Anleitung zum Entlieben

24.01.2006 um 23:52 Uhr

Curd Rck - abgestlelt

von: Lapared

Wemm Lchem morgmens aus den Haus geht, hüfpe ich vom mein Couch und trippel mit meim keleim Füßchem demFflur rumter im Schlafzimmer. Dort krabbel ich damm auf Femsterbank umd wemm ich Glück hab,, kamm ich noch sehem, wie Lchem druch dem Himterhof geht umd Richtumga S-Bahm verschiwmdet. Damm wimke ich ihr..

Danach beleib ich dme ganzem Tag auf Femsterbamk stehem und warte, bis sie wieder komtm. Rühremd, nmicht wahr? Ich bim der treuste Curd Rock auf der gamze Wlet.

Heir die Beweiesfotos: Curd Rock (zwietes Femster vom oben) wartet vom morgmes bis Abemsds...

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Wemm Lchme wieder mollige Amgestellte wird... damm stehe ich da jedem Tag, nich wahr?… Jahr für Jahr… Umd ich sehe meim Pool niie wieder... .

Curd Rock hat Amgsrt.

24.01.2006 um 23:07 Uhr

Neue Perspektiven

von: Lapared

Eine interessante Entwicklung in der Agentur. Erinnert sich noch wer an Gott? Meinen Ex-Chef? Den mit dem roten Fleck auf der Stirn vom regungslosen Brüten und stillen Martern seines frontal auf der Tischplatte aufliegenden, begnadeten Überkürbis? Den „klügsten, kreativsten Kopf des Universums“, das „größte, gütigstes Herz der scheiß verwichsten Werbewelt“ (s. 16.09.05)? Den mit dem Rückrat eines Löwen und den Lachanfällen einer Zwölfjährigen? Den onanierenden, puddinglöffelnden Doktor? Er war doch gekündigt worden...

Aber... er hat noch mehr Qualitäten: Er hat - obwohl höchstens ein Viertel seines Arsches - das Sitzfleisch eines Helmut Kohl. Und damit hat er die Sache schlichtweg ausgesessen. Ist einfach jeden Tag gekommen und hat seelenruhig seinen Job gemacht. Während die machtgierenden Diadochen damit zu tun hatten, sich selbst zu zerreiben, und die geschmeidigen kleinen Karriereschnösel damit ausgelastet waren, dem Gesäß des Tages hinten rein zu flutschen. Er, er hat einfach weiter gearbeitet.

Und nun ist nach viel Hin und Her ein Mann ganz oben, der anscheinend nicht nur frech frisiert ist, sondern auch eine brauchbare Portion graue Masse unterm Pony hat. Jedenfalls tä-täää: Gott, der Überkürbis, der kichernde Löwe, der wichsende Doktor, mein allerliebster Ex-Chef… darf bleiben.

Wird allerdings – da ist er, der klitzekleine Haken - von der Klassik in die Literatur abgeschoben. Na, das sagt den meisten jetzt wahrscheinlich nichts. Heißt, er macht demnächst nicht mehr Anzeigen, Filme und Plakate, die Königsdisziplinen der Werbung, sondern die niedere Prospekt- und Katalogscheiße. Zwar keine billigen Schweinebauchbeilagen mit Sonderangeboten, das nicht. Schon Hochglanzscheiße, geistreiches Gesülze für die saturierte Vorstandsebene, charmante Bonmots für die finanziell potente Zielgruppe von edlen Luxuskarossen. Aber, ich will es nicht schön reden… eben nicht mehr Bundesliga. Kreisklasse. Und damit - denken wir nicht alle dasselbe? - doch eigentlich auch genau das Richtige für mich!

Schöne gemütliche Kreisklasse. Wo mein verglimmendes Licht unter den wohlwollenden Fittichen meines degradierten alten und neuen Chefs noch ein bisschen aufspielen kann. Wo Gott und ich uns dann abends ab sechs, wenn die Klassikhelden noch schruppen, bei Cognac und Zigarre lächelnd unserer großen Zeiten erinnern. Das klingt doch nicht schlecht! Endlich raus aus dem Leistungsdruck. Heim ins mollige Angestelltennest.

Ich sollte nur von Anfang an klarstellen, dass ich bei Sonne nicht arbeiten kann, weil ich mit Curd Rock an den Pool muss.