Anleitung zum Entlieben

12.12.2006 um 19:51 Uhr

Lammcurry im Arschpelz

von: Lapared

„Sag bloß, Du hast mich so ins Herz geschlossen, dass Du nicht mit ansehen kannst, wie ich mich zu Tode saufe?!“

HK räkelt sich behaglich grinsend auf der Besucherseite.

„Im Gegenteil. Es beruhigt mich zu wissen, wie Du enden wirst. Ich hasse Überraschungen.“

„Na, siehste.“

„Meine Sorge gilt einzig und allein mir. Ich könnte mir vorstellen, dass Du bei steigendem Alkoholspiegel irgendwann nicht mehr in der Lage sein wirst, den Arsch in Dir zu kontrollieren, und ich möchte, wenn es so weit ist, nicht in der Nähe und zufällig diejenige sein, der dieser unkontrollierte Arsch dann eine zimmert.“

Er nimmt meine Hand und legt sie auf seinen Bauch. „In mir ist nichts, was Dich verletzen könnte. Der Arsch ist äußerlich.“ Er grinst. „Hier drin schlummert ein… Lämmchen!“

„Hattest Du Lammkotelett?“

Er rülpst. „Curry. Außerdem... Du gehst ja auch nicht gerade zimperlich mit Dir um.“

„Eben. Mit mir! Aber ich tue niemand anderem weh!“

Er sieht mich an, er grinst gar nicht mehr. „Na schau, und noch ein Lamm.“ Er rutscht ran.

„Nümmerchen?“ - „Nümmerchen!“ So jung kommt man nie wieder zusammen.

Danach, irgendwo in der postkoitalen Waffenstille höre ich seine Stimme: „Ein Arsch und ein Lamm liegen im Bett...“ aber mein Verstand kommt den leise durchs Halbdunkel huschenden Worten nicht hinterher, ich bin wohl eingenickt, vielleicht habe ich geschnarcht und sie verscheucht, jedenfalls... Als ich aufwache, sind die Worte fort und HK zieht sich auch gerade wieder an. Als bemerkt wird, dass ich wach bin, bricht es los:

„Du bist unterernährt, Du frisst nur Müll, Du schluckst zig Tabletten... aber, wenn schon! DU tust ja niemandem weh!“ Ihm fehlt eine Socke. „Lpünktchen darf alles, denn Lpünktchen ist NETT.“ Ich seh sie, aber ich sach nix. „Nicht so ein versoffener ARSCH, der Verkäufer anscheißt.“ Kalt, ganz kalt. „Wer Verkäufer anscheißt, der schlägt auch Tiere“, er kickt Curd Rock vier Tage vor seinem zweiten Geburtstag gegen die große VRETEN (Skamdaaaaaaaal!!!), „…und kleine, hilflose Lpünktchen natürlich!“ Er packt mein Genick. „Also gut, ich bin jetzt auch mal nett…“, er küsst mich, Axel Schulz wäre davon k.o. gegangen, „ich sage ganz nett: Au revoir, einen angenehmen Abend und… Santé, Madame.“

Sprachs und verließ das Etablissement mit nur einer Socke.

Santé, Arschloch. (Ade Arshclich!!!)

Die andere Socke lag brav auf dem Fensterbrett und auch die Worte, denen ich im Halbschlaf nicht hatte folgen konnte, fanden sich nach und nach wieder ein: Ein Arsch und ein Lamm liegen im Bett. Sagt das Lamm: Arsch, du ängstigst mich. Der Arsch zieht sich aus: Guck, eigentlich bin ich auch ein Lamm! Sagt das Lamm: Arsch, du langweilst mich - und schmeißt ihn raus.

Aha, daher war Monsieur so flink wieder angezogen. Ein Eierlikörchen hätte man doch noch zusammen trinken können... So jung kommt man nie wieder zusammen.