Anleitung zum Entlieben

19.11.2006 um 21:26 Uhr

Die Reise nach Plön. Teil 1: Am Bahnsteig

von: Lapared

Als ich HK da stehen sehe, muss ich an Dick denken und daran, wie er mich in Amsterdam vom Bahnhof abgeholt hat, vor einem Jahr etwa, etwas mehr. Er lief neben dem einfahrenden Zug her, als er mich darin entdeckt hatte, er winkte. Ich betrachte HK, seine faszinierende Hässlichkeit, und frage mich, ob es, wenn ich gleich zu diesem merkwürdigen Mann hin gehen werde, geschieht, weil er mich an einen anderen erinnert. Oder ob der andere nur geschehen ist, weil er mich damals, als ich ihn das erste Mal sah, an diesen Mann erinnert hat. HK dreht sich zu mir, er schaut mich an und steht völlig regungslos. Erst als ich fast bei ihm bin, lächelt er.

„Hast Du Dein Häkelzeug dabei?“

„Selbstverständlich.“ Ich klopfe auf mein Täschchen mit Lippenstift, Portemonnaie und Pfefferspray.

„Und sonst… ich habe für alle Fälle was zu Essen mitgebracht. Nur für die Hände.“ Er klopft auf seine Tasche mit weiß ich was.

„Schnittchen?!“

„Nudelsalat. Magst Du Nudelsalat?“

Als Nudeln betrachtet oder als Salat? „Ja, gern.“ Wie kommt ein Mensch auf Nudelsalat?

„Von meiner Mutter. Und mir ist übrigens egal, ob Du ihn isst, ich glaube nicht daran, dass Frauen, die wenig essen, schlecht im Bett sind.“

„Nett von Deiner Mutter. Und mir ist übrigens egal, was Du glaubst, wie ich im Bett bin.“ Wusch! „Sind Erbsen an dem Salat?“

„Zwei oder drei. Entschuldigung, ich wollte nicht…“

Aussprechen, worauf das alles hier hinausläuft? „Schon gut. Wir puhlen sie einfach raus.“

„Und ich denke übrigens, dass Du toll im Bett bist!“

Huch.

„Jedenfalls denke ich, es wäre toll, wenn es mein Bett wäre, in dem Du bist. Ganz gleich, wie gut oder schlecht, es wäre toll…“

HUCH. „Schön, dass Du dem Geschlechtsverkehr mit mir so vorbehaltlos positiv gegenüber stehst.“

Und da saßen wir noch nicht mal im Zug.