Anleitung zum Entlieben

17.09.2006 um 13:39 Uhr

Sonnenschein

von: Lapared

Wenn die Sonne derart lacht, kriege ich selbst immer schlechte Laune, weil man dann alle Pläne, die man hatte, über den Haufen werfen muss, um das Wetter, dass sich freundlicherweise bequemt, mal schön zu sein, zu genießen. Hmpf. Und weil man so was natürlich keinem sagen darf, wenn man nicht als Vollarsch gelten will, sondern beglückt in die Freizeithose steigen muss und raus an den See. In unseren Breitengraden könnte schließlich jeder Sonnentag für lange Zeit der letzte sein, damit muss man rechnen, man ist quasi verpflichtet, jeden Sonnenstrahl zu genießen und ich hasse Verpflichtungen. Hmpf. Und die Arschkarte hat man, wenn sich dann, wie auch schon vorgekommen, ein schöner Tag an den anderen reiht, und man genießt und genießt und wenn man gerade die Nase voll hat vom Genießen läuft im Radio Pohlmanns „Wenn jetzt Sommer wär“ und man beißt die Zähne zusammen und genießt fingertrommelnd weiter. Hmpf. Für den normalen Arbeitnehmer stellt sich diese Problematik nicht, der hat´s gut, der schaut bei Sonne einfach aus dem Fenster des Hühnerkäfigs, in dem er seine Eierchen verdient, und stöhnt von der Last des Genießens befreit „Hach, was ein herrliches Wetter, eine Schande, dass ich arbeiten muss!“. Und bemitleidet sich. Aber unsereins, freischaffend und teilweise wochenlang von der Last der Werktätigkeit befreit, kommt bei Sonnenschein zu nichts. Hmpf.

So, und jetzt entschuldigen Sie mich, ich muss raus und das herrliche Wetter genießen... Höm.