Anleitung zum Entlieben

07.03.2006 um 23:37 Uhr

Warten auf den Funkenflug

von: Lapared

Ich sitze in der Agentur und darf nicht gehen, obwohl ich eigentlich nichts mehr zu tun habe. Ein völlig ähäm verschnupfter CD läuft orientierungslos den Gang auf und ab und besteht darauf, dass wir alle da bleiben „falls noch irgendwas ist“. So was habe ich noch nicht erlebt. So was hat es in dieser Agentur nie gegeben, niemals. Und überhaupt dachte ich, Klischees wie diese seien nichts als missgünstige Phantasien schlecht bezahlter Drehbuchautoren drittklassiger deutscher Kinoproduktionen, denen zwischen zwei Selbstgedrehten so richtig einer abgeht, wenn sie Werber als wichsende Dickstrahler mit getönten Brillen und Nadelstreifenwestchen zeichnen, die in der Idealbesetzung von einem ganz groß aufspielenden Götz George gegeben werden. Aber wie jedes Klischee ist auch dieses keine reine Phantasie sondern besitzt einen Funken Wahrheit. Und der lacht gerade so hysterisch, dass wir uns alle nur erschüttert abwenden.

Ich weiß nicht, wie lange das hier noch dauert. Ich weiß nur, spätestens morgen Abend muss alles fertig sein. Dann muss der Funke zum Flieger.

07.03.2006 um 18:47 Uhr

Schöm Grüße aus den Puff!

von: Lapared

Puff. , Puff Puff Puff . Pfuff , Pfuff.. ,Pfuff Puff

Pufffff

.. ...
., P U F F

07.03.2006 um 15:20 Uhr

Curd Rokc – hat Shcmauze voll!

von: Lapared

Ich bim mal rashc Zigarettem holem .,.. WIE NAM SO SAGT!

Bilder am die wir ums alle schom mal gewöhmen müssem,, eim kleim Vorschau:

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(Sie sehme: Keim Curd Rokc, vom morgems bis abemds...)

07.03.2006 um 11:17 Uhr

Curd Rcok – Geheinwaffe Blünchem

von: Lapared

Wemm sie DAS sieht, kommt sie bestimmt…Frauem sind so, wemm Blümchen gibt, kommen sie sofort nach Hause. ,.

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07.03.2006 um 00:24 Uhr

50.000

von: Lapared

Eben hatte ich den 50.000sten Klick!

Eine hübsche Gelegenheit, mal Danke zu sagen… den vielen „Milliömem“ Lesern, die tagtäglich an meinen abenteuerlichen Leben teilnehmen. Und deren Kommentare ich im Übrigen liebe, ganz gleich ob sie „nach dem Mund geredet“ sind oder nicht, und...

Abre du hasr doch gesagt, diesem blöde…au au...AUA! ! .

… und die ich ehrlich auf keinen Fall missen möchte.

Schleiner.

06.03.2006 um 23:47 Uhr

Curd rock - leer

von: Lapared

Oha, jetz nuss ich mirch beeilem..,, Lchem hat nämkulich gesagt, ich soll schreibem, sie hat kem Zeit weil übermorgem die Turmhosempräsentamtion ist,.

Vom ihr soll ich mur erzählem , dass sie heute himgefallem ist, um jetzt ist der Popo tot. Oider der Lappop,. das hab ich vergessem,. Popo pder Lappop tot, eims vom beidem.

Num zun Wesemtlichm. Curd Rock hat Derpressiomen. Acjh ja..,.

Im Lebem vom Curd Rock ist eim große Leere eimgekehtz seit dieser schlinnem Sache mit der dummen Kuh (ich hab irhm Namem bergessem). Umd Curd Rokc weiß noch nicht, wie er diesem groooße Leere füllem weird. ch kamm mich nicht emtscheidem, zwischem Frauem, Autos oder Alkollol. Ich rfrage mich, soll ich gehm in Garage, Kneipe oder Puff. Ich glaub ich geh im Puff. Puff Puff puff pfuff Puff. Das ist so eim shcömnes Wort.Puff.

Ausserdem pfücke ich Blumem.

05.03.2006 um 23:44 Uhr

Glück gehabt

von: Lapared

Eben hat er eine SMS geschickt. Schlaf gut, mein Schatz. Und hüte Dich vor Ärzten! Im Ernst, lieber amputiere ich mir selbst was... Höm, aber bitte nicht das Falsche.

05.03.2006 um 17:57 Uhr

Doktorspiele

von: Lapared

Ratlos rufe ich meine Schwester an.

„Stell Dir vor, er will mich wegen der Wohnungssache zum Arzt schicken!“ – „Was? Wer?“ – „Dick! Dick will mich zum Arzt schicken! Wegen der Wohnung! Weil ich es so schlecht haben kann, wenn er hier ist!“ – „Moment, ich dachte, es wäre okay, ich dachte, er wollte Dir einen Pappaufsteller bauen?!“ – „Dachte ich doch auch…“ – „Ganz langsam, mal von vorn, was hat er gesagt? – „Also, ich hab ihn angerufen, einfach nur so, um Hallo zu sagen und ein bisschen Süßholz zu raspeln!“ – „Ist doch nett.“ – „Eben. Aber er war von Anfang an so komisch, ignorieren, hab ich gedacht, und munter drauf los geschnattert …“ – „Wie man das so macht.“ – „Eben. Aber er sagt keinen Ton, und als ich dann mein ganzes Pulver verschossen habe: Schweigen. Und was machst Du so, frage ich betont heiter, und er mir Grabesstimme: Ich denke darüber nach, was ich falsch mache. Ich: Ah. Und er: In Deiner Wohnung. Was mache ich da falsch?“ – „Anschleichen in Demutsposition. Bäuchlings robben wir uns an die Thematik ran, um dann aufzuspringen und das Beil zu schwingen, hab ich Recht? Ich kotze, erzähl weiter…“ – „Naja, was sollte ich schon sagen. Du machst gar nichts falsch, sage ich, es liegt an mir, ich kann das im Moment einfach nicht so gut haben.“ – „Selbstbezichtigung, großer Fehler!“ – „Und er: So einfach ist das nicht. Du tust mir weh, Du tust mir sehr weh!“ – „Das Beil!“ – „Und ich: Es tut mir leid, Schatz, es tut mir wirklich leid. Aber glaub mir, ich mach es mir gar nicht so einfach, wenn Du wüsstest, wie viel ich darüber nachdenke, ich frage mich doch auch, woran das liegt…!“ – „Eine Traumflanke, jetzt muss er ihn nur noch sanft reinditschen…“ – „Nee, er dribbelt noch ein bisschen, pass auf: Wenn man Kopfschmerzen hat, geht man zum Arzt, sagt er. Und ich: Hä? Und er: Stimmt´s, wenn man Kopfschmerzen hat, geht man zum Arzt? Und ich: Ja, wieso? Und er - jetzt kommt´s - und er: Weißt Du, ich kann damit leben, dass ich nicht in Deine Wohnung darf, aber DICH beschäftigt es ständig, stimmt´s? DIR lässt es keine Ruhe, DICH macht es doch auch unglücklich?“ – „Traumhafter Spielzug...“ – „Und ich: Ja natürlich beschäftigt es mich! Und er: Es macht Dir Kopfschmerzen. Und wenn man Kopfschmerzen hat, geht man zum Arzt.“ – „Genial!“ – „Aber jetzt durchschaue ich sein Manöver. Dick, sage ich ganz ruhig – weißt Du, so beunruhigend, undurchdringlich ruhig…“ – „Ja, das kannst Du super!“ – „Dick, sage ich, heißt das, Du willst mich wegen dieser Wohnungssache zum Arzt schicken? Glaubst Du, Du hast es mit einer Kranken zu tun? Und als Du das mit dem Pappaufsteller gesagt hast, da hast Du das gar nicht so gemeint, sondern mich nur wie eine Patientin behandelt? Eine Patientin, die man erst mal beruhigt und sagt, es ist alles halb so schlimm, das wird schon wieder, während man heimlich der Schwester einen Wink gibt: alles vorbereiten zum Amputieren!?“ – „Ha! Sehr gut! Und?“ – „Er kriegt es mit der Angst zu tun: Ich habe nur gesagt, wenn man Kopfschmerzen hat, geht man zum Arzt, sagt er, und ich: Aber du hast nicht über meine Kopfschmerzen gesprochen, sondern über mein Unbehagen mit Dir in meiner Wohnung?! Ja, sagt er.“ – „Und dann?“ - Plötzlich fielen mir tausend Sachen ein. Er hat nämlich schon öfter so Andeutungen gemacht. Er hat mal gesagt, er hätte früher auch nicht mit Menschen in einem Zimmer schlafen können…“ – „Das ist nicht Dein Problem!“ – „…aber dagegen gäbe es eine sehr wirksame Therapie. Ich hielt das für einen Scherz und sagte: Vergiss es, ich gehe nicht zum Bund!“ – „Es war kein Scherz?!“ – „Und ein anderes Mal hat er gesagt, das mit meinem Blog sei ja ganz hübsch, um Dinge mal zu artikulieren, aber ob ich nicht irgendwann auch ein professionelles Feedback bräuchte? Und ich: nö. Ich dachte, er meint das vom literarischen Standpunkt…“– „Sanfte Intervention, er behandelt Dich schon geraume Zeit, Du hast es nur nicht bemerkt…“ – „Meinst Du auch, ich muss zum Arzt, ich meine, ich zahle so viel Krankenversicherung, im Prinzip…?“ – „Ohne Leidensdruck keine Therapie, hast Du Leidensdruck?“ – „Ich dachte nicht, aber…“ – „Er macht Dir welchen?“ – „Naja…“ – „Ich sag dazu nichts!“ – „Aber?“ – „Ich sag dazu nichts!“ – „Okay.“ – „Aber willst Du wissen, was ich denke?“ – „Bitte!“ – „Ich glaube nicht, dass es krank ist, wenn man sein Refugium braucht. Das geht vielen Menschen so, insbesondere – mit Verlaub – alten Schachteln, die immer allein gelebt haben und die dann – sorry - auf den letzten Drücker doch noch jemanden finden! Ich weiß, das glaubst Du mir jetzt nicht, denn sowas kommt in Deinen Hollywoodschmonzetten, die Du für die Realität hälst, weil es alles ist, was Du außer Deiner Arbeit noch siehst, vielleicht nicht vor, aber bei B.s Freunden Karl und Anne ist das auch so!“ – „Sex and the City ist ein durchaus realisti… “ – „Käse! Karl und Anne sind ein Herz und eine Seele - also, was man so sieht - und die meiste Zeit sind sie bei Karl, aber Anne sagt, trotzdem braucht sie ihr eigenes Reich und da hätte Karl nichts verloren…“ – „Hm. Ich weiß gar nicht, ob ich immer mein eigenes Reich brauche, nur im Moment…“ – „Darum geht es doch gar nicht!“ – „Verstehe. Und Karl schickt Anne nicht zum Psychiater?“ – „Anne IST Psychiater. Sie leitet ein psychiatrisches Krankenhaus. Glaub mir, sie ist durchaus auf Zack!“ – „Das hast Du Dir doch jetzt bloß für mich ausgedacht?!“ – „Hab ich nicht!“ – „Hast Du wohl…“

Später rief meine Schwester mich noch mal an. Da war ich längst wieder auf dem Teppich, aber sie inzwischen richtig auf der Palme, manchmal ist sie wie eine Löwenmutti...

„Ich hab Dir einen Termin bei Anne gemacht. Dick wollte doch, dass Du zum Arzt gehst!“ – „Du spinnst! – „Du brauchst ihn wirklich: Um zu lernen, wie man sich gegen Menschen abgrenzt, die einen zum Arzt schicken, nur weil man mal keinen Besuch haben will!“ - „Du sagst doch auch immer, dass ich einen an der Schüssel habe!“ – „Ja, aber ich mag Deine Schüssel, ich will, dass sie bleibt, wie sie ist!“ – „Er meint es lieb! Er macht sich Sorgen! Er will mit mir leben, deshalb…“ – „Das ist keine Entschuldigung!“

Doch. Ich glaube: doch. Die einzige.

04.03.2006 um 23:21 Uhr

Way of life

von: Lapared

Natürlich lag ich auch Olli damit in den Ohren.

„Olli,“ sag ich, „es ist halb elf Samstagabend, und die halbe Agentur ist hier, das ist doch bekloppt...“ – „It´s not a job, it´s a way of life!“ sagt Olli ohne von seinem Bildschirm aufzuschauen. – „Bitte?“ – „Sagte mein Prof früher immer: Werbung, meine Damen und Herren, Werbung liebt man oder man lässt es. It´s not a job, it´s a way of life!“ – „Und, liebst Du sie?“ – „Bist Du bescheuert?“ – „Und warum bist Du dann hier?“ – „Ich bekomme Geld dafür, Du nicht?“ – „Doch, doch…“ – „It´s a way of making Kohle, Laparedchen, und nicht der schlechteste, also kneif bitte die Arschbacken zusammen und lass uns noch ein paar Scheinchen machen, okay?“ – „Okay.“ – „Mein Prof hatte übrigens nie in der Werbung gearbeitet.“

Ach Olli, wenn ich ihn nicht hätte.

04.03.2006 um 13:50 Uhr

Nachwort

von: Lapared

Tut mir leid, ich musste erstmal 12 Stunden schlafen, bis mir klar wurde, dass es darauf nicht ankommt. Es ist nicht egal, wie viel er verdient, das nicht, ich bin keine zwölf, so naiv bin ich nicht. Es ist wichtig, Punkt.

Aber: Es ist nicht das Entscheidende. Entscheidend ist nicht, wieviel er hat und auch nicht, ob er mehr verdient oder weniger. Entscheidend ist, ob er bereit ist, das was er hat, mit Dir zu teilen.

D. ist dazu bereit, da bin ich ganz sicher. Er teilt nicht nur, er gibt alles, als er hat. Wozu er nicht bereit ist, ist sich selbst aufzugeben, damit es möglichst viel ist, was er hat. Das ist gut so. Und ich werde das auch nicht tun, das allerdings, das sollte ihm klar sein.

Es klopft schon wieder. Ich spritze mir jetzt Imigran und dann gehe ich in die Agentur. Und morgen wieder. Und noch die nächsten vier Wochen, den ganzen März. Aber danach ist Schluss. Ich bin zu alt für diesen Wahnsinn. Das ist doch lächerlich, es geht um Werbung! Werbung! Wir entwickeln keine Alzheimer-Medikamente, wir retten kein Leben, wir verkaufen Turnhosen! Warum, verdammt noch mal müssen wir jedes Wochenende arbeiten…?

. Weil Irh Wirtzfirgürchem sied, die sich eim kleimem Kosmos geschaffem habem, im den Ihr euch umheimlich ernst mehmt. Und der fumktioniert nur, solange Ihr Euch vom dem wirklich Wichtigem Dimgen des Lebem s islioliert, so...

Und was sind die wirklich wichtigen Dinge des Lebens, Curd Rock?

Ihc!

03.03.2006 um 23:01 Uhr

Steinzeitzellen

von: Lapared

Das Klopfen ist verstummt. Aber „Du Geld verdienen!“ sorgt bei meinen grauen Zellen, an denen die Sache zweifellos hängen bleiben würde, weil der Rest meines Körpers höchstens noch für einen schnelle Euro im Organhandel taugt, immer noch für Aufruhr. Ihr Gewerkschaftsführer, ein aufgeblähte Zelle namens Heini Hsirnske, wittert Rampenlicht und malt schon Transparente. Wir ackern nicht für Haus und Familie! Stoppt die Ausbeutung für Schnickschnack wie Zukunft! Wir arbeiten nur für Bikinis!

Warum eigentlich? Weil meine Zellen weiblich sind? Weil sie selbst, seit sie den Kopf aus der Höhle gestreckt haben, statt zuhause Mammut zu braten, lieber selber jagen gehen, nach Schnäppchen und Designerpomps, aber für die tägliche Keule im Topf schicken sie in guter alter Steinzeitmanier immer noch lieber die Männer auf die Jagd. Halali. Seit Ewigkeiten hängt es an den Männern, der Ernährer zu sein, heute legen wir Frauen zwar viel Wert darauf, dass wir genauso viel verdienen können wie sie, aber in der Ernährerrolle fühlen wir uns dennoch nicht recht wohl. Wir Frauen? Sorry, ich.

Ich fürchte, auf einer Skala von Charlotte (Der Mann sollte immer mindestens ein Drittel deines eigenen Einkommens mehr verdienen!) bis Miranda (Es ist mir egal, was Steve nach Hause bringt, Geld verdienen kann ich selbst!) bin ich tendentiell doch näher an Charlotte. Und darauf bin ich wirklich nicht stolz.

03.03.2006 um 12:08 Uhr

Curd Rock - bein Doktror

von: Lapared

Heute morgme war ich bein Dokror. Wegem Lchems Kopfshcnerzem.

Meim treuem Fans erimmern sich vielleicht: schom als Baby-Curd Rcok habem mich Lchems Kopfshcmerzen stark beumruhigt.. , weil ich nir gefargtt habe, was passierem würde, wemm ICH mal Kopfschnerzme hätte..,.umd ob der Kopfshcnez damm überhaupt wüsste, wo er aufhörem muss, weil ich doch keim Hals habe…oder ob ich womöglich vom obem bis umten am gamzem Körper Kopfshcmerz hätte…

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(Baby Curd an 30.9. schnürt sihc nit Paketbamd eim kümstlichem Hals zur Migrämeprofilakse)

Auch für dem erwachsmenen Curd Rock hat diesem Vorstellumg nichts vom ihren Schreckme verlorem . Deshalb wolltte ich das Thena heute norgme mal mit eim Expertem diskutierem umd bim zu iem HMO-Spezialistem gelaufem. Er kommte mich beruhigem, er hat eim Römtgenbild gemacht umd gesagt: Curd Rock, alles bestems, Sie habem eim Hals. Innmerlich. Eim immerlichen Hals. Umd er meimt, dass meim Kopfschmerz, sollte ich jemals eim bekommen, deshalb genau wüßte wo für ihm Schluss ist.

Jetzt geht es nir besser. Umd Lchem bestinnt auch. Jezt nuss Sie sich um ihrm liebem kleimen Curd Rokc keim Sorgmen nehr machen.

02.03.2006 um 23:06 Uhr

Migränemurmel

von: Lapared

Das hatte ich mir ein bisschen anders vorgestellt. Ich dachte, Dick gratuliert mir, wenn ich ihm erzähle, dass ich nicht wieder fest in meiner gehassten, geliebten, alles verschlingenden Agentur arbeiten werde. Ich dachte, er freut sich auf das Mehr an enspanntem, gut gelauntem, sonnengebräuntem Laparedchen, das für ihn dabei abfallen könnte. Stattdessen denkt er sich schon wieder an die Toilettenarmaturen. „Ein festes Einkommen hätte uns natürlich ein bisschen Sicherheit gegeben“, sagt er und seine Stimme erscheint mir im Gegensatz zu dem Klopfen hinter meinem rechten Auge unendlich weit entfernt. „Hm,“ sage ich nur und denke: Aber ohne festes Einkommen hätte ich einen hübscheren Teint. „Für mich ist es schwer“, höre ich ihn sagen, „Du kannst in der Werbung viel mehr Geld verdienen.“ – „Hm,“ mache ich wieder und sehne mich nach meinem Bett. „Für unsere Zukunft, Liebling“, setzt er hinzu, glaube ich jedenfalls, denn durch das Klopfen verstehe ich ihn kaum. „Können wir nicht einfach schlafen…?“ frage ich und weiß nicht, ob ich laut oder leise spreche. „Was sagst Du?“ erwidert Dick. – „Ich muss jetzt schlafen!“ sage ich noch einmal etwas lauter… und dann legen wir auch bald auf.

Ich muss jetzt wirklich schlafen. Es klopft und klopft und klopft… Aber irgendwo zwischen diesem Klopfen hallt es nach: Du kannst viel mehr Geld verdienen, Du kannst viel mehr Geld verdienen, Du kannst Geld verdienen, DU GELD VERDIENEN!

Plötzlich muss ich an Steve und Miranda denken. Und an die Szene, in der die vier Mädels bei der Pediküre sitzen und Miranda, nachdem Steve sie nicht für seinen Anzug hat bezahlen lassen, sich darüber aufregt, dass es für Männer heutzutage immer noch so schwer ist, wenn Frauen mehr verdienen.

Das Problem habe ich jedenfalls nicht.

Und mit diesem tröstlich Gedanken in meiner Migränemurmel kugel ich mich jetzt leise wimmernd in mein schönes, warmes Bett…

02.03.2006 um 11:17 Uhr

Seufz

von: Lapared

Schon der dritte Tag mit Kopfschmerzen. Ich versuche immer, so zu tun, als ob ich es nicht bemerke. Aber wenn man sich morgens schon als aller erstes übergeben muss, und das nicht, weil man schwanger ist, was wahrlich ein Grund wäre, wenn der Schädel hämmert wie nach der Jahrhundertsause und man hatte nicht mal ein Eierlikörchen, und man muss dann noch nach Arschlochsdorf, wie Olli – immer noch pissed - die Agentur liebevoll nennt… dann bemerkt man es doch irgendwann. Und möchte echt heulen, seufz.

01.03.2006 um 21:57 Uhr

Widerruf

von: Lapared

Eben bekomme ich eine SMS: „Am WE komme ich und koche für Dich, Du musst gesünder essen...“ Diesem alten Gouda redet man nichts mehr ein.

Ich schreibe zurück: „Nein, Danke, ganz lieb. Aber mach den kleinen Pappaufsteller doch mit einem klitzekleinen Salateller in die Hand!“ Und meine 54 Quadratmeter-Füße werden auch durch Reden nicht kleiner.

01.03.2006 um 21:42 Uhr

Reden

von: Lapared

Ich sag immer… reden, reden, reden. Reden hilft. Die meisten Beziehungsprobleme lösen sich wie von selbst, wenn man mal ganz in Ruhe offen und ehrlich darüber redet. (Wie lange kennen wir uns jetzt? Nein, das ist natürlich NICHT mein Ernst!)

Aber irgendwie kam das Gespräch am Wochenende doch darauf. Auf mein gorilladamenmäßiges Revierverhalten, meine zweiraumwohnunggroßen Füße, meine Erstickungsnot, sobald ein Dritter unsere heiligen Hallen betritt. Curd Rocks und meine...

„Tja, was machen wir denn da?“ sagt Dick. Und ich: „Wir müssen uns woanders treffen. Meine Schwester meint, irgendwie würden wir das in Deinen Goudaschädel schon reinkriegen!“ – „Wir?“ – „Ja, das Problem können wir natürlich nur gemeinsam lösen.“ – „Wir könnten auch versuchen, Dich an meine Anwesenheit in Deiner Wohnung zu gewöhnen.“ – „Davon hat meine Schwester nichts gesagt.“ – „Vielleicht, indem wir Dir einen Pappaufsteller von mir bauen!“ – „Hm…“ – „Ich, lebensgroß, aus Pappe… und dann stellst Du mich ins Wohnzimmer!“ – „Lebensgroß? Können wir nicht erst mal mit einem Miniaturmodell anfangen? – „Können wir auch, so ein Meter, wäre das okay?“ – „Ein bisschen kleiner, vielleicht… ein Zentimeter?“ Dick seufzt: „Wir haben noch einen verdammt langen Weg vor uns, was?!“ Ich grinse: „Oder wir treffen uns einfach woanders.“ – „Und kriegen das irgendwie in meinen Goudaschädel, stimmt´s?“ – „Stimmt genau.“

Also war es DOCH gut, dass wir darüber geredet haben. Ich denke, damit ist das Thema Hausbesuche vorerst vom Tisch. Und unter uns…welche Frau will schon einen ein Zentimeter großen Dick in der guten Stube, nicht wahr?