Anleitung zum Entlieben

12.10.2006 um 19:11 Uhr

Die große Aussprache

von: Lapared

„Ich nehme Dir das mit Theo nicht übel“, sagt Nane-Herz. Ich Dir das mit meiner Couch schon. „Ich weiß, dass es war, bevor wir verheiratet waren, er hat´s mir gesagt.“ Sie legt einen blau-weißkarierten Schlafanzug auf meine Couch. „Aber was ich Dir übel nehme, ist, dass Du mich nicht hier haben wolltest.“ Sie stellt Puschen mit Augen vor meine Couch. „Nur deshalb hast Du nämlich gebeichtet!“ Sie sitzt auf meiner Couch. „Ich kenne Dich, Lpunkt!“ Ich setze mich auch.

„Nane, Du weißt, dass ich mich für die Befindlichkeiten meiner Mitmenschen nicht so im Detail interessiere. Und ich verabscheue Besuch. Du brauchst jetzt jemanden, der sensible und mitfühlend auf Dich eingeht, das bin ich nicht.“ Hat sie denn keine richtigen Freundinnen, Frauen, die mit ihr einkaufen gehen und danach in ein chices Bistro? „Quatsch nicht rum, Du bist der beste Zuhörer, den ich kenne!“ Warum töpfert sie nicht oder macht Yoga oder schreibt wie wir alle ein Blog? „Ich habe nicht vor, Dir zuzuhören, Nane. Ich habe lediglich zugestimmt, dass Du hier schläfst!“ – „Also, pass auf, letzten Mittwoch klingelt das Telefon...“

Fünf Stunden später. Nane ist ganz aufgelöst. „Das ist ja echt der Hammer, da ruft er einfach an, nach sieben Monaten, und sagt, dass er verheiratet ist...“ – „Ja, der Hammer...“ schniefe ich. „Geht´s wieder?“ - „Ja, danke. Geh ruhig nach Hause, ich komme jetzt allein zurecht.“ - „Okay, dann kann ich ja jetzt von Theo und mir erzählen. Also, letzten Mittwoch klingelt das Telefon...“

Es gibt doch nichts Wohltuenderes, als mit einer Freundin mal in Ruhe darüber zu reden.