Anleitung zum Entlieben

22.12.2006 um 10:07 Uhr

Liebe Milliömchem...

von: Lapared

Viele feiern Weihnachtem gaaamz alleim.



Aber nicht alle dürfem das!

Sie nötigt mich mitzukommen! Sie traut sich nicht alleim mit dem Suffkopp. Na gut, dann ich will mal nicht so seim... Curd Rock packt.

Frohe Weihmachtem und eim schöem Rutschchen wümscht

Curd Rock


P.S. Nächjstes Jahr übernehm ich dem Laden wieder, höm!

22.12.2006 um 10:02 Uhr

Liebe Gemeinde...

von: Lapared

Kennen Sie den?

HK und Lpunkt beim großen Weihnachtsdinner. Lpunkt nach einem Forellenbäckchen: Puh, bin ich voll. – HK: Puh, ich auch. Tä-tä!

Also, die Zeichen stehen gut für einen Jahreswechsel in Eintracht und Harmonie. Wo wir Weihnachten verbringen werden, weiß ich leider noch immer nicht, ich lasse mich – wie es sich in diesen Tagen gehört - überraschen. Vorher noch flink heim und das Vogelbad abgeben (sonst bricht sich jemand, der es für ein Curd Rock-Bad hält, noch das kleine Genick), einmal Mama und Papa drücken... und dann geht´s los.

Wie gewünscht reise ich mit kleinem Gepäck. Zumindest, was die Bekleidung angeht. Ansonsten schleppe ich so Einiges mit. Viel, hoffentlich nicht zu viel. Erinnerungen an meine letzten Weihnachtstage im warmen, duftenden Haus eines Mannes, das in Wirklichkeit seiner Frau gehörte. (Ob er dieses Jahr wohl für Sie kochen wird?) Ängste, dass es auch diesmal nicht gut geht, einfach nicht gut gehen kann. Zweifel, ob es überhaupt so was wie Liebe ist, die ich fühlen würde, wenn nur diese hundsgemeine Angst nicht immer wäre, oder… Nichts. Lasten, die in keinen Koffer gehen.

Es war, wenn ich das noch sagen darf, ein turbulentes Jahr. Viel Glück, ein Sommermärchen auch ohne WM, und sehr viele Tränen. 119 überwunden… Dick überlebt (so gerade)… all die Jobs, von denen ich jedes Mal dachte, dass ich sie nicht schaffe, ich blöde Flasche… aber was soll´s, hm? Stürzen wir uns ins Nächste. Also…

Fröhliche Weihnachten, einen guten Rutsch, Danke für die Aufmerksamkeit und…

Bis 2007!


P.S. Ob Curd Rock mitkommen will… oder ob er nach seinen schmerzlichen Erfahrungen lieber noch ein wenig sitzen bleibt… wir werden sehen. Ich denke, er wird uns seine Entscheidung mitteilen.

21.12.2006 um 16:02 Uhr

Curd Rock - springt

von: Lapared

Liebe Millömchen. Leider hat die Rückkehr vom großem Curd Rock zu so eim riiiiieeesigem Besucheramsturm geführt, dass das Serverchm kapitt gegamgen ist. Deshalab erst heute die Bilderchem vom Curd Rock, Genie, Kumstsprimger umd Poolbesitzer.

 CR beim Komzentrierem
 Gesäßmuskelm amspannem! Toll.

Wenn man gefallm ist, muss man gleich wieder aufstehem umd nochmal versuchem! Auch wenn´s weh getam hat.

 CR bein Stoßgebetchem!
 Stoßgebetchem hat gewirkt. Aua.

Ich glaube, vom Zeit zu Zeit ist besser, erstmal eim Weile sitzem zu bleibem. Würde Curd Rock so nach siem Erfahrung sagen.. .

 CR nach seim Erfahrumg.

Aber Lchem muss ja wissem, was sie tut.

 

 

 

21.12.2006 um 12:52 Uhr

Zum Heulen komisch

von: Lapared

Billy Wilder (ich fürchte, das habe ich schon mal erwähnt)… Billy Wilder hat einmal gesagt, eine gute Komödie ließe sich immer genauso gut als Tragödie erzählen. Und schauen wir uns Das Apartment – meiner Meinung nach seine beste - doch mal an. Auch wenn Sie meinen, diesen alten Schinken schon zu kennen, macht nichts, ich selbst habe ihn auch schon 70 Mal gesehen. Also, da hätten wir...

Eine Frau. Eine Frau, die ihren Chef liebt, der verheiratet ist, Kinder hat, nicht im Traum daran denkt, seine Familie für sie oder eine der anderen Geliebten, die er stets hatte und immer wieder haben wird, zu verlassen.

Und einen Mann. Ein rigider emsiger kleiner Versicherungsheini, der so davon träumt, irgendwann ein großer oder wenigstens mittelgroßer Versicherungsheini zu sein, dass er seinen Vorgesetzten bis zur Selbstverleugnung in den Arsch kriecht. Und ihnen sein Apartment überlässt, wenn sie mal wieder eine der Sekretärinnen oder Telefonistinnen oder eins der Elevator-Girls - die gab es damals noch - vögeln wollen.

Unsere Frau ist eine davon. Und am Weihnachtstag, als der Chef ihr nach dem Merry Christmasfick statt eines Geschenks eine 50 Dollar-Note überreicht, um dann schnell mit dem letzten Zug heim zur Familie an den Gabentisch zu eilen, versucht sie sich aus Scham und Verzweiflung umzubringen, dort, im Apartment des kleinen Versicherungsarschlochs, das unbedingt ein großes werden will. Das draußen in der Kälte wartet, bis der Boss fertig mit Ficken ist, und dabei von einem schönen Mädchen träumt, das er heimlich liebt. Aber er selbst ist eben nicht so der Frauentyp. Und als er an diesem Weihnachtsabend nach zwei Stunden - länger brauchen sie nie – verfroren zurück in sein Apartment kommt, liegt dieses schöne Mädchen, das er liebt, in seinem Bett und hat sich umgebracht. Eine Komödie, wie gesagt.

Warum ich das erzähle. Ja, es war vielleicht nicht ganz so witzig, wie es sich im Nachhinein vielleicht liest (wir erinnern uns: dritter Advent, der Besuch der alten Damen, die Rettung durch HK…). HK war ziemlich voll und das allein ist schon gar nicht so besonders komisch. Die beiden Frauen sind in der Tat sehr einsam und hassen sich und lieben sich und quälen sich und brauchen sich, sie machen sich das Leben gegenseitig zur Hölle. Und der Dackel ist alt und krank, sein Fell ist dünn und an vielen Stellen seines fleckigen alten Dackel-Körpers schon gar nicht mehr da, wahrscheinlich leidet er schrecklich und genauso die alte Frau, die das sieht und ihn trotzdem nicht los lassen kann. Zufrieden?

Ich weiß. Selbst meine Therapeutin, lovely Dr. Stock, sagte neulich wie stets in getragenem Ton: Frau Lpunkt, Sie müssen nicht immer unterhaltsam sein, schon gar nicht hier in der Therapie, Sie dürfen traurige Dinge ruhig traurig erzählen. Danke, habe ich zu ihr gesagt, Danke, Stöckchen, das ist sehr süß, aber das ist nicht mein Stil. Wenn Sie unbedingt Tränen wollen, gucken Sie Vom Winde verweht. Aber wenn Sie Ihre 92,50 wert sind, scheuen Sie nicht die Mühe, erheben Sie sich aus Ihrem weichen lederbezogenen Therapeutensessel und sehen Sie sich die Komödie von der anderen Seite an. Bewegen Sie Ihren Arsch, bemühen Sie Ihre Phantasie und ta-ta, genießen Sie die köstliche Tragödie dahinter. Aber denken Sie nicht, dass ich Sie Ihnen auf dem Silbertablett präsentiere. 92,50.

Das hat Frau Doktor Stock in gewissem Maße eingesehen. Und morgen, wenn ich sie zum letzten Mal in diesem Jahr besuche, bekommt sie von mir sogar ein kleines Weihnachtsgeschenk. Richtig, Das Apartment. Damit sie auch sieht, dass am Ende alles gut ausgeht. Dass die Frau im Apartment doch noch nicht ganz hinüber war, dass der kleine Versicherungsmann sie rettet, dass er seinen Vorgesetzten von nun tapfer den Popostecker zeigt und… dass die Frau sich zuletzt sogar in ihn verliebt. Höm. Nicht, weil das Leben nun mal so spielt, sondern weil es eine Komödie ist. Und weil die, egal wie tragisch oder komisch, nach 90 Minuten endet, und zwar definitiv und für alle Zeiten gut. Das ist natürlich der Unterschied. Da haben wir hier bei unserer Langstreckenkomödie noch so unsere Zweifel, nicht wahr?

Aber immerhin… ein Etappen-Happy-End kann auch ich heute bieten: HK und Lapared wagen es, zumindest das. Und wir werden verreisen. New York, Paris, Rio, Plön... wohin es geht, weiß ich selber nicht. HK sagte nur: Viel Garderobe brauchst Du nicht. Zwinker. Das kann einem in Plön wie Paris gleichermaßen passieren.

19.12.2006 um 10:50 Uhr

Curd Rock - das Come Back

von: Lapared

Liebe Milliömchem...

Schaut, wer wieder da ist: bezaubermder kkleimer Curd RocK!

Wegem der Milliööömen Fambriefe holt mich Lchem amlässlich meim heutigem zweitem 2. Geburtstag emdlich zurück vor die Kamera.

Umd wie mam sieht, bim ich auch mit 2 immer noch schöm wie eh umd je! Drahtig, schnittig, sportlich, keim Gramm zu viel. Guck...

Ooops, falsches Foto. Nochmal... Umd wie mam sieht, bim ich auch mit 2 immer noch schöm wie eh umd je! Drahtig, schnittig, sportlich keim Gramm zu viel. Guck...

Umd emdlich besitze ich meim eigemem Pool, direkt nebem meim Couch (ehrlihc, zeige ich später).

P.S. Damkeschöm kluges, liebes, schönes Frau D. (Sie hat meim Fotochem heile gemacht, sie ist meim SKLAVE, höm)

18.12.2006 um 16:19 Uhr

Dritter Advent - und wieder macht Lchen ein Türchen auf, obwohl jeder weiß, dass die Schokolade dahinter scheiße schmeckt

von: Lapared

„Sie lügt“, kräht Emmi. Schön, dass sie auch mal was sagt.

Ich stehe mit Lotte in der Küche und setze noch mal Kaffee auf. Sie kamen zu viert: Emmi, Lotte, Dackel Freddy und ein Napfkuchen. Und sie machen nicht die geringsten Anstalten, wieder zu gehen.

„Woher hat sie überhaupt meine Adresse?“ - „Sie war bei der Stasi“, flüstert Lotte. „Ich denke, Sie beide kommen aus Köln?“ – „Die Stasi war überall.“ – „Aber sie ist doch Ihre Schwester?!“ – „Das sagt sie“, Lotte kneift mir ein Auge. „Verstehe.“

„SIE LÜGT!“

Wir gehen zurück ins Wohnzimmer. Emmi verzieht keine Miene. Emmi ist die Dame, die ich aus den Fluten gezogen habe, ohne Haube sieht sie aus wie Helge Schneider. Seit zwei Stunden sitzt sie bewegungslos auf der Couch und außer „Sie lügt!“ hat sie noch nichts gesagt. Immerhin, ein Anfang.

„Aber schön, dass Sie sie sich gemeldet haben“, versuche ich´s noch mal. „Das war sie!“ Emmi deutet mit dem Kinn Richtung Lotte. Lotte sieht aus wie Rita Süssmuth und liebt das Gespräch um so mehr.

Jetzt lächelt sie entschuldigend, „Emmi telefoniert nicht gern, sie traut der Fernsprechtechnik nicht.“ Sie knipst mir wieder ein Auge. Oh Gott, ich bin an zwei Verrückte geraten! Einzig Freddy scheint normal. Leider war er zu schwach, die Treppen rauf zu steigen. Er sitzt unten im Treppenhaus und jault wie ein Hund.

„Und es macht ihm wirklich nichts aus, da unten zu warten?“ Jaul, Freddy, jaul!

Emmi wird gesprächig. „Er ist ein Hund. Er tut was man sagt.“

Natürlich.

Auf dem Klo schreibe ich HK eine SMS: „Ich will Dich, JETZT!“

Zwei Minuten später ist er da. Mit Dackel Freddy auf dem Arm.

„Der braucht was zu trinken!“ Wenn einer dafür Verständnis hat.

„Ich auch.“ Kurzer Einführung in die Lage

„Guten Tag, meine Damen“, HK sprüht vor Charme, „und Auf Wiedersehen. Frau Lpunkt wünscht Beischlaf, ich fürchte, Sie müssen gehen.“

Ins Theater, ins Theater hatte ich gesagt!

„Wir warten.“ Endlich hat Emmi ein adäquates Gegenüber. Sie verschränkt die Arme vor der Brust und legt den Kopf leicht schief.

HK beginnt sich in aller Seelenruhe auszuziehen. Er ist berühmt dafür, dass er sich gerne auszieht, deshalb darf auf den Weihnachtsfeiern der Agentur nicht fotografiert werden - ein Verbot, das seine Sekretärin veranlasst hat, eine sehr korrekte ältere Dame, nicht er. Mantel, Schuhe, Hemd, oh nein, Hose…

„Boxershort?“ Emmi verzieht abfällig den Mund. „Wie alt sind Sie? Fünf?“

„Emmi, nu komm!“ Lotte und der Dackel sind schon im Flur. „Komm!“

Emmi kommt, aber nicht gern. Zum Abschied bedenkt sie mich doch noch mit ein paar freundlichen Worten.

„Der Mann ist betrunken.“ Niemals! „Und ich gebe Ihnen einen Rat, normalerweise tue ich sowas nicht, aber ich schulde Ihnen ja wohl was, behauptet jedenfalls meine Schwester, die, wie sie hoffentlich bemerkt haben, komplett debil ist, noch blöder als ihr Dackel, also, ich sage Ihnen jetzt was, Sie können darauf hören oder nicht, mir egal, aber ich denke, damit sind wir, Sie und ich, dann auch quitt…“

Mir schießt das Wasser in die Augen, ich starre auf den Boden, na los, sag´s schon…

„…Kaufen Sie ihm neue Unterhosen.“

Als sie weg sind, koche ich vor Wut. „Nathan, dass wir in scheiß Nathan den Weisen wollen, solltest Du sagen!" Lotte war Deutschlehrerin, das hätte sie verstanden.

HK sitzt halbnackt auf der Couch und frisst Napfkuchen. „Das hätte aber keinen Spuß gemucht.“

Spaß, mit vollem Mund spricht man nicht. „Darum ging´s auch nicht, sie sollten nur gehen.“ Und in der Küche sind Tuller.

„Für scheiß Nathan wäre ICH aber nicht gekommen.

Klar, Curds weiße Couch kann man natürlich auch als Serviette nehmen.

„Bisschen trocken, gibt´s noch Kaffee?“

„HK, warum springst Du jedem mit dem Arsch ins Gesicht?“ Warum verdammt?

„Lpunkt, warum lässt Du Dich von jedem überfahren? Das waren zwei einsame alte Schachteln, Du schuldest ihnen nichts, im Gegenteil! Warum lässt Du Dir von denen den Sonntag versauen? Außerdem…“, er lehnt sich gesättigt zurück, „ich glaube, Emmi hat es gefallen.“

„Du hast doch gehört: Sie hasst Deine Unterhose.“

„Das sagt sie doch nur.“

„Ich hasse sie auch.“ Bananenflanke.

Seine Unterhose landet im Vogelbad meiner Mutter.

Verwandelt.

Was soll ich sagen... Es ist, wie es ist und von Anfang an war. Er stößt mich ab, und zwar auf eine kreisförmige Bahn. Am tiefsten Punkt angekommen, zieht er mich wieder an.

17.12.2006 um 14:57 Uhr

Ein Fest für Mensch und Tier

von: Lapared

„Wenn jetzt Sommer wär´…“

Teilnahmslos schaukelt ihr Körper vor und zurück. Ihre Augen blicken leer, was mögen sie gesehen haben. Leise und immer wieder mit großen Pausen, in denen sie völlig zu versinken scheint, summt sie die schöne kleine Melodie von Pohlmann, der vor dieser Melodie in der Schenke auf der Ecke Aushilfskellner war.

„Hätten wir den bekackten Stress nicht mehr.“

Lpunkt war auf dem Weihnachtsmarkt. Geschenke kaufen.

Mitten in die posttraumatische Apathie klingelt ein Telefon.

„Ja…“ Gewisse Grundfunktionen bleiben erhalten.
„Frau Lpunkt? Hier ist Frau Bpunkt, die Dame aus dem im Schwimmbad!“
„Ja…“ Natürliche Schutzreflexe – Flucht, Leugnen, Auflegen – hingegen fehlen.
„Ich will mich bei Ihnen bedanken, persönlich, sind Sie zuhause?“
„Ja…“ Die Denkprozesse sind gestört.
„Schön, dann kommen wir gleich vorbei.“
„Ja...“ Gefühle wie Furcht oder Grauen sind durch das zuvor Erlebte wie verbraucht und nicht erneut abrufbar.
„Auf Wiederhören.“
„Für meine Mutter habe ich ein Vogelbad gekauft, das wird der Knüller.“ Unmotiviert brechen Sätze aus der Sprachlosigkeit hervor.

Ich RINDVIEH!

Ich mache einfach nicht auf.

P.S. Ein Vogelbad? Das ist so eine Wasserschale für den Garten. Für Menschen, die Piepmätzen gern beim Baden zuschauen und Weihnachten auch an Nachbars Katze denken.

16.12.2006 um 17:24 Uhr

Quid pro quo

von: Lapared

Ich stand gerade in der Küche und buk Weihnachtsplätzchen (har!)… ich stand gerade in der Küche und hielt seine Socke in der Hand. Die Waschmaschine wartete mit geöffneter Luke, ich überlegte noch, ob ich die Socke mit waschen soll, farblich sprach nichts dagegen. Und das wäre doch hübsch, dachte ich so, dann könnte ich zu ihm sagen Und außerdem! Ich bin es leid, Deine Socke zu waschen! einen Satz, den ich immer schon mal sagen wollte (eigentlich Socken und genau genommen auch nicht Socken sondern verschissene Unterhosen, aber na ja), denn Und außerdem! Ich bin es leid, Deine verschissenen Unterhosen zu waschen! definiert diesen magischen Punkt einer Beziehung, den ich noch nie erreicht habe, Normalität. Wunderbar entspannte, vertraute, leise Normalität. Und ab und an die herrlich ungehemmte Entladung der Frustration über das Verschwinden von Sturm und Drang in verschissenen Unterhosen. Persönlich bin ich immer nur bis Ich bin es leid, auf Deine Anrufe zu warten gekommen, oder auch mal bis Ich bin es leid, auf Deine Scheidung zu warten, stürmisch ja, aber sehr weit von gemeinsamer Kochwäsche entfernt. Na. Ich überlegte also, ob ich seine Socke gewaschen oder stinkend in die Post geben soll, als er plötzlich dingdong! vor der Tür stand.

HK schob sich grußlos an mir vorbei in die Küche und stellte mit derselben unterspielten Feierlichkeit eine Flasche Korn in meinen Kühlschrank, mit der andere Männer ihre Zahnbürste im Zahnputzglas der Auserwählten versenken, auch so ein Meilenstein in Beziehungsgeschichten. „Und für Dich hab ich auch was“, sagte er und überreichte mir eine Tüte Chips. „Das ist mein Angebot. Überleg es Dir!“ (Oder wie Hannibal Lecter zu Agent Starling so treffend sagte: Quid pro quo!) Und dann, schon fast wieder weg: „Die bitte nur bei 30 Grad.“ Sprachlos starrte ich auf die Tür, die sich im nächsten Moment hinter ihm schloss, dann auf die Socke, 30 Grad? Schurwolle?

Das also ist sein Angebot. Er kriegt ein schöneres Gefängnis und ich Buffalo Bill. Ja, was gibt´s da zu überlegen?

Ich stehe in der Küche und schaue in den Kühlschrank. Sein Korn neben meinem Eierlikör, magic.

P.S. Und im Übrigen feiern wir heute Curd Rocks zweiten Geburtstag. (Den ersten davon – ein Curd Rock feiert zwei Mal.)
Geschenkchem simd am beide Tage willkommen, höm... .. ?… .. .?? . . ... ... .. ?.... .. Warum simd eigemtlich die Buschstaben so kleim? .. ..?? Oh neim, NEIMM!!!! Es ist soweit- Der große Curd Rock, nur noch eim Fußmötchen.. . Ich weime.

15.12.2006 um 14:57 Uhr

Und neues Leben blüht aus den... Schnapspinnchen

von: Lapared

Ein Wesen, das sich hartnäckig in meiner rauen Umgebung hält, ist Palme.

Palme wurde mir als Ableger hinterlassen. Darüber war ich sehr glücklich und ließ Palme in Ruhe eingehen, zwölf Jahren ist das nun her. Palme ist inzwischen zwei Meter groß und besucht die Uni. Palme liebt es, wenn ich ihn gieße, genau eine Sekunde, bevor er endgültig verdörrt, und er steht drauf, dass ich ihn dabei jedes Mal beinahe ertränke. Hätte Palme ein Pimmelchen würde er sicher noch auf ganz andere Dinge stehen, gell Palme, du kleine Sau? - Jawohl, meine Gießerin.

Also. Palme findet in meiner Wohnung ideale Bedingungen, denn Palme ist mir scheißegal. Doch als ich eben, angelockt durch ein dumpfes Geräusch, in Palmes Zimmer trat (er braucht mittlerweile einen eigenen Raum), lag Palme lang auf dem Boden, die Erde verstreut und er selbst in zwei Teilen. „PALMEEEE!!!!!“ Ich spreche normalerweise nicht mit Pflanzen, ich schätze sie gerade wegen ihrer konsequenten Schweigsamkeit, aber angesichts der Lage mache ich eine Ausnahme: „Palme, was ist denn los?“ Palme rührt sich nicht. „Palme, Du alter Kacksack, guck Dir die Scheißsauerei an!“ Vielleicht, wenn man ihn beschimpft... “Umgekippt!“ Na, bitte. „Und dann ist mir vor Schreck der Rahmen aus der Hand gerutscht!“ Rahmen? Hand? Ich schaue auf. Der Wurststaub! Nach seinem schweren Zugunglück wieder zu organischer Struktur verdichtet, mein intimer Freund und Beleidiger... der Schreiner. Ich hatte ihn Kraft meines schönheitsliebenden Geistes komplett verdrängt. „Aber die Scheibe ist zum Glück noch heil“, sagt er und kratzt sich verlegen am Hintern. Man kann ihm unmöglich böse sein.

Zärtlich streiche ich über Palmes Blätter. Zwölf Jahre, 3 Umzüge, einer weniger als ich, da war Palme vor mir da. Ich seh ihn noch, wie er als kleiner Ableger in einem Souvenir-Schnapsglas vergessen auf der Fensterbank steht. Nicht mal einen Topf Erde hatte die Vormieterin für ihn übrig gehabt. „Palme, ach Palme… was hat der fette Onkel mit Dir gemacht?“

„Nun mach Dir mal nicht in die Hose, Prinzessin!“ Prinzessin? Zuletzt waren wir bei ZIEGE. „Das Ding war doch sowieso fast vertrocknet.“ Bleiben wir doch dabei.

„Raus.“

Er packt Palme. „In´ Müll oder einfach aus ´m Fenster?“

„RAUS!“

„Willste keinen Ableger nehmen?“

„Legen Sie Palme hin, nehmen Sie Ihre Beine in die Hand und verlassen Sie bitte die Wohnung. Sehr gern auch durchs Fenster.“

Er nimmt die Treppe, schade. Kein ICE-Effekt, aber drei Stockwerke hätten auch schon was gebracht. Durchs Treppenhaus weht leis´ ein „blöde Kuh“ zu mir hinauf (auch gut, vermeiden wir die Redundanzen), es prallt an mir ab, ich habe zu tun. Ich lauf zu Spar und kaufe Schnapspinnchen, ein Sechserpack.

Für Dich, Palme. Wir sind lange noch nicht am Ende.

14.12.2006 um 15:02 Uhr

Ganz leicht, immer wieder

von: Lapared

Vielerorts lassen sie ja diese zerbombten Kirchen stehen. Nachts ragen die Stümpfe ihrer Türme von Steuergeldern angestrahlt in den Himmel und sehen aus wie runter geschliffene Zahnstummel kurz vor der Blombierung. Und tun auch so weh. Genau dazu stehen sie nämlich da, sie sind nicht überragend schön, sie erinnern uns an schwere Zeiten. Sie warnen, was so alles passieren kann. Ganz leicht, immer wieder.

Genau daran musste ich denken, als ich gestern ausnahmsweise in meinem eigenen Blog blätterte. Und las. Die Belagerung von 119. Die Schlacht um Dick. Mein Gott, was für eine Scheiße teilweise. Peinlich auch. Und was für ein Herzeleid... Einen Moment lang war ich versucht, die Texte zu ändern. Das Schlimmste zu löschen, die peinlichsten Passagen zu überarbeiten, den Sommer zu redigieren, bis alles ein bisschen flotter klingt.

Aber dann dachte ich an diese Stümpfe. Als solche sicher auch keine Stimmungskracher, aber trotzdem für irgendwas gut. Und nachts sogar angestrahlt. Vielleicht, weil wir nachts am vergesslichsten sind. Ganz leicht, immer wieder. Deshalb ließ ich es einfach alles so stehen.

Abgesehen davon, war ich auch zu faul.

13.12.2006 um 17:01 Uhr

Weitere Schritte

von: Lapared

Bei unübersichtlicher Gesamtlage steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Laparedschen Verwaltungsschub. Es beruhigt, wenn man wenigstens die Korrespondenz überblickt. Und es ist so schön einfach. Man muss nur in den Flur gehen… den Trump-Tower vom Schuhregal auf den Schreibtisch versetzen, die Umschläge nehmen... und öffnen. Ratsch ratsch ratsch. Ganz einfach.

Ah, eine Geburtstagskarte, der letzte Verwaltungsschub lag offenbar vor Ende August.

Oh, Post von Nane, freindliche* Ex-Invasorin und Beinahe-Bereiherin von Curd Rocks heiliger weißer Couch. Im allgemeinen Trubel ihres plötzlichen Abzugs kam es zu einer kleinen Sachbeschädigung. Sie schreibt, dass ich die Elektrozahnbürste ersetzen soll, mit der ich sie außerdem „fast am Kopf getroffen hätte“, weshalb sie sich „weitere Schritte vorbehalte“. Weiter Schritte vorbehalte, ist sie sicher, dass ich sie nicht wirklich am Kopf getroffen habe? Hm.

Drei Stunden später...

Von: Lpunkt <lpunkt@lpunktonline.de>
Datum: Mittwoch, 13. Dezember 2006 15:37
An: info@superversicherung.de
Betreff: Haftpflicht Lpunkt

Guten Tag,

es geht um meine Haftpflichtversicherung Nr. 710/...

Falls es Ihre Versicherung noch gibt (meine 63 Anrufe sind entweder nach langer, entbehrungsreicher Menüführung in Ihrer Warteschleife unter tragischen Umständen – „An die Freude“ auf einem Home-Keyboard IST tragisch – verschollen, oder wurden nach einem ermutigenden Gutentagwaskannichfürsietu… durch ein plötzliches Besetztzeichen jäh beendet. Doch andererseits bekomme ich, ein gutes, ein hoffnungsvoll stimmendes Zeichen, häufig von Ihnen Post! Post, die mich ermuntern soll, meine Sicherheit auch über die bereits bestehende Haftpflicht hinaus Ihrer sorgsamen, persönlichen Betreuung anzuvertrauen... JA, DIES IST EINE BESCHWERDE!!!), also, falls Ihr Unternehmen noch existiert, und zwar als Versicherung und nicht als reines Abbuchungsbüro mit angeschlossener Reklamepost-Versendestelle, hätte ich eine Bitte:

Ich möchte eine Übersicht meiner aktuellen Versicherungsdaten.

Bitte schicken Sie mir ein Duplikat meines Versicherungsscheins inklusive Beschreibung des Deckungsumfangs.

Danke und einen schönen Tag

Lpunkt


Schließlich muss ich wissen, ob die dafür aufkommen, wenn mir die Elektrozahnbürste einer Freundin ins Treppenhaus fällt.

So, und nun das Ganze noch mal bezügliche der Rechtsschutzversicherung. Weitere Schritte... so was.

*“Freindinnen“... so nennt Carrie diese Hybridmuschis aus bester Freundin und schlimmster Feindin...

12.12.2006 um 19:51 Uhr

Lammcurry im Arschpelz

von: Lapared

„Sag bloß, Du hast mich so ins Herz geschlossen, dass Du nicht mit ansehen kannst, wie ich mich zu Tode saufe?!“

HK räkelt sich behaglich grinsend auf der Besucherseite.

„Im Gegenteil. Es beruhigt mich zu wissen, wie Du enden wirst. Ich hasse Überraschungen.“

„Na, siehste.“

„Meine Sorge gilt einzig und allein mir. Ich könnte mir vorstellen, dass Du bei steigendem Alkoholspiegel irgendwann nicht mehr in der Lage sein wirst, den Arsch in Dir zu kontrollieren, und ich möchte, wenn es so weit ist, nicht in der Nähe und zufällig diejenige sein, der dieser unkontrollierte Arsch dann eine zimmert.“

Er nimmt meine Hand und legt sie auf seinen Bauch. „In mir ist nichts, was Dich verletzen könnte. Der Arsch ist äußerlich.“ Er grinst. „Hier drin schlummert ein… Lämmchen!“

„Hattest Du Lammkotelett?“

Er rülpst. „Curry. Außerdem... Du gehst ja auch nicht gerade zimperlich mit Dir um.“

„Eben. Mit mir! Aber ich tue niemand anderem weh!“

Er sieht mich an, er grinst gar nicht mehr. „Na schau, und noch ein Lamm.“ Er rutscht ran.

„Nümmerchen?“ - „Nümmerchen!“ So jung kommt man nie wieder zusammen.

Danach, irgendwo in der postkoitalen Waffenstille höre ich seine Stimme: „Ein Arsch und ein Lamm liegen im Bett...“ aber mein Verstand kommt den leise durchs Halbdunkel huschenden Worten nicht hinterher, ich bin wohl eingenickt, vielleicht habe ich geschnarcht und sie verscheucht, jedenfalls... Als ich aufwache, sind die Worte fort und HK zieht sich auch gerade wieder an. Als bemerkt wird, dass ich wach bin, bricht es los:

„Du bist unterernährt, Du frisst nur Müll, Du schluckst zig Tabletten... aber, wenn schon! DU tust ja niemandem weh!“ Ihm fehlt eine Socke. „Lpünktchen darf alles, denn Lpünktchen ist NETT.“ Ich seh sie, aber ich sach nix. „Nicht so ein versoffener ARSCH, der Verkäufer anscheißt.“ Kalt, ganz kalt. „Wer Verkäufer anscheißt, der schlägt auch Tiere“, er kickt Curd Rock vier Tage vor seinem zweiten Geburtstag gegen die große VRETEN (Skamdaaaaaaaal!!!), „…und kleine, hilflose Lpünktchen natürlich!“ Er packt mein Genick. „Also gut, ich bin jetzt auch mal nett…“, er küsst mich, Axel Schulz wäre davon k.o. gegangen, „ich sage ganz nett: Au revoir, einen angenehmen Abend und… Santé, Madame.“

Sprachs und verließ das Etablissement mit nur einer Socke.

Santé, Arschloch. (Ade Arshclich!!!)

Die andere Socke lag brav auf dem Fensterbrett und auch die Worte, denen ich im Halbschlaf nicht hatte folgen konnte, fanden sich nach und nach wieder ein: Ein Arsch und ein Lamm liegen im Bett. Sagt das Lamm: Arsch, du ängstigst mich. Der Arsch zieht sich aus: Guck, eigentlich bin ich auch ein Lamm! Sagt das Lamm: Arsch, du langweilst mich - und schmeißt ihn raus.

Aha, daher war Monsieur so flink wieder angezogen. Ein Eierlikörchen hätte man doch noch zusammen trinken können... So jung kommt man nie wieder zusammen.

11.12.2006 um 14:31 Uhr

Mein Gott, Lpunkt

von: Lapared

„Wir haben uns über eine Woche nicht gesehen...“

Ich sitze vor Frau Dr. Stock, betrachte ihr liebes rosig glänzendes Gesicht, die Tchibo-Perlenstecker mit passendem Kettenanhänger zwischen dem Peter-Kraus-mäßig aufgestellten Hemdblusenkragen… alles so leise, so nett, so angenehm. Und ich weiß nicht, was ich erzählen soll.

Was?

Dass ich neun Wohnungen besichtigt habe letzte Woche, von denen sieben scheiße waren und zwei schön aber scheißteuer? Ihnen haben also nur die gefallen, die Ihnen aus bestimmten Gründen nicht zugänglich waren, aha...

Dass ich mich überwiegend von Dieter ernährt habe? Sie kleines Schleckermäulchen!

Dass ich im Schwimmbad eine alte Dame belästigt habe? Haben Sie sich schon öfter zu gleichgeschlechtlichen Personen hingezogen gefühlt und wie würden Sie eigentlich das Verhältnis zu ihrer Mutter beschreiben?

Dass ich eine Beziehung zu einem Trinker beendet und dann wieder angefangen habe, weil mein Portmariechen beim Schleudern hinter den Waschvollautomat gepurzelt war? Das ist völlig normal.

„Frau Lpunkt? Wo sind Sie im Moment?“

„Ja, poooeehhh… ich weiß grad gar nicht… tolle Kette!“

„Fangen Sie einfach am Anfang an.“

„Also, am Anfang schuf ich Himmel und Erde...“

Mist. MIST. Und ich hatte mir so fest vorgenommen, das sein zu lassen. Aber sie lacht, sie lacht! Na, bitte.

10.12.2006 um 18:42 Uhr

Lpunkts Sonntagsausflug

von: Lapared

Kahl ragen die Äste der Bäume hinterm Schlafzimmerfenster in den klaren Dezemberhimmel. Über den windschiefen Dächern der alten Häuser liegt, oh, kein feiner Raureif. Die Sonne scheint vermutlich schon was länger. Blick auf den Wecker, fast zwölf. Vermutlich...

Mensch Lchen, sage ich zu mir, da muss man doch RAUS! Du klingst wie Deine Mutter, antwortet "mir" lustlos, aber was soll´s, wir stehen auf. AUSFLUG!!!

Ans Meer, wenn, dann ans Meer. Immer ans Meer. Gegen den Wind laufen, klar werden, Entschlüsse fassen. Entschlüsse tun so gut.

Kaum auf der A7, Tank leer, Portemonnaie vergessen. Nicht so gut. Mit dem letzten Tropfen rollen wir zurück vors Haus.

Ha-ha, Portemonnaie doch nicht vergessen! Portemonnaie weg.

Suchen. Suchen. Suchen. Fluchen…

Verzweifeln.

Anruf von HK: Soll ich suchen helfen?

Zwei Stunde später findet sich das Portemonnaie staubig aber unversehrt hinter der Waschmaschine, Blick zum Himmel.

Kahl ragen die Äste der Bäume hinterm Küchenfenster in den klaren Dezemberhimmel. Hinter den windschiefen Dächern der alten Häuser leuchtet es ganz leicht rosa, bald geht die Sonne unter, zu spät für´s Meer.

Wir legen uns wieder hin.

09.12.2006 um 18:54 Uhr

Initiative „Macht Küsschen zu Dieter“

von: Lapared

Von Zeit zu Zeit – der treue Leser kennt und schätzt es – schaut auch die Lapared über ihren eigenen Nabelrand hinaus und engagiert sich für Dinge des öffentlichen Interesses. Denken wir an meinen selbstlosen Einsatz für ein Verbot der Dreiviertelhose oder meine Klage in Den Haag betreffend das Wort „Schleckermäulchen“.

Willkommen zu einer neuen Folge: Lpunkt im Kampf für die Allgemeinheit

Vorab

Wenn ich mich zwischen zwei möglichen Sätzen entscheiden müsste, zum Beispiel… Als ich den Rücklichtern nachschaute wie sie zu kleinen Punkten wurden, kleiner und kleiner, die ich mir eine Weile nur noch einbildete und schließlich gar nicht mehr sah, spürte ich plötzlich, dass ich ohne Marvin nie wieder ganz sein würde… oder: Als ich den Rücklichtern nachschaute wie sie zu kleinen Punkten wurden, kleiner und kleiner, die ich mir eine Weile nur noch einbildete und schließlich gar nicht mehr sah, spürte ich plötzlich einen Nackenkrampf… würde ich mich immer für letzteren entscheiden. Als berufliche wie private Freundin der fröhlich dahinplätschernden Trivialität mag ich die allzu gewichtigen Sätze nicht. Im Prinzip. Doch alles hat seine Grenzen.

Das persönliche Erlebnis hinter dem Engagement

Kaum zwei Wochen und die Röhre sitzt wie eine Baggy-Pan. Mich langweilt die gewöhnliche Nahrungsaufnahme, je gesünder, desto mehr langweilt sie mich, zwar bin ich gewohnt, mein Gewicht nur durch regelmäßige Kontrollverluste im Umgang mit Käsetorte zu halten, doch... auch die reizt mich in letzter Zeit nicht mehr. Salzheringe, Pilzrahmnudeln, Milchbrötchen, alles uninteressant. Das einzige, was mich noch hinreißt, attackenweise so viel davon einzuladen, dass es mein allgemeines Desinteresse an Nahrungsaufnahme wenigstens kalorisch kompensiert und mich lebenstüchtig erhält, sind - und nun komme ich zum Punkt - Ferrero-Küsschen.

Das Anliegen

Das geht natürlich nicht. Ferrero Küsschen. Ich würde mich gerne – und ich denke, ich spreche im Namen einer größeren Allgemeinheit – mit allem Nachdruck für eine Umbenennung dieser Süßware stark machen. Ferrero Küsschen, so ein Name ist doch nicht tragbar! Uli hat Küsschen dabei, bitte, da muss man doch was unternehmen! Ich bin für eine Umbenennung der Nusspralinen-Spezialität „Ferrero Küsschen“ in „Dieter“. Wer macht mit?

Zum Schluss

So und nun komme ich auch auf die Sätze zurück. Ich mag wie gesagt keine zu emotionsschweren Sätze. Aber man soll es auch nicht übertreiben. Könnte ich mich zwischen zwei anderen möglichen Sätzen entscheiden... Ohne Ferrero Küsschen könnte ich nicht leben… oder: Ohne Dieter könnte ich nicht leben... würde ich trotz aller Neigung zur Werbeslogan-Banalität lieber letzteren sagen.

08.12.2006 um 20:42 Uhr

It´s raining brain

von: Lapared

Als Freier sollte man sich vor Weihnachten nichts vornehmen. Den Festangestellten der Agenturen sitzt ein Jahr mit zu vielen Siebentagewochen in den Knochen, das Weihnachtsgeld mahnt zum New York Shopping, Krankheit und Urlaub raffen die ausgebrannte Belegschaft im Advent nur so dahin. Prompt eine Anfrage von der HK-Agentur. Für kommende Woche. „Äh… kommende Woche?… … (ich horche in mich hinein)… … … nächste Woche? … … … (ich höre ein lautes, klar vernehmliches NEIN)… … … also jetzt die kommende Wochen direkt schon? … … … (und die wieder auferstandenen Weather Girls als dezenter Backroundchor: „Auch noch Verdienstausfall wegen dem Alk? Oh no!“)… … … ab Montag dann quasi? … … … (Toll, sie singen Deutsch: „Teurer Spaß, Lpunkt! Teurer Spaß!“)… … Moment, ich schau mal eben in meinen Kalender, ja? … … („Now you already pay for a fuck? Super Lpunkt!“)… … … NEIN, nächste Woche, da kann ich leider nicht. “ (Refrain: „Never fuck the company! Halleluja! Never fuck the company!") Und ich dachte… Aber ich bin doch… Also, da ist der Begriff „Freier“ aber auch etwas missverständlich.

Wieder klüger.

P.S. Ah, und beim Schwimmbad bin ich noch mal vorbeimarschiert. Wie´s denn der in Seenot geratenen Dame weiter erging. Der Bademeister erkennt mich: „Gut, dass ich Sie sehe! Bitte belästigen Sie in Zukunft unsere Badegäste nicht mehr.“ Ich durchkämme sein Gesicht nach Anzeichen für einen Scherz, keiner da. „Die alte Dame behauptet, sie wäre nur mal kurz eingenickt!“ sagt der Bademeister und grinst. „Beim Schwimmen?“ sagt die Richtige und ist ebenfalls froh.

07.12.2006 um 23:52 Uhr

Okay, einen noch

von: Lapared

Anruf bei der Psychiater-Hotline: Ring-Ring-Ring...

"Hallo bei der Psychiatrie-Hotline.

Wenn Sie sich bedroht fühlen, so drücken Sie die 1! Aber schnell!

Wenn Sie kein Selbstvertrauen haben, dann bitten Sie jemand anderes, die 2 zu drücken!

Falls Sie eine gespaltene Persönlichkeit haben, dann drücken Sie die 3, die 4, die 5 und die 6!

Wenn Sie unter Verfolgungswahn leiden, dann wissen wir, wer Sie sind und was Sie wollen. Bleiben Sie so lange in der Leitung, bis wir den Anruf zurückverfolgt haben!

Wenn Sie schizophren sind, dann hören Sie auf die Stimmen. Sie sagen Ihnen, welche Nummer Sie drücken müssen!

Falls Sie manisch-depressiv sind spielt es keine Rolle, welche Nummer Sie drücken: Niemand hört Ihnen zu ..."

07.12.2006 um 19:18 Uhr

Super Lpunkt

von: Lapared

Nach dem Ende jeder Geschichte, egal ob lang oder kurz, entwickle ich einen starken Drang nach Fortbewegung. Betonung auf Fort. Bewegung, sprich der Stepper, ist dann nicht genug, denn da tritt man auf der Stelle, doch ich will Land gewinnen. Also… Schwimmen. Das bringt mich pro Minute zehn Meter weiter.

Lange nicht mehr schwimmen gewesen.

Ich tuckere also wieder mal meine Bahnen entlang und bringe ein bisschen Abstand zwischen die letzte kleine Geschichte und mich, als ich mit einen gut aussehenden Mann kollidiere, der Anwalt ist, mich wegen Beleidigung verklagt, die Klage später fallen lässt und mir am Ende einen Antrag macht? Ausnahmsweise nicht. Ich tuckere also wieder mal meine Bahnen entlang, als ich zwei wahrscheinlich schon seit vielen Jahren verlassene 80 D Körbchen ramme, die wie Bojen mit Blumenmuster auf der Wasseroberfläche tanzen. Eine winzige alte Dame liegt flach auf der Wasseroberfläche und spielt toter Mann. Sehr komisch. Dabei ist sie eine tote Frau. Zumindest im Moment. Ich schnappe einen ihren dünnen Arme, ziehe sie ganze 90 Zentimeter an den Rand und bitte die Badeaufsicht, auch wenn die gerade ein Schnittchen isst, dessen margarineverschmierter Schinkenbelag ihr am Kinn baumelt, die Wiederbelebung doch besser selbst zu übernehmen. Hoffentlich mag die alte Dame Schinken. Dann nichts wie weg, nicht dass die mir das Bundesverdienstkreuz an mein Schwimmkostüm hängen, am Ende einer Geschichte ist ein gut sitzender Bikini ein ganz besonderes psychologisches Kapital. Immerhin sehe ich noch, dass die Dame nach dem freundlich bemühten Mann schlägt, der seine Hände auf eine ihrer Blümchenbojen presst. Recht so. Tja, jetzt geht die Party weiter. Was schwimmt sie auch in meine Bahn.

Auf die Heldentat erstmal einen Eierlikör.

06.12.2006 um 20:10 Uhr

Abgesagt

von: Lapared

Für diese Woche habe ich sämtliche Termine abgesagt. Auch die – so sehr wir alle ihren erfrischenden Input schätzen – von Frau Dr. Stock. Bei Frau Dr. Stock, müsste ich wohl sagen, warum kommt es mir immer so vor, als wenn sie Termine bei mir hat? Bin ich einer dieser Langzeit-Irren, die flankiert von ein paar devoten Mit-Bekloppten zackig über die Geschlossene laufen und in überzeugender Manier so tun, als wären sie der Arzt? Was soll dieser aufmunternde Ton, den ich jedes Mal reflexhaft verstrahle, sobald ich ihren professionell betroffenen Gesichtsausdruck sehe? Warum entwickle ich diesen Ehrgeiz, sie pro Sitzung wenigstens ein Mal zum Lachen zu bringen, während sie stets eine Packung Tempos auf meiner Seite des kleinen POÄNG deponiert und mit gleichem Eifer auf die Tränendrüse drückt. Das wird immer schlimmer! Warum erzähle ich ihr am Anfang der Sitzung nicht einfach einen Witz…

Kommt eine Möhre zum Analytiker: „Doktor, ständig glaube ich, ich bin ein Penis.“ - Analytiker: „Sie glauben es, aber Sie sind nicht sicher. Haben Sie Erektionsprobleme?“

sie verpasst mir eine Ladung Tränengas…

Pffft pffft!

und gut!?

Danach könnten uns dann ganz vernünftig unterhalten.

„Mami, Mami, ich will nicht zum Psychiater!“ – „Ist mir egal, ich will jetzt wissen, warum Du immer heulst, wenn ich Dich schlage!“

Ein Mann liegt übel zugerichtet auf der Straße. Er stöhnt vor Schmerzen. Zwei Psychiater sehen es und sind entsetzt: „Dem, der das gemacht hat, müsste doch echt geholfen werden!“

Frau zum Psychiater: „Bitte nehmen Sie meine Hand!“ - Psychiater: „Nein, das geht nicht. Eigentlich dürfte ich gar nicht mit Ihnen auf der Couch liegen.“


Hach, davon krieg ich locker 250 zusammen.

So, und nun schau ich mir mal das Märchen meines Landes an, dass ich in diesem Sommer verpasst habe, als ich dachte, ich hätte den Prinzen an der Hand. 20.15 ARD

05.12.2006 um 20:55 Uhr

Aufgelegt II

von: Lapared

„Sehr gut!“

Meine Schwester ist mit dem Ausgang der Dinge äußerst zufrieden. Ich erst. Der Teil von mir, dem ich gehorcht habe, war vermutlich mit ihr verwandt oder verschwägert.

„Und er hat gar nichts gesagt?“ - „Nur, dass er´s toll fand. Dann hab ich gesagt, dass ich mich vor einer Beziehung mit ihm fürchte, weil er trinkt, und er hat aufgelegt.“ – „Hm.“ – „Und jetzt weiß ich nicht, ob er aufgelegt hat, weil es mich gestört hat, dass er trinkt, oder ob er aufgelegt hat, weil es ihn gestört hat, dass ich an eine Beziehung mit ihm gedacht habe.“ – „Äh… wie?“ – „Ich meine, er fand ES toll, aber da heißt ja nicht, dass er mich toll fand, vielleicht hat er ja auch gedacht, spinnt die, wir waren ein Mal im Bett und schon will sie mich zu den Anonymen Alkoholikern schicken, wahrscheinlich checkt sie schon die Treffs in meiner Nähe und hat die Busverbindungen rausgesucht.“ – „Und wenn schon? Alkoholiker sollten öffentliche Verkehrsmittel nutzen, das wäre nur verantwortungsvoll gedacht. Sag mal, was läuft da in Deiner Gehirnmaschine eigentlich grade ab?“ – „Nichts, ich frage mich nur, warum er einfach so aufgelegt hat! Vielleicht fand er es ja auch anmaßend, dass ich nach so kurzer Zeit… und ausgerechnet ich, ich… genauso gut hätte ja auch er… ich meine…“ - „Du weißt nicht, ob er aufgelegt hat, weil Du ihn nicht wolltest oder weil er Dich nicht wollte.“ – „Na ja...“ – „Und das macht natürlich einen riiiiieeesen Unterschied.“ – „Nein!“ – „Den Unterschied, ob Du ihn nicht haben willst oder nicht haben kannst.“ – „NEIN!“ – „Und der ist erheblich, weil Du ja im ersten Falle Deine Meinung noch hättest ändern können.“ - „…“ – „Weil Du Dir gar nicht sicher warst, stimmt´s?“ – „…“ – „Scheiße.“ – „…“ – „Aber Lpünktchen... seine Reaktion zeigt doch, dass Du´s richtig gemacht hast.“ - „Sag jetzt nicht: Wenn ihm wirklich was an Dir liegen würde, hätte er nicht einfach aufgelegt, sondern Deine Ängste ernst genommen.“ – „Wenn ihm was an Dir liegen würde, hätte er doch nicht einfach aufgelegt, sondern Deine Ängste ernst genommen.“ – „Da hast Du natürlich Recht.“ – „Also.“

Also. Klick.