Anleitung zum Entlieben

09.06.2006 um 23:01 Uhr

WN-Pause

von: Lapared

DER SUPERSPAMMENDE CURD ROCXK SONNERPAUSEM-CLIFFHANGER:

Auch beim großem, weltberühnten Curd Rock geht es natrülikch hoch dranatisch weiter. Liegt der Dicke nach seim Heimkumft plötzlich wieder auf seim CoucH?

Image Hosted by ImageShack.us

..oder legt Curd Rock sich zu lieber mit Siegmumd auf die Couch … ... .

Image Hosted by ImageShack.us

…oder wird Curd Rock gar vom Umbekannt schwamger umd bekommt eimen neuem Curd Jumior?

Image Hosted by ImageShack.us

Ab 10 Juli erlebem Sie sein neue aufregemde Zukunft wieder täglich hier und nur hier in Ihrem Lieblingsblog: In „Anleitung zum Entlieben“ von und mit dem großem, dem weltberühnten, dem legendärem Curd Rock*!

Wir sehem ums am 10 Juli!


*(freundlich eim kleim bisschem unterstützt von Lapared).

09.06.2006 um 23:00 Uhr

WM-Pause

von: Lapared

Alle großen Shows setzen im Sommer aus. Und eine kleine auch. Die kleine Lapared-Show macht Sommerpause. Oder sagen wir WM-Pause. Unvorstellbar eigentlich, aber Lapared fürchtet sich, die Aufmerksamkeit mit einer lapidaren Weltmeisterschaft zu teilen.

Denn - genauso unvorstellbar, aber... - die nächsten Wochen bei Lpunkt werden konkurrenzlos langweilig. Nicht, weil nichts passiert – nichts gibt´s nicht, solange man Worte darum macht. Sondern schlimmer, langweiliger, ein echter Quotenkiller: Es passiert etwas, das sich wiederholt. Wiederholt! Etwas, das Lapared und ihr geschätzter Zuschauerraum alles schon einmal durchgemacht haben.

Und ich habe das Gefühl, dass niemand, der etwas Abstand hat, die in der Tat nahezu unbegründete Hoffnung teilen kann, die einen zweiten Durchgang sehenswert oder wenigstens noch ein bisschen spannend macht. Niemand, der nicht selbst in so einer Schleife steckt.

Ich gehe also in die Sommerpause und beginne diese zweite Runde allein. Ich denke, in einem Monat werde ich wahrscheinlich wissen, ob sich etwas Neues dabei ergibt, über das es zu berichten lohnt. Oder ob nicht mehr dabei rauskommt, als ein weiterer Aufguss derselben Geschichte.

So. Aber um nicht ganz so negativ zu klingen und den geschätzten Zuschauersaal über die Pause in atemloser Spannung ausharren zu lassen, formuliere ich das Ganze noch mal als superspannenden Cliffhanger. Also...

DER SUPERSPANNENDE LAPARED SOMMERPAUSEN-CLIFFHANGER:

Lapared macht Pause aber der Wahnsinn geht weiter! Ist sie während ihres Provinzlebens aus purer Langeweile ins nahe gelegene Freizeitparadies Holland gefahren und dabei – bei so einem kleinen Land gut möglich – zufällig ihrer unverwundenen Liebe Dick begegnet? War die Begegnung mit dem großen, dem unvergessenen Mr. 119 doch nicht ganz so freundschaftlich? Ist es ein Dritter, der ihr Leben fortan beschäftigt, und damit doch nur der zweite, der wiederholte Versuch, den Schmerz über den Einen, möglichst übergangslos mit dem Nächsten zu bekämpfen? Oder fläzt sie sich am Ende einfach nur eine weitere Sommerrunde im feschen Bikini am Pool, statt sich auf der Couch eines promovierten Professionellen nackicht zu machen?

Spannende Entwicklungen im gefährlich gestörten Universum Lapared. Wozu sie führen und wie es weitergeht erfahren Sie ab dem 10. Juli wieder täglich hier und nur hier in Ihrem Lieblingsblog: In „Anleitung zum Entlieben“ von und mit Lapared!

Wir sehen uns am 10. Juli!

09.06.2006 um 01:11 Uhr

Zurück

von: Lapared

Wieder zurück. Wieder mein eigenes Bad, mein eigenes Bett (umd mein eigeme Couch!), meine eigene Krümelordnung. Schrecklich!

08.06.2006 um 01:56 Uhr

Neues aus der Provinz

von: Lapared

Was soll ich groß schreiben? Ich bin eben immer noch im Hinterland. Lass mal kurz nachdenken...... ................. ...................... ....... … …...............................…………… …………………......................... (eine Stunde später)… ........................
………………….................... . . .......... .............. ............................ ...ah!… ach nee, das hab ich nur im Fernsehen gesehen…........ ........

………………… …………………… ............. (viele Stunden später) ………............................………………………………………………..............

................. .............................................................................

……………(endlich, tief in der Nacht)…………

Ha-ha! Ich hab ein Freibad entdeckt! Mein Bikini hat wahrscheinlich mehr gekostet als der circa drei Zentimeter lange Gemeinde-Pool, aber das macht gar nichts. Ich war der Renner, direkt neben dem Bad liegt ein Alten- und Pflegeheim, ein Knaller war ich und habe ganz nebenbei das durchschnittliche Besucheralter um zwei Drittel gesenkt. Kurzum. Gesunde Farbe für die blutige Nase und die perfekte Egomassage nach meinem großen neuerlichen Mattengang. Ich fühle mich blutjung und schön, meine Haare sind mehrheitlich nicht grau (und es gibt noch eine Mehrzahl), meine Brust endet auch ohne Körbchenstütze vorm Bauchnabel, also! Das ist nämlich der ganze Trick des Glücks, stets die richtige Vergleichsgruppe wählen!

06.06.2006 um 19:35 Uhr

Milch. Milch, Milch, Milch... ein nicht alkoholisches Getränk, wenn ich mich recht erinnere.

von: Lapared

Der Charme der Provinz hält mich noch immer in seinem Bann. Die Fachwerkhäuschen, die Ruhe, die Kastanienbäume, die… Fachwerkhäuschen. Toll. Heute habe ich sogar eine überfahrene Katze gesehen. Wo bitte sind Katzen noch so naiv, das Appartement zu verlassen?

Meine Schwester muss unterdessen wieder arbeiten. Das ist nicht so schön, für sie nicht, aber natürlich vor allem, vor allem nicht für mich, ich armes Schwein. Wenn sie morgens um kurz nach sieben das Haus verlässt, fluten D-Gedanken die Stille wie Wasser einen lecken Ozeanriesen. Während sie dem Ruf des Ruhms und des Reichtums folgt, liege ich verlassen auf der Terasse und warte auf nicht mehr als ein paar Sonnenstrahlen, ich arme Sau. Sie weiß um mein Elend und hat mich mit kleinen Aufgaben betraut. Therapeutischen Aufgaben, die mich sanft zur Alltagstauglichkeit zurückführen sollen. Die Spülmaschine soll ich ausräumen und Milch kaufen. Milch kaufen... Es wird Zeit der Provinz den Rücken zu kehren.

05.06.2006 um 21:35 Uhr

Die Heilkraft der Provinz

von: Lapared

Die Glocken läuten und man sieht die beiden Kirchtürme, ein herrlicher dicker katholischer und ein ziemlich in die Hose gegangener protestantischer, von denen einer – oder machen sie das hübsch einvernehmlich gemeinsam? - für die Ruhestörung verantwortlich ist. Man schaut über verschachtelte, bemooste Dächter, grau-grün mit Taubenkacke, dazwischen, sehr eng, ab und zu die günstige orange Baumarktschindel, wenn die sogenannten „jungen Leute“ im Garten der Alten dörfliche Neubauarchitektur verwirklicht haben. Fachwerk, ganz viel Fachwerk, unerträglich niedlich. Dazu ein bisschen historisches Protzwerk der gehobenen Geistlich- und betuchten Weltlichkeit. Alte Kastanienbäume, gerne alleemäßig um geschichtsträchtiges Kopfsteinpflaster. In Gärten Birnbäume, bitte, Birnbäume! Und der ganze Stolz: Schmuck überwucherte Wallruinen und wehrhaftes Steingetürme aus Zeiten, als es hier noch was zu verteidigen gab. Der Charme einer ehemals reichen Hansestadt, die heute nichts ist als ein Nest voller Friseure. Unglaublich, allein beim ersten Rundgang habe ich 12 Friseure entdeckt und ein Rundgang dauert hier nur 10 Minuten.

Und trotzdem finde ich es bezaubernd hier, im ersten spontanen Entzücken konnte ich mir sogar vorstellen, hier zu leben, inzwischen geht es mir besser, die Denkfunktionen normalisieren sich, das Entzücken wandelt sich langsam in Beklemmung aber noch lange nicht in Entsetzen, ich genieße die heilsame Ruhe der Provinz.

Und die unendliche Wohltat eines Menschen, der mich kennt, so lange ich auf der Welt bin, und mich liebt, egal wie viel Blümchen ich dort pflanze oder wie viel Blut ich vergieße. Kaum zwei Tage hier und es gibt lange tränenfreie Abschnitte und sogar Momente ganz ohne jeden Dick. Etwa, wenn ich mit meiner Schwester wegen der Krümel streite - sie hasst es, wenn sie neben dem Teller auf den dekorativen IKEA-Untersetzern landen und da bin ich, der Kenner weiß es, massiv lockerer, da liegen sie und ich trotz gleicher Gene weit, weit, weit auseinander, zwanzig wenn nicht dreißig Zentimeter, mich stören Krümel erst, wenn sie auf den Fußboden fallen - jedenfalls, in solchen Momenten denke ich nicht an die Katastrophe, die aussieht wie eine Katastrophe, und von der wir alle wissen, dass sie eigentlich keine ist. Selbst wenn ich schönere, traurigere, tiefere Worte finden könnte. Selbst wenn ich mich tragischer oder anspruchsvoller oder aufrichtiger entblößen könnte - oder ergreifender. Selbst wenn ich mich umbringen würde... Es wäre keine Katastrophe. Es sähe nur so aus.

Aber über Curd Rock möchte ich noch berichten: Er schreit wie am Spieß nach seinem Bären, er stampft mit seinen anmutigen kleinen Füßchen und will zurück auf seine Couch. Obwohl er sich natürlich kaum etwas anmerken lässt, sobald die Kamera auf ihn gerichtet ist. Relativ gesehen, kaum etwas...

Image Hosted by ImageShack.us

03.06.2006 um 15:57 Uhr

One Art

von: Lapared

Ich bin ja bekanntlich nicht so der Gedichte-Typ. Aber dieses habe ich vom großen Curd Rock. Nein, ich hab´s aus einem Film, ich bin ja bekanntlich sehr der Filme-Typ (das Drehbuchprojekt habe ich allerdings wegen privater Unpässlichkeit geschmissen, hmpf).

Also, das Gedicht ist aus einem sehr hübschen Film „In den Schuhen meiner Schwester“ heißt er, mit Toni Colette, mal wieder mit Übergewicht, Cameron Diaz, mal wieder hinreißend, und der großen, der unvergleichlichen Shirley McLaine, diesmal ganz leise. Klassisches Hollywood-Erzählkino von Menschen, die etwas erleben und dadurch andere werden irgendwie, im Kino funktioniert das ja, ein Film, den jeder, der eine Schwester hat, vielleicht mal sehen sollte. Dieses lange Pfingst-Wochenende vielleicht, falls man nichts Besseres vorhat, falls man nicht gerade durch Paris schlendert oder so. Oder man macht gleich eine „Lange Schwestern-Filmnacht“ und schaut ihn zusammen mit dem Film „Zwei ungleiche Schwestern“, der viel böseren, genialeren französischen Version von Alexandra Leclère mit Isabelle Huppert (unfassbar) und Catherine Frot (unglaublich), ein Film, der übrigens in Paris spielt und vom Sofa gesehen, ich sagte es schon, ist Paris unbedingt zu empfehlen. Aber das nur als Tipp für alle, die eine Schwester haben oder gerne hätten oder sonst was oder wen zu verlieren… hier also das Gedicht:

One Art

The art of losing isn't hard to master;
so many things seem filled with the intent
to be lost that their loss is no disaster.

Lose something every day. Accept the fluster
of lost door keys, the hour badly spent.
The art of losing isn't hard to master.

Then practice losing farther, losing faster:
places, and names, and where it was you meant
to travel. None of these will bring disaster.

I lost my mother's watch. And look! my last, or
next-to-last, of three loved houses went.
The art of losing isn't hard to master.

I lost two cities, lovely ones. And, vaster,
some realms I owned, two rivers, a continent.
I miss them, but it wasn't a disaster.

--Even losing you (the joking voice, a gesture
I love) I shan't have lied. It's evident
the art of losing's not too hard to master
though it may look like (Write it!) like disaster.

(Elizabeth Bishop)


Und für alle, denen – wie mir - Fremdsprachen immer ein wenig fremd bleiben, eine ungefähre Übersetzung:

Die Kunst des Verlierens ist nicht schwer zu beherrschen;
so viele Dinge scheinen erfüllt von der Absicht,
verloren zu sein,
dass ihr Verlust keine Katastrophe ist.

Verliere jeden Tag etwas.
Akzeptiere die Aufregung um verlorene Türschlüssel,
die schlecht verbrachte Stunde.
Die Kunst des Verlierens ist nicht schwer zu beherrschen.

Übe dich dann weiter zu verlieren, schneller zu verlieren:
Plätze und Namen und wohin du noch reisen wolltest.
Nichts von dem wird eine Katastrophe herbeiführen.

Ich verlor die Uhr meiner Mutter. Und Schau!
Mein letztes, oder vorletztes von drei geliebten Häusern ging.
Die Kunst des Verlierens ist nicht schwer zu beherrschen.

Ich verlor zwei Städte, reizende Städte.
Und noch mehr,
Ich verlor einige Königreiche, die ich besaß, zwei Flüsse, ein Kontinent.
Ich vermisse sie, aber es war keine Katastrophe.

Sogar Dich zu verlierend (die scherzende Stimme, eine Geste, die ich liebe)
Ich werde nicht gelogen haben. Es ist erwiesen
die Kunst des Verlierens ist nicht allzu schwer zu beherrschen,
obwohl es aussehen kann (notiere es Dir!) wie eine Katastrophe.

Na bitte, es kann aussehen wie eine Katastrophe. Na, bitte. Und ich hab´s notiert, gell.

Ich hab´s aufgeschrieben und nun mache ich mich auf den Weg. Ich fahre einfach hin. Und sinniere kuchenfressend, pfundezulegend über die Kunst des Verlierens mit jemandem, den ich zum riesenallergrößten Glück noch habe. Mit meiner Schwester. Und heute Abend – sie hasst Filme – zeige ich ihr den Film.

Frohe Pfingsten, all Ihr Milliomen & Milliömchen.

Na komm, Curd… und nimm ein Blümchen mit!

Image Hosted by ImageShack.us

03.06.2006 um 12:58 Uhr

Curd Rock – die kumst des Verlierems

von: Lapared

... übt mam jedem Tag.

Guck! Ich hab meim Dickem verlorem… ich fimd ihm nicht mehr… ich seh ihm eimfach nicht....

Image Hosted by ImageShack.us
Image Hosted by ImageShack.us
Image Hosted by ImageShack.us

Wo er jetzt wohl ist?

Umd meim eine Socke ist auch weg. Die Kumst zu verlierem, übt Curdchem jedem Tag....

03.06.2006 um 01:29 Uhr

Zum 100.000sten

von: Lapared

Eigentlich wollte ich damit ja bis zu unserem „Einjährigen“ warten.

Am 12. Juni, vor fast einem Jahr, habe ich angefangen, dieses Blog zu schreiben. Ich war so erfüllt von jener großen, überwältigenden, ewig währenden Liebe zu einem Mann. Diesem legendären Mann Namens 119, der meine Liebe - unerklärlicherweise - aber erklärtermaßen nicht teilte, die blöde Sau.

Ich habe dieses Blog begonnen und es vollmundig „Anleitung zum Entlieben genannt“, denn Entlieben schien mir die einzige einigermaßen vernünftige Art und Weise mit dieser misslichen nicht gerade Glück verheißenden Situation umzugehen. Und ich bin eine Freundin der vernünftigen, wenn irgend möglich komisch distanzierten Art und Weise, das bin ich immer noch, auch wenn mein gegenwärtiges, höchst irrationales und gar nicht originelles Leiden - wie sich in einem der jüngeren, ganz besonders schmissigen Kommentare deutlich zeigte - vielleicht Zweifel daran aufkommen lässt, ob die Vernunft und die Lapared noch so wirklich janz per Du sind.

„Du Lapared?“ – „Ja, Du, Vernunft?“ - „Ich hab Dich lieb!“ – „Ich Dich auch, Du.“

Soviel dazu.

Und vielleicht darf ich zumindest DAS zur Feier des 100.000sten Klicks stolz als kleinen Erfolg verkünden: Ich bin entliebt. Kein Jahr vorbei und ich bin tatsächlich entliebt. Zumindest von 119. Was 119, alias Jesus, und ich inzwischen so machen, das machen wir – unglaublich aber wahr - als Freunde. Als wir gestern zum Beispiel zusammen schwimmen waren, habe ich das erste Mal seit langem so richtig gelacht. Gelacht und genauso richtig und bitterlich geheult… und dann wieder gelacht. Er ist mein Freund.

Entliebt von 119, Laparedchen, aber jetzt haste doch den selbem Scheiß am Hals mit Dick? Ich weiß. Dem kritischen Leser entgeht auch nichts.

Was soll ich sagen? Wenn´s bei 119 geklappt hat, wird´s bei Dick wohl auch irgendwann klappen. Soviel ist sicher. Und noch eins ist sicher: Diesmal probiere ich eine andere Methode, hm?!

Und wem das hier alles zu viel Schreiben und zu wenig Leben ist, dem kann ich nur sagen: Oh doch, ich habe gelebt! Diese ganze Dickgeschichte war ein Riesenerlebnis! Ein riesen Scheißerlebnis am Ende, aber oftmals auch wunder-, wunder-, wunderschön. Fahrradfahren im herbstlich warmen Amsterdam (er hat sich ständig nach mir umgedreht, damit mir ja nichts passiert)… fest umschlungen mitten im Feuerwerk vorm Hotel New York (und total bekifft)… all die Nächte, die ich in seinen Armen geschlafen habe, geschlafen! Ich konnte in seinen Armen liegen und tief und fest und traumlos schlafen. Traumlos, weil kein anderer Traum mehr nötig war. Höchstens so gegen Zwei oder Drei am folgenden Tag eine Vision von Toast und Rührei.

Noch kann ich mir das kaum ansehen, weil jeder Blick zurück entsetzlich weh tut. Weil es mir dabei einfach nur völlig unoriginell, tagebuchhaft das Herz zerreißt. Aber irgendwann werde ich zurücksehen können und wissen: Das alles hatte ich, das hatten wir, das kann uns keiner nehmen. Irgendwann wird das zu den heimlichen Reichtümern gehören, mit denen ich als bösartige, knallroten Lippenstift tragende, alte Schachtel zwischen den fetten gut versorgten Schabracken und ihren geldgeilen Sonntags-Enkeln im Hof eines Seniorenstift in der schwachen Wintersonne sitze. Ich werde herablassend grinsen, wenn in dreißig Jahren ein verpickelter Zivi unbeholfen meine Bettpfanne wechselt und denken, irgendwann einmal hat ein bildschöner, lieber, blonder Mann strahlend vor mir gekniet, weil ich es gelernt hatte, in seiner Gegenwart zu pinkeln. Und ich habe ihn geliebt, weiß Gott, ich habe ihn geliebt.

Das alles habe ich gehabt und im Moment scheint es verloren in dem Meer von Tränchen, die – das seh´ ich ein – allmählich gemeinhin nur noch jedem ganz brachial auf den Sack gehen. Aber irgendwann... irgendwann kommt es lächelnd zu mir zurück. Ganz sicher, bestimmt. Und dann pupse ich vergnügt, wenn die Pickelfresse schnaufend an der Bettpfanne zieht.