Anleitung zum Entlieben

30.05.2006 um 22:51 Uhr

Kostenplan

von: Lapared

Immerhin. Ein erotisches Glanzlicht in meinem freudlosen Abserviertendasein. Ich war beim Zahnarzt. Ein sehr attraktiver Mann, wie gesagt. Und heute hat er im Eifer des Gefechts sein Besteck (er isst gerne während der Behandlung, har!), ich meine natürlich sein Gerät (Gott nein!), sein Werkzeug, er hat sein Werkzeug auf meinem Brustlätzchen abgelegt, sehr intim. Er hat es auf mein Lätzchen gelegt, statt auf die Ablage, und es auch von dort wieder gegriffen, sprich, pure Sinnlichkeit. Als wäre mein Busen ein Tablett. Ich selbst will nicht vorgreifen, aber… ich denke, wir werden eine Zukunft haben. Der Kostenplan für die Erneuerung sämtlicher Kronen und Füllungen ist von meiner Krankenkasse bewilligt, das nächste halbe Jahr werden wir uns regelmäßig sehen. Eine Beziehung mit Perspektive, wer hätte das gedacht.

Und was die andere Geschichte angeht. Die Ich liebe Dichs plätschern ihm schon wieder aus dem Mund, als hätte es den schwarzen Mittwoch nie gegeben. Als hätte er mich nicht tausend Mal verlassen in der darauf folgenden Nacht, als hätte er auf mein Bitten und Betteln nicht hunderttausend Mal nein gesagt. Und auch das eine oder andere kleine wir und kecke werden purzelt ihm unbedacht - ich denke unbedacht, oder... kalkuliert unbedacht? – dazwischen. Wir werden dies machen, wir werden das tun, wir werden zusammen sein. Ich frage nicht, ob seine Frau den Kostenplan dafür bewilligt hat. Ich sage gar nichts, ich höre zu und denke, wir werden... sehen.

Was kann ich gewinnen, was kann ich verlieren? Ich sitze über meinem eigenen Kostenplan.

30.05.2006 um 19:28 Uhr

Curd Rock – im Love

von: Lapared

Er liebt nmihc, keim Frage. Guck, wie leib er Curd Rock hat…

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Aber mum ja, wer nicht? Das ist schließlich keim Kumststück...

Ich wüste zu germ, was somst noch in seim dickem Kopf vorgeht. Ob er noch viel an seim alte Liebe demkt? Die, die ihm im Müll geworfem hat?

In so eim dickem Kopf ist viiiiel Platz.. ...

29.05.2006 um 15:35 Uhr

Curd Rock – emtdekct ROSA

von: Lapared

Lächeln Curd Rock… lächelm…

Ich lass nir nichts ammerkem. Nichts. Rosa… Er steht auf ROSA! Ich lass nir nichts ammerkem. Ich setzte die passemde MNütze auf umd seh eimfach gut aus…

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Hach, Blünchem!!!

28.05.2006 um 18:37 Uhr

Bewegung

von: Lapared

Ha-ha! Ich hab eine volle halbe Stunde geschwommen (= mich ohne abzusaufen im Wasser bewegt) und danach Schnitzel gegessen. Jawohl. Also, nicht wirklich Schnitzel, aber was, wie man so sagt, „Richtiges“. Siehste, das Leben geht weiter, wo bleibt der Nachtisch?

Dick schreibt. Oft. Aber das lassen wir hübsch liegen für die Nachtschwester. Legen uns selbst zu Curd Rock (dem die Meinung geblasen gehört) und dem Dicken auf die Couch - und verdauen.

28.05.2006 um 16:17 Uhr

Curd Rock – hat eim riesen Problem

von: Lapared

Umter ums…

Er ist doof. Ich glaube, er ist doof. Er guckt dem gamzem Tag die Blümchem am umd grimst. Guckt, furzt umd grimst. Er ist doof. Eimdeutig: doof. Eim riesem Kopf aber doof.

Jeetz ham wir dem Salat. Eim riesemgroßer doofer Bär auf der Couch vom weltberühmten Curd Roc - Maler, Poet, Bildhauer, GEMIE! Oh neim! Jetz t ham wir dem Salat... .

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28.05.2006 um 10:11 Uhr

Curd Rock – bläst seim Meimung

von: Lapared

Schom über 48 Stumdem.... .

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Jetzt reihchts! Eimn Bär ist vielleicht eim Bär. Aber eim Curd Rock ist auch eim Curd Rock!!!

PPPPPPPPPPPPPPFFFFFFFFFFFFFFFFffffffffffffffffffffff..ff …. Das heißt im Curds Rocks Sparche : GUTEM MORGEM!!!!

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Das mam immer erst grob werdem muss.

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28.05.2006 um 02:05 Uhr

Lichter Moment oder dichter Moment?

von: Lapared

Ich sollte voraus schicken, dass ich nicht betrunken bin. Und auch nicht auf andere Weise mehr umnachtet, als durch die naturgegebene Dunkelheit unvermeidbar ist. Obwohl die Nacht natürlich dunkler ist für uns, die wir von unseren Liebsten in den Arsch getreten sind, da sind wir d´accord, gelle? Aber was ich sagen wollte…

Ich, die Nachtschwester, habe beschlossen, dass ich mal zu einem… zu einem Dingsbums… meine Hände wollen anscheinend nicht mit, aber der Rest von mir wird zu einem… Te Ha Eh Er Ah Pe Eh Uh Te Eh En gehen. Ich werde zu einem Therapeuten gehen. So, jetzt isses raus.

Ich, die Nachtschwester, denke, es wird Zeit, dass ich mich mal der einen oder anderen interessanten Frage widme. All diese interessanten Fragen, über die man doch endlich mal reden muss. Wo ist Behle, wann wird's mal wieder richtig Sommer, wer hat an der Uhr gedreht und warum verschenke ich mein Herz seit dreißig Jahren immer zielsicher an Männer, die es garantiert nicht nehmen? Und wo ist Behle? Warum renne ich ihnen mit eben jenem Herz in den ausgestreckten Händen noch Ewigkeiten hinterher? Behle, wo ist Behle? Warum schleudere ich es ihnen am Ende nach, mit letzter Hoffnung, sie am Hinterkopf zu treffen, damit sie sich vielleicht bewusstlos von mir lieben lassen? Ein Sommer, wie er früher einmal war…? Und warum kann ich selbst es nicht annehmen, wenn´s mal umgekehrt ist?

Solche Fragen sollte ich mir vielleicht stellen, bevor ich ihm antworte. Ich fürchte nur, wenn ich Antworten habe, ist er nicht mehr da.

P.S. Auf das Gesicht der Tagesschwester morgen früh bin ich gespannt...

27.05.2006 um 21:27 Uhr

Curd Rock – DA ist ihm micht gemug

von: Lapared

Ja, er ist da. Aberr ich fühl mich sehr eimsam. Der große Curd Rock… so eimsam.

Lchem sagt, es kommt, weil er eim Bär ist. Bärem brauchem Wimterschlaf sagt sie, umd wahrscheimlich wär er da diesem Wimter nicht zu gekommen, weil er vielleicht irgemdwelche Verpflichtumgen hatte, beruflicherm oder privater Art. Lchem sagt, eim Bär ist eim Bär. Eim Bär ämdert mam nicht.

Hm. Curd Rock, dem großem Curd Rock, wird schom was eimfallen...

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27.05.2006 um 15:12 Uhr

Curd Rock - gos with the Flotulemz

von: Lapared

Ach memmo... er schlaft inner moch. Umd pupst. Aber ich hab keim Pupse mehr. Ich fühl mnich so leer. Ausgepupst. Ich hab meim Pulverchem verschossem.

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Vieeleicht sollte ich eimfach mal still seim, eimfach still. Imnerhim ist er da. Da. Go with the Flow, Curd Rock...

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pppffff ...ff..f

27.05.2006 um 08:27 Uhr

Curd Rock - emtdeckt höhere Kommnuikatiomnsformen

von: Lapared

Meim Dicker schläft germ. Ich kemme keimen, der so veil schcläft. Mamchmal demke ich, es wäre schöm, wemm wir auch mal was umternehmem würdem- Ich würde ihn sooo germ mal meim Pool zeigen. Oder wemm Dicker wenigstems mal was sagem würde. Obwohl ich seim Lächelm auch sehr hübsch fimde, sehr hübsch. Trotzden würde ich so schrecklich germ mal hörem,. wie es klimgt ,wemm meim Dicker „Gutem Morgem, großer weltberuhmter Curd Rock“ sagt. Aber er spricht nicht. Er lächelt umd liegt auf meim Couch.

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Killekille kille… …KILLE!

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Es scheimt, er ist nicht kitzlilig.

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Aber er ist da. Er ist da umd pupst. Ich liebe seim Pupse. Pupse simd eim sehr hoch entwickelte Form der Kommukikatiom, ja, die Sprache der Pupse ist sehr komplex. PPPFFFffff… Ich habe ihm eim Amtwort gepupst. Ich bim nicht sicher, ob er es gehört hat. Umbewusst vielleicht....

26.05.2006 um 19:14 Uhr

Dreizügig

von: Lapared

Vielleicht können wir uns so einigen. Ich spüre einen gewissen Unmut im Zuschauersaal, denselben Unmut, den ich selbst auch spüre, wenn ich mir aus ein paar Metern Abstand zuschaue, ein Teil von mir sitzt ja auch da draußen, und der ist, soviel ist sicher, der gesündere, klügere Teil. Mampft Popcorn und weiß genau, wann er applaudieren und wann pfeifen muss. Und wann es ihm wirklich zu dumm wird.

Also, was ich sagen will… Ich, mein Zuschauerteil, empfindet durchaus denselben Überdruss gegen dies ganze Geschichte und ruft dem Rest von mir zu: Vorhang, Laparedchen, und nächster Akt! Hopp!

Aber vielleicht können wir es so machen. Wir unterteilen die ganze Geschichte. Es gibt einen offiziellen Teil, neue Abenteuer mit Lapared, Lapared im Landschulheim, Lapared auf dem Reiterhof, Lapared geht nach London, sprich, die Karawane zieht weiter und Dick, who the fuck is Dick. Und dann gibt es noch einen special interest Teil, nur für Hartgesottene, da steht dann, was nachts geschieht. Nachts oder in Zuständen anderweitig provozierter Umnachtung. Da sehen wir schlaflose Seelen in flatternden Nachthemdchen durchs Fenster klettern und mit nackten Füßen an die Stelle zurücklaufen, wo es sich ereignet hat. Als gäbe es da noch was zu finden.

Also, sagen wir so, ich erlaube mir für eine gewisse Zeit einen Co-Autor, jetzt zusätzlich noch zum großen Curd Rock, der ja eigentlich gar kein Co-Autor mehr ist, sondern für viele der wahre Held vons Janze. Sagen wir also noch besser so, Curd Rocks Co-Autorin Lapared, erlaubt sich eine Coco-Autorin, nennen wir sie, nennen wir sie… Lapared-Night! Es gibt jetzt eine Lapared-Day und eine Lapared-Night, Produktdiversifikation quasi, wie in der Gesichtspflege oder bei Kaffeeröstungen oder bei Damenbinden, Always ultra day, Always ultra night… hm, gerade verzettel ich mich etwas.

Jedenfalls… ich - wir! - laufen ab jetzt, aber hoffentlich nur begrenzte Zeit, dreizügig. Curd Rock, the One and Only. Lpunkt-Day, Enternal Sunshine Schrägstrich Spotless Mind. Und Lpunkt-Night, die Nachtbinde.

Puh, ich merk schon, mit dieser Metapher sollte ich ganz schnell aufhören. Teufel, wo man da landen kann...

26.05.2006 um 00:26 Uhr

... .. .

von: Lapared

Sie arbeitet wie eim Verrückte. Wie eim Verrückte.

Gerade ist sie nachhause gekonnen und hat noch nicht mal "gutem Nacht, großer weltberuhmter Curd Rock" gesagt- . Das hat sie noch nie genacht, noch nie...

24.05.2006 um 00:12 Uhr

Curd Rock - schaut ihn zu umd lernet

von: Lapared

Liebe Milliömchem, ich bim so großartig. Was ich alles tue für kramkes Laparedchem. Ich bim so großartig...

Sie hat mirch gebetem, eim paar Tage für sie mit zu schreibem. Sie sagt, wemm sie selbst schreibt puhlt sie mur im Bauchnabelchem, das tut sie zwar immer, aber sie sagt, im bauchnabelchem simd nur noch Wiederholumgen, umd Milliömchen würdem kotzem, wemm sie noch weiter hörem müssen vom Dick. Sie sagt, Milliömchen würdem Ohrem zuhaltem, wemm sie erzählem würde, dass er ihr num immer wieder schreibt umd anruft „um weiter im ihr Nähe zu seim“. Laparedchem amtwortet nicht, ihr Magem tut, ihr Magem gibt gamz viel vom sich. Aber sie sagt nichts mehr, das soll ich sagem. Sie ist jetzt still. Sie arbeitet umd das macht sie famtastisch, famtastisch, sie schreibt viele kleime Filme, zwamzig am Tag, umd alle lachem sich darüber tot.

Aber z urück zu mir. Hab ich schom erzählt? Ich bim so großartig. Ich habe meim Dickem gerettet. Ich hab ihm, ich hab ihm! Guck…

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Ich werde Laparechem beibrimgen, wie mam Bärchem bekommt. Ich werde ihr zeigen, umd irgemdwann – wemm sie den groooßem Curd Rock zuschaut umd vom ihm lernt – damm bekommt sie vielleicht auch eims. Eim neuem Dickem, eim richtig Dickem, einem, der bei ihr liegem bleibt. Schade, dass sie nicht annähermd so imtelligemt ist wie ich...

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Irgemdwie macht sich meim Dicker gamz schöm breit...

23.05.2006 um 02:36 Uhr

Curd Rock - die starke Shculter

von: Lapared

Milliömen Menshchem fimden kein Schla.f. Sie alle fragem sich, wie nur geht es dem großem kleimen Curd Rock umd seim dickem verlaustem Bär. Ach Milliömchen... Erst wollte Laparedchem ihm nicht in Wohnung haben (ich hatte es geschafft! Alle drei Etagchem!) Aber damm hat Laparedchem sich anders überlegt und gesagt, sie will keim bittere böse alte Schabracke werden, die amdere Leutem ihr Glück nicht gömmt. Höm.

Deshalb habem Lapredchen und Laparedchen-Schwester meim Bär Freitag zur Reimigumg gebracht. Aber der Mamm von der Reimigung hat gesagt, dass er keim Garantie übernehmen kann, dass meim Bärchem das Waschem überlebt. Der Mamm hat gesagt, er wird sehr schwer von gamzen Wasser umd vielleicht reißt ihm ein Arm oder ein Beimchen ab, wenn er ihm schleudert. Lchem hat gesagt, dass wir ihm dann trotzdem wieder mitnehmen und ihm ein hübsche Prothese häkeln. Wer braucht Beimchen, hat sie gesagt. Mamchmal hat man ebem kein Beinchen.

Ich persömlich hätte schom lieber ein Bär mit Beine. Abwartem...

Außerdem mache ich mich wie stets in Haushalt nützlich. Währemd Lchem in Agentur ist, räume ich zuhause auf. Ich packe alles von Laparedchems Dick in eim großes Kästchen, damit sie es nicht mehr sehem muss umd nicht immer daram denkt. Seim Briefchem, viele Briefchem, Eintrittskärtchem vom Eisbahm im Amsterdam, von all die Museem, kleime Geschenkchem, Muschelchem vom Meer, Streichhölzchen von Hotel New York... Wemm ich fertig bim, werde ich das Kästchem irgemdwo vergrabem, wo sie nie fimdet, nie! Z.B. umter meim Couch..

Ach ja, ich bim eim große Stütze. Eim große, große Stütze. Ich bim Laparechems starke Schulter. Curd Rock, Maler, Poet, Bildhauer, Bestatter, Hämdchenhalter UMD: groooße starke Schulter.

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Adieu, Dickchem, sie hat Dich geliebt. (Ich nicht, ich nicht, ich nich! Nur namchmal, so sehr...)

22.05.2006 um 22:21 Uhr

Noch mal das Ganze… in vier Teilen: TEIL IV

von: Lapared

DANN HAT ER MICH NACH HAUSE GEFAHREN. Ich habe nichts mehr gesagt. Nur kurz vor der Blitzkiste: „Dreißig. Ich will kein Abschiedsfoto von der Polizei.“ Das fand ich originell, das wollte ich als Schlusswort eigentlich so stehen lassen. Aber ich sagte noch so viel, ich wurde noch so unoriginell in den darauffolgenden Stunden.

Er kam dann mit hoch und wollte noch „für mich da sein“. Er wollte mich, getreu meiner eigenen, zwei Tage zurückliegenden Eingabe, in den Armen halten und Abschied nehmen. Und – hier würde ich gerne wieder mal lügen, um selbst besser auszusehen - er hat mich gehalten und ansonsten nicht angefasst. Das nimmt die moderne Frau schließlich selbst in die Hand. Wie versprochen war ich endlich „lieb“, zum ersten und zum letzten Mal war ich so richtig lieb, ich hab alles gemacht, was er sich immer gewünscht hat.

Nicht sofort, versteht sich. Zunächst mal regte sich sich noch Restverstand. Dick, habe ich geflennt, Du musst gehen, Du musst. Wie soll ich das aushalten, eine Nacht in Deinen Armen und wissen, es ist die letzte? Bei jeder Berührung, bei jedem Blick, denken: das letzte Mal! Das letzte Glas Wasser, das er mir bringt, das letzte Ich liebe Dich, das er mir sagt. Selbst bei der Klospülung noch denken: lausche, er spült, das letzte Mal! Restverstand. Doch kaum, dass er weisungsgemäß gehen wollte hab ich gefleht, bleib, bleib noch einen Moment. Nur einen Moment. Bitte. Geh, aber um Himmels Willen bleib!

Ein klassischer Fall für Jungfrauen. Denn: Selbst in verzwicktester Lage findet die planvolle Jungfrau schnell eine Lösung. Jungfrau Lapared hat einfach drei Schlaftabletten genommen und Dick gebeten, sie noch so lange in seinen Armen zu halten, bis sie eingeschlafen ist. Und leise zu gehen, wenn sie es nicht mehr merkt. Grandios oder grandios?

Und so lag ich denn da, in seinen Armen, ein letztes Mal, und wartete auf den erlösenden Schlaf. Wartete. Und jedes Mal, wenn ich ihn kommen sah, bekam ich die kalte Panik. Ich hab mich an ihn geklammert und gesagt, Dick, ich habe Angst einzuschlafen, ich darf nicht einschlafen, ich darf nicht einschlafen, denn wenn ich aufwache, bist Du nicht mehr da. Tja, so war er, der grandioser Jungfrauen-Plan.

Ich bin wach geblieben, stundenlang habe ich einfach bei ihm gelegen und bin wach geblieben. Hab die Augen aufgerissen und ihn angesehen. Das letzte Mal. Und als Gucken nicht mehr reichte, habe ich gedacht, ein bisschen Aktivität hält wach, habe mich ausgezogen, habe ihn ausgezogen und mich frisch ans Werk gemacht.

Hab ich mich ins Zeug gelegt, in dieser Nacht! Ich habe alles gemacht, von Pömps (geht doch!) bis Nackenkraulen, und die diversen Extras dazwischen, schluchzend, das hält wach. Und zwischendurch hörte ich ihn auf dem Klo mit seiner Frau telefonieren.

Es war krank, wir waren so krank, ich habe gekotzt und er bekam Durchfall, auch hübsch intim, wenn man Seite an Seite über den Schlüsseln hängt. Wenn er dir die Haare im Nacken zusammen hält und Du ihm, weil das Papier alle ist, feuchte Handtücher reichst. Und wie hatte er sich damals schon gefreut, als ich es schaffte, in seiner Gegenwart zu pinken! Intimität, hurra, endlich Intimität! Es muss das Paradies für ihn gewesen sein, diese Nacht. Ich hab alles gemacht, Gott, war ich intim in dieser Nacht. Und immer wieder hab ich gedacht, Mensch Lapared, was hast Du als Kind verbrochen, wofür Du Dich Dein Leben lang bestrafen musst? Deine Quietschente erwürgt?

Den tragischen Höhepunkt möchte ich nicht vorenthalten. In jedem Film wäre er brüllend komisch.

In der Vergangenheit nicht gerade ein feuriger Bläser, dachte ich, auch da könntest du noch mal zeigen, was Du kannst, Lapared. Eigentlich bin ich in dieser Hinsicht gerne zurückhaltend, und zudem behindert, meine Backenknochen sitzen nicht sehr fest aufeinander, Folge stundenlanger Zahnarztsitzungen, die ich schon ich in frühester Jugend wegen einer wissenschaftlich ziemlich sensationellen Zahndegeneration regelmäßig auf dem Kalender hatte (aber dafür sieht man davon heute nichts!). Also, Blasen eigentlich eher nicht, aber was soll´s, zur Feier des Tages! Und zack, verkeilt sich mein Kiefer und ich kriege den Mund nicht mehr zu. Mahlzeit. Dick wollte schon den Notarzt rufen, denn es tat, das konnte ich nicht verbergen, höllisch weh, und erst ein gezielter Kinnhaken, den ich mir selbst verpasst habe, natürlich selbst, ich bin´s doch, Lapared, blieb mir wenigstens diese Unannehmlichkeit erspart. Glück im Unglück, immerhin. Komisch oder komisch?

Ich jedenfalls habe danach gelacht. Wir haben gelacht. Das einzige Mal in dieser Nacht haben wir gelacht. Wir haben da gelegen und laut gelacht.

Bis Mittags des darauffolgenden 18. Juni ging die Quälerei weiter. Unendliche viele letzte Male. Und immer wieder mein Bitten: Dick, gib uns noch ein Chance! Lass es uns als die versuchen, die wir jetzt sind. - Nein, es geht nicht, wir verletzen uns, Du hast doch gerade gesehen, wie auch Du Dich verletzt, keiner verlässt für den anderen sein Haus.

Um 12.27 hat er meins verlassen.

Ich war nicht eingeschlafen, ich habe ihn weggeschickt. Nach vier Stunden Himmel und siebzehn Stunden, na sagen wir, ziemlich dem Gegenteil, habe ich ihn endlich weggeschickt. Ich bin vom Küchenboden, wo wir uns zuletzt hingelegt hatten, aufgestanden. Ich hab ihn zur Tür gebracht. Dann bin ich in die Küche zurück gegangen und habe mich wieder hingelegt. Wohin sonst, ins Bett? In dasselbe Bett? Die Parties enden immer in der Küche.

Geschlafen hab ich trotzdem nicht. Geschlafen hab ich erst, als meine Schwester da war. Sie ist nach der Arbeit losgefahren und war um Mitternacht am Ort des Verbrechens. Sie hat alle Spuren beseitigt, das Bett frisch bezogen, sich hineingelegt und ich hab mich dazugelegt. Sie hat nichts sonderlich Witziges gesagt, aber das kann ich in den nächsten Tagen ja erfinden. Worte - da wird der Zuschauersaal mir nach dieser kurzen, knackigen Schilderung eines ganz normalen Desasters erschöpft zustimmen - Worte hab ich selbst genug am Start.

Ach so. Und ab morgen arbeite ich übrigens wieder. Was hab ich gesagt, ich bin ein zähes Luder. Eine Woche arbeite ich und danach mach ich bis Juli frei, genieße den Sommer.

Ihr werdet schon sehen, Milliömchen, das mache ich. Und dieser Sommer wird schön.

22.05.2006 um 22:19 Uhr

Noch mal das Ganze… in vier Teilen: TEIL III

von: Lapared

Wo waren wir? Ach ja, auf den Knien...

Ich bin noch so tief in die Knie gegangen. So tief. Aber erstmal versucht sie es, na klar, mit Reden. Warum Dick, warum? (Ein kleiner Service für alle, die das nicht die Bohne interessiert oder glauben, es schon wissen: bitte weiterlesen ab DANN HAT ER MICH NACH HAUSE GEFAHREN, circa hundert Absätze weiter unten, TEIL IV)

Weil ich zu viel bin. Und zu wenig gegeben habe. Weil ich immer zu tun hatte, nicht nur, wenn ich gearbeitet habe. Weil ich schreiben wollte, auch wenn ich bei ihm war, manchmal mehrere Stunden am Tag. Aber vor allem, weil er sich für mich verstellt hat, als er so tat, als ob es ihn das nicht stört. Weil er in Wahrheit keinesfalls leise und fürsorglich und der zauberhafte Dick im Hintergrund ist, sondern laut und ungeduldig und fordernd. Weil er im Mittelpunkt stehen will. Weil er nie mit weniger als allem zufrieden ist. Weil er sich für mich nur ständig beherrscht hat. Weil er nie er selbst war. Weil er mir nichts vom wahren Dick zeigen konnte, aus Angst mich zu verlieren. Weil er sein Haus für mich verlassen hat.

Verstehe.

So nannte er es immer wieder: „Ich hab mein Haus für Dich verlassen“. Es dauerte eine Weile, bis ich begriff, dass „sein Haus verlassen“ holländisches Psychodeutsch für, wie die Szene hierzulande sagt, „nicht bei sich sein“ ist. Und ich erfuhr: Er war zwei Tage zuvor bei einer Therapeutin gewesen und die hatte ihn darauf gebracht. Eine Psychologin hatte ihm zu der erlösenden Einsicht verholfen, dass er bei mir nicht in seinem Haus sein kann. Nie. Das kann er bei seiner Frau. Wie wahr. Deshalb ist sie seine Frau. Ach ja. Ich schließe meine Kollegen immer mehr ins Herz.

Er sagte, er hätte es Weihnachten schon gemerkt. Er hätte gespürt, wie wahnsinnig schön, aber wie unheimlich anstrengend es ist. Diese Ambivalenz habe er gefühlt, alles, alles tun zu wollen, und doch zunehmend genervt zu sein, weil er dabei nicht er selbst sein konnte. Er habe gespürt, dass er sich ständig beherrscht, und oft sei er aggressiv geworden, wenn ich nicht tat, was er eigentlich wollte, nicht weil ich es nicht tat, sondern weil er sich nicht mal traute, dafür einzutreten, weil ein Streit ein viel zu großes Risiko für ihn war, ein Streit, oh Gott, den verträgt ihre zart keimende Zuneigung vielleicht nicht, hat er sich gesagt, und statt zu fordern, hat er allenfalls gequängelt, dieses besonders schöne, scheinbar belastbare Momente abwartende, klug getarnt vorgetragene Quängeln war alles, was er sich traute, er, der normalerweise jetzt und sofort und laut auf seinen Wünschen besteht. Er wurde immer aggressiver, weil alles, ohne dass mir selbst das klar war, immer nur nach meiner Nase ging, doch er hat seine Wut darüber runter geschluckt, aus Angst mich zu verlieren, auch wenn sie ihm danach wieder und wieder hochkam und schließlich auch in irgendeiner Form bei mir zur Wiedervorlage landete. Wie oft habe ich sein „Dranhalten“ hier im Blog beklagt!

Und dann sagte er genau das, was ich selbst irgendwann einmal so ähnlich über 119 gesagt habe. Er sagte, manchmal hätte er gedacht, ich bin kaputt, ich brauche Pause, sie muss jetzt fahren! Und im selben Moment aber auch: um Himmels willen, hoffentlich will sie nicht fahren, dann liebt sie mich nicht, dann habe ich es nicht schön für sie gemacht, dann werde ich sie verlieren. Mit jedem Tag, den ich blieb und an dem ich mich wohler fühlte, war er schrecklich glücklich, aber gleichzeitig auch fürchterlich erschöpft, weil er sich so anstrengte. Er versuchte, mir alles zu geben, und das Schwierigste für ihn war, dass das, was ich wollte, einfach oft nichts wahr, nichts! Dass ich einfach nur dasitzen wollte, nur da und zuhause sein in seinem gut riechenden Haus, einschlafen und aufwachen neben „meinem Mann“, schreiben und dabei seine Geräusche hören, wenn er in der Küche hantiert oder oben Möbel schleift. Aber er wollte etwas ganz anderes. Er wollte mir doch soviel zeigen, so viele Dinge mit mir machen, gemeinsam machen, und ich wollte das alles gar nicht, ich wollte nur nebeneinander. Das, sagte er, habe ihn so fertig gemacht.

Es tut mir so leid. Ständig, jede Minute seither denke ich... warum bin ich damals nicht mit ihm spazieren gegangen? Warum? Ich Idiotin, ein einziges Mal in den acht Ostertagen hatte er mich wirklich gebeten, etwas zu tun, hat natürlich wie stets hinzufügt, „aber nur wenn Du Lust hast“, aber ich hatte keine Lust, obwohl draußen die Sonne schien, obwohl ich in seinen Augen sah, dass es ihm ein großer Wunsch war, an unserem letzten gemeinsamen Tag. Aber ich wollte lieber in seinem schönen gemütlichen Haus bleiben, wo ich um fünf Uhr Nachtmittags immer noch in Puschen und seinem weichen, tiefblauen Bademantel saß, ungeschminkt und noch mit Sperma in der Frisur, wollte nicht duschen, wollte mich nicht anziehen, wollte genau so bleiben an unsererm letzten gemeinsamen Tag - und er ist alleine gegangen. Ich hab damals gespürt, dass das ein Fehler war, als die Tür hinter ihm zufiel, bekam ich plötzlich diese schreckliche Angst, ihn zur verlieren. Und hab die berühmt-berüchtigten Eierchen verteilt.

Aber natürlich war es nicht nur sein mangelndes Vertrauen in die Streitbeständigkeit meiner zarten Gefühle, das ihn zu ihm so gar nicht nicht ähnlich sehender Milde zwang. Da war außerdem das schlechte Gewissen, er war ja – fast hätten wir es alle schon vergessen, gell? – er war immerhin verheiratet, da lässt man Madame ungeduschte Abgrenzung doch schon mal die Zügel und spaziert allein. Klagt nicht, wenn sie - ohne direktes Dick´sches Zutun geradezu skandalös zufrieden! – lieber einfach hinterm Rechner hockt. Sagt nichts, wenn sie ständig Fotos von dem Stoffzwerg macht, statt verzückt durch die Stadt der Liebe zu flanieren und unablässig Dickchens Hand zu halten. Das schluckt so ein Dickchen mitsamt seiner völlig legitimen, Männer unter 1,75-typischen Aufmerksamkeitssucht, sobald ihm einfällt, dass seine von Lchen vernachlässigte kleine Hand ja auch nicht ganz ohne Makel ist. Normalerweise steckt ein Ring daran.

Seit Tagen mache ich mir immer wieder diese Vorwürfe. Seit Tagen denke ich darüber nach, warum ich nur so eine Arschgeige war. Aber ab und zu, wenigstens ab und zu, pfeife ich mich auch zurück. Dann fällt mir ein, was er noch von sich gesagt hat. Am 17.Mai, als die Sonne untergegangen war. Dass er einer ist, der immer alles will, und immer noch mehr, und immer das Schwierigste, dass er dafür kämpft und kämpft und sich selbst dabei verletzt, bis er nicht mehr kann und mit einem Mal gar nichts mehr will. Und ach, dass er deshalb niemals glücklich sein würde. Der Arme.

Also. Dieser Spaziergang hätte gar nichts gerettet, gar nichts. Nach dem Spaziergang wäre etwas anderes gekommen. Perfekt schwimmen, sagte er immer, wolle er mir beibringen - mir reichte eigentlich, dass ich nicht untergehe. Und kochen - mir reichte, dass es schmeckt. Und gemeinsam, immer gemeinsam – mir reichte nebeneinander. ICH hätte ihm nie gereicht. Bis ES ihm irgendwann ganz von selbst gereicht hätte.

Korrigiere: Ich habe ihm nie gereicht. Bis es ihm am 17. Mai ganz von selbst (and with a little help from a fucking shrink) pünktlich zum Sonnenuntergang gereicht hat.

Und noch etwas hat er gesagt, als die Sonne weg war. Er sagte, wir beide, das wäre wie Jojo. „Wir ziehen uns an und stoßen uns wieder ab“, sagte er, „wir ertragen einander nur, solange wir um einander kämpfen aber nicht, wenn wir uns haben.“ – „Brillant“ sagte ich, „könnte von mir sein! Hast Du das aus meinem Blog?“ Aber dann sagte ich noch etwas, und das war die Wahrheit, das war so verdammt noch mal die Wahrheit. „Die letzten vier Stunden, dachte ich, ich hätte Dich!“ sagte ich, „und außer Glück war da nichts, nichts! Nicht der leiseste Impuls, Dich wieder wegzustoßen. Reines, goldenes, hundertprozentiges Glück.“

Der Impuls wäre schon noch gekommen, sagte er.

Und ich, ganz klein ohne meine Beine, hab gebettelt und gefleht. „Du kennst mich doch gar nicht, wir waren beide nicht wir selbst, beide nicht, gib mir eine Chance, lass mich zeigen, wie ich lieben kann, trotz allem, trotz allem lieben ist doch meine Spezialität. Du wirst sehen, da laufe ich zu Höchstform auf, Du wirst mich kaum wieder erkennen.“ Und er sagte: „Ich will aber nicht, dass ich Dich nicht mehr erkenne, ich will nicht, dass jetzt Du Dein Haus verlässt!“ – „Aber ich verlasse es nicht, ich bin zuhause“, habe ich geweint, „jetzt bin ich doch endlich zuhause, ich liebe Dich und Du willst mich nicht, ich bin so was von zuhause!“ Immer weiter runter, immer tiefer in die Knie.

(Fortsetzung… siehe TEIL IV)

22.05.2006 um 22:17 Uhr

Noch mal das Ganze… in vier Teilen. TEIL II

von: Lapared

Er sagte nichts. Er hat mich einfach nur in die Arme genommen und ich habe sein Hemd vollgeheult. „Hast Du wirklich geglaubt, das könnte ich?“ hat er gesagt und er hat mich gehalten, er hat mich so fest gehalten.

Wir sind dann ans Wasser gefahren. Er hat mich die Stufen zum großen Fluss runter getragen, getragen, den ramponierten Rest von mir, und ich hab mich festgehalten und als ich merkte, dass es ihm schwer wurde, Einszweiundsiebzig bleiben Einszweiundsiebzig, habe ich mich trotzdem weiter festgehalten und gelacht, tja, jetzt hast Du mich am Hals, hab ich gesagt, da haste den Salat.

Zwei Stunden haben wir dann im Sand an der warmen Mauer gesessen, in der Sonne, und haben nichts gesagt, uns nur festgehalten, jeder seinen Salat. Auf dem Weg dorthin - das klingt jetzt wie Groschenroman, welches Genre beherrsche ich Genie eigentlich nicht? – sind wir an der Stelle vorbeigekommen, an der ich vor nicht mal einem Jahr im Sommer noch mit 119 gewesen war, 119 und ich lagen, aber bitte ohne Körperkontakt, darauf stand er außerhalb des Geschlechtsakts nicht, in der Sonne, und haben jeder seine Zeitung gelesen. Und dann haben wir ein bisschen über die Sex and the City-Folge am Vorabend geredet und gelacht. Und schließlich fingen wir an über uns zu reden, und ich habe ihm trotz seiner Berührungsanimosität über die Stirn gestrichen und gesagt, dass wir nicht Carrie und Big sind, dass wir in der zweiten Staffel sind, und dass ihm klar sein muss, dass das die letzte sein wird, dass ich, falls sie zuende geht, endgültig aussteige, gehe, dass es keine sechs Staffeln geben wird für Lapared und 119. Dieselbe Karte, jetzt oder nie, damals hatte sie nicht gezogen.

Ich bin Hand in Hand mit Dick vorbeigegangen an dieser Stelle und ich habe lächelnd hingesehen, habe der alten Lapared mit der freien Hand zugewinkt und leise Tschüss gesagt, Tschüss, Du Verrückte, guck, so machen wir das jetzt. Ab jetzt sind wir glücklich.

Ich war im Himmel, ich lag eingekugelt in seinen Schoß, die Sonne wärmte mir den Rücken und seine Hände hielten mein Gesicht. Und ich dachte, das sind die glücklichsten Minuten deines Lebens. Ich dachte, dies ist einer der Momente, die du siehst, wenn der letzte Vorhang fällt und er wird Dich mit allem, allem versöhnen, allem, was war, allem, was vielleicht noch sein wird. Ich dachte auch, du musst gleich noch Brot kaufen und du musst den Zahnarzttermin morgen verschieben und du musst den Job nächste Woche absagen. Aber vor allem dachte ich, ker Laredchen, Du warst noch nie so glücklich. Ich war noch nie so glücklich.

Wir sind dann in den Sonnenuntergang spaziert, die Pferde hatten frei, Dick und Lapared sind tatsächlich in den Sonnengang spaziert. Eine langwierige Geschichte, denn alle fünfzehn Meter hielt Dick an und hat mich umarmt, Leute gingen vorbei, manche lächelten, andere, vor allem ältere Frauen, Frauen wie ich aber mit Hunden, guckten giftig. Tja, meine Damen, da stand es, das Glück, stand mitten auf dem an dieser Stelle nicht sehr breiten Gehweg und knutschte, Glück ist so ignorant. Ich dachte, da staunt Ihr, Ihr alten Schabracken, ich hab eine Gartenbank. Mit diesem Mann werde ich darauf sitzen. Händchenhaltend auf der Gartenbank. Und ich dachte noch mehr, ich dachte, beim nächsten Kuss-Stopp fragt er dich, beim nächsten Kuss-Stopp antworte ich: „Ja, mein Schatz, ja, hier auf der Stelle, und morgen backe ich Dir einen Käsekuchen mit Eisenpfeile und bringe ihn Dir in den Knast, wo Du wegen Polygamie einsitzt. Ja, dachte ich, für immer ja. Was auch nicht mehr ganz junge Schabracken so denken im Sonnenuntergang.

So. Und dann haben wir uns ganz oben auf die Aussichtsplattform gesetzt, und ich dachte, genau, so im Sitzen ist auch hübscher. Und wir schauten also in die Sonne und sie wurde immer kleiner und ich dachte plötzlich, warum sagt er eigentlich nichts. Und nur, um dem großen Versprechen rhetorisch ein bisschen Starthilfe zu geben, sagte ich mit geheucheltem Schmerz, denn alles in mir war Glück: „Schatz, das tust Du mir doch nie wieder an, oder, das muss ich nicht noch einmal durchmachen?

Er antwortete nicht. Guckte nur in die verschwindende Sonne. Ich suchte seine Augen, aber für ihn gab es nichts Fesselnderes als dieses seltene Naturschauspiel. „Du bist gekommen, um Dich zu verabschieden“, sagte ich. Und nachdem er nicht reagierte, fragte ich: „Dick, bist Du etwa gekommen, um Dich zu verabschieden?“ Erst da konnte er sich endlich von dem Sonnenuntergang losreißen, sah mich an, und sagte: „Ja.“

Freier Fall. Vom Himmel Luftlinie, wie sonst, in den schwärzesten Abgrund. Und wieder wollte ich es einfach nicht glauben, „Dick, das ist nicht wahr!“ hab ich gesagt, immer wieder, „Dick, das ist nicht wahr!“ Geglaubt habe ich ihm erst, als sein Handy klingelte. Er ging dran. Nach Stunden der Wortlosigkeit, die ich für stummes Glück gehalten hatte, Stunden, in denen er mich festhielt wie für immer, und die doch nichts anderes als ein romantisches, herrlich herzzerreißendes Loslassen für ihn gewesen waren, meldete er sich plötzlich mit so einer Energie. Meldete sich zurück in die Wirklichkeit. Seine Stimme war so zackig, so aufgeräumt, ein Kunde und das Leben geht schließlich weiter, er hat sogar gelacht. Ich sah ihn an und begriff, er war nach diesem „Ja“ wie befreit. Aufgewacht. Mir andererseits, seit Tagen grob mangelernährt, haute es nach diesem „Ja“ erstmal die Beine weg. Nacht.

Das ging vorbei. Aber einmal da unten, habe ich die Gelegenheit dann gleich ergriffen und ihn auf Knien angefleht. „Dick, sag, dass das nicht wahr ist, sag, dass das nicht wahr ist, sag, dass das nicht wahr ist!“ Und dabei hasse ich Redundanzen. Ich erinnerte ihn an sein Versprechen - als wenn sein Wort je etwas gegolten hätte. „Du wolltest nur kommen, wenn Du bleibst, Du hast es verspochen.“ Er antwortete nicht. „Du hast versprochen, auf keinen Fall zu kommen, wenn es ein Abschied ist! Du hast versprochen, mir das nicht anzutun!“ Er guckte in die Sonne, die jetzt endgültig weg war. „Dick, seit wann weißt Du es?“ – „Seit zwei Tagen.“

Ich musste dann mit ihm den ganzen Weg wieder zurückgehen, den Weg, auf dem wir eben noch Arm in Arm spaziert waren, verkehrsbehindernd geknutscht hatten, belächelt und beneidet wurden, ein kleiner hübscher blonder Mann kurz vorm Kniefall vor seiner großen nachblondierten Liebe, lucky lapared. Und nun auf dem Rückweg, kaum eine halbe Stunde später, hielt er mich fest, damit ich nicht kreislaufbedingt wegsacke und wieder vor ihm auf den Knien liege. Angeschmierte Lapared.

(Fortsetzung… siehe TEIL III)

22.05.2006 um 22:15 Uhr

Noch mal das Ganze… in vier Teilen. TEIL I

von: Lapared

Letzten Mittwoch, am 17. Mai, kurz nachdem Curd seinen Bären gerettet hatte, war auch ich immer noch sehr mit meinem beschäftigt. Ich hatte angefangen, einen Eintrag zu schreiben, ich wollte davon erzählen, was ich mir in den Nächten davor noch so alles geleistet hatte…

Es wird wohl nicht von heute vergehen. Vierzehn Tage hab ich gewartet. Von dem Moment an, als er damals aufgelegt hatte, hab ich gedacht, gleich schellt´s. Gleich schellt´s und er sagt: „...ein Scherz. Ich bin natürlich nicht verheiratet. Aber ich dachte, im Vergleich dazu erscheint es Dir angenehmer, dass ich unangemeldet vor der Tür stehe.“ So wie in dem Witz, in dem die 15-jährige ihren Eltern in einem Brief mitteilt, dass sie auszieht, dass sie mit einem 40-jährigen Mann zusammenleben wird, dass sie ein Kind von ihm bekommt. Dass er schon drei Frauen und acht Kinder in einem anderen Land hat, aber dass sie das nicht stört, weil sie ihn über Alles liebt. Und im P.S. Sorry, das ist alles gelogen. Wahr ist aber: Ich bin hängen geblieben, und ich dachte, im Vergleich findet Ihr das sicher nicht ganz so schlimm.

Vierzehn Tage habe ich gewartet. Als mir klar wurde, dass es kein Scherz war, habe ich ihm gemailt, seitenlang, telefoniert, nächtelang, sogar gesimst, ich, zwei- und dreiteilig. Denn er hatte mich darum gebeten, immer wieder. Immer wieder. Er sagte, wir müssten reden, schreiben, dann würden wir wieder zueinanderfinden. Noch am 11. Mai. hatte er mir das geschrieben: „Mein Herz ist bei dir. Mein Herz war von anfang an bei dir. Ich liebe dich ich liebe dich ich liebe dich (…) Ich will dein Stimme hören ich will schon Tage dein stimme horen. Ich will dich anrufen, hab es schon oft versucht. Ich will mit dir in Kuchen sitzen. Ich liebe dich.“ Er meinte Küche, aber ich hätte mich auch mit ihm in Kuchen gesetzt. In Kuchen, in Brennesseln, in alles, sogar in ein Zelt mit Kriechtiergefahr. Ich habe geschrieben, komm, komm, sitz mit mir in der Küche, und bleib so lange Du willst. Lass uns reden und kochen und essen und gemeinsam das Geschirr spülen, 30 Jahre, Du spülst ich trockne ab.

Hier habe ich am Mittwoch aufgehört zu schreiben. Ich musste aufhören, weil es schellte. Es schellte.

Ich hatte eigentlich noch erzählen wollen, wie oft ich ich ihm zwischen dem 11. Mai und dem 17. Mai (eben diesem Mittwoch) geschrieben habe. Wie oft. Und immer wieder habe ich ihn gebeten, zu kommen. Und unter dem Deckmäntelchen der Verzweiflung angefangen zu drohen: Komm, wenn Du mich nicht verlieren willst. Bitte komm. Und als er nicht kam, hab ich ihm das geschrieben, ich weiß nicht, ob ich auch davon erzählt hätte, wenn es nicht vorher geschellt hätte und ich nicht mehr dazu gekommen wäre.

Am 14. Mai., nachts, als alle blauen Pullöverchen längst schliefen, habe ich also das geschrieben, das: Komm, komm wenigstens ein letztes Mal, ich möchte Dir in die Augen sehen und Lebewohl sagen, ich möchte Dich noch einmal umarmen, Dick, einmal noch, und dann Abschied nehmen, von unseren Träumen, den wunderschönen Plänen und unseren großen Problemen, die wir genauso hatten. Ja, auch ich kann ganz großes Gefühlskino. Alleine, nachts. Und später in dieser email, inzwischen war der 15. Mai., schrieb ich sogar DAS: … Ich verspreche Dir, ich mach keinen Stress, ich werde schrecklich lieb zu Dir sein, endlich, beim letzten Mal. Und am nächsten Morgen werden wir unsere Kleider anziehen und lächeln, wir werden uns die Hand geben und Auseinandergehen für den Rest unsres Lebens. Zwei demolierte Menschen, die sich lieben, aber eben nicht den Weg zu einander gefunden haben. Stilsicher auch in der Schmonzette. Und als die Dämmerung anbrach am 15 Mai., und die Umnachtung ihren Höhepunkt erreichte, DAS große Finale: Lass es nicht so enden, komm und verabschiede Dich ordentlich, Dick. Mach für die zwanghafte deutsche Jungfrau ein letztes Mal Ordnung. P.S. Und vor allem verabschiede Dich von Curd. Sacht nichts...

Zwölf Stunden später am Abend des 15. Mai habe ich ihn dann angerufen und es zurückgenommen. Habe gesagt, was ihm ohnehin klar gewesen sein muss, dass es nur ein Trick war. Dass ich dachte, wenn er erst einmal hier wäre, könnte er nie wieder zurück. Dass er mich nicht ansehen könnte, und sagen, dass er wirklich geht, dass er erleuchtet vom Glanz meiner Herrlichkeit erkennen würde, dass sein Arsch auf immer in meine Küche gehört. Wage es nicht zu kommen, um Dich zu verabschieden, hab ich abends am 15. Mai. zu ihm gesagt. Tu mir das bitte, bitte nicht an. Bitte nicht. Und dann, zack, habe ich letzte Karte gezogen. Auch ich wollte den Bären immernoch in die Wohnung schleifen. Komm jetzt oder komm nie, hab ich gesagt. Und vor allem: Komm nur, wenn Du kommst, um zu bleiben. Versprich mir das. Versprich, dass Du nur kommst, wenn Du kommst, um zu bleiben. Schlagerheldenhaft.

Und zwei Tag später, am 17. Mai. als ich hier gerade den letzten Schwank aus meiner Verzweiflungskiste zum Besten geben wollte, schellte es. Dick war gekommen.

(Fortsetzung… siehe TEIL II)

22.05.2006 um 22:14 Uhr

Ganz neue Aussichten

von: Lapared

… erscheint gleich noch einmal. Lesefreundlich zerlegt in vier Teile.

Ihr Lapared-Leserservice

22.05.2006 um 15:37 Uhr

Curd Rock - ihn bleibt nichts als eim Müllbeutelchem

von: Lapared

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