Anleitung zum Entlieben

27.01.2006 um 23:04 Uhr

Wilson

von: Lapared

„Mensch Lchen“, sagt Karl, „wie schaffst Du es nur, Dich so konsequent ausschließlich mit Dir selbst zu beschäftigen?“ Karl ist ein alter Freund aus Filmschulzeiten und treuer Leser meines Blogs. „Ja“, sage ich, „das ist fantastisch, was? Keine Hartz-Kritik, keine Kriegsempörung, keine Meinung zu Frau Merkel, nicht mal was zu Sabine Ostoff oder wie die heißt - diese ganzen tagesaktuellen Krücken brauch ich nicht, ich nicht.“ – „Auch keinen Sex!“ - „Auch keinen Sex.“ – „Dein Blog ist völlig unerotisch.“ – „Und was ist mit den Nacktaufnahmen von Curd?“ – „Genau, Curd! Curd! Sag mal, wie alt bist Du eigentlich?“ – „Das hat mit Alter nichts zu tun, er ist mein Wilson!“ – „Wilson?“ – „Wilson! Cast Away! Tom Hanks ist mindestens genauso so alt wie ich und er spricht mit einem Volleyball.“ – „ Tom Hanks ist Chuck Noland, ein FedEx Manager. Der steht drauf, wenn Leute nur zuhören und nichts sagen. Außerdem ist er ein Schiffsbrüchiger.“ – „Ich bin auch eine Schiffsbrüchige. Mein Dampfer ist auf einen Eisberg geknallt und gesunken!“ – „Das ist ein anderer Film, Liebste, das ist Titanic!“ – „Da siehtst Du mal, was für eine Katastrophe das war!“ – „Und trotzdem hat in Titanic niemand mit einem Volleyball gesprochen!“ – „Curd ist kein Volleyball!“ – „Und Du bist nicht allein auf einer Insel! Warum willst Du zu niemandem Kontakt, warum rufst Du nie zurück? Ich hab Dir tausend Mal aufs Band gequatscht!“ – „Ich bin ein Arsch, das weißt Du doch.“ – „Du machst es Dir echt einfach.“ – „Nein, da sieht nur so aus, Karl.“ – „…“ – „…“ – „Also gut, erzählt mal, wie geht es Curd? Hat er sich wirklich bei Amnesty über Dich beschwert?“ …

27.01.2006 um 17:39 Uhr

Ich werde...

von: Lapared

nichts von all dem tun.

Hab gerade noch ein neues Briefing auf den Tisch bekommen. Supereilig. Natürlich, es ist immer supereilig.

Adieu Eierlikör, Bey Bey Strähnchen, Tschö Schlundern...

27.01.2006 um 17:21 Uhr

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von: Lapared

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Soll heißen: Heute schreibe ich nichts. Fingerchen weg vom Rechner. Heute kette ich mich neben Curd an den Handtuchtrockner. Vorsichtshalber.

Nur dies vielleicht: Es ist ein Gefühl wie früher vor den großen Ferien. Ich hab ein ganzes Wochenende frei. Und ich hab es ganz für mich allein. Das wird ein Spaß.
Ich werde schlafen. Und schlafen. Und schlafen. Ich werde Chips und Kuchen essen, Eierlikör trinken, Stunden auf dem Stepper stehen und dabei drei schlechte Filme hintereinander sehen. Ich werde meine Wohnung endlich putzen, die Maus von heute Morgen fangen und die Wäscheberge bügeln. Ich werde zum Friseur gehen, mir neue blonde Strähnchen machen und gleich fünfzehn Jahre jünger aussehen. Ich werde mit Curd Rock zum alten Wasser fahren, und wenn es gefroren ist, werde ich ihm zeigen, wie man schlundert. Ich werde zum Geburtstag meines Liebsten eine alte Uhr für meine Küche kaufen. Ich werde im Pyjama zu Prada gehen. Ich werde die HornhautFEILE finden. Und ich werde mir am Sonntagabend in den Arsch beißen, weil ich außer Punkt eins bis drei (schlafen, essen, steppen) nichts gemacht habe. Herrlich.

Und wenn es ganz gut läuft, werde ich sogar zwischendrin ein bisschen heulen, weil ich Sehnsucht nach D. habe. Ein Riesenspaß wird das.

27.01.2006 um 10:17 Uhr

Zu früh PUNKT

von: Lapared

Schuldigung. Es tut mir ja auch weh, wenn ich Curdchen so sehe. Aber ich glaube, es muss sein.

Später Curdchen, später...

27.01.2006 um 10:04 Uhr

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von: Lapared

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27.01.2006 um 00:35 Uhr

Ernst

von: Lapared

Ich gehe nicht gerne einkaufen, Betonung auf gehe. Ich sitze dabei lieber, zuhause vorm Rechner, das finde ich toll. Kein Gedränge, kein Gehetze, und vor allem: keine Verkäufer. Ich kann in Puschen und Pyjama ein Pradatäschchen kaufen. Wenn ich in den Laden ginge, würden der arroganten Verkaufstucke schon bei einer Jeans ohne Schmuckapplikationen die Gesichtszüge entgleiten. Die Tatsache, dass ich im Netz nichts anfassen kann, ist mir übrigens ganz egal. Ich weiß wie sich Kalbleder anfühlt.

Auch heute Nachmittag war ich zwischen zwei Copies mal wieder ein bisschen Bummeln. Und da seh ich doch diese wunderschöne alte Junghans-Küchenwanduhr, entworfen von Max Bill, mehr muss man nicht sagen, und sogar mit Eierwecker, so was gibt´s heute gar nicht mehr. Das ideale Geschenk zu D.s Geburtstag, denk ich, und meine Augen verjüngen sich. Ich schreibe noch eine Copy und gebe mich gelassen, doch kurz vor Auktionsende schalte ich mich wieder ein. Vergesst es, zische ich leise, ich scheiß euch zu mit meimen Geld, und drei, zwei, eins… Überboten. Es ist zum Heulen, sie war so schön.

Ja. So war das. Irre spannende Geschichte. Total verrückt, ich weiß...

Bemerkenswert ist daran eigentlich nur eins: Dass D. erst im August Geburtstag hat. Im August! In sieben Monaten! Und ich kaufe schon ein Geschenk - wird es jetzt ernst oder wird es jetzt ernst, hm? Und ich weiß nicht, wie ich dem Zusammenhang darauf komme… aber ich denke, ich kann Curd ruhig erlauben, sich ein bisschen mit diesem Harry anzufreunden.

P.S. Ja gut, es stimmt. Die Uhr hätte auch in meiner Küche fantastisch ausgesehen. Also doch besser noch ein bisschen warten, was?!