Anleitung zum Entlieben

20.03.2006 um 21:50 Uhr

Es war uns ein Vergnügen

von: Lapared

Im ersten Moment war ich auf R. böse. Denn R. ist die Frau, die - nur zu seinem Besten - ihrem lieben Freund Dick seit Längerem berichtet, was die Deutsche schreibt. Begrüßen wir an dieser Stelle also auch ganz herzlich unsere holländischen Gäste, Dicks Feundin N. (wir erinnern uns...), mit der er, wie er versichert, seither keinen Kontakt mehr hat, und ganz besonders herzlich Dicks Freundin R., mit der er, wie sich gezeigt hat, den besten Kontakt hat. Zuletzt Samstagabend, als sie ihm - nur zu seinem Besten - mitteilte, dass ich ihn am Abend zuvor zwei Stunden hätte warten lassen, bevor ich ihn willkommen hieß (in Wirklichkeit, liebe R., war es übrigens nur eine Stunde). Dag & Welkom!

Aber dann verging etwas Zeit, die Wut verpuffte, und allmählich wurde mir klar, dass es keinen Grund gibt, auf R. böse zu sein. Dick ist R.s Freund und sie macht sich Sorgen. Was läge näher, als ihm vorzulesen, was er versprochen hat, nie zu lesen. Und ihn zu warnen, in welcher Gefahr er mit mir schwebt.

Stattdessen war ich böse auf Dick. Von auditiver Vergewaltigung habe ich noch nie gehört, insofern ist wohl davon auszugehen, dass er nicht von R. gezwungen wurde, sondern freiwillig zugehört hat. Und sich wieder etwas von mir genommen hat, gegen meinen Willen.

Noch später wurde mir allerdings klar – zumindest meinem Kopf, der Rest wird vielleicht irgendwann folgen - dass es auch keinen Grund gibt, auf Dick böse zu sein. Er hatte wohl das Recht, es sich zu nehmen.

Im Grunde fühle ich es schon eine ganze Weile. Dass ich das, was ich hier tue, eigentlich nicht darf. Schon bei 119 hätte ich es nicht gedurft. Veröffentlichen, was privat ist, und nicht ausschließlich mich betrifft, sondern andere, die ich nie gefragt habe, ob sie einverstanden sind.

Zu meiner Rechtfertigung kann ich nur sagen, dass mir das Schreiben in einer persönlich etwas turbulenten Phase sehr geholfen hat. Dass mir durch das Schreiben Manches klarer wurde. Dass mein Anspruch, einigermaßen amüsant zu schreiben, die beste Methode war, das vermeintlich so Tragische komisch zu sehen. Und ganz schlicht und ergreifend: dass mir im Leben niemals etwas mehr Spaß gemacht hat.

Aber eben Spaß auf Kosten anderer. Deshalb sollte ich wohl, wenn irgendwem, dann mir selbst böse sein. Und mich besser entschuldigen: bei 119 und bei Dick. Also...

Entschuldigung, 119.

Entschuldigung, Dick.

Vielleicht hätte ich dieses Blog besser nicht geschrieben.

Ganz sicher aber hätte ich es lieber an einer anderen, hoffnungsvolleren Stelle beendet. Ich hab seit Samstag nicht mehr mit Dick gesprochen. Und ich weiß doch, Geschichten ohne Happy End... die will keiner lesen.

Aber, das habt Ihr ja schon, 55.902 Klicks, Danke noch mal dafür, ich hätte so gern die 100.000 voll gemacht. Aber daraus wird wohl nichts, und den finalen Brüller muss ich auch schuldig bleiben, sorry, zum Abschied gibt´s nichts als diese eierlose Selbstkasteiung.

Doch, eine Kleinigkeit noch. Los, Curdchen, Aufstellung zum Abschiedsfoto!

Neim! Neim! Neiiiim!

Komm, Curd Rock, heul nicht.

Ich will abr nicht Tshcüss sagem, ich will weiter schreiben, ich bim doch der berühnte Curd Roc k!!

Curdchen, mach es mir doch nicht so schwer, bitte...

Aber ihc wollte die Milliömen Memschen doch noch so viel erzählem, sie nüssem doch noch so viel vim mr wissem!1!

Sag´s Ihnen doch noch schnell, Curdchen.

Ich bim der schömste Curd rcok der welt. Umd der Klügste. Und ich werde mal eim großer Kümsteler. Umd eim famstastoscjer Autorfahrer. Umd der großarti...

Curdchen, ist gut, das wissen die Milliömen doch.

Umd ich werde der weltbetse Liebhaber!

Ja, das wirst Du bestimmt, Curdchen. So und nun komm, wisch Dir die Tränchen weg, wir sagen Tschüss (bzw. für unsere hollandischen Freunde: Tot ziens!)... lächeln Curdchen...

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Tschüss. Thcühüss.

Komm, Du weltbester Liebhaber, jetzt gehen wir einen trinken...