Anleitung zum Entlieben

16.08.2006 um 20:57 Uhr

Entnulpen

von: Lapared

Aber das eigentlich Interessante an dem Arztbesuch habe ich noch gar nicht erzählt. Herr Dr. Gellerhaupt, der mich – wir erinnern uns – zärtlich seine Lieblingshypertonie nennt, muss sich jetzt ein anderes dummes Hochdruckhäschen für seine Druckmanschette suchen. Ich will es nicht mehr sein. Tja, wenn man einmal anfängt. (Hier wäre ein Absatz wirklich, wirklich schön, aber ich schreibe das nicht, weil ich mich darüber aufrege, bei einem systolischen Wert von 200 überlegt man sich gut, ob Aufregung wirklich nötig ist, nein, ich denke, die Absätze kehren irgendwann von ganz allein zu mir zurück. Verdammte Scheiße, ABSATZ.) Jedenfalls... Wenn man den Trick erst mal raus hat, geht´s wie Eier köpfen. Dann ist das Trennen plötzlich nur ein Klacks. Er sagte: „Die Ursache für den hohen Blutdruck finden wir nie, nehmen Sie einfach mehr von den Tabletten.“ Ich sagte: „Ungern, aber ich nehme gern das Branchenbuch und guck nach einem anderen Arzt.“ Zack! Entnulpen nenne ich das. Von nun an werde ich mein Leben ENTNULPEN. Idioten, Arschgeigen und Nulpen, egal wie charmant, kommen darin nicht mehr vor. Ha! (Absatz) Und heute, keine 24 Stunden später, hatte ich bereits einen neuen Termin. Einem Privatpatienten mit einem Blutdruck von 200 : 150 rollt man – ich wusste es doch – überall den roten Teppich aus. Überall, nur eben nicht bei Dr. Schwul-ist-so-cool-Gellerhaupt, bei dem man als Nicht-Aidsinfizierter – privat oder nicht – Patient zweiter Klasse ist. Bagatellerkrankung. Quasi-Hypochonder. Ach, aber wie schön war es, wegen meiner heilbaren, nicht-ansteckenden Krankheit endlich nicht mehr diskriminiert zu werden! (Absatz) „Ich denke, wir müssen uns zunächst mal um die Ursachen Ihres Bluthochdrucks kümmern“, sagt Frau Dr. Jatunek, meine Neue. Halleluja, denke ich, und möchte sie küssen. „Darf ich mal ihre Zunge sehen?“ Und Hellsehen kann sie auch. „Ich denke, es liegt am aufsteigenden Leber-Chi!“ Oh ha. „Sie sind innerlich am Kochen, aber nach außen kontrolliert. Die Hitze kann nicht entweichen." Au wei. „Sie müssen mal richtig Dampf ablassen, dann fällt auch der Blutdruck, Sie werden sehen.“ ABER GERN!!! „Herr Gott, noch mal!“ schnaube ich, „macht jetzt endlich mal einer so ein verficktes Langzeit-Dingbums? Ein Herzecho? Ein Hormonbild? Einen Nierencheck? Fragt jetzt einer bitte mal nach meiner Ernährung? Verbietet mir gefälligst wer die Salzstangen und den Kaffee und die fette Käsetorte, verflucht noch mal?!!“ (Absatz) Frau Dr. Jatunek überdachte ihre Diagnose der aufsteigenden Leber-Hitze noch mal. Zumindest den Part, der das Nicht-Entweichen betraf. Freitag bin ich beim Kardiologen. Was für ein Kampf...

15.08.2006 um 23:09 Uhr

Die Zeiten ändern sich

von: Lapared

Nach meinen jüngsten Erlebnissen wäre ich ganz sicher die Letzte, die ein frühzeitiges Inkenntnissetzen darüber, dass Mann vergeben ist, nicht zu schätzen wüsste. Aber SO früh? Nachdem ich bei Dick und seiner legendären 7 Monatsmarke wahrscheinlich an einen der tendenziell späteren Ehebekenner geraten war, habe ich heute einen Mann aus dem Spitzenfeld kennengelernt. Drei Minuten. Drei Minuten im Wartezimmer von unserem guten alten Bekannten Dr. Gellerhaupt. (Absatz) Überhaupt schien er von der schnellen Truppe. Er hatte noch nicht die Jacke aus, schon eröffnete er mit einem echten Wartezimmerklassiker: „Haben wir das letzte Mal nicht auch zusammen gewartet?“ – „Ich bin zum ersten Mal hier!“ vermassel ich ihm die Parade und hoffe, dass Gellerhäuptchen, der die herzliche Geste pflegt, seine Patienten - zumindest die privaten - persönlich vom Wartezimmer ins Sprechzimmer zu geleiten, mich diesmal nicht mit „Sie haben aber abgenommen!“ begrüßt. So sehr ich ihn sonst dafür vergöttere. „Sie waren wirklich noch nie hier?“ hakt der Ankömmling nach und setzt sich direkt neben mich, obwohl das ganze Wartezimmer leer ist. „Ich bin nur zu Besuch!“ will ich eventuelle Absichten umgehend im Keim ersticken, zögere aber, weil ich in dem Moment feststelle, wie angenehm er riecht. „Ich bin nie krank“, signalisiere ich stattdessen Fortpflanzungstauglichkeit (nicht bewusst, aber die von mir so geschätzte Tiefenpsychologie würde es sicher so deuten). Prompt sieht der gut riechende Mann sich genötigt festzustellen: „Ich bin verheiratet!“ Nach nicht mal drei Minuten. „Und Sie glauben, dass Dr. Gellermann Ihnen da helfen kann?“ frage ich bissig und finde mich nur noch bedauernswert, da ich offenbar so viel Verzweiflung verströme, dass ein Mann mir nach 180 Sekunden eine solche Mitteilung macht. „Nein“, stottert er, „ich weiß auch nicht, warum ich das gesagt habe… eigentlich wollte ich Sie zu einem Kaffee einladen, aber... ich dachte, ich sage besser, dass ich verheiratet bin!“ – „Warum? Wollten Sie mir den Kaffee ans Bett bringen?“ frage ich. Ich meine, was soll denn das? “Ah, da ist ja meine Lieblingshypertonie!“ trompetet Gellerhäuptchen über den Flur. Dann doch lieber: Sie haben aber abgenommen. Scheißtag. „Haben Sie´s gehört?“ sage ich, „Der Arzt meint, ich habe Bluthochdruck! Ich fürchte, das wird nix mit Kaffee!“ (Absatz) Von 7 Monaten auf 180 Sekunden, Gott, wie weit bin ich gesunken!

14.08.2006 um 22:33 Uhr

Hochdruck

von: Lapared

Tja, und während Curd Rock (leider bildlich undokumentiert) eine Weltmacht wegbläst, muss ich mich (leider absatzlos) dazu bekennen, mit Hochdruck (leider im wahrsten Sinne des Wortes) an einer Kampagne zu arbeiten, die Frauen weltweit einen Kleinwagen als idealen Partner verkauft. Wie global muss mein Problem sein, dass ein renommiertes Marktforschungsinstitut gute Erfolgs-Chancen für diese Positionierung sah...

14.08.2006 um 21:21 Uhr

Attemtat

von: Lapared

Liebe Milliömchen, (Absatz) Horst umd ich simd in Badelatschem in weißem Haus umd machem eim Attentat (gemauer gesagt ICH, Horst ist nur meim Sexsklave). Sobald George Dabbeju heim kommt, pupse ich ihm mittem zwischen die Augen. Ach, Ihr solltet es sehem! Aber ich kamm ja keim Fotos merh eimstellem, jammerschade . .. .(Abstz) Euer (Absatz) Curd Rock (Absatz) (Gemie, Maler, Bildhauer, Poet... Attemtäter. Fett: Umd werdemder Ex-Blogigo-Starautor, jawohl!!!) (Absatz) P.S. Nimchem, das geht nicht, es geht eimfach nicht, schluchz!!!

13.08.2006 um 20:43 Uhr

Happy Birthday

von: Lapared

Wenn irgendwo eine Tür nicht schließt, klemmt irgendwo anders ein Fenster, sagt man. Bei mir gehen diverse Türen nicht zu. Die Tür Dick, die Tür Blog, die Tür Job... egal, was der Verstand oder meine Schwester sagen, ich kann bestürzend schlecht abschließen. Zeit, nach der klemmende Luke zu gucken, denke ich, und erwäge wieder mal, mich auf die Couch zu hauen. Warum nicht, hm, hm. Unter Umständen, sinne ich weiter, hilft das ja auch gegen meinen aufsehenerregend erhöhten Blutdruck, von dem ich mir, während ich mein Kübelchen Kaffee trinke, Salzstangen knabbere und mich freue, dass ich heute schon nach 12 Stunden Arbeit zu hause bin, nichts anderes vorstellen kann, als dass er psychosomatisch ist. 200 zu 140, so was. Trotz Sport und peinlich gepflegtem Untergewicht. Heute hat D. Geburtstag, schön, dass wenigstens einer von uns alt wird.

13.08.2006 um 00:09 Uhr

Letzte Hoffnung Horst

von: Lapared

Meine Schwester sagt, dass ich jetzt keine Absätze mehr machen kann, wäre ein Zeichen. „Was für ein Zeichen?“ frage ich. „Ein Zeichen aufzuhören!“ sagt sie. (Absatz) Es ist wirklich sehr mühsam geworden zu schreiben. Bilder kann ich auch nicht mehr einstellen. Curd Rock ist erschüttert. Aber deshalb gleich aufhören? (Absatz) „Ich weiß nicht“, sage ich, „ich habe durch dieses Blog die unsterbliche Liebe meines Lebens 2006 verloren, ich habe durch dieses Blog die unsterbliche Liebe meines Lebens 2005 sehr verletzt, und nun soll ich damit aufhören, weil die Absätze nicht funktionieren?“ – „Es ist ein Zeichen“, beharrt meine Schwester, „ein kleiner Schicksalswink, der Dir sagen will, dass Du gerade große Scheiße baust!“  - „Guck an, was für ein pfiffiger kleiner Wink!“ – „Dass Du vielleicht wirklich besser mal eine Zeit die Tippfingerchen still hälst und einfach fühlst, was fühlst, und nicht, was Du denkst, dass gut klingt, wenn Du es fühlst.“ - „Tu ich doch. Wenn´s nach gut Klingen ginge, hätte ich wohl schon vor Monaten ein beherztes Arschloch! gefühlt.“ –  „Du könntest Dich auf Dich selbst konzentrieren, statt auf Deine Selbstdarstellung!“ – „Wozu? Vom in den Spiegel Gucken wird man nicht schöner, man muss sich schon schminken.“ – „Du könntest einfach mal hinsehen, einfach mal in Ruhe hinsehen!“ – „Und dann?“ - „Keine Ahnung. Aber selbst als es Dir sauschlecht ging und Deine größte Sorge war, Dick zu verlieren, war Deine zweitgrößte schon: Wie schreib ich´s am schönsten auf? Das ist doch bekloppt!“ – „Besser als: Wie bringe ich mich am besten um? DAS wär bekloppt!“ – „Aber poetischer mit Sicherheit...“ – „Hm. Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ich weiß nicht...“ – „Und abgesehen davon, bist Du in einem Dilemma.“ – „Ja. Ich kann keine Absätze machen.“  - „Du bist in einer paradoxen Klemme, egal was passiert, erzählen kannst Du´s nicht, unmöglich!“ – „In flotte Form gebracht, ist jeder Inhalt entschuldbar. Ich bin Werber und schamlos, ich erzähl´ alles, kennst mich doch.“ – „ Wenn Du jetzt mit lovely 119 wieder was anfängst, anfangen würdest, kriegst Du den Idiotenschein. Wenn Du mit Dick noch eine Runde in den Ring steigst - zur dritten oder vierten, ich komm schon nicht mehr mit - kriegst Du den internationalen Idiotenschein.“ – „In Gold...“ – „Wenn Du ruckzuck einen Neuen hast, bist Du der dumme weibliche Wurm, der nicht ohne Kerl kann, und wenn Du nichts mit Niemandem anfängst, langweilst Du die Leute zu Tode.“ – „Hm, und nu?“ – „Aufhören!“ – „Du meinst, es besteht nicht die geringste Wahrscheinlichkeit, dass mein Leben auch ohne Beziehung einen gewissen Unterhaltungswert hätte? Zumindest auf dem Papier? Verpackt, in meine unnachahmlichen, witzig-charmanten Worte?“ – „Planst Du ein Bush-Attentat? Einen Sexskandal mit unserem Bundespräsidenten? Die Erstbesteigung eines Achttausenders in Badeschlappen? Ansonsten: Nein!“ – „So ein Scheiß. Obwohl, der Horst...“ (Absatz)  So, und nun probiere ich mal pocoos Tipp, sehe ich auch erst jetzt, eine Mail-Benachrichtigung bei neuen Kommentaren gibt´s ja auch nicht mehr, hmpf hmpf hmpf...

10.08.2006 um 22:11 Uhr

PS

von: Lapared

Positiv ist auch, dass ich mich über Folgendes aufregen kann:Warum kann ich keine Absätze einfügen? (Absatz) Warum erscheinen die Buchstaben nur zeitverzögert? (Absatz) Warum habe ich keine Vorschaufunktion mehr? (Absatz) Warum geht das mit einem Mac hier alles nicht richtig? So ein Scheiß. (Absatz, 20 Punkt, Fett) Es funktioniert wirklich nichts!!!

10.08.2006 um 22:06 Uhr

Es geht aufwärts

von: Lapared

Dass es nach einer gescheiterten Liebe wieder aufwärts geht, merkt man am besten daran, dass andere Katastrophen im Bewusstsein endlich wieder den gebührenden Raum einnehmen. Werten wir es also als positives Zeichen, dass ich über folgenden Ausspruch des CDs H. überhaupt ein Wort verliere:<BR><BR> „Liebe L.“, sagte er, „ich spüre Dein Bemühen. Ich sehe, Du strengst Dich wirklich an. Aber für´s Anstrengen wirst Du nicht bezahlt."<BR><BR>Ich weiß, wann es besser ist zu schweigen. Leider tue ich es nicht. <BR><BR>„Lieber H.“, sage ich, „ich spüre Deine Unzufriedenheit. Ich sehe, dass sie berechtigt ist. Aber ich bin kein Automat, trotz Bezahlung fällt nicht immer was raus." <BR><BR>Blöder Fehler. Saublöder Fehler. Dass es nach einer gescheiterten Liebe kontinuierlich weiter in den Keller geht, liegt daran, dass man einfach Scheiße baut.<BR><BR>Jetzt werde ich wohl die ganze Nacht sitzen, damit doch noch was rausfällt. Mensch, ich bin aber auch eine arme Sau.

09.08.2006 um 21:23 Uhr

Wettannahme

von: Lapared

„Ich sag sechs Wochen, B. meint zwei Monate. Was denkst Du?“

Allmählich gewinne ich den Eindruck, meine Schwester und ihr B. schließen Wetten darauf ab, wie lange es dauert, bis D. wieder bei seiner Frau lebt.

„Ich weiß nicht...“ , sage ich, mit dem Thema beschäftige ich mich lieber noch nicht. „Na komm, um drei Schüsseln Griespudding! Was sagst Du?“ – „Du bist SO böse!“ – „Wer bitte hat mich erfunden? Also, zier Dich nicht. Drei Wochen? Drei Monate? Ein halbes Jahr?“ – „Ach, ich weiß nicht... ich glaube… ehrlich gesagt denke ich, er wird sich wirklich von ihr trennen. So richtig.“ Ich höre meine Schwester die Augen verdrehen. „Klar. Denn so eine Scheidung ist eine tolle Gelegenheit, wieder zusammenzukommen, ein unverdächtiger Anlass, wieder Kontakt aufzunehmen, die perfekte Tarnung für ein Wiederanbandel-Vorhaben, das sonst – zumal wenn man keine Bleibe hat - ein bisschen billig erscheinen könnte.“ – „Ach, ich weiß nicht... ist das nicht ein bisschen paranoid? Ich meine, es gäbe sicher auch Menschen, die eine Scheidung als glaubwürdiges Zeichen für ernsthafte Trennungsabsichten deuten würden. Und die darin vielleicht sogar einen Beweis sähen, dass ich für ihn nicht nur eine Affäre, sondern – wie Miranda sagen würde - eine Kernerschütterung war.“ – „Eine Scheidung um sich zu trennen? Wie unoriginell!“ – „Das stimmt zwar, aber...“ - „Wart´s ab! Er wird sich ihr mit ernsten Scheidungsabsichten wieder nähern, und tra-ri-tra-ra! dabei passiert´s, beide Seiten entdecken – welch eine Überraschung! - doch jene für immer zerstört oder verloren geglaubten Gefühle wieder... und man versucht es noch mal!“ - „Du bist wirklich böse.“ Ich mein´, auf so was muss man doch erst mal kommen!

Ich frage mich, ob meine Schwester und ihr B. auch noch andere Wetten abschließen. Zum Beispiel, wann ich wieder zurück in den alten Bahnen bin. Wann ich die nächste Badehose in mein für immer gebrochenes Herzchen schließe.

Aber als meine Schwester wird sie bei allen Spekulationen hoffentlich berücksichtigen, dass meine Gefühle viieeel größer sind. Dass ich viiieeeel seriöser bin. Dass ich nie von Einem zum Nächsten marschiere, nie!

Ich denke mal, sie schätzen mich wenigstens auf ein Jahr. Ein Jahr wenigstens. Will ich doch hoffen. Oh Gott, ein ganzes Jahr...?

08.08.2006 um 22:30 Uhr

Premiere

von: Lapared

Wenn man wie ich in dieser ungünstigen Phase aufgewachsen ist, als die meisten aufgeklärteren Haushalte von Schlägen auf Liebesentzug umstellten und man aus reiner Vorsicht, weil die Eltern der einen noch nicht und der anderen Methode nicht mehr trauten, beide Behandlungen bekam, den Arsch voll und das „Papa und Mama wollen so ein Kind nicht mehr“, die klassische Ohrfeige und die total gewaltfreie Intervention, auf Autobahnparkplätzen stehen gelassen zu werden… wenn man sich aufgrund dieser unvergesslichen Erfahrungen auch als Herangewachsener stets vorbildlich verhält, um nach Möglichkeit weder versohlt und auf gar keinen Fall verlassen zu werden, und sich daher totsicher darauf verlassen kann, dass man es wird… wenn man noch dazu zu jenen besonders traurigen Exemplaren gehört, die mit fast 40 immer noch den Eltern die Schuld an allem geben und es nicht für nötig halten, bei sich selbst etwas zu ändern, dann... dann… jetzt hab ich den Faden verloren.

Aber ich glaube, ich wollte sagen, dass es für mich ein Ereignis größter Bedeutung war, Dicks Avancen abzuschlagen. Nicht nur verlassen worden zu sein, sondern, wenn auch sekundär, endlich mal verlassen zu haben. Klar und unmissverständlich tot ziens! zu sagen. Für mich, obwohl wie gesagt nicht mehr so ganz 17, ein Debüt, eine Premiere, etwas, das ich bei einem Menschen, den ich liebe, so liebe, noch nie getan habe... aber glanzvoll war daran nichts. Glanzvoll war nichts.

Ja, doch. Einen Augenblick war ich wie berauscht. Dem hatte ich´s gezeigt... nicht noch mal, nicht mit mir, nicht mit Lapared, der neuen Macht im Norden!

Aber nach ein paar Minuten war der Machtrausch schon vorbei und alles, was blieb, war diese schreckliche Stille. Ein leises „Ich Vollidiot!“ stieg darin auf. Ich habe ihm tatenlos gelauscht.

08.08.2006 um 10:15 Uhr

So nicht

von: Lapared

„Der will doch nur spielen!“ hatte meine Schwester gesagt, als ich sie vor sechs Tagen anrief um zu erzählen, dass Dick wortlos verschwunden sei.

„Hab ich´s gesagt oder hab ich´s gesagt!“ sagte sie deshalb gestern, als ich sie anrief, um zu erzählen, dass er nun doch noch mal reden will.

„Und was hast DU gesagt?“ musste sie nicht fragen, denn sie ist meine Schwester, sie kann es sich denken.

„Und weißt Du, was ich gesagt habe?“ musste stattdessen ich sie fragen.

„Ich hoffe, Du hast gesagt, dass Du darauf keinen Wert mehr legst. Ich hoffe, Du hast gesagt, dass er nicht gut für Dich ist. Ich hoffe, Du hast gesagt, dass Du einen Partner willst, der seine Wünsche sagt, statt Dich damit zu erpressen. Der akzeptieren kann, dass Du nicht jeden Wunsch erfüllst. Und der Konflikte auf Augenhöhe mit Dir austrägt und nicht, wenn Du auf allen Vieren kriechst, weil er gegangen ist. Ich hoffe sehr, Du hast gesagt, wie schlimm er Dich verletzt hat, dass Du krank bist, und dass Du auf einen Menschen pfeifst - jawohl pfeifst! - für den Verlassen zum Verhandlungsrepertoire gehört, wie für Amerika der Vernichtungsschlag. Ich hoffe, Du hast gesagt, dass aller guten Dinge drei sind, und dass drei Mal vom Selben in Sicherheit gewogen und dann mit Anlauf in den Arsch getreten werden selbst Dir - Madame Gib´s mir – endgültig reicht!“

„Genau das hab ich gesagt.“

„Nein!“

„Wohl!“

„Du bist zu nett, die Sau ist mein Part!“

„Und wer bitte hat den erfunden?“

„Stimmt auch wieder.“

Ob ich das meine? Ob ich das wirklich meine? Sonst würde dieser Eintrag nicht erscheinen.

07.08.2006 um 12:58 Uhr

Curd Rock - das Gemie kotzt

von: Lapared

Mir geht ncht gut. Mir geht gar nicht gut...

Jezt ist es soweit. Curd Rcok, Maler, Dichter, Biildhauer umd... Bullemicker!!!

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07.08.2006 um 09:46 Uhr

Curd Rock - griesgränig

von: Lapared

Griespuddimg, Griespuddimg, Griespuddimg... seit tagem nichts als Griespuddimg. Keimer da, der für meime gesumde, vitamimreiche Ernährumg sorgt. Ich bim kleim umd alleim umd völlig mir selbst überlassem.

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PPPPPPPPPFPFPFFFFFFFFFFFFFFFFFFFfffffffffffff f fffff fff f ff f...pf .......f .... .. p

05.08.2006 um 23:39 Uhr

Nachtrag

von: Lapared

Natürlich lag es nicht nur am Blogschreiben. Auch meine anderen Methoden, mich zurückzuziehen, haben ihn verletzt. Als ich zum Beispiel wieder mal ein paar Tage für mich sein wollte. Wenn ich mal alleine in die Sauna gehen wollte. All diese kleinen Rückzüge, die ich mir in den ersten Wochen des Kämpfens und Liebens und Kämpfens nie gestattet hättet, mir zuletzt aber, weil ich schlicht nicht mehr konnte und außerdem glaubte, wir seien so weit, ein bisschen Frieden und Sicherheit wären eingekehrt, vorsichtig wieder traute, dieses typisch Lapared´sche Abgrenzen... das hat ihn verletzt. Berechtigt oder nicht (denn darum geht es ja gar nicht, darum geht es nicht!), es hat ihn verletzt.

Aber auch davon hat er nichts gesagt. Auch er war müde von all dem Kämpfen. Stattdessen sagte er: Es ist okay, Schatz. Und beschloss, mich zu verlassen.

Und ich, ich lebe jetzt im Hotel. Die Wohnung, in die ich noch vor wenigen Tagen manchmal nicht gehen wollte, weil ER dort war, jetzt ertrage ich sie nicht, weil er nicht dort ist.

Wer hätte gedacht, was? Wer hätte geahnt, dass ausgerechnet Dick, Camping-Dick, mich irgendwann zwingen würde, ins Hotel zu gehen?

05.08.2006 um 23:29 Uhr

What kind of Blogger?

von: Lapared

Als ich der lieben, klugen und auch sehr leiderprobten Frau D. erzählte, was passiert ist, hat sie mir diesen Cartoon geschickt.

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Eine spannende Frage: What kind of blogger bin ich?

Und im Zusammenhang mit dem jüngsten Weltuntergang durchaus relevant, denn Dick hat mich genau dessentwegen verlassen, was ich gerade tue: wegen des Blogschreibens. Halten wir also eine Minute inne und gewahren wir, dass dieses billige, kleine Lesevergnügen hier die pathologisch selbstdarstellungsbemühte, aber trotzdem doch irgendwie sympathische Autorin das Wertvollste gekostet hat, was sie glaubte, zu besitzen.

…siebenundfünfzig, achtundfünfzig, neunundfünfzig, Danke.

Tja, so ein Schiete. Aber so ist es. Das immerhin hat er noch für mich getan. Nach etwa 215 Mails, 178 AB-Botschaften und sogar 3 SMS, nach Anrufen bei der Polizei und in Krankenhäusern (die Autorin leidet ebenfalls an Selbstüberschätzung und kann sich vorstellen, dass sich jemand ihretwegen etwas antut), nach einer schlaflosen Nacht und einem Gau am darauffolgenden Tag in der Agentur, erhielt ich eine Mail. Und weiß jetzt wenigstens warum.

Und kann ihn verstehen.

Es hat ihn verletzt, dass ich, nachdem er, als die Ferien zuende waren, zu mir gekommen war, wieder mit dem Blogschreiben begonnen habe. Dass ich darauf nicht verzichten konnte, obschon er so viel für mich aufgegeben hatte. Dass ich mir dafür Zeit nahm, und gleichzeitig für ihn beinahe gar keine mehr hatte. Dass ich dort der ganzen Welt erzählte, was eigentlich nur uns, ihn und mich, betraf. Das Intimste, und nicht mal anonym, weil es auch Menschen gibt, die uns kennen, die das Blog lesen können. Freunde von mir und – die Vögelchen – Freunde von ihm.

Irgendjemand, der das nicht versteht?

Also, warum tue ich das? Warum um alles in der Welt tue ich das? „show? selbstmitleid? profilierungsdrang gekoppelt an aufmerksamkeitsdefizit?“, wie ein besonders begeisterter Leser jüngst im Gästebuch spekulierte? Will ich von Menschen geliebt werden, die ich gar nicht kenne - möglichst vielen - und verkaufe dafür den einen, den wunderbaren Menschen, der mich liebt? Und wenn ja, warum? Weil ich mich lieber in steigenden Leserzahlen räkle als in immer denselben langweiligen zwei Armen? Weil ich lieber in Beliebtheitsranking ganz oben stehe als neben einem Mann, den ich liebe, vor hurra dem Traualtar? Oder viel einfacher: Weil jener eine in meiner Küche rumkrümelt und die vielen anderen nicht?

Genau. Ich armselige, kleine Sau.

Und nach dieser wie stets charmanten, kalkuliert entwaffnenden Selbstkasteiung darf ich Folgendes vielleicht auch noch erwähnen:

Ja, ich kann Dick verstehen. Ich finde es absolut nachvollziehbar, was er fühlt. Aber was ich nicht verstehe: Ich habe ihn gefragt, ich habe ihn um Erlaubnis gebeten, wieder Blog zu schreiben. Und er weiß, wie und worüber ich schreibe - nicht nur von den Vögelchen - als wir zelten waren, habe ich ihm einen ganzen Monat ungekürzt und unredigiert vorgelesen. Das Original. Das war ganz schön Arbeit, da gab es Einiges zu erklären, denn – auch wenn das jetzt für viele ein riesiger Schock sein mag – nicht alles stimmt, was ich schreibe, besser gut gelogen als aufrichtig gelangweilt, sage ich mir manchmal, und so musste ich mit Dick erstmal Dichtung und Wahrheit auseinander puzzeln und auch jene heiklen Stückchen Wahrheit anfassen, die sich manchmal in der Dichtung verbergen. Aber wir haben das geschafft. Einen ganzen Monat. Und am Ende sagte er, ich solle unbedingt weiter machen, er wolle es nicht mehr lesen (Banause!), aber ich müsse auf jeden Fall weiter schreiben.

Einmal, daran erinnere ich mich, hat er gesagt, dass es "nett wäre", wenn ich ihm erzählen würde, was ich schreibe. Vor zwei Wochen ungefähr, wir lagen gerade friedlich auf dem Sofa. Ich dachte, friedlich. Und so dachte ich auch: ja sicher, sicher wäre das „nett“, aber ich kann und muss nicht IMMER nett sein. Ich gebe ihm doch sonst schon alles. Ich verzichte auf mein geheiligtes Alleinsein, ich überlasse ihm den Gazastreifen, mein Wohnung, ich vergesse alle Ambitionen, den Traum vom Buch- oder Drehbuchschreiben und scheiße stattdessen Kleinwagenspots so viel und schnell ich kann für unser großes Haus. Und nun muss ich auch noch die Gemeinheiten meines Blogs preisgeben?

Ich dachte, wenn ich ihm erzähle, was ich schreibe, haben wir jeden Abend Diskussionen, dann ist das Blog für mich nicht mehr das, was es tatsächlich ist: Ventil für die bekloppten Aggressionen, mit denen ich leider stets auf Unbekanntes reagiere. Eine Hilfe, die Dinge neu zu beleuchten und mit Abstand und Humor darauf zu schauen. Psychohygiene, Katharsis und – pardon - Kotztüte, das alles könnte das Blog nicht länger sein, wenn ich ihm erzählen würde, was ich schreibe. Dann nicht mehr. Dann würde das Schreiben Teil unserer Beziehung und wäre nicht länger meine eigene Rückzugswelt.

Denn das ist es, eine Rückzugswelt. Bei aller unbestrittenen Eitelkeit und Krankhaftigkeit, die mir jede „luzi“, der es wohl tut, gerne unterstellen darf, weil meiner Rückzugswelt eben jene paradoxe Besonderheit anhaftet, dass sie öffentlich ist. Ein Blog. Zu lesen für die ganze Welt, aber von der Person, um die es geht, besser nicht. Womit, guck an, auch unsere kleine Ausgangsfrage beantwortet wäre. Ich bin, ta-ta:

Neurotic blogger. The love of my life is such an asshole.

Nichts desto trotz war er doch the love of my life.

03.08.2006 um 08:33 Uhr

Ausgespielt

von: Lapared

Und wieder mal geht die Welt unter.

Wenn´s nicht geht, dann geht´s eben nicht... in dem Moment, wo es zu gehen schien, war das leicht gesagt. Gelassenheit... hab ich das geschrieben?

Ich erreiche ihn nicht. Ich mache mir schreckliche Sorgen. Ich mache mir Millionen Vorwürfe. Die letzten Tage laufen immer wieder vor mit ab und ich denke, da war ich ein Arschloch… da… da… da…und da, ein Riesenarschloch!

Ich sehe alles wieder vor mir und mir wird klar... Er wusste es schon seit Tagen. Er hatte es genau so geplant. Zum zweiten Mal ist er nur noch einmal zurück gekommen, um sich zu verabschieden. Um mir noch eine Weile zuzusehen, mich dabei in Sicherheit zu wiegen, und es für sich in Ruhe zu Ende zu bringen.

Dasselbe Muster wie beim letzten Mal, er kann erst dann gehen, wenn er erreicht hat, was er wollte. Wenn ich so weit bin, dass ich ihn zulasse. Damals im Herzen. Diesmal in meinem Leben und in meiner Wohnung. Er geht genau an dem Punkt.

Denn es schien wirklich gerade gut zu werden. Ich fing an mich zu entspannen, ich fing an, ihm wieder zu vertrauen, ich fing an, mich an ihn zu gewöhnen. Die letzten zwei Abende waren schön, leise, liebevoll. Ich habe mich auf ihn gefreut, als ich nachhause ging. Zeit zu gehen für meinen Dick.

Und nun sitze ich hier nach einer schlaflosen Nacht. In der blitzblank geputzten Wohnung, mit frisch bezogene Betten, neuen Regalen und drei Schüsseln Griespudding, die ich nie anrühren werde.

Das hat er dieses Mal besser gemacht. Ein schöner sauberer Abgang für sein geliebtes Lchen, das es so gerne sauber hat. Nicht wie letztes Mal. Kein Schlachtfeld, keine blutverschmierten Laken diesmal, keine verzweifelte letzte Nacht. Alles schön ordentlich.

Oder hab ich den siebten Sinn? Hab ich gespürt, dass er mich verlässt, dass es nicht klappt für ihn hier, dass er gehen wird? War ich es, die ihn genau an diesem Punkt erst wieder zulassen konnte? Sind es nicht seine Muster sondern meine? Oder unsere? War das alles hier nur ein großer neurotischer tragisch-komischer Tango?

Wir haben es beide gemacht, keine Frage. Wie auch immer, die Musik ist aus.

02.08.2006 um 22:45 Uhr

Doch nicht

von: Lapared

Ich weiß, das glaubt mir jetzt kein Mensch, keiner. Ich kann es ja selbst nicht glauben.

Ich bin nachhause gegangen. Ganz schnell. Aber nicht schnell genug. Als ich nachhause kam war er weg, ich bin zu spät gekommen.

Ich wusste es, als ich die Schlüssel im Briefkasten fand. Als ich rauf in die Wohnung kam, waren all seine Sachen verschwunden. Kein Brief, kein Zettel, nicht mal ein Post it. Nichts.

Nur drei Schüsseln Griespudding im Kühlschrank. Den esse ich so gern.

02.08.2006 um 20:41 Uhr

Geht doch

von: Lapared

Endlich. Ein Licht. Hoffnung. Der gute Stern aller glücklichen Beziehungen ist aufgegangen und funkelt nun auch über uns: Gleichgültigkeit. Das sogenannte gesunde Maß davon. Oder nennen wir es Gelassenheit. Oder angehende Drogenabhängigkeit. Das gilt jedenfalls für mich.

Angefangen hat sie als Erschöpfung, nach all dem Kämpfen und Anstrengen ein innerliches Waffenstrecken, ein tief empfundenes: verdammte Scheiße, wenn´s nicht geht, dann geht´s eben nicht, ich kann nicht mehr. Und irgendwie ist – auch jetzt, wo ich wieder könnte - das wenn´s nicht geht, dann geht´s eben nicht geblieben. Verdammt schade, aber wenn´s nicht geht, dann geht´s eben nicht. Und plötzlich... geht´s doch. Es geht, es wird immer besser.

Ich gehe jetzt nachhause. Ich freue mich auf ihn. Ich gehe ganz schnell.

01.08.2006 um 21:53 Uhr

Mal was ganz anderes

von: Lapared

Aus Zeitgründen – und weil sich mein Leben schließlich nicht nur um D. dreht - heute einfach mal eine der lustigen Filmideen, die ich mir für die Agentur gerade ausdenken muss. Für einen Kleinwagen, Frauen sollen ihn kaufen, deshalb wird er vom Hersteller als „der perfekte Partner“ positioniert.

Filmidee: „Momente der Wahrheit“.

Wer kennt sie nicht, wer hat sie noch nie erlebt: diese Momente der Wahrheit, diese Augenblicke der Offenbarung, diese historischen Aha-Erlebnisse, wenn uns unwiderruflich dämmert, dass der Mensch an unserer Seite wieder mal nicht der Richtige ist.

Der Spot zeigt uns in verschiedenen Szenen ein paar Klassiker dieses Genres:

Eine Frau schlägt betreten die Augen nieder. Der Mann neben ihr bringt seine Häschenzähne-Nummer. Wir sind auf der Familienfeier und außer Opa keiner, der lacht. Cut.

Ein Mann betrachtet mit eingefrorenem Lächeln seine Freundin, die neben ihrer Mutter auf der Couch sitzt und sich unterhält. Unglaublich, die Ähnlichkeit... beängstigend! Cut.

Frau und Mann beim Candlelight-Diner. Stumm sieht sie ihm zu, wie er per Taschenrechner akribisch die Rechnung teilt. Cut.

Ein Mann heulend im Kino, es läuft Bambi. Die Frau neben ihm starrt auf die Leinwand und tut, als ob sie ihn gar nicht kennt. Cut.

(Off:)
„Für alle, die den Richtigen vielleicht noch nicht gefunden haben...“

Eine Frau mit schweren Aktenkoffern geht früh morgens aus dem Haus. Hinter der Scheibe winkt ihr ein Mann mit dem Staubfeudel. Die Frau lächelt gequält. Dann steigt sie in ihren XY, ihre Gesichtszüge entspannen sich, zufrieden fährt sie davon.

(Chart/Off:)
„Der neue XY. Ihr perfekter Partner.“

Ja, DAS liebe ich so an meiner Arbeit. Sie ist anstrengend, sie ist stressig, momentan sitze ich wieder vierzehn, fünfzehn Stunden am Tag. Aber wenigstens bringt sich mich mal auf völlig, völlig andere Gedanken.

P.S. Der Film kam im Prinzip gut an. Nur die letzte Szene mit dem Staubfeudel war einigen noch nicht stark genug... Ich soll noch mal drüber nachdenken. Und das tue ich auch. Denn eigentlich ist so ein Hausmann doch gar nicht schlecht.