Anleitung zum Entlieben

02.03.2006 um 23:06 Uhr

Migränemurmel

von: Lapared

Das hatte ich mir ein bisschen anders vorgestellt. Ich dachte, Dick gratuliert mir, wenn ich ihm erzähle, dass ich nicht wieder fest in meiner gehassten, geliebten, alles verschlingenden Agentur arbeiten werde. Ich dachte, er freut sich auf das Mehr an enspanntem, gut gelauntem, sonnengebräuntem Laparedchen, das für ihn dabei abfallen könnte. Stattdessen denkt er sich schon wieder an die Toilettenarmaturen. „Ein festes Einkommen hätte uns natürlich ein bisschen Sicherheit gegeben“, sagt er und seine Stimme erscheint mir im Gegensatz zu dem Klopfen hinter meinem rechten Auge unendlich weit entfernt. „Hm,“ sage ich nur und denke: Aber ohne festes Einkommen hätte ich einen hübscheren Teint. „Für mich ist es schwer“, höre ich ihn sagen, „Du kannst in der Werbung viel mehr Geld verdienen.“ – „Hm,“ mache ich wieder und sehne mich nach meinem Bett. „Für unsere Zukunft, Liebling“, setzt er hinzu, glaube ich jedenfalls, denn durch das Klopfen verstehe ich ihn kaum. „Können wir nicht einfach schlafen…?“ frage ich und weiß nicht, ob ich laut oder leise spreche. „Was sagst Du?“ erwidert Dick. – „Ich muss jetzt schlafen!“ sage ich noch einmal etwas lauter… und dann legen wir auch bald auf.

Ich muss jetzt wirklich schlafen. Es klopft und klopft und klopft… Aber irgendwo zwischen diesem Klopfen hallt es nach: Du kannst viel mehr Geld verdienen, Du kannst viel mehr Geld verdienen, Du kannst Geld verdienen, DU GELD VERDIENEN!

Plötzlich muss ich an Steve und Miranda denken. Und an die Szene, in der die vier Mädels bei der Pediküre sitzen und Miranda, nachdem Steve sie nicht für seinen Anzug hat bezahlen lassen, sich darüber aufregt, dass es für Männer heutzutage immer noch so schwer ist, wenn Frauen mehr verdienen.

Das Problem habe ich jedenfalls nicht.

Und mit diesem tröstlich Gedanken in meiner Migränemurmel kugel ich mich jetzt leise wimmernd in mein schönes, warmes Bett…

02.03.2006 um 11:17 Uhr

Seufz

von: Lapared

Schon der dritte Tag mit Kopfschmerzen. Ich versuche immer, so zu tun, als ob ich es nicht bemerke. Aber wenn man sich morgens schon als aller erstes übergeben muss, und das nicht, weil man schwanger ist, was wahrlich ein Grund wäre, wenn der Schädel hämmert wie nach der Jahrhundertsause und man hatte nicht mal ein Eierlikörchen, und man muss dann noch nach Arschlochsdorf, wie Olli – immer noch pissed - die Agentur liebevoll nennt… dann bemerkt man es doch irgendwann. Und möchte echt heulen, seufz.