Anleitung zum Entlieben

01.08.2006 um 21:53 Uhr

Mal was ganz anderes

von: Lapared

Aus Zeitgründen – und weil sich mein Leben schließlich nicht nur um D. dreht - heute einfach mal eine der lustigen Filmideen, die ich mir für die Agentur gerade ausdenken muss. Für einen Kleinwagen, Frauen sollen ihn kaufen, deshalb wird er vom Hersteller als „der perfekte Partner“ positioniert.

Filmidee: „Momente der Wahrheit“.

Wer kennt sie nicht, wer hat sie noch nie erlebt: diese Momente der Wahrheit, diese Augenblicke der Offenbarung, diese historischen Aha-Erlebnisse, wenn uns unwiderruflich dämmert, dass der Mensch an unserer Seite wieder mal nicht der Richtige ist.

Der Spot zeigt uns in verschiedenen Szenen ein paar Klassiker dieses Genres:

Eine Frau schlägt betreten die Augen nieder. Der Mann neben ihr bringt seine Häschenzähne-Nummer. Wir sind auf der Familienfeier und außer Opa keiner, der lacht. Cut.

Ein Mann betrachtet mit eingefrorenem Lächeln seine Freundin, die neben ihrer Mutter auf der Couch sitzt und sich unterhält. Unglaublich, die Ähnlichkeit... beängstigend! Cut.

Frau und Mann beim Candlelight-Diner. Stumm sieht sie ihm zu, wie er per Taschenrechner akribisch die Rechnung teilt. Cut.

Ein Mann heulend im Kino, es läuft Bambi. Die Frau neben ihm starrt auf die Leinwand und tut, als ob sie ihn gar nicht kennt. Cut.

(Off:)
„Für alle, die den Richtigen vielleicht noch nicht gefunden haben...“

Eine Frau mit schweren Aktenkoffern geht früh morgens aus dem Haus. Hinter der Scheibe winkt ihr ein Mann mit dem Staubfeudel. Die Frau lächelt gequält. Dann steigt sie in ihren XY, ihre Gesichtszüge entspannen sich, zufrieden fährt sie davon.

(Chart/Off:)
„Der neue XY. Ihr perfekter Partner.“

Ja, DAS liebe ich so an meiner Arbeit. Sie ist anstrengend, sie ist stressig, momentan sitze ich wieder vierzehn, fünfzehn Stunden am Tag. Aber wenigstens bringt sich mich mal auf völlig, völlig andere Gedanken.

P.S. Der Film kam im Prinzip gut an. Nur die letzte Szene mit dem Staubfeudel war einigen noch nicht stark genug... Ich soll noch mal drüber nachdenken. Und das tue ich auch. Denn eigentlich ist so ein Hausmann doch gar nicht schlecht.