschen frischen Wind in mein Leben, dachte ich, und Gedankenbilder verkackter Windeln zauberten ein verträumtes Lächeln auf mein Gesicht. Natürlich war gerade mal wieder niemand da zum Schwängern.

Ich also rüber zum Nachbarn, aber der war am Kochen. Mit seiner Freundin. Und der Konditor drüben meinte, er sei Katholik und impotent. Dann geht´s leider nicht, sage ich, mit der Kirche fang ich nichts an. Erst wollte ich einen Taxifahrer rufen, aber irgendwie hatte ich plötzlich keine Lust mehr.

Ran ans Telefon. „Dick“, schnaube ich, „Dick, wenn Du das nächste Mal kommst, machen wir ein Kind, ich langweile mich.“ – „Ganz, wie Du willst, Lchen, aber was, wenn Du Dich in neun Monaten nicht mehr langweilst?“ – „Neun Monate?“ – „Solange dauert eine Schwangerschaft.“ – „Heutzutage auch noch?“ – „Was, wenn Du dann wieder Spaß am Arbeiten hast?“ – „Dann lasse ich Dich mit dem Kind einfach sitzen.“ – „Solange Du Unterhalt zahlst...“ – „Dein Leben wird endlich einen Sinn haben, reicht das nicht?“ – „Stimmt auch. Soll ich Dir ab und zu Fotos schicken?“ – „Nur, wenn es ein wirklich gutaussehender Säugling ist.“ …

Tja, und so haben D. und ich uns geeinigt. Wir wollen es versuchen. Wenn´s irgendwie geht, versuchen wir am Wochenend ans Meer zu fahren. Für ein bisschen frischen Wind. Curd ist außer sich vor Freude.

30.01.2006 um 11:17 Uhr

Curd Rock - geshcnacklos

von: Lapared

Milliöemem Memschem habem sich gefragt, ob Curchem im dem billigem Jesuslatschem demm ncht seim kleim Füßchem abgefrochren sind?!

Doch,!

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(Raumn für Betropffenheit…….......... ..............,... ..................................
,..................................................................................................................................................................................................................................................................
.............................................. ........................................... umd tierfste Betsürzumg………………… ......................................................................................
......................)

Amgeschniert !! !

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29.01.2006 um 21:22 Uhr

Joghurtbecher

von: Lapared

„Findest Du auch, ich sollte mal was über Frau Merkel schreiben?“ frage ich meine Schwester. Karls Vorwurf, ich beschäftige mich nur mir selbst, hat mir doch ein bisschen zugesetzt. „Naja“, sagt meine Schwester, „es stimmt schon, Dein Kosmos wirkt ein kleines bisschen begrenzt“ – „Ach!“ – „Also, wenn man Dich jetzt nur aus Deinem Blog kennt, ich weiß ja, dass Du Dir auch um viele andere Dinge Gedanken machst...“ – „Ja, der Weltfrieden liegt mir echt am Herzen, und nachts liege ich oft wach und denke, was aus all den Joghurtbechern wird. Diese Gesellschaft hat ein Müllproblem.“ – „Das ist nicht witzig.“ – „Ich weiß. Ich will nur sagen… Ich äußere mich zu solchen Sachen nicht, weil ich keine Ahnung habe! Ich selbst bin das einzige Gebiet, auf dem ich halbwegs kompetent bin.“ – „Es gibt Blödere, die sich äußern.“ – „Eben! Heute glaubt jeder, nur weil er fernsieht oder Spiegel liest, hätte er Ahnung, das ist doch Quatsch.“ – „Reg Dich doch nicht auf.“ – „Vor hundert Jahren hatten Menschen nur Meinungen zu dem, was ihnen persönlich passiert ist. Denkste denn, das ist die Wirklichkeit, was CNN da zeigt?“ – „Womit bewiesen wäre, was Du für ein kritischer Zeitgenosse bist, Lchen.“ – „Jawoll.“ – „Also zurück zum Wesentlichen: Wann kriegt Curd endlich Winterstiefel? Ich hab geweint, als ich ihn da in Jesuslatschen im Schnee sah...“ - „Und was ist mit Sex? Meinst Du, mein Blog muss sexier werden?“ – „Mir persönlich reicht es völlig, dass Curd konsequent keine Hose trägt.“ – „Also einfach weiter machen?“ – „Weitermachen!“

28.01.2006 um 19:43 Uhr

Emdlich!

von: Lapared

Nach meim Folterumg am Hamdtuchtrochmer hatte ich Lchem natütlich im der Hamd. „Lchem“, sag ich, „ich wär evemtuell bereit meim Bewchwerde fallem zu lassem. Evemtuell.“ – „Was muss ich dafür tum", fragt Lchem. – „Das weißt Du doch gamz gemau“, sag ich. – „ Aber ich muss doch arbeitem“, satg Lchem. – „Amnesty war enpört“, sag ich, „sie wollm Vereimte Natiomen eimschalten“. – „Verstehe“, sagt Lchme. - „Stell Dir vorm“, sagt ich, „wemm du vor imtermational Gereitchthof im Den Haag stehst, hat Deim Dick es gar nicht merh weit zu Dir“ – „Schom gut, schom gut“, sagt Lchem, „ich hol Dirch un halbfümf ab, damm fahrm wir kurz hin...“

Na butte, höm.

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27.01.2006 um 23:04 Uhr

Wilson

von: Lapared

„Mensch Lchen“, sagt Karl, „wie schaffst Du es nur, Dich so konsequent ausschließlich mit Dir selbst zu beschäftigen?“ Karl ist ein alter Freund aus Filmschulzeiten und treuer Leser meines Blogs. „Ja“, sage ich, „das ist fantastisch, was? Keine Hartz-Kritik, keine Kriegsempörung, keine Meinung zu Frau Merkel, nicht mal was zu Sabine Ostoff oder wie die heißt - diese ganzen tagesaktuellen Krücken brauch ich nicht, ich nicht.“ – „Auch keinen Sex!“ - „Auch keinen Sex.“ – „Dein Blog ist völlig unerotisch.“ – „Und was ist mit den Nacktaufnahmen von Curd?“ – „Genau, Curd! Curd! Sag mal, wie alt bist Du eigentlich?“ – „Das hat mit Alter nichts zu tun, er ist mein Wilson!“ – „Wilson?“ – „Wilson! Cast Away! Tom Hanks ist mindestens genauso so alt wie ich und er spricht mit einem Volleyball.“ – „ Tom Hanks ist Chuck Noland, ein FedEx Manager. Der steht drauf, wenn Leute nur zuhören und nichts sagen. Außerdem ist er ein Schiffsbrüchiger.“ – „Ich bin auch eine Schiffsbrüchige. Mein Dampfer ist auf einen Eisberg geknallt und gesunken!“ – „Das ist ein anderer Film, Liebste, das ist Titanic!“ – „Da siehtst Du mal, was für eine Katastrophe das war!“ – „Und trotzdem hat in Titanic niemand mit einem Volleyball gesprochen!“ – „Curd ist kein Volleyball!“ – „Und Du bist nicht allein auf einer Insel! Warum willst Du zu niemandem Kontakt, warum rufst Du nie zurück? Ich hab Dir tausend Mal aufs Band gequatscht!“ – „Ich bin ein Arsch, das weißt Du doch.“ – „Du machst es Dir echt einfach.“ – „Nein, da sieht nur so aus, Karl.“ – „…“ – „…“ – „Also gut, erzählt mal, wie geht es Curd? Hat er sich wirklich bei Amnesty über Dich beschwert?“ …

27.01.2006 um 17:39 Uhr

Ich werde...

von: Lapared

nichts von all dem tun.

Hab gerade noch ein neues Briefing auf den Tisch bekommen. Supereilig. Natürlich, es ist immer supereilig.

Adieu Eierlikör, Bey Bey Strähnchen, Tschö Schlundern...

27.01.2006 um 17:21 Uhr

mmm.. ..mm.. . .mmmm. ,.

von: Lapared

mmm.. ..mm.. . .mmmm. ,. . ... .. . mm... , .. mmm . . .mm ,. . .. .

Soll heißen: Heute schreibe ich nichts. Fingerchen weg vom Rechner. Heute kette ich mich neben Curd an den Handtuchtrockner. Vorsichtshalber.

Nur dies vielleicht: Es ist ein Gefühl wie früher vor den großen Ferien. Ich hab ein ganzes Wochenende frei. Und ich hab es ganz für mich allein. Das wird ein Spaß.
Ich werde schlafen. Und schlafen. Und schlafen. Ich werde Chips und Kuchen essen, Eierlikör trinken, Stunden auf dem Stepper stehen und dabei drei schlechte Filme hintereinander sehen. Ich werde meine Wohnung endlich putzen, die Maus von heute Morgen fangen und die Wäscheberge bügeln. Ich werde zum Friseur gehen, mir neue blonde Strähnchen machen und gleich fünfzehn Jahre jünger aussehen. Ich werde mit Curd Rock zum alten Wasser fahren, und wenn es gefroren ist, werde ich ihm zeigen, wie man schlundert. Ich werde zum Geburtstag meines Liebsten eine alte Uhr für meine Küche kaufen. Ich werde im Pyjama zu Prada gehen. Ich werde die HornhautFEILE finden. Und ich werde mir am Sonntagabend in den Arsch beißen, weil ich außer Punkt eins bis drei (schlafen, essen, steppen) nichts gemacht habe. Herrlich.

Und wenn es ganz gut läuft, werde ich sogar zwischendrin ein bisschen heulen, weil ich Sehnsucht nach D. habe. Ein Riesenspaß wird das.

27.01.2006 um 10:17 Uhr

Zu früh PUNKT

von: Lapared

Schuldigung. Es tut mir ja auch weh, wenn ich Curdchen so sehe. Aber ich glaube, es muss sein.

Später Curdchen, später...

27.01.2006 um 10:04 Uhr

mmm.. ..mm.. . .mmmm. ,.

von: Lapared

. ... .. . mm... , .. mmm . . .mm ,. . .. .

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27.01.2006 um 00:35 Uhr

Ernst

von: Lapared

Ich gehe nicht gerne einkaufen, Betonung auf gehe. Ich sitze dabei lieber, zuhause vorm Rechner, das finde ich toll. Kein Gedränge, kein Gehetze, und vor allem: keine Verkäufer. Ich kann in Puschen und Pyjama ein Pradatäschchen kaufen. Wenn ich in den Laden ginge, würden der arroganten Verkaufstucke schon bei einer Jeans ohne Schmuckapplikationen die Gesichtszüge entgleiten. Die Tatsache, dass ich im Netz nichts anfassen kann, ist mir übrigens ganz egal. Ich weiß wie sich Kalbleder anfühlt.

Auch heute Nachmittag war ich zwischen zwei Copies mal wieder ein bisschen Bummeln. Und da seh ich doch diese wunderschöne alte Junghans-Küchenwanduhr, entworfen von Max Bill, mehr muss man nicht sagen, und sogar mit Eierwecker, so was gibt´s heute gar nicht mehr. Das ideale Geschenk zu D.s Geburtstag, denk ich, und meine Augen verjüngen sich. Ich schreibe noch eine Copy und gebe mich gelassen, doch kurz vor Auktionsende schalte ich mich wieder ein. Vergesst es, zische ich leise, ich scheiß euch zu mit meimen Geld, und drei, zwei, eins… Überboten. Es ist zum Heulen, sie war so schön.

Ja. So war das. Irre spannende Geschichte. Total verrückt, ich weiß...

Bemerkenswert ist daran eigentlich nur eins: Dass D. erst im August Geburtstag hat. Im August! In sieben Monaten! Und ich kaufe schon ein Geschenk - wird es jetzt ernst oder wird es jetzt ernst, hm? Und ich weiß nicht, wie ich dem Zusammenhang darauf komme… aber ich denke, ich kann Curd ruhig erlauben, sich ein bisschen mit diesem Harry anzufreunden.

P.S. Ja gut, es stimmt. Die Uhr hätte auch in meiner Küche fantastisch ausgesehen. Also doch besser noch ein bisschen warten, was?!

26.01.2006 um 17:16 Uhr

Zu früh?

von: Lapared

Nein, ich glaub nicht.

26.01.2006 um 16:26 Uhr

Meim Fruemd Harry

von: Lapared

So, ab heutte shcneiß ich dem Ladem hier. Lchem soll Bestsellerm schreibem. mit eim verwitwet traurigem Grafem umd seim kleim entzückemd Söhnchem Curdchem umd eine wunderschöme blomde Frau, die kommt um mit kleim Curdchem eim Ausstromautenausbildung zu machem. Umd das gamze heißt „ Wilde Herzme in Flugsimulator““. So. Jetzt nur moch eim bisschjem ausschnückem, fertig.

Umd hier geht ab jetz nur noch um mich. Also... wie hat Curchem geshclafem? Damke, sehr gut. Stuhlgamg? Neim, aber eim Hammerpups um 9 Uhr 2.. Stimmung? Humger. Umd was simd Ihre nächstem Pläne, herr Rock? Ach wiisem Sie... nemmen Sie mich doch Curd… wiissem Sie…

Miem alter Freumd mit böse Zahl hat mir geshcriebme. Hallihallo Curd Rock, schriebt er, wie ghet es Dic, Du alt Tausemdsassa? Erst hab ich nicht getraut zum antweorten, wegem Lchem, ich glaub, sie will nicht, dass ich mit bsöe Zahl verkehre. Aber damm hab ich gedacht, dss es sie vielleicht gar mich mehr stört, wo sie doch jtezt so verliebt ist im dem Dick,. umd dass ich scheckrlich germ hätte eim Fruemd. Zum Fachsippeln mal, und über meim diverse Pojekte redem. Umd im Kneipe gehem höm,. So eim richtig, amständig Mämmerfreumdschatf, höhö höm

Also hab ich ihn doch geamtnwortret. hallo, hab ich geamtwortret, ich würde germ Deim Fruemd wieder sein, nur mit böse Zalh darf ich nicht verkehrm, aber mit Harry G. Baxter. Kamm iich Dich Harry G. Baxter nemmen?

Harry G. Baxter? hat er gefragt. Ja, hab ich sagtz, das fimde ich schö,m, Curd Rock und Harry G. Baxter. Na gut, hat er gesagt. Umd jeztt habe ich eim neu Fruemd, er heißt Harry G. Baxter.Was eim bekloppter Mane.

P.S. Aber vorshcichtshalber ist Harry mur eim Brieffreumd erstnal. Ich fürchte, somst gibt es doch Tehater nit Lpumkt.

26.01.2006 um 01:00 Uhr

Mutters Allzweckwaffe

von: Lapared

Meine Mutter sagte immer: Mach Dich rar. Ganz gleich, was der Grund für den Liebeskummer meiner Schwester war. Ob sie verschmäht, verletzt oder verlassen worden war, immer sagte meine Mutter meiner Schwester: Mach Dich rar. Mach Dich rar war in Herzensangelegenheiten ihre Allzweckwaffe. Und auch zu mir hätte sie sicher Mach Dich rar gesagt, wenn ich zugelassen hätte, dass sie sich überhaupt zu meinen Herzensangelegenheiten äußert. Was unvermeidbar gewesen wäre, sobald ich ihr auch nur den leisesten Anhaltspunkt geliefert hätte, dass ich Herzensangelegenheiten habe. Hab ich aber nicht. So weit kommt es noch.

Jedenfalls... Wie alles, was meine Mutter damals sagte, hielt ich auch Mach Dich rar für ausgesuchten Schwachsinn. Und wie Unrecht habe ich ihr getan!

Denn: Es funktioniert. D. macht sich rar. Und mir geht es besser. Mir geht es sogar richtig gut. Zum ersten Mal, seit ich mit ihm zusammen bin, fühle ich mich frei. Und so komisch es vielleicht klingt: Nie war er mir näher.

Mensch Mutti, wer hätte das gedacht. Wer hätte gedacht, dass ich irgendwann mal sagen würde... Unser Mutter hatte Recht.

25.01.2006 um 22:43 Uhr

Curd Rock - bestrafft

von: Lapared

Weil ihc vorhim so geschinpft habe, kommt sie jezt nicht nahc hause, Ich gluabe, sie will ein Expentell statumiern,.. .

25.01.2006 um 15:44 Uhr

Curd Rock in Rage

von: Lapared

„Curdchen“, sag ich, „Curdchen reg Dich nicht auf, wenn Du nicht einverstanden bist, gehe ich natürlich nicht wieder fest arbeiten!“ Aber Curdchen regt sich auf. „Nuss ich dcih daram erimmern, was Du nir versprochem hast?“ – „Nein, Curdchem.“ – „Du hast gesgat, Du willst MIE wiedre feste arbeitem, Du willst versuchem mit freie Arbiet Geld verdiemen, danmit Du viiiele Zeit für mri hast umd wir viiele an Pool liegem kömmn!“ – „Ja, Curdchen.“ – „Umd wemm Das mit Werbumm micht klappt, hast Du gesagt, damm wirst Du versuchem mit Schreibme für Zeitumg oder Schreibmen für Fermnsehen oder Schreibem dicke Büchrm oder Schreibme eimfach dicke Rechmungen!“ – „ Jawohl, Curdchen!“ – „Aber Du versucht es ja garmich. Du stremgst Dich gar nichzt an. ICH bim Dir micht wichtig, Du willst liebre mit den Überkürbis KCognac trimken, umd ihc guck für Rest vom meim kliem Lebem gamz alleime aus dn Femster!“ – „Ach Curdchen!“ – „Nemm nich mich Cudrchem!“ – „Ach Curd!“ – „CURD ROCK! Umd ich befhele Dir, Dir emdlich amzustremgen!“ – „Jawohl, Curd Rock.“ – „Umd nicgt mehr feste zum Arbietem!“ – „Selbstverständlich, Curd Rock!“ – „ Umd statt Blog emdlich Bestseller schreibem!“ – „Einverstanden, Curd Rock. Und was wird dann aus dem Blog?“ – „Das shcreib ich alleim. Dsa lesem Memschem nänlich sowieso mur wegem nir!“ – „Jetzt bist Du aber gemeim, Curd Rock“ – „Ich bim mich t geneim! Ich bim kleimer, kluger, bezaubermder Curd Rcok! Umd Ich will Dri nur helfem!“

Ach ja, was wäre ich ohne ihn... Das Thema wäre also auch geklärt.

25.01.2006 um 09:54 Uhr

Himweis amgek ommem, Damkeshcöm

von: Lapared

Wolte nur shcmell sagem, dass ic h Lchem daruauf himgewiesem habe, dass mam Pfeilem mit vorme nur eim F shcriebt. Ihrm Rechtschriebumg ist wirklcih umter allter Kamone.

Hach, wemm man sihc nich un alles künnert... .

24.01.2006 um 23:52 Uhr

Curd Rck - abgestlelt

von: Lapared

Wemm Lchem morgmens aus den Haus geht, hüfpe ich vom mein Couch und trippel mit meim keleim Füßchem demFflur rumter im Schlafzimmer. Dort krabbel ich damm auf Femsterbank umd wemm ich Glück hab,, kamm ich noch sehem, wie Lchem druch dem Himterhof geht umd Richtumga S-Bahm verschiwmdet. Damm wimke ich ihr..

Danach beleib ich dme ganzem Tag auf Femsterbamk stehem und warte, bis sie wieder komtm. Rühremd, nmicht wahr? Ich bim der treuste Curd Rock auf der gamze Wlet.

Heir die Beweiesfotos: Curd Rock (zwietes Femster vom oben) wartet vom morgmes bis Abemsds...

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Wemm Lchme wieder mollige Amgestellte wird... damm stehe ich da jedem Tag, nich wahr?… Jahr für Jahr… Umd ich sehe meim Pool niie wieder... .

Curd Rock hat Amgsrt.

24.01.2006 um 23:07 Uhr

Neue Perspektiven

von: Lapared

Eine interessante Entwicklung in der Agentur. Erinnert sich noch wer an Gott? Meinen Ex-Chef? Den mit dem roten Fleck auf der Stirn vom regungslosen Brüten und stillen Martern seines frontal auf der Tischplatte aufliegenden, begnadeten Überkürbis? Den „klügsten, kreativsten Kopf des Universums“, das „größte, gütigstes Herz der scheiß verwichsten Werbewelt“ (s. 16.09.05)? Den mit dem Rückrat eines Löwen und den Lachanfällen einer Zwölfjährigen? Den onanierenden, puddinglöffelnden Doktor? Er war doch gekündigt worden...

Aber... er hat noch mehr Qualitäten: Er hat - obwohl höchstens ein Viertel seines Arsches - das Sitzfleisch eines Helmut Kohl. Und damit hat er die Sache schlichtweg ausgesessen. Ist einfach jeden Tag gekommen und hat seelenruhig seinen Job gemacht. Während die machtgierenden Diadochen damit zu tun hatten, sich selbst zu zerreiben, und die geschmeidigen kleinen Karriereschnösel damit ausgelastet waren, dem Gesäß des Tages hinten rein zu flutschen. Er, er hat einfach weiter gearbeitet.

Und nun ist nach viel Hin und Her ein Mann ganz oben, der anscheinend nicht nur frech frisiert ist, sondern auch eine brauchbare Portion graue Masse unterm Pony hat. Jedenfalls tä-täää: Gott, der Überkürbis, der kichernde Löwe, der wichsende Doktor, mein allerliebster Ex-Chef… darf bleiben.

Wird allerdings – da ist er, der klitzekleine Haken - von der Klassik in die Literatur abgeschoben. Na, das sagt den meisten jetzt wahrscheinlich nichts. Heißt, er macht demnächst nicht mehr Anzeigen, Filme und Plakate, die Königsdisziplinen der Werbung, sondern die niedere Prospekt- und Katalogscheiße. Zwar keine billigen Schweinebauchbeilagen mit Sonderangeboten, das nicht. Schon Hochglanzscheiße, geistreiches Gesülze für die saturierte Vorstandsebene, charmante Bonmots für die finanziell potente Zielgruppe von edlen Luxuskarossen. Aber, ich will es nicht schön reden… eben nicht mehr Bundesliga. Kreisklasse. Und damit - denken wir nicht alle dasselbe? - doch eigentlich auch genau das Richtige für mich!

Schöne gemütliche Kreisklasse. Wo mein verglimmendes Licht unter den wohlwollenden Fittichen meines degradierten alten und neuen Chefs noch ein bisschen aufspielen kann. Wo Gott und ich uns dann abends ab sechs, wenn die Klassikhelden noch schruppen, bei Cognac und Zigarre lächelnd unserer großen Zeiten erinnern. Das klingt doch nicht schlecht! Endlich raus aus dem Leistungsdruck. Heim ins mollige Angestelltennest.

Ich sollte nur von Anfang an klarstellen, dass ich bei Sonne nicht arbeiten kann, weil ich mit Curd Rock an den Pool muss.