Anleitung zum Entlieben

19.09.2006 um 21:20 Uhr

Lapared goes Scrat Schrägstrich mad

von: Lapared

Nach dem 1. Laparedschen Attraktivitäts-Gesetz („Die Begehrlichkeit einer Sache steigt im selben Maße, in dem die Wahrscheinlichkeit, dieser Sache habhaft zu werden, abnimmt.“) müsste ich auf eine Therapie mittlerweile versessen sein wie Ice Age Rattenhörnchen Scrat auf seine Eichel. Gesetz ist Gesetz, so isses. Ich will will will meine Therapie, und zwar genau an jenem quirligen kleinen Institut, das zwei Wochen brauchte, um mir einen Fragebogen zuzuschicken, und das - wie sich inzwischen abzeichnet – vermutlich zwei Jahre damit beschäftigt sein wird, dieses komplexe Dokument auszuwerten.

Gesetzestreu hänge ich mich rein. Und lande wieder bei meiner guten alten Freundin aus dem Vorzimmer. „Wir leben in einem Zeitalter der kollektiven Neurose!“ eröffne ich bewusst konsensorientiert. „Wie bitte?“ – „Ich bin´s, Frau Lpunkt, ich dachte nur… es müssen wohl sehr viele Menschen Probleme haben, wenn der Andrang bei Ihnen so groß ist, dass sie vier Wochen zum Auswerten von fünf Fragen brauchen.“

Stille.

„Frau Lpunkt, sagten Sie...“ - „Jawohl.“ – „Ja, ich weiß, wer Sie sind.“ - „Da wissen Sie ja mehr als ich. Bestimmt wissen Sie auch, wann ich einen Termin für mein Erstgespäch habe?“

Stille.

„Hallo???“

„Ja also Frau Lpunkt, es ist so... Wir hatten den Eindruck, dass es Ihnen mit der Therapie nicht besonders ernst ist!“ - „Wie das?“ Unglaublich. „Nun. Bei der Frage, was Ihnen an einem Therapeuten wichtig wäre, haben Sie geantwortet: Dass er kein Waldschrat ist.“ – „Ja. Und?“ Hatte ich das wirklich geschrieben? Ich brauche eine Therapie. – „Nun. Es erschien uns, als würden Sie sich über unsere Therapeuten lustig machen!“ – „Durchaus. Absolut. Das ist Teil meiner Symptomatik, in letzter Zeit springe ich jedem mit dem Arsch ins Gesicht. Können Sie mir folgen?“ – „Frau Lpunkt, wir...“ – „Irgendwie tue ich mich schwer im Umgang mit Menschen, mich selbst übrigens eingenommen. Ich bin ungeduldig, mein Blutdruck ist zu hoch, also, wann habe ich mein Erstgespäch?“ - „Frau Lpunkt, die Therapeutenversammlung ist zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Feindseligkeit schon im Vorfeld der Analyse…“ – „Feindseligkeit, da sagen Sie was. Um meine Feindseligkeit müssen wir uns auch dringend kümmern.“ – „Aber Waldschrat, das ist nun wirklich nicht...“ – „Ich weiß, aber... eine Therapie kostet eine Menge Geld! Ich möchte eben nicht so eine verhuschtes Männlein, das selber so lebensuntüchtig ist, dass es außerhalb dieses Instituts einen Schülerlotzen braucht, um über die Straße zu gehen, sondern...“ – „Frau Lpunkt, unsere Therapeuten sind durchaus...“ – „Sondern einen einigermaßen ansehnlichen, im Leben stehenden, gesprächsfreudigen Menschen. Der sich nicht in eine Wolke durchgeistigten Schweigens hüllt, sondern mich Teil haben lässt, an dem kostbaren Gedankengut, das seinen Kopf durchzieht. Und für das ich schließlich bezahle.“ - „Frau Lpunkt, bedaure, Sie werden sich einen Therapeuten außerhalb unseres Instituts suchen müssen!“ – „Aber nein! Nein! Ich bin sicher, jeder Ihrer Therapeuten erfüllt diese Kriterien, es ist doch nur so ein dummes Klischee, dass die Analytiker alle…“ Klick.

Klick? KLICK? Sie denkt, mit Auflegen ist es geschehen? Dann kennt sie es aber nicht, das 1. Laparedsche Gesetz.