Anleitung zum Entlieben

10.02.2006 um 18:50 Uhr

Müde

von: Lapared

Heute Abend ist große Party in der Agentur. Die „Abteilung“, in der ich lange gearbeitet habe, Gottes Abteilung, wird dicht gemacht, die Räume mit der absolut besten Aussicht der Stadt werden aufgegeben. Und alle, die jemals dort gearbeitet haben, sind eingeladen zum großen Veteranentreffen. Das wird ein Besäufnis.

Und eh ich es heute Nacht irgendwann schreibe, wenn ich voll wie eine Haubitze kaum die Tasten treffe, geschweige denn den angemessenen Ton... Ich weiß jetzt, weshalb ich seit einer Woche so in Topform bin, dass ich schon morgens einen Duschstuhl brauche. Das Lämpchen ist schon wieder flackrig. Ich rüttel verzweifelt daran rum, ich schreie es abwechselnd an oder rede ihm gut zu… aber es flackert.

Ich bin so scheiß müde, ich will nur noch zurück in meine Sofaecke, zu meinem DVD-Player, dahin, wo ich mich bis vor drei Jahren eigentlich schon für den Rest meines Lebens eingerichtet hatte, bis irgendwer meinte, ich müsste noch mal raus auf die Straße und mein Glück suchen, natürlich in Form eines Mannes und möglichen Familienvaters. Derselbe, der mich auch jetzt wieder warnt, dass D. vielleicht meine letzte Chance ist, dem Schicksal einer alten kinderlosen Schachtel zu entkommen. Ich habe es doch versucht, ich war da draußen, drei Jahre lang, jeden Tag. Drei Jahre lang habe ich mir den Arsch abgearbeitet, Frösche flachgelegt und den Prinzen Schrägstrich Last-Minute-Befruchter gesucht. Alles, was ich gefunden habe, ist Flieswurst Curd Rock. („Das will ich ncit gehört habem!) Und davon ab… Was ist denn so schlimm an einer alten kinderlosen Schachtel? Alte Schachteln werden wir alle irgendwann, ob mit oder ohne Kinder, drauf geschiffen, und auf die Bonboniere zum Muttertag auch, und auf den sonntäglichen Auftrieb pickeliger Enkel, die Omma die Kohle für ein Moped abschleimen wollen, darauf sowieso. Stimmt´s Curd, wir verkiffen unsere Rente allein?! Sda kammste eimn drauf lassem, höm!

P.S. Ich fasse es nicht, das kann doch nicht sein. Ich hab grad mal zurück gelesen… vor ein paar Tagen war ich noch so verliebt. Und jetzt das schon wieder…

Und das Schlimme, ich weiß nicht, woran es liegt. Natürlich nervt es, dass D., wenn ich ihn nachts anrufe, obwohl ich eigentlich totmüde bin, jedes Wort von mir analysiert. Und vor allem erst mal unser letztes, ein paar Tage zurückliegendes Telefonat, über das er sich in der Zwischenzeit viele Gedanken gemacht hat, aufarbeiten will, bevor wir zu aktuellen Themen kommen können. Und es ist auch einigermaßen strapaziös, dass er, wann immer wir zusammen sind, im flotten Wechsel von körperlich zu mental (und schwupp, wieder zu körperlich) ständig in irgendeiner Form in mich eindringen will. Und dass wir nichts haben, worüber wir reden können außer uns selbst, weil wir außer uns selbst kaum Gemeinsamkeiten haben und auch nicht haben werden, solange wir uns nur alle zwei, drei Wochen sehen. Aber daran liegt es nicht. Es gibt keine nachvollziehbaren Gründe für das Flackern, und ich werde auch nicht anfangen, sie zu konstruieren. Seien wir ehrlich, ich habe schlicht und ergeifend einen an der Schüssel, that´s all. Eigentlich okay, wenn es nur meine Schüssel beträfe. Aber das tut es nicht, ich werde fremdes Porzellan zerschlagen. Schlimmer, ich werde ihm das Herz brechen, sollte sich das Lämpchen nicht wieder erholen.

Das wird ein Besäufnis...

09.02.2006 um 21:51 Uhr

Curd Rck - surviver

von: Lapared

Sie kömmte ruhig erwähmne, dass Curd Rock die Mahct auf den Femstersinms .überlebt hatt- schleißlihc habem sich Milliömen Mneschem den gamzen Tag nichts amderes gefragt. ..

Curd lebt, ihr Milliömen!

09.02.2006 um 21:50 Uhr

BigTool4You

von: Lapared

Es gibt diese Szene in Sex and the City, in der Stanford auf einer Unterhosenparty im Gay Club zum ersten Mal den gut aussehenden, athletischen Mann treffen will, mit dem er bisher nur im Chatroom geflirtet hat - meiner Meinung nach Stanfords charmanteste Szene in der ganzen Serie. Er steht also in Unterhose und Socken am Tresen und wartet auf den Schmärbauch in Netzhemd, der sein Onlineflirt im wirklichen Leben aller Wahrscheinlichkeit nach ist, als sich ihm plötzlich - ach was! - ein gut aussehender, athletischer Mann nähert. Ein sensationell gut aussehender, athletischer Mann. Und der geht nun also lächelnd auf Stanford zu, und Stanford – jetzt kommt´s – Stanford lächelt nicht sofort zurück, nein, er schaut sich erst um, ob hinter ihm nicht vielleicht der tolle Mann steht, dem das Lächeln des Herannahenden eigentlich gilt. Totkomisch! Er hält es erst mal gar nicht für möglich, dass tatsächlich er gemeint sein könnte. Aber „BigTool4You“ – das war, glaub ich, der Chatname des Schönlings - „BigTool4You“ lächelte Stanford an und niemanden sonst.

Heute erging es mir ein bisschen wie Stanford. Heute musste ich dem Agenturchef und seinen Mannen die Filmchen vortragen, die ich für eine Neugeschäftpräse machen sollte, und wie ich die so erzähle, merke ich plötzlich, dass die alle anfangen sich zu bepissen, die lachen wie blöde, und ich, ich hab mich innerlich nach dem brüllend komischen Blondinen-Witz umgedreht, der vermutlich hinter mir auf die Wand projeziert steht, und dem die Erheiterung eigentlich gilt. Aber… die meinten tatsächlich meine Filmchen. Es war echt nicht zu glauben, so komisch waren sie nun auch wieder nicht. Obwohl…der mit der Supermarktverkäuferin, die einem Kunden „eine im besten Sinne konservative Gurke“ empfiehlt…der war schon ganz nett.

Dies nur, um auch mal von den Erfolgen zu berichten. Höm.

P.S. Die Szene geht übrigens auch hinreißend weiter. Stanford, als er es dann endlich glauben kann, lächelt so leicht von unten nach oben zurück und lässt dabei ziemlich cool die Zigarette fallen. Als er sie dann ebenso cool austreten will, merkt er, dass er ja nur Socken an hat…

09.02.2006 um 01:04 Uhr

Curd rck - an Abgrumd

von: Lapared

.. . jetzt kömm ihc nciht wieder reim! So eim Kacke´.. Wemm Lchem nich bald konnt, bim ich geliefrt

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08.02.2006 um 23:59 Uhr

Hassta la vista,, Babsi

von: Lapared

Ich bims. Curd Pupsinator Rock. Die Furzmacht mit Mütze. Umd ich bim zormig, sehr zormig. Lchem ist nämlich innmer noch nicht zuhause. Daa s lass ich nir nicht lämger bieten! Ich strecke jetzt meim Popo aus den Femster umd feuere eimen finalem Vernichtumgspups Richtumg Agemtur.

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PPfPPPPPPPFFFFFFFFffffffffff ff fff ..f . . ffff f fff pfp pf ,,, ff p. . .f. .

07.02.2006 um 22:14 Uhr

Perspektive Nudel

von: Lapared

Die Wurfsendung eines örtlichen Pizzadienstes hat mir die Augen geöffnet. Wenn Erfolgserlebnisse so häufig sind wie gerade, neige ich ja ein wenig zum Größenwahn. Und dazu, mich als die allergrößte Flasche des Universums zu sehen. Dabei vergesse ich gerne mal, auf welch gehobenem Niveau ich versage. Und dass mir immerhin der gepflegte Abstieg in die zweite und dritte Profi-Liga der Werbung bleibt, bevor Curd und ich unter der Brücke landen.

Das ist schon sehr tröstlich. Nicht nur, dass dort immerhin noch ganz passabel gezahlt wird. Die Wurfsendung des örtlichen Pizzadienstes hat mir gezeigt, dass Zweit- und Drittklassigkeit gar keine zwangsläufig depremierende Sache sein muss. Dass das Spielen in dieser Liga zwar niemals Ruhm und Ehre einbringen wird, dafür möglichweise aber eine Menge Spaß.

„Liebe geht durch die Nudel!“ hatte ein entspannter Zweitligist für den Pizzadienst getextet, um zu kommunizieren, dass bei diesem Pizzadienst jetzt Pasta-Wochen sind. Dazu sieht man das Bild eines an den zwei Enden einer Nudel lutschenden Paares. „Liebe geht durch die Nudel!“ Ich meine, machen wir uns nichts vor: Einen Cannes-Löwen wird die Agentur damit nicht gewinnen. Auch keinen Nagel beim ADC – mal in nationalen Erfolgsdimensionen gedacht. Aber hey… Liebe geht durch die Nudel! LIEBE GEHT DURCH DIE NUDEL!!! - wieviel gottverdammten Spaß haben diese Zweitligisten wohl bei dieser einzigartig beschissenen Line gehabt.

Liebe geht durch die Nudel… wenn das keine Perpektive ist.

07.02.2006 um 08:11 Uhr

Kaputtt gepupst!

von: Lapared

Hö,m... schläft immner moch!

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07.02.2006 um 01:01 Uhr

Eim gemiale Plam

von: Lapared

Jetzt wieß ihc, was ich für Lchem tum kann…

Ich hab eim gamze dicke Zweibel gegessem umd jetz furze ich dem Huremsohm von Wecker für immer ims Jenseits, höm höm höm

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06.02.2006 um 23:51 Uhr

Duschstuhl

von: Lapared

Heute Morgen musste ich daran denken, wie es mir erging, als ich das letzte Mal im Krankenhaus war. Die Nase haben Sie mir da gebrochen, mir armen Schwein. Weil ich doch immer diese Kopfschmerzen hatte. Und Kopfschmerzen sind, das wird mir jetzt, wo ich darüber nachdenke, sonnenklar, Gottes Erfindung zur Sanierung des gebeutelten Ärztesstandes. Ich allein habe mindestens zwanzig Ärzten durch meinen Kopf den Zweitwagen finanziert. Denn das ist das Fantastische an Kopfschmerzen. Egal zu welchem Arzt man geht, jeder findet innerhalb seines Fachgebiets die hundertprozentige Ursache des Übels. Der Zahnarzt verpasst dir erstmal eine Beißschiene und zieht später noch ein paar überflüssige Zähne, die wegen Platzmangel im Mundraum die ganze Murmel unter Spannung setzen. Vom Augenarzt bekommst du eine Brille, weil bekanntlich gerade kleinste Sehschwächen das Gehirn gewaltig irritieren. Und der Orthopäde entdeckt, dass alle nur an Deinen Plattfüßen liegt. Aber Beißschiene, Brille und Einlagen hatte ich bereits, als schließlich ein HNO-Arzt erkannte, dass mein Hirn durch meine unmögliche Nase einfach nicht genügend Luft bekam. Blieb nur: Nase brechen und eine neue bauen.

Deshalb war ich damals also im Krankenhaus. Und hab jene komfortable Erfindung kennengelernt, an die ich heute Morgen denken musste: Dusche mit Stuhl. Eine tolle Sache. Da konnte man sich bei postoperativem Schwächeln während der Körperpflege einfach mal hinsetzen und Verschnaufen. Und genau das habe ich heute Morgen getan. Mich während des Duschens erstmal hingesetzt. Weil ich vom kräftezehrenden Willensakt des Aufstehen so geschafft war. Und gedacht, wie nett es doch wäre, statt unten in der glitschigen Duschwanne zu hocken, so was zu haben wie damals im Krankenhaus.

Später habe ich mich dann gefragt, wer mir so dermaßen eins auf die Nase gezimmert hat, dass ich einen Duschstuhl will.

Im Grunde ist wirklich nichts passiert.

06.02.2006 um 10:04 Uhr

Momday Morming

von: Lapared

Wie trüb Curds kleim Welt heumt ist. Ich glaub, ich hab eim Mpmtagmorgem.Depressiom, .

Keim Wumder. Da nahct man umd tut… umd der Damkk: Lchme Kommt im vom Curd Rcok bitzblamk geputzete Wohmung um d heult los. Ich mach jeutz gar michts mehr, NIE nehr, ich guck eimfach nur nch aus Femster. So,

Ob es sie glücklich machem würde wemm ich die Femsterchem putze…??? Ich kömmte mich nass machem umd damm wie eim dicker fetter Schwammn immer daggegem werfem… hm

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05.02.2006 um 22:20 Uhr

Mit Schlaf war es dann doch nicht getan

von: Lapared

„Was nervt Dich denn plötzlich so an D.?“ fragt meine Schwester vorsichtig, denn ich heule wie ein Schlosshund, und das hat selbst sie, die mich schon eine ganze Weile kennt, noch nicht oft erlebt. „Ich weiß nicht, ich weiß es doch nicht…“, schluchze ich, und dann aus vollstem Herzen „vielleicht ist es… vielleicht seine Frisur?“ Meine Schwester hat berufsbedingt Erfahrung mit Verrückten, sie weiß, dass sie jetzt unter keinen Umständen lachen darf. Also fragt sie sehr empathisch: „Seine Frisur, hm, was ist denn falsch an seiner Frisur?“ – „Wenn die Haare so über seinen Ohren abstehen, sieht er total bescheuert aus!“ heule ich. Meine Schwester gibt die Therapeutin: „Und es nervt Dich, wenn er bescheuert aussieht?“ – „Es nervt mich, dass es mich nervt, wenn er bescheuert aussieht, ich möchte mit einem Mann zusammen sein, in den ich so verliebt bin, dass ich gar nicht sehe, wenn er mal mit bescheuert aussieht!“ – „Hm. Also nervt Dich, dass Du Angst hast, dass Du ihn nicht genug liebst, weil Dir auffällt, wenn er bescheuert aussieht!“ – „Ja, ich glaube…“ Meine Schwester holt tief Luft. „Du spinnst!“ Offensichtlich hat sie die Rolle der Gesprächstherapeutin wieder abgelegt. „Pass mal auf,“ sagt sie, „wenn man mit jemandem zusammen ist, ganz normal zusammen ist, meine ich, also so, dass man nicht mehr jeden Tag Angst um ihn hat, sondern wenn diese ganze Eroberungsphase erst mal erledigt ist, dann… dann wird plötzlich wieder ganz viel Energie frei und… und man fängt an, wieder zu sehen, wenn der andere bescheuert aussieht, so ist das, Du kennst das nur nicht!“ – „Ich bin meistens schon in der Eroberungsphase ausgeschieden, stimmt.“ – „Und deshalb bist Du mit den Fallen und Fußangeln der Konsolidierungsphase nicht so vertraut.“ – „Ist das nicht schrecklich, ich bin schon so alt und hab es fast noch nie in die Konsolidierungsphase geschafft?“ – „Du hattest ein aufregendes Leben auf dem Schlachtfeld!“ – „Aufregend, das kann man wohl sagen...“ – „Für einen alten Kampfhasen wie Dich ist es gar nicht so leicht, plötzlich in Friedenszeiten zu leben, wenn Glück mit einem Mal ganz normal wird und man sich über so banale Dinge wie die falsche Frisur aufregen kann!“ – „Hm.“ – „Es ist in Ordnung, wenn Dich seine Frisur stört, so was ist erlaubt.“ – „Hast Du das auch manchmal bei Deinem B.?“ – „Nein, ich mag seine Frisur.“ – „Siehste!“ – „Aber manchmal sehe ich ihn an und denke, was ist das nur für ein komisches Ding mitten in seinem Gesicht.“ – „Ha-ha...“ – „Im Ernst, ich sehe auch Dinge an B., die mich nerven, und glaub mir, die lassen sich nicht so leicht ändern, wie die Frisur. Ich bin in Phase zwei der Konsolidierungsphase, Frisur ist Phase eins.“ – „Oh Gott, also stehen mir noch ganz andere Dinge bevor?“ – „Und ob.“ – „Ich glaub, ich will zurück aufs Schlachtfeld...“

05.02.2006 um 15:46 Uhr

Curfd Rcok – Maimzelmamm II

von: Lapared

Umd schom wieder bim ich feißig…

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(CR bei m Wäschebeaufsichtigmung)

04.02.2006 um 23:17 Uhr

Kopf hoch, Else

von: Lapared

Meine Oma sagte dann immer… Ich hab´s arme Dier. Meistens an trüben Sonntagnachmittagen, wenn gegen sechs die Kirchenglocken bimmelten. Dann fühlte Oma sich müde und allein, rief meine Mutter an und sagte…Ich hab´s arme Dier.

Wir heutzutage nehmen unsere Wochenend-Verstimmungen gerne etwas ernster und sagen bedeutungsschwer… Mir geht´s nicht gut.

Mir geht´s nicht gut.

Dabei ist eigentlich gar nichts Besonderes vorgefallen. Was D.s Besuch angeht... Ihm ist nichts passiert. Kein Stromschlag und auch sonst keinerlei Feindseligkeiten. Ich hatte ja allergrößte Bedenken, so ganz ohne Dekompression aus Babsiland direkt in ein Umfeld zu kommen, in dem sich etwas Lebendiges befindet. Sprachbegabt auch noch. Und schwächer als ich (doch, D. ist schwächer als ich, er ist derjenige von uns beiden, der mehr liebt. Im Moment jedenfalls.). Aber dann…

Erstaunlicherweise war ich friedlich wie ein Lamm, als ich gestern Nacht endlich nach Hause kam. Selig grinsend habe ich mich umgehend in den Likör gestürzt. Und nicht nur das… mein Schatz kommt ja aus dem Land, in dem es Dekompressionskapselartiges frei zu kaufen gibt. Na bitte, geht doch, könnte man denken, aber…

Eigentlich habe ich nichts gefühlt. Nichts. Deshalb geht´s mir ja so schlecht. Ich hatte gehofft, es würde sich mit der Zeit geben, aber… Noch immer ist es so, dass ich keine Luft kriege, wenn er hier ist. Wenn wir woanders sind, bin ich verliebt, wenn er weg ist, habe ich Sehnsucht, aber hier, hier drückt mir die Enge jedes Gefühl ab.

Na, vielleicht bin ich auch einfach nur alle. Ich geh mal schlafen. Hätte Oma auch gemacht. Sich in ihr riesiges, schon so lange nur auf einer Seite bezogenes altes Ehebett gelegt, ein Kreuzworträtsel gelöst, um zehn das Licht aus gemacht und dabei leise zu sich selbst gesagt… Kopf hoch, Else, morgen früh sieht die Welt schon anders aus.

04.02.2006 um 17:14 Uhr

Curd Rck - Maimzelmamm

von: Lapared

Wie versprochcem, mache ich für Lchem sauber. Soewbem habe ich dem Wohmnungsflur gewischt. Mit meim eigen kleim Himtern. Sehem Sie dem Unterschieg!

VORHEER

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MACHHER,

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03.02.2006 um 18:41 Uhr

Atombonbe

von: Lapared

Ebem hat Lchem amgerufen umjd gesagt, ich soll dme Dick reimlassen, weil Babsi sagt, dass sie nicht nahchause darf. Aber ich komm ncht am dem Sunmmer. Deshalb setz ich mich jetzt im meim Jagurar umd kauf eim Tram polim. Umd eim Atombonbe für Babsim höm höm,.. .

03.02.2006 um 13:45 Uhr

Ausrufezeichen

von: Lapared

Das Schicksal meint es gut mit Dick. Mal vorausgesetzt, dass ich gut für ihn bin, was natürlich eine gewagte Annahme ist. Jedenfalls begünstigt es seine Wünsche – das ist ja auch schon was - und lässt gerade jetzt die größten Flops meiner Beziehungskarriere wie stumme Ausrufezeichen meinen Weg kreuzen.

Heute morgen: Erik. Ein ganz dickes Ausrufezeichen. Erik war Schauspieler, ist, und ich habe ihn in den fünf Minuten seines Ruhms kennengelernt, als Kleindarsteller in einer RTL-Vorabendserie, er bekam sogar Fanpost. Er spielte einen Psychopathen, das machte er toll und nur ich weiß, dass er sich dafür nicht sehr anstrengen musste. Einmal hat er auch in einem richtigen Hollywoodfilm gespielt, einen SS-Mann, sogar mit Text, der allerdings nur aus zwei Worten bestand: „Heil Hitler!“. Leider wurde er später rausgeschnitten.

Ich würde gerne sagen, dass ich es war, die die Sache schließlich beendet hat. Weil es so zäh war, sich mit ihm zu unterhalten, wenn ihm niemand seine Sätze schrieb. Weil es so anstrengend war, ihn auf den täglichen Berg- und Talfahrten seines Egos, die ihn oft innerhalb von Sekunden aus grenzenloser Selbstüberschätzung in tiefste Verunsicherung stürzten, zu begleiten und abwechselnd vor ihm niederzuknien oder ihn wie ein Kind auf den Arm zu nehmen. Und… weil er im Bad noch länger brauchte als ich. Aber die Wahrheit ist, dass er mich abservierte, als „eine andere Freundin“, wie er sich damals ausdrückte, im siebten Monat von ihm schwanger war. Ja, das waren tolle Zeiten. Und eben treffe ich ihn also im Tonstudio wieder.

Ich glaube nicht, dass Erik heute noch Fanpost bekommt. Er war für einen Kleine Wolke Funkspot da, Kleine Wolke, das sind diese WC-Garnituren, und er sprach einen Toilettendeckel, der sich über seinen neuen Bezug freut. Eigentlich ein sehr lustiger Spot, zumal der Klodeckel mit zugehaltener Nase sprach, eine hübsche Idee, schade, dass solche Spots nie gesendet werden, die produzieren Agenturen nämlich nur, um sie bei Wettbewerben einzusenden. Aber zurück zu Erik... Ich meine, wenn man es schon mal bis in den RTL-Vorabend geschafft hatte, ist ein Klodeckel-Spot kein allzu großer Schritt nach vorn. Aber er redete, als wäre er auf dem direkten Weg nach Hollywood. Und wie er da so vor mir stand und trotz Kleine Wolke gnadenlos auf dicke Hose machte, wurde mir plötzlich klar, was für ein Glück ich habe. Jemand wie ich, der in der Lage war, selbst so einen Idioten zu lieben, einen, der Sätze gerne mit „mein Freund Til“ oder „mein Kumpel Moritz“ beginnt, an wen hätte ich noch alles geraten können.

Bin ich aber nicht. Ich bin an Dick geraten. Dick, der dieses Wochenende zehn Stunden im Auto sitzt, um mich eine Nacht zu sehen. Mein Freund Curd würde sagen: Shcweim ghhabt!

P.S. Ich versuche doch nur, mich selbst in zärtliche Schwingungen zu reden. Obwohl ich nach einem Anpfiff von lovely Babsi („Du bist zu langsam!“) ziemlich unter Starkstrom stehe. Ich fürchte, Dick schwebt in höchster Gefahr. Ich fürchte, eine falsche Bewegung, und er wird nachher einen gewischt zu bekommen. Im wahren Leben trifft es immer die Guten...

02.02.2006 um 23:26 Uhr

Ein historischer Moment

von: Lapared

Historisch zugeschissen.

Seit Monaten kein Tag ohne Eintrag (fleißig isse ja), aber heute krieg ich´s nicht hin. Schiete. Immer noch die Copy. Und eine Imagebroschüre. Und eine Neugeschäftspräse. Curd möchtest Du vielleicht was sagen?

Sagem Sie meim geshciedem Frau, Sie kamm alles behaltem.

01.02.2006 um 23:04 Uhr

alles Legasthemikker außer Curc Rock

von: Lapared

Es wird michts mt die Wochememdausflög ams Meer. Lchem nuss arbeitem. Taj, so ist es halt, ich werder mlich schom beschäftigem, ich kauf eim, räum die Wohmumg auf, um wemm Lchem abemds heim kommt, steht der Cognac schom auf dentisch.

Ja, da gucktste!

(Die richtge Lösumg : Felher statt Feler, Memshc!)

01.02.2006 um 22:20 Uhr

Finden Sie den Feler

von: Lapared

Wenn ich heute nachhause komme, steht mir noch eine unangenehme Aufgabe bevor. Ich werde Dick sagen müssen, dass es nichts wird mit dem Ausflug ans Meer. Ich kann nicht, die Agentur spendiert mir als Dankeschön für meinen Einsatz ein Wellnesswochenende auf Mallorca – Spässchen – ich bin eingeladen zu arbeiten. Ich weiß genau, wie er reagieren wird. Er wird schimpfen wir ein Rohrspatz. Er wird seine Schuhe durchs Zimmer schleudern, sich heulend auf dem Sofa wälzen und vor Wut eine Salzstange zertrampeln. Curd muss ich natürlich auch noch informieren. Aber wie ich ihn kenne wird er nur sagen, so ist es halt, ich werde mich schon beschäftigen, ich kauf für Dich ein, räum die Wohnung auf, und wenn Du abends heim kommst, steht der Cognac schon auf dem Tisch.

Na, aber erstmal bin ich noch mit meiner Young School-Copy beschäftigt. Ein ganz hippes kleines Ding wird das. Total crazy.